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Kritik der »nationalen Befreiung«. Zur Erinnerung an Rosa Luxemburg (ein Vortrag von Olaf Kistenmacher)

In den 1920er Jahren war es innerhalb der Kommunistischen Internationale üblich, den berühmten Aufruf von Friedrich Engels und Karl Marx folgendermaßen zu erweitern: »Proletarier aller Länder und unterdrückte Völker der Welt, vereinigt euch!« Außer für die soziale Befreiung sollten Kommunistinnen und Kommunisten für die »nationale Befreiung« kämpfen. Das war in der marxistischen Linken nicht immer so. Rosa Luxemburg, die 1913 in ihrem Hauptwerk Die Akkumulation des Kapitals«den Imperialismus aus marxistischer Sicht analysierte, warnte 1918, dass das »famose ›Selbstbestimmungsrecht der Nationen‹«, auf das sich auch die Bolschewiki in Russland beriefen, »nichts als hohle kleinbürgerliche Phraseologie und Humbug« sei.

 

Olaf Kistenmacher ist Historiker und Journalist. Aktuelle Veröffentlichungen zum Thema: »Australien den Australiern«? Rosa Luxemburgs Analyse imperialistischer Politik als Alternative zum marxistisch-leninistischen Antiimperialismus, in: Zeitschrift für kritische Sozialtheorie und Philosophie 1, Band 5, 2018, S. 14-37.

»Humbug, Schwindel, Phrase«. Rosa Luxemburgs Kritik der Russischen Revolution, in: Konkret 11/2017.