COLD WAR – der Breitengrad der Liebe – im Rahmen der Reihe Neue Polnische Filme

COLD WAR – der Breitengrad der Liebe

Samstag 6. Oktober 2018
Kino 8 1/2

ZIMNA WOJNA

PL/FR/GB 2018, R: Paweł Pawlikowski, B: Paweł Pawlikowski, Janusz Głowacki, K: Łukasz Żal, Schn: Jarosław Kamiński, D: Joanna Kulig, Tomasz Kot, Borys Szyc, Agata Kulesza, s/w, 89 Min. OmU

In einer Kaderschule für junge Musik- und Tanztalente in der polnischen Provinz lernen sich Wiktor (Tomasz Kot) und Zula (Joanna Kulig) 1949 kennen. Erst sollen hier nur Volkslieder und -tänze einstudiert werden. Doch bald haben die Funktionäre andere Ideen für die Kompagnie, und hinter den Sängerinnen mit ihren dicken, kornblonden Zöpfen wird alsbald Stalins Porträt ausgerollt. Lebt es sich im Westen besser?
Weniger aus Idealismus als der Hoffnung, dort ungestört mit seiner Schülerin Zula leben zu können, zieht Wiktor nach
Paris. Doch dort ist der Pianist, der von Volksweisen umstandslos auf Jazz umstellt, anderen Dilemmata ausgesetzt.

Der Film pendelt mit seinen Protagonisten, der Sängerin Zula und dem Komponisten Wiktor, zwischen den Systemen und Jahren. Im Gegensatz zu seinem zentralen Liebespaar verliert der Film dabei aber nie seine Idee von sich selbst und seiner künstlerischen Identität, sondern liefert eine pointierte Analyse davon, dass Künstlerinnen und Künstler weder im Sozialismus noch im Kapitalismus wirklich frei sein können. Mit seinem Darstellerpaar verleiht Pawlikowski seinem Film eine glänzende Oberfläche. Doch darunter harrt eine bittere Erzählung über die Kompromittierbarkeit von Künstlerinnen und Künstlern im Kampf der Systeme. So gelingt Pawlikowski das Paradox: Er lässt keine falschen Ideen über die Unabhängigkeit von Kunst aufkommen und erreicht genau das mit einem formvollendeten Kunstwerk. (Hannah Pilarczyk, SPIEGEL.ONLINE)

Der Darsteller Borys Szyc wird anwesend sein