Anetta Kahane / Martin Jander: PEGIDA – Der zögerliche Untergang der DDR

Donnerstag, 21. Februar 2019 / 19.00 Uhr
 Kino Achteinhalb / Nauwieser Straße 19 / Saarbrücken

Analyse und Kritik von Aspekten der neuen völkischen Bewegung in der Bundesrepublik

Anetta Kahane (Amadeu Antonio Stiftung) und Martin Jander (Stanford University Berlin) stellen ein neues Buch vor: „Nach Auschwitz: Schwieriges Erbe DDR“ (Wochenschau Verlag 2018).

Schuldabwehr, Relativierung der Shoah und Selbststilisierung zum Opfer waren in der DDR das Resultat marxistisch-leninistischer Ideologie. Gesellschaft und Geschichte galten als Erscheinungsformen des Klassenkampfes und wurden bestimmt durch Herrscher und Unterdrückte, Besitz an Produktionsmitteln und Ausbeutung, Verführer und Verführte. Alles war determiniert durch den Klassenkampf. Es gab auch Nebenwidersprüche. Sie sollten lediglich vom Hauptwiderspruch ablenken, z. B. Rassismus und Antisemitismus. Sie konnten angeblich allein auf dem Boden des Kapitalismus gedeihen und suchten die Arbeiterklasse zu spalten und von ihrer historischen Mission abzulenken.

Dass der Untergang eines so definierten Staatswesens eine völkische Bewegung hervorbringen kann, die erneut durch Schuldabwehr, Relativierung der Shoah und Opfernarration gekennzeichnet ist, nun nicht mehr in antikapitalistischer sondern in völkischer Diktion, ist nicht überraschend.

Der Eintritt ist frei.

Eine  Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Saar in Zusammenarbeit mit:
CriThink! e.V. – Gesellschaft zur Förderung des kritischen Denkens und Handelns; Antifa Saar / Projekt AK; ConnAct Saar.