Vortrag – Andrei Steven Markovits „Donald Trump – sein Aufstieg zum ersten postmodernen Präsidenten“

13. Juni 2017
18:00 Uhr

Politische Akademie
Europaallee 18
66113 Saarbrücken

 

Einer der wichtigsten Charakteristika der universitären und akademischen Linken im Laufe der 70er Jahre und den Dekaden danach war das Hochhalten der Postmoderne, des sogenannten Post-Strukturalismus: Es gibt keine Fakten, keine Wahrheiten, alles ist nur Schein, alles Text, persönliche Meinung, ein Narrativ – hoch lebe die Relativierung! Und jetzt haben wir genau solch eine postmoderne Figur im Weißen Haus, für die alles nur Schein ist, für die es keine definitiven Werte gibt, für die ihre Eitelkeit die einzige Koordinate ist.

Donald Trump ist sui generis. Ein Programm der Beliebigkeit hat ihn ins Weiße Haus gebracht. Man kann ihn vielleicht nur mit Silvio Berlusconi vergleichen, aber er unterscheidet sich mehr von diesem, als dass er ihm tatsächlich gleicht. Trump ist weder Reagan noch Schwarzenegger – in der politischen Landschaft der Bundesrepublik Deutschland ist er am ehesten mit Franz Josef Strauß zu vergleichen, obwohl auch dieser Vergleich mehr kaschiert als erläutert. In seinem Vortrag wird Andrei S. Markovits das Phänomen „Trump“ und seine Motivationen beleuchten. Dazu zählen auch die bis vor kurzem als undenkbar geltenden Allianzen zwischen CIA, NSA, FBI und der amerikanischen Linken und der Demokratischen Partei – sowie der Russen mit den amerikanischen Rechten.

In Kooperation mit der Stiftung Demokratie Saarland.

 

 

Prof. Andrei S. Markovits (Univ. of Michigan, USA)

Prof. Andrei Steven Markovits

geb. 1948 in Timișoara (Rumänien), ist ein amerikanischer Politikwissenschaftler und Soziologe. Seit 1999 ist er Karl W. Deutsch Collegiate Professor of Comparative Politics and German Studies an der University of Michigan in Ann Arbor (USA). Im März 2009 verlieh ihm die University of Michigan zudem den Arthur F. Thurnau Lehrstuhl als Auszeichnung für seine Verdienste in der Lehre und der Unterstützung der Studierenden an der University of Michigan. Als Redner ist er nicht nur in den USA unterwegs, sondern auch in Europa, vor allem in Deutschland und Österreich. Er forscht und publiziert zu jüdischer Geschichte, Israel, Antiamerikanismus, Antisemitismus, neuem Antisemitismus, Rechtsextremismus, deutscher und europäischer sowie amerikanischer Politik und Gesellschaft, Gewerkschaften, sozialem Wandel hochindustrialisierter Gesellschaften und in letzter Zeit vermehrt zu Sport, namentlich Fußball. Zu seinen Publikationen zählen u.a. „Grün schlägt Rot: Die deutsche Linke nach 1945“ (1997), „Amerika, dich haßt sich’s besser: Antiamerikanismus und Antisemitismus in Westeuropa“ (2004) oder „Sport: Motor und Impulssystem für Emanzipation und Diskriminierung“ (2011).