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Ausstellung: „1948.“ Zur Gründung des Staates Israel

28.10. 2019 – 21.11.2019
Rathaus Saarbrücken / Hauberrisser Saal

Vorgeschichte und Gründung des modernen Israel gehören zu den zentralen Epochen der neueren Geschichte. Die Ausstellung 1948 leistet die lange überfällige Aufarbeitung. Überfällig, weil keine andere Epoche in den vergangenen Jahrzehnten mehr historischen Verzerrungen ausgesetzt war. Historiker, Politologen und Nahostexperten sichteten in über 5.000 Arbeitsstunden Quellen, Dokumente, Bildmaterial, authentische Korrespondenzen, anerkannte Fachliteratur und Zeitzeugen. Auf 32 Schautafeln gelingt es 1948, einen beachtlichen historischen Kontext zu vermitteln. Innerhalb eines Jahres stand die Ausstellung schon an rund 25 Standorten bundesweit, darunter Berlin, Hamburg, Karlsruhe, Mosbach im Odenwald und Aue.
Träger der Ausstellung 1948 ist der Münchner Verein für Demokratie und Information (DEIN e.V.), unterstützt von einer wissenschaftlichen Jury und einem namhaft besetzten Beirat.

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Montag bis Freitag, 9.00 bis 18.00 Uhr.

Montag 28.10.2019 Vernissage:

Begrüßung durch Oberbürgermeister Uwe Conradt
Begrüßung durch Eric Barth für die DIG AG Saar
Einführungsvortrag Dr. Oren Osterer
Anschließend Rundgang durch die Ausstellung im Hauberrisser Saal und Umtrunk

Veranstalter: Landeshauptstadt Saarbrücken in Kooperation mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft e.V. Arbeitsgemeinschaft Saar.
Träger der Ausstellung ist der Münchner Verein für Demokratie und Information (DEIN e.V.).  Kurator der Ausstellung ist der Historiker Dr. Oren Osterer.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

 

 

Alex Feuerherdt: Vereinte Nationen gegen Israel: Wie die UNO den jüdischen Staat delegitimiert

Mittwoch, 30.10.2019 / 20.00 Uhr
Festsaal des Rathauses / Rathausplatz 1 / 66111 Saarbrücken

Vortrag von Alex Feuerherdt

Kein anderes Land steht bei den Vereinten Nationen derart am Pranger wie Israel. Die Unesco und der UN-Menschenrechtsrat beispielsweise haben den jüdischen Staat in ihren Resolutionen häufiger verurteilt als alle anderen Länder dieser Welt zusammen. Auch die Generalversammlung der Uno beschäftigt sich in ihren Diskussionen weitaus öfter mit der einzigen Demokratie im Nahen Osten als etwa mit Syrien, Nordkorea oder dem Iran. Die UN-Frauenrechtskommission hat Israel unlängst als einziges Land für die Verletzung von Frauenrechten kritisiert, für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schädigt weltweit niemand die Gesundheit von Menschen und die Umwelt so stark wie der jüdische Staat. Und das sind nur einige wenige Beispiele von vielen. Ein Beschluss wie der UN-Teilungsplan von 1947, der die Grundlage für die Proklamation des Staates Israel bildete, wäre heute schlicht undenkbar.

Wie kommt es, dass sich der jüdische Staat derart im Visier der Vereinten Nationen und ihrer Untereinrichtungen befindet? Liegt das tatsächlich an Israel selbst – oder gibt es dafür womöglich ganz andere Gründe? Wie ist die Uno heute überhaupt aufgestellt und worin unterscheidet sie sich von früheren Jahren? Welches Verständnis von den Menschenrechten herrscht bei ihr und ihren Mitgliedern vor?

Alex Feuerherdt ist freier Publizist und lebt in Köln. Er schreibt für verschiedene Print- und Online-Medien zu den Themen Israel, Nahost, Antisemitismus und Fußball, unter anderem für die Jüdische Allgemeine, n-tv.de, die Jungle World und die Medienbeobachtungsstelle Naher Osten in Wien. Außerdem ist er Betreiber des Blogs Lizas Welt. Gemeinsam mit Florian Markl hat Feuerherdt ein Buch zum Thema der Veranstaltung geschrieben, das im Mai 2018 im Verlag Hentrich & Hentrich erschienen ist: Vereinte Nationen gegen Israel – Wie die Uno den jüdischen Staat delegitimiert.

Eine Kooperationsveranstaltung der Heinrich-Böll Stiftung Saar mit Crithink e.V.  – Gesellschaft zur Förderung des kritischen Denken und Handelns, Antifa Saar / Projekt AK und ConnAct Saar.

Netzwerktagung: Haltung zeigen – Antifeminismus solidarisch begegnen

Donnerstag, 21. November / 10.00 – 18.00 Uhr
Freitag, 22. November / 10.00 – 17.00 Uhr

Factory Campus / Erkrather Str. 401 / 40231 Düsseldorf

Wissen updaten – Erfahrungen austauschen – Strategien weiterentwickeln

Das gesellschaftspolitische Klima ist rauer geworden. Antifeministische und rechtspopulistische Zumutungen begegnen uns überall: im beruflichen Umfeld, bei (gesellschafts)politischem Engagement, im privaten Alltag oder im Internet. Egal wo – ob in der Sozialen Arbeit oder in pädagogischen Handlungsfeldern wie Kita, Schule, Erwachsenenbildung, ob in Wissenschaft und Forschung oder kommunaler Gleichstellungsarbeit, ob bei ehrenamtlicher Arbeit mit Geflüchteten, in der Kirchengemeinde oder bei gewerkschaftlicher Arbeit in und außerhalb des Betriebs: wenn wir Haltung zeigen wollen gegen antifeministische Abwertungen und Angriffe, wenn wir eintreten wollen für eine offene, feministische und liberale Gesellschaft, dann brauchen wir nicht nur Mut, sondern auch handlungsrelevantes Wissen, praktikable Strategien und Fähigkeiten diese umzusetzen – am besten solidarisch mit Gleichgesinnten.

Die Netzwerktagung „Haltung zeigen“ bietet gleichstellungspolitischen und feministischen Akteur*innen und Multiplikator*innen die Möglichkeit, einen Einblick in den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung zu Antifeminismus zu bekommen. Sie gibt Raum, Erfahrungen im Umgang mit antifeministischen Angriffen in der eigenen beruflichen, ehrenamtlichen, politischen oder NGO-Praxis mit Menschen aus verschiedenen Kontexten zu reflektieren und sich darüber auszutauschen. Es werden gemeinsam Strategien im Umgang mit Antifeminismus ausgewertet und weiterentwickelt. Die Beiträge und Impulse beziehen nach Möglichkeit intersektionale Perspektiven und Ansätze ein, insbesondere die Verquickung von Sexismus und (antimuslimischem) Rassismus.

 

 

Link zum Tagungsprogramm und Anmeldung

 

Dr. Stephan Grigat: Der Exodus der Juden aus der arabischen Welt und dem Iran – Diskriminierung, Flucht und Vertreibung

Donnerstag, 21.11.2019 / 20.00 Uhr
Festsaal des Rathauses / Rathausplatz 1 / 66111 Saarbrücken

Abschlussvortrag von Dr. Stephan Grigat

Würde es mit rechten Dingen zugehen, wäre bei jeder Diskussion über den Konflikt Israels mit seinen arabischen Nachbarn stets auch von der Flucht und Vertreibung nahezu aller Juden aus der arabischen Welt und aus dem Iran die Rede, die außerhalb Israels kaum im Bewusstsein sind. Die gerade auf Deutsch erschienene Studie des französischen Historikers Georges Bensoussan über Die Juden der arabischen Welt ruft die Flucht von etwa 900.000 Juden aus den arabischen Ländern in Erinnerung und zeigt, dass die Radikalisierung der arabisch-islamischen Judenfeindschaft vor der israelischen Staatsgründung einsetzte und in vielen Aspekten eine Reaktion auf die partielle Autoemanzipation der Juden in den arabischen Gesellschaften war.
Der Vortrag wird die Situation der Juden in den arabischen Gesellschaften und dem Iran skizzieren, die Bedeutung der arabisch-jüdischen Flüchtlinge für Israel thematisieren und der Frage nachgehen, warum das Schicksal der jüdischen Flüchtlinge aus den arabischen Ländern und dem Iran bisher kaum thematisiert wurde.

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an der Uni Wien, Dozent für Politikwissenschaft an der Uni Passau, Permanent Fellow am Moses Mendelssohn Zentrum der Uni Potsdam und Research Fellow am Herzl Institute for the Study of Zionism and History der Uni Haifa. Er ist Autor von Die Einsamkeit Israels und Herausgeber von AfD & FPÖ sowie Iran – Israel – Deutschland. Zuletzt hat er die Einleitung zu Georges Bensoussans Buch Die Juden der arabischen Welt geschrieben, das bei Hentrich & Hentrich erschienen ist.

Eine Kooperationsveranstaltung der Heinrich-Böll Stiftung Saar mit Crithink e.V.  – Gesellschaft zur Förderung des kritischen Denken und Handelns, Antifa Saar / Projekt AK und ConnAct Saar.

Jón Kalman Stefánsson: Ástas Geschichte

Mittwoch, 27. November 2019 / 19.00 Uhr
Kino 8 1/2 / Nauwieserstr. 19 / Saarbrücken

Jón Kalman Stefánsson liest „Ástas Geschichte“

Moderation: Sally Charell Delin

Ásta, darin steckt das isländische Wort für Liebe. Doch kaum ist das Mädchen geboren, verlässt ihre Mutter die Familie, und Ásta wächst bei einer Ziehmutter auf. Als sie einem Mitschüler die Nase bricht, weil der sie bedrängt, werden die Risse in ihrer Welt unübersehbar. Ásta muss für einen Sommer in die Westfjorde. Und trifft dort, wo das Licht so eigentümlich mit der Dunkelheit verwandt ist, auf Jósef, der Gedichte liest und ebenfalls als Querulant gilt. Zwischen den beiden wächst eine erste, zarte Liebe, durch die Ásta die Kraft findet, sich in ihr Leben zu kämpfen. Ihre Eltern mögen das Versprechen, das sie ihr mit ihrem Namen gaben, nicht gehalten haben. Ástas Geschichte aber ist so voller Liebe, Leidenschaft, Scheitern und Glück, wie man es selten erlebt. Ein fulminantes Stück Weltliteratur!
„Ástas Geschichte‹ ist ein groß angelegter, ein gigantischer Roman, mit all seinen Verwicklungen und Einsichten. … Bei der Lektüre fragt man sich, wie man ohne das Meer als Horizont weiterleben soll. Die Antwort ist einfach: indem man Jón Kalman Stefánsson liest.“ (Le Figaro littéraire).

Jón Kalman Stefánsson, geboren 1963 in Reykjavík, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern Islands. Er arbeitete in der Fischindustrie, als Maurer und Polizist, bevor er sich in Mosfellsbær bei Reykjavík niederließ. Sein Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und in ganz Europa ausgezeichnet, u.a. mit dem isländischen Literaturpreis. Der internationale Durchbruch gelang ihm mit „Himmel und Hölle“, zuletzt erschienen „Fische haben keine Beine“ und „Etwas von der Größe des Universums“. 2018 war Jón Kalman Stefánsson für den alternativen Literaturnobelpreis nominiert. Jón Kalman Stefánsson:
Ástas Geschichte, Roman, 464 Seiten, Piper 2019, ISBN: 978-3-492-05937-4

Eintritt: 7 € / 5 €
Karten erhalten Sie über die Buchhandlung St. Johann
Kronenstr. 6, 66111 Saarbrücken
Tel.0681-95805464 oder buechergaertner@t-online.de

Eine Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Saar in Zusammenarbeit mit SR2 Kulturradio und Ludwig Hofstätter.

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