Koschka Linkerhand: Die gelebten Realitäten von Frauen und Mädchen

Eine materialistische Kritik des Patriarchats

Mittwoch, 15. Mai 2019 / 18 Uhr
NN 19 / Nauwieserstr. 19 / Saarbrücken

Mit Schrecken stehen Feministinnen vor dem frauenfeindlichen Rechtsruck, der sich in vielen Län-dern und in vielen Teilen der Gesellschaft abzeichnet. Offensichtlich ist es nötiger denn je, globale Perspektiven von Frauenunterdrückung und Frauensolidarität ins Auge zu fassen und das Geschlechterverhältnis in engem Zusammenhang mit den Produktionsverhältnissen zu analysieren. Hier kann auf den materialistischen Feminismus zurückgegriffen werden, den Theoretikerinnen seit Simone de Beauvoir erarbeitet haben. Das Patriarchat als ein Herrschaftsverhältnis zwischen Frauen und Männern dient dabei als zentrale Analysekategorie. Heute ist klar, dass weitere Unterdrückungskategorien in die feministische Analyse einbezogen werden müssen und dass Identi-tätspolitik – nicht nur von Frauen – ein notwendiger Teil linker Politik sein muss. Dennoch scheint der queerfeministische Fokus auf Vielfalt, Betroffenheit und den richtigen Sprachgebrauch keine ausreichende politische Strategie mehr zu bieten. Wie kann eine materialistische Patriarchatskritik Ausgangspunkt für eine zeitgemäße feministische Theorie sein, die realpolitisch handlungsfähig macht, gerade vor der utopischen Perspektive, dass Patriarchat und Kapitalismus endlich abgeschafft werden müssen?

Der Eintritt ist frei.
Eine Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Saar und ConnAct Saar.