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Charlotte Mohs: „Marxismus & Feminismus. Eine gückliche Ehe?“

Überlegungen zum Verhältnis von Klasse und Geschlecht

Freitag, 17. Mai 2019 / 19 Uhr /
NN 19 / Nauwieserstr. 19 / Saarbrücken

Das Verhältnis von Marxismus und Feminismus hat einen schweren Stand. Immer wieder gab es marxistische Versuche den Feminismus als Nebenwiderspruch unterzuordnen und feministische Tendenzen sich vom Marxismus zu lösen. Doch es gab auch Momente gelungener Zusammenarbeit. Charlotte Mohs begibt sich in ihrem Vortrag auf eine Spurensuche der marxistisch-feministischen Debatte und nimmt diese zum Ausgangspunkt für ihre eigenen Überlegungen über das Verhältnis von Klasse und Geschlecht. Brauchen wir marxistische Kategorien und ein Verständnis der Klassenverhältnisse, um die Situation von Frauen innerhalb des Kapitalismus zu verstehen? Es gibt gute Gründe, diese Frage zu bejahen, sowohl auf theoretischer Ebene als auch im Hinblick auf die historische Dynamik des Geschlechterverhältnis. Der Vortrag möchte diese Gründe aufzeigen und dafür plädieren, dass auch ein aktueller Feminismus eine Analyse und Kritik der Klassengesellschaft nicht außer Acht lassen sollte.

Der Eintritt ist frei.
Eine Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Saar und ConnAct Saar.

 

Klaus Gietinger: III. Letztes Aufbäumen – Die Bayerische Räterepublik 1919 und die Rote Ruhrarmee 1920

Eine Veranstaltungsreihe mit Klaus Gietinger

Donnerstag, 23. Mai / 19.00 Uhr
NN 19 / Nauwieserstr.19 / Saarbrücken

Warum befürworteten führende Sozialdemokraten den Terror? Warum reichten sie Demokratiefeinden die Hand? Warum ließen sie Tausende umbringen und die Mörder laufen? Wussten sie nicht was sie taten? Und warum putschten dann plötzlich ihre Verbündeten gegen sie? Hatten die SPD-Führer den Bogen überspannt, den Sozialismus einführen wollen oder war Versailles schuld an alldem? Warum riefen sie im März 1920 dann doch den Generalstreik aus, der sie rettete? Und warum verleugneten sie den dann? Und warum übertrugen sie die Gewalt auf Militärs, die sie nicht geschützt hatten? Warum ließen sie die, die gegen sie geputscht hatten dann die Rote Ruhr-Armee zerschlagen? Und warum waren sie schließlich doch weg vom Fenster? Warum wurde Hitler gerade in Bayern groß? Vielleicht weil die SPD-Führung mit der Erschießung der Linken schnell bei der Hand war, aber wenn die Rechten kamen, ganz rasch die Schreibtische räumten? Hatte das vielleicht auch Auswirkungen auf 1933? Wieder bemüht sich der Referent um Antworten.

Von Klaus Gietinger sind folgende Bücher zum Thema erschienen:

Blaue Jungs mit roten Fahnen – Die Volksmarinedivision 1918/19, Unrast-Verlag, Münster 2019
Eine Leiche im Landwehrkanal – die Ermordung Rosa Luxemburgs, Edition Nautilus, Hamburg 2018
November 1918 − Der verpasste Frühling des 20. Jahrhunderts, Edition Nautilus, Hamburg 2018
Karl Marx, die Liebe und das Kapital, Roman, Westend Verlag, Frankfurt 2018
Hitler vor Gericht – Der Prozess nach dem Putsch, München 2009
Der Konterrevolutionär. Waldemar Pabst – eine deutsche Karriere, Edition Nautilus, Hamburg 2009

Der Referent Klaus Gietinger ist Autor, Regisseur und Sozialwissenschaftler, mehrere Kinofilme, zahlreiche TV-Movies, Serien und 7 Tatorte (Buch und Regie), diverse internationale Preise. Nominiert für den Grimmepreis 2018 für den Dokumentarfilm „Wie starb Benno Ohnesorg – Der 2. Juni 1967“. Zahlreiche Sachbücher und zwei Romane. Mehr Infos: www.gietinger.de

Der Eintritt ist frei.

 

Lea Susemichel: „Identitätspolitiken – Konzepte und Kritiken in Geschichte und Gegenwart der Linken“

Buchvorstellung

Dienstag, 28. Mai 2019 / 19:00 Uhr
FrauenGenderBibliothek Saar / Großherzog-Friedrich-Straße 111 / 66121 Saarbrücken

Identitätspolitik bedeutet, sich über die eigene Identität als beispielsweise Afroamerikanerin, Jude, Frau, Lesbe oder Arbeiter zu definieren – und bestenfalls auch zu organisieren. Doch obwohl diese Form der Identitätspolitik die Basis zahlloser sozialer Bewegungen wie bspw. des Feminismus bildete, wurde sie spätestens durch die Queer und Postcolonial Theory radikal infrage gestellt.
Doch Identitätspolitik wird nicht nur theoretisch heftig herausgefordert, sondern inzwischen auch innerhalb der Linken als geradezu konterrevolutionär scharf kritisiert: Sie schade dem Klassenkampf, so die Argumentation. Denn der Kampf gegen Diskriminierung würde von jenem gegen soziale Ungleichheit nur ablenken.
Der Vortrag bietet einen Überblick über die gegenwärtigen identitätspolitischen Debatten in der Linken. Und er will zeigen: Die Kritik von Minderheiten ist eine demokratiepolitische Stärke und eben nicht die Schwäche linker Bewegungen. Nicht Spaltung ist das Ziel, sondern letztendlich das, was vermeintlich verhindert wird: Solidarität.

Lea Susemichel (*1976), geboren und aufgewachsen in Deutschland, studierte Philosophie und Gender Studies in Wien mit Schwerpunkt feministische Sprachphilosophie. Als Journalistin, Lehrbeauftragte und Vortragende arbeitet sie zu den Themen feministische Theorie & Bewegung und feministische Medienpolitik. Sie ist leitende Redakteurin des feministischen Magazins an.schläge. Zuletzt von ihr erschienen: Lea Susemichel, Jens Kastner: Identitätspolitiken. Konzepte und Kritiken in Geschichte und Gegenwart der Linken, Unrast 2018

Eintritt frei.
In Kooperation mit der FrauenGenderBibliothek Saar.

Veranstaltungsort und Kontakt:
FrauenGenderBibliothek Saar
Großherzog-Friedrich-Straße 111
66121 Saarbrücken
Tel. 0681-9388023
info@frauengenderbibliothek-saar.de
www.frauengenderbibliothek-saar.de
Facebook: Frauen Gender Bibliothek Saar

 

 

Klaus Gietinger: IV. Neue Erkenntnisse versus Geschichtsklitterung

Eine Veranstaltungsreihe mit Klaus Gietinger

Mittwoch, 5. Juni / 19.00 Uhr
Kino 8 1/2 / Nauwieserstr.19 / Saarbrücken

100 Jahre später ist die Novemberrevolution plötzlich wieder gefragt. Junge Historiker entdecken massenhaft Neues und bieten neue Erkenntnisse, entdecken die Räte neu und verpasste Chancen. Und dann gibt es ältere Historiker und Geschichtsklitterer, die holen plötzlich Althergebrachtes aus der Klamottenkoste, heftig unterstützt von der FAZ, die weiß wie man den Ersten Weltkrieg hätte gewinnen können, die die Dolchstoßlegende für wahr erklärt, die Matrosen verleumdet, die den Kriegsverbrechern in der Kaiserlichen Marine zuwinkt und ihnen eine reelle Chance einräumt, die doppelt so große englische Flotte zu besiegen und die Kolonialverbrecher, Genozidverantwortliche und Faschisten wie Paul Lettow-Vorbeck auf einer ganzen Seite lobt.
Revolution und Konterrevolution nicht nur in der neuesten Geschichtswissenschaft, sondern auch in den Medien? Stehen wir vor einer Konterrevolution ohne Revolution? Auch diese Frage versucht der Referent zu beantworten.

Von Klaus Gietinger sind folgende Bücher zum Thema erschienen:

Blaue Jungs mit roten Fahnen – Die Volksmarinedivision 1918/19, Unrast-Verlag, Münster 2019
Eine Leiche im Landwehrkanal – die Ermordung Rosa Luxemburgs, Edition Nautilus, Hamburg 2018
November 1918 − Der verpasste Frühling des 20. Jahrhunderts, Edition Nautilus, Hamburg 2018
Karl Marx, die Liebe und das Kapital, Roman, Westend Verlag, Frankfurt 2018
Hitler vor Gericht – Der Prozess nach dem Putsch, München 2009
Der Konterrevolutionär. Waldemar Pabst – eine deutsche Karriere, Edition Nautilus, Hamburg 2009

Der Referent Klaus Gietinger ist Autor, Regisseur und Sozialwissenschaftler, mehrere Kinofilme, zahlreiche TV-Movies, Serien und 7 Tatorte (Buch und Regie), diverse internationale Preise. Nominiert für den Grimmepreis 2018 für den Dokumentarfilm „Wie starb Benno Ohnesorg – Der 2. Juni 1967“. Zahlreiche Sachbücher und zwei Romane. Mehr Infos: www.gietinger.de

Der Eintritt ist frei.

 

Carolina Balderrama: „Ni una menos!“

Einblick in die feministische Bewegung in Lateinamerika

Freitag, 07. Juni 2019 / 19.00 Uhr
Kino 8 1/2 / Nauwieserstr. 19 / Saarbrücken

Im Juni 2015 gründete sich Ni Una Menos als Antwort auf die brutalen Feminizide und sexualisierte Gewalt in Argentinien. Mehrmals im Jahr mobilisiert sie zu Demonstrationen mit mehreren Hunderttausenden Teilnehmer_innen, macht basisdemokratische Politik in öffentlichen Versammlungen, setzt feministische Themen mit Erfolg auf die politische Tagesordnung und ist dabei, eine verloren geglaubte Kampagne für Abtreibung in ein Gesetz und ein Recht zu verwandeln. Im Oktober 2016 griffen argentinische Frauen zum ersten Mal zum Streik als Form des politischen Protests, im März 2017 und 2018 waren sie maßgeblich an der Organisation der internationalen Frauenstreiks beteiligt. Mittlerweile ist die feministische Bewegung Argentiniens nicht nur zur stärksten oppositionellen Kraft im Land gegen die neoliberale Regierung geworden, auch die gesellschaftlichen Verhältnisse verändern sich. Die argentinische Journalistin und Aktivistin spricht über ihre Erfahrungen in der Ni Una Menos-Bewegung, die kulturellen und ökonomischen Dimensionen feministischer Kämpfe (in Argentinien) und deren Entwicklung und Zukunft.

Spanisch mit deutscher Übersetzung.

Der Eintritt ist frei.
Eine Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Saar und ConnAct Saar, mit Unterstützung von den Falken.