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Bundesweite kommunalpolitische Konferenz: Öffentliche Räume in Stadt und Land

Bedeutungswandel, Qualitäten und Herausforderungen

Samstag, 21. September 2019 / 9.30 bis 17 Uhr
Burkardushaus / Am Bruderhof 1 / 97070 Würzburg

Öffentliche Räume sind Begegnungsräume von Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen und sozialen Zusammenhängen und als solche wichtig für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Die Beschaffenheit öffentlicher Räume macht unsere Städte und Dörfer lebenswert; die Bedingungen dafür unterscheiden sich aber in urbanen und dörflichen Umgebungen.

Autofahrer*innen und Fußgänger*innen, Einheimische und Tourist*innen, Obdachlose und Besserverdienende, Jugendliche und Shoppende teilen sichParks, Straßen und Plätze. Die Herausforderung in peripheren ländlichen Gebieten besteht in der Erhaltung und gezielten Ermöglichung vorhandener Strukturen des öffentlichen und demokratischen Miteinanders. Wem gehören die öffentlichen Räume in Stadt und Land? Wer darf bleiben, wer darf sich ausbreiten? Wer entscheidet? Die Interessen verschiedener Gruppen im und am öffentlichen Raum müssen verhandelt und ggf. auch reguliert werden, damit der soziale Frieden erhalten bleibt.

Auf unserer Konferenz wollen wir den Fragen nachgehen: Was macht gute öffentliche Räume und Lebensqualität in der Stadt und auf dem Lande aus? Wie viel Vielfalt «vertragen» wir? Wie schaffen wir angenehme und inklusive öffentliche Räume? Wie schützen wir Orte vor Verödung und demokratisieren die Konflikte um «umkämpfte» Gebiete?

Eine Kooperation der Petra-Kelly-Stiftung, der Heinrich Böll Stiftung Saar, der Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen und des GRIBS Bildungswerks e.V. im Rahmen des Projekts «Shared Spaces – Europäische Dialoge über öffentliche Räume» des Heinrich-Böll-Stiftungsverbunds.

 

Auszüge aus dem Programm

Impulse:

Stadt für Menschen – wie machen wir Städte lebenswert? mit Lisa Müller, Projektleiterin bei Gehl – Making Cities for People (Architektin, Kopenhagen)

Eine Stadt für alle: Grüne Ansätze für eine am Gemeinwohlorientierte Stadtplanung und Sozialraumorientierung in Dresden mit Tina Siebeneicher, Stadträtin, Sprecherin für Asyl, Migration und Jugendpolitik (Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen in Dresden)

Neuland gewinnen – wie gestalten wir kreative, inklusive Räume auf dem Lande? mit Klaus Börngen, Bürgermeister von Göpfersdorf (Thüringen), Träger des Quellenhof e.V.

Foren:

Demokratiestärkung im ländlichen Raum mit Elisabeth Schönrock, Referentin »Demokratiestärkung im ländlichen Raum«, Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement, Berlin

Vom Donut-Effekt zum Krapfen-Effekt – Wie die Revitalisierung eines Ortskernes gelingen kann mit Korbinian Kroiß (nonconformBüro Bayern)

Lebendige Ortsmitte mit Mario Abl, Bürgermeister von Trofaiach, Steiermark

Parklets als Begegnungsräume mit Hanka Griebenow, Mitinitiatorin der Parklets für Stuttgart

light at sportsnight – Freiräume für Jugendliche in der Großstadt mit Vertreter/in der Arbeitsgemeinschaft Friedenspädagogik e. V. (Netzwerk Jugendbeteiligung im Stadtbezirk 16 – München und Young City Movement)

Zeit und Ort:
Samstag, 21. September 2019, 9.30- 17 Uhr
Burkardushaus, Würzburg, am Bruderhof 1, 97070 Würzburg
Verkehrsverbindungen:
mit den Straßenbahnlinien 1 (Richtung Sanderau), 3 (Richtung Heuchelhof) oder 5 (Richtung Rottenbauer), jeweils Haltestelle Dom, von dort drei Gehminuten.
Anmeldung:
Bitte melden Sie sich spätestens bis zum 11. September bei der Petra-Kelly-Stiftung  (info@petra-kelly-stiftung.de , www.petra-kelly-stiftung.de) an.
Kontakt:
Petra-Kelly-Stiftung, Hochbrückenstr. 10, 80331 München
T 089.24 22 67 30
E info@petra-kelly-stiftung.de
Teilnahmebeitrag:
20,- / erm. 10,- Euro (inkl. Verpflegung)

Zum Veranstaltungsflyer

Bildungsreise: Besatzung, Verfolgung, Widerstand – Die deutsche Herrschaft in den Niederlanden 1940-45

Bildungsreise vom 5. Oktober bis zum 11. Oktober 2019
nach Amsterdam und Den Haag

Der deutsche Überfall auf die neutralen Niederlanden am 10.5. 1940 war der Beginn der fünfjährigen deutschen Besatzungsherrschaft. Die 8,8 Millionen Einwohner_innen waren einem brutalen Regime der deutschen Besatzungsbehörden, der Polizei und SS unterworfen. Das Land wurde systematisch ausgeplündert und gegen Ende des Krieges großflächig ausgeraubt und zerstört. Allein im Spätherbst 1944 und in den ersten Monaten des Jahres 1945 wurden insgesamt 10% der Fläche des Landes, ein Gebiet etwas größer als das Saarland überflutet um alliierte Landungen zu verhindern. Die  ausbrechende Hungersnot mit ihren 18.000 Toten ist bis heute in Holland unvergessen.
Historisch beispiellos war das systematische Mordprogramm an der Jüdischen Zivilbevölkerung der Niederlande. Insgesamt wurden über einhunderttausend Niederländer_innen jüdischer Herkunft ermordet. Gegen das brutale Besatzungsregime und den Völkermord bildete sich der holländische Widerstand, den die Deutschen mit allen Mitteln bekämpften. Der brutalen Verfolgung fielen Tausende zum Opfer.

Der bis heute im Saarland hochgeehrte Ministerpräsident Franz- Josef Röder war als NS Funktionär und Mitarbeiter der Besatzungsbehörden Bestandteil der deutschen Unterdrückungsmaschinerie und hat die Öffentlichkeit Jahrzehnte über seine NS- Aktivitäten belogen. Unsere Reise dient der historischen Aufklärung und soll dazu beitragen die Realität deutscher Herrschaft in unserem Nachbarland besser zu verstehen.

Vorträge und Diskussionen, Führungen und der Besuch von Gedenkstätten des Widerstandes und der Verfolgung in Amsterdam, Den Haag und anderen Orten bilden einen zentralen Bestandteil der Reise zu der wir alle Interessierte herzlich einladen.

In Kooperation mit Crithink! e.V. – Gesellschaft zur Förderung des kritischen Denkens und Handelns
Kosten: 520 Euro
Anmeldung und weitere Infos unter:
Boell.Stiftung@t-online.de

Filmvorführung: Eingebrannt – Frauen auf Kreta 1941-1945

Dienstag, 15. 10. 2019 / 20.00 Uhr
Filmhaus / Mainzerstr. 8 / Saarbrücken

Eine kunstdokumentarische Reise durch die Geschichte kretischer Frauen und ihrer Lebensrealitäten während der deutschen Besatzung auf Kreta von 1941-1945

Film und Diskussion mit den Regiseurinnen Barbara Englert und Leonie Englert.

Dass Frauen ihren Platz in der Geschichte einnehmen ist lange überfällig und dennoch wird die Geschichtsschreibung auch heute noch von Männern dominiert. Aus diesem Grund lassen wir in diesem Dokumentarfilm ausschließlich Frauen über ihren Widerstand und ihren Kampf gegen die deutsche Besatzung erzählen. Diese Erzählungen sind in keinem Geschichtsbuch zu finden und wären mit dem Tod dieser Frauen für immer verlorengegangen.
Zweiundzwanzig Kreterinnen sprechen über ihren Widerstand, ihre Solidarität, über starke Frauen, über Ängste und Hoffnungen, ihren Überlebenskampf und den Umgang mit den Besatzern: Eine Mutter wird am lebendigen Leibe verbrannt dafür, dass sie ihre Töchter beschützte, junge Mädchen sabotieren einen deutschen Transport russischer Kriegsgefangenen und es galt „sich zu verstecken und nicht zur Schule zu gehen.“ Die Beteiligung am Widerstand gegen die Besatzer war für die meisten dieser Frauen selbstverständlich. Ohne Angst vor ihren eigenen Emotionen durchleben sie mit ihrer eigenen Stimme ihre Vergangenheit; traurig, wütend, stolz. Aber auch lachend wird sich zum Beispiel an die Kommentare der Mutter erinnert, die ihren Kindern nur Wildkräuter zum Essen  vorzusetzen hatte.
Die innere Resonanz der Erzählungen wird von Puppen gespiegelt, die den Frauen ähnlich sind. Die fein ausgearbeiteten Gesichter der Figuren geben im Film den Frauen und den von Gräsern überwucherten Steinen ihre lebendige Geschichte zurück. Verletzt liegen sie auf dem Boden, ihre weit geöffneten Augen werden von der Kamera behutsam fokussiert und erzeugen ganz ohne Worte eine nachwirkende Präsenz.
Der Dokumentarfilm zeigt wie die Auswirkungen dieser Erlebnisse auf das Leben der Frauen auch heute immer noch deutlich sichtbar und gegenwärtig sind. Das Porträt ihrer lebendigen Erinnerung ist eine Reise durch ihre Geschichte und über die rauen Berge und Küsten Kretas. Es zeichnet ein anderes Bild der Insel, welche meist als Urlaubsparadies, vor allem nordeuropäischer Touristen, bekannt ist.

Ein Film von Barbara Englert und Leonie Englert. Gedreht wurde der Film in Kooperation mit dem Filmkollektiv Obscura Lab und der  Puppentheatergruppe Firdin Migdin aus Rethymno. Laufzeit 117 Minuten, Griechisch mit deutschen Untertiteln.

Pressestimmen:
Mit den Puppenspielerinnen Zoi Vlassi und Evi Kambouraki und der Puppenbauerin Natassa Tapaki haben die Englerts zu den schlichten Aufnahmen Kretas und der erzählenden Frauen zwischen 80 und 100 {…} eine erweiternde Spielwelt im Film geschaffen. Die großäugigen  Stabmarionetten liegen zerschmettert unter Trümmern, als Vergewaltigte mit verdrehten Gliedmaßen in den kretischen Bergwiesen {…} Historische Fotos könnten eine solche Intensität kaum erreichen, wie es die Puppen tun, ohne kitschig zu werden.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung am 19.Januar 2018)
„Wie eng vergangene Gräuel zur Gegenwart gehören, haben die Regisseurinnen Barbara und Leonie Englert eindrucksvoll in einer dokumentarischen Installation zur Geschichte Kretas sichtbar gemacht {…} Der Blick auf Athen, die Hafenstadt Chania und das Meer wecken letzte  Urlaubserinnerungen. Idyllisch still wirken die eingeblendeten Dorfstraßen und weiten Olivenhaine. Wie ist es vorstellbar, dass an diesen Orten, wo heute deutsche Urlauber zu Tausenden willkommen
geheißen werden, vor sieben Jahrzehnten 20 000 deutsche Fallschirmjäger gelandet sind und das  Leben der Dorfbewohner in eine Hölle verwandelt haben?“ (Frankfurter Rundschau am 18.Januar 2018)
„Kein Laut war zu hören, wenn die beinahe 100 Jahre alten Zeitzeuginnen von dem Beginn der Tyrannei erzählten, wie die ,Deutschen Fallschirmspringer wie Regen aus den Flugzeugen fielen‘ oder wie deutlich gemacht wird, dass ,die Deutschen kein menschliches Blut in sich hatten.‘“ (Frankfurt Journal am 18. Januar 2018)
„In einer gemeinsamen kretisch-deutschen Anstrengung ist so eine leise erzählte, streng  komponierte, mit ihren ruhigen Bildern zuweilen an eine klassische Tragödie erinnernde Collage entstanden. Eine Filminstallation, die die Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute in ihren Bann zieht. Wer sie gesehen hat, wird das Unerzählbare verstehen und nie vergessen, was auf Kreta 1941-1945 unter deutscher Besatzung geschehen ist. Er wird die stolzen, kämpferischen Frauen nicht vergessen, die den Nazis die Stirn geboten haben.“ (Sozialismus Heft 2 2018 Elisabeth Abendroth)

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Griechenlandsolidarität Saarbrücken, Rosa Luxemburg-Stiftung, Verein für Frauenbildung und Frauenkultur e.V. und dem Filmaus Saarbrücken.

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Hans Kirsch: Polizei im Zweiten Weltkrieg

Die Polizei im Zweiten Weltkrieg: Die Massenerschießungen im Osten waren der Auftakt zum Holocaust

Donnerstag, 17. Oktober 2019 / 19 Uhr
Buchhandlung St. Johann, Kronenstr. 6, 66111 Saarbrücken

Der Versuch der Nationalsozialisten, die Juden in Europa auszulöschen, kostete mehr als sechs Millionen Menschen das Leben. Die meisten von ihnen wurden in Konzentrations- und Vernichtungslagern umgebracht. Weniger bekannt ist, dass an dem Völkermord auch eine andere staatliche Institution mitgewirkt hat: die Polizei des Dritten Reiches. Sie tötete während des Krieges im Osten durch Massenerschießungen mehr als eine Million Juden, sowjetische Kommissare, Sinti und Roma und andere angebliche „Reichsfeinde“. Auch pfälzische und saarländische Polizeiangehörige haben daran mitgewirkt. Nach dem Krieg wurde dieses dunkle Kapitel lange verschwiegen, es hieß, die Polizei sei auch im Krieg „sauber geblieben“.

Dass dies nicht so war, darüber spricht am 17. Oktober 2019, 19 Uhr, in Saarbrücken Hans Kirsch aus Selchenbach, Kreis Kusel, der von 1965 bis 2004 selbst Polizeibeamter in Rheinland-Pfalz war. Der Referent hat 2007 ein Buch über die Geschichte der Polizei in Kaiserslautern und in der Pfalz veröffentlicht.

Eintritt frei.