Lesung und Gespräch mit Terézia Mora

Moderation: Peter König

Donnerstag, 28. 02. 2019 / 20.00 Uhr
Filmhaus Saarbrücken / Mainzer Straße


„Also schön, sage ich schließlich, nachdem ich lange allein war. Also gut. Ich werde mich erkenntlich zeigen und sprechen. Lange, fundiert und hymnisch werde ich über die Sprache sprechen, welche die Ordnung der Welt ist, musikalisch, mathematisch, kosmisch, ethisch, sozial, die grandioseste Täuschung, dies ist mein Fach. Ein Mensch kann zweihundert verschiedene Gesichtsausdrücke produzieren, um seinen Befindlichkeiten Ausdruck zu verleihen. Etwa gleichviel Töne kann ein Säugling hervorbringen. Später lernt er seine Muttersprache und vergisst den unnützen Rest. Das nennt man Ökonomie. Er lernt durch richtige Beispiele ebenso wie durch Fehler, aus denen er die richtige Regel ableitet. Das nennt man: universeller Sprachinstinkt. Gefallen aus von der bratenden Pfanne in das Feuer wir sind.“ (Auszug aus: „Alle Tage“, Luchterhand 2004).

Terézia Mora wurde 1971 in Sopron, Ungarn, geboren und lebt seit 1990 in Berlin. Für ihren Roman „Das Ungeheuer“ erhielt sie 2013 den Deutschen Buchpreis. Ihr literarisches Debüt, der Erzählungsband „Seltsame Materie“, wurde mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Für ihr Gesamtwerk wurde ihr 2018 der Georg-Büchner-Preis zugesprochen. Terézia Mora zählt außerdem zu den renommiertesten Übersetzerinnen aus dem Ungarischen. Von Terézia Mora ist zuletzt erschienen: „Die Liebe unter Aliens“ Erzählungen, Luchterhand Literaturverlag 2016

Eintritt: 7 Euro / ermäßigt 5 Euro

Wir bitten um Vormerkung über die Buchhandlung St. Johann, Kronenstr. 6, 66111 Saarbrücken
buechergaertner@t-online.de oder 0681-95805464

Eine Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Saar in Zusammenarbeit mit Ludwig Hofstätter und SR2 Kulturradio.