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Lesung – Zsuzsa Bánk „Schlafen werden wir später“ – Aus der Reihe „Böll & Hofstätter“

Montag, 19. März 2018

20:00 Uhr

 

Filmhaus Saarbrücken

Mainzerstraße 8

66111 Saarbrücken

Eintritt 7 EUR (ermäßigt 5 EUR) –

Kartenreservierung Tel. 0681 / 95 80 54 64 oder ludwig-hoefstaetter@t-online.de

»Was fan­gen wir noch an mit die­sem Leben, jetzt, nach­dem wir die halbe Stre­cke schon gegan­gen sind?«

Die Schriftstellerin Márta lebt mit Mann und drei Kindern in einer deutschen Großstadt. Obwohl sie ihre Kinder über alles liebt, kämpft sie jeden Tag darum, in ihrem Leben nicht unterzugehen und ihre Arbeit gegen die Zumutungen des Alltags zu verteidigen. Ihre Freundin Johanna hingegen, mit der sie seit früher Kindheit eine innige Freundschaft verbindet, ist Lehrerin im Schwarzwald und kinderlos. Statt mit ihrer Doktorarbeit weiterzukommen, kämpft sie mit den Gespenstern ihrer Vergangenheit: mit dem Mann, der sie verlassen hat, mit einer schweren Krankheit, die sie gerade überwunden hat, mit ihrem Vater, der so jung gestorben ist.

Beide Frauen wissen, dass sie noch mehr wollen. Aber was machen sie jetzt mit diesem Leben, dessen Weg sie zur Hälfte schon gegangen sind? Und was macht das Leben mit ihnen?

Zsuzsa Bánk, geboren 1965, arbeitete als Buchhändlerin und studierte anschließend in Mainz und Washington Publizistik, Politikwissenschaft und Literatur. Heute lebt sie als Autorin mit ihrem Mann und zwei Kindern in Frankfurt am Main. Für ihren ersten Roman »Der Schwimmer« wurde sie mit dem aspekte-Literaturpreis, dem Deutschen Bücherpreis, dem Jürgen-Ponto-Preis, dem Mara-Cassens-Preis sowie dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet. Für die Erzählung »Unter Hunden« aus ihrem Erzählungsband »Heißester Sommer« erhielt sie den Bettina-von-Arnim-Preis. Zuletzt erschienen ihre Romane »Die hellen Tage« und »Schlafen werden wir später«.

 

Literaturpreise

Open Mike-Preis 2000
Jürgen-Ponto-Preis 2002
aspekte-Literaturpreis 2002
Deutscher Bücherpreis 2003
Mara Cassens Preis 2003
Bettina-von-Arnim-Preis 2003
Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert Bosch Stiftung 2004

 

Mehr Infos

http://www.zsuzsabank.de

Auftakt – 4. Free-Jazz-Festival Saarbrücken

Celebrating the 50th birthday of „Machine Gun“

Mittwoch, 21. März 2018

20:00 Uhr

Politische Akademie der Stiftung Demokratie Saarland
Europaallee 18
66113 Saarbrücken

– Eintritt: 5 Euro –

In Kooperation mit der Stiftung Demokratie Saarland.

 

Vortrag mit Hörbeispielen: „Freiheit und Disziplin. Überlegungen zum Free Jazz als einer höheren Form der Komposition“

Referent: Felix Klopotek

Ausgehend von historischen Größen wie John Coltrane, Ornette Coleman, Albert Ayler und Cecil Taylor hat sich die Improvisierte Musik bis in unsere Tage nicht nur weiterentwickelt, sondern auch neue Ausdrucksformen gefunden. Freie Improvisation ist längst nicht mehr nur ein Phänomen des Jazz, sondern ein weitverzweigtes Ausdrucksmittel musikalischer – und damit zum Teil auch politischer – Emanzipation.
Felix Klopotek, Kenner der Szene, betrachtet die Geschichte des Free Jazz und seiner Ableger nicht aus einer Perspektive des Vergangenen, sondern aus der Gegenwart heraus. Hier wird nicht nostalgisch Jazzvergangenheit glorifiziert, sondern Improvisation als Teil einer sozialen Praxis betrachtet.

„Tanz der Komödianten“: Eine analoge audio-visuelle Komposition

Inhaltlich beschrieben wird diese Performance durch den Text „Der Mensch, der Komödiant der Welt“ von Friedrich Nietzsche, der titelgebend für die Komposition ist (aus: „Menschliches, Allzumenschliches“, Leipzig 1886). Die Aufführenden sind die speziell für diesen Abend zusammengestellte Spielraumworkshopband unter der Leitung von Christof Thewes im musikalischen Bereich. Zudem wird der Wuppertaler Maler Jorgo Schäfer die Musik mit seiner Kunst visualisieren.

Spielraumworkshopband, Leitung & Komposition: Christof Thewes

featuring Christof Thewes (Posaune)
Claudia Hahn (Flöte)
Julien Blondel (Cello)
Johannes Schmitz (Gitarre)
Daniel Schmitz (Trompete)
Daniel Prätzlich (Schlagzeug)

Analog-Visualisierung

Jorgo Schäfer

Mehr Infos hier

Felix Klopotek

lebt und arbeitet in Köln. Hat über zehn Jahre als Musikverleger und Konzertveranstalter in den Bereichen Free Jazz, Neue Musik und Elektronik gearbeitet und verfolgt als Buchautor und Musikjournalist die Entwicklungen in den Szenen der Improvisierten Musik bis heute.

Christof Thewes

ist seit Jahren als Leiter und Komponist unzähliger eigener Ensembles, die vom Solo bis zur Big Band reichen, und als Sideman so bekannter Gruppen wie dem Globe Unity Orchester und der Uli Gumpert Workshop Band musikalisch aktiv. In mehr als 30 Jahren hat er mit vielen namhaften und legendären Jazzern wie Alex Schlippenbach, Evan Parker, Rudi Mahall, Albert Mangelsdorff, Gerd Dudek, Paul Lovens u.v.a. konzertiert. Dabei konnte er einen unverwechselbaren Sound entwickeln.

Jorgo Schäfer

ist Maler und Cartoonist. Und: er liebt Jazz, vor allem die freie, offene Form. Über Jahrzehnte hinweg fand eine Annäherung an diese Musik statt, wurde initiiert und intensiviert durch die Freundschaft zum 2002 verstorbenen Wuppertaler Free-Jazz-Bassisten und Mitbegründer des „vision festivals“ Peter Kowald. Diese Verbundenheit mit dem Jazz führte Jorgo Schäfer zu einem ganz eigenen künstlerischen Ausdruck. Er skizziert, zeichnet und malt, während die Musiker auf der Bühne spielen und improvisieren. „Hören und Sehen sind im sinnlichen Wechselspiel, Aufnehmen und Ausagieren fallen ineins, Musik und Malerei laufen parallel. Parallelen treffen sich im Unendlichen: Hör-Bilder entstehen“, so Dr. Hermann Ühlein.

Lesung – Marion Poschmann „Kieferninseln“ – Aus der Reihe „Böll & Hofstätter“

Donnerstag, 24. Mai 2018

20:00 Uhr

 

Filmhaus Saarbrücken

Mainzerstraße 8

66111 Saarbrücken

– Eintritt 7 EUR (ermäßigt 5 EUR) –

Kartenreservierung Tel. 0681 / 95 80 54 64 oder ludwig-hoefstaetter@t-online.de

»Salzpflaume. Thunfisch. Irgendein goldener Pilz. Rindfleisch. Spinat. Hatte Yosa nicht begriffen, daß sie sich auf eine Fahrt voller Mühsal und Einschränkungen begaben?«

Gilbert Silvester, Privatdozent und Bartforscher im Rahmen eines universitären Drittmittelprojekts, steht unter Schock. Letzte Nacht hat er geträumt, dass seine Frau ihn betrügt. In einer absurden Kurzschlusshandlung verlässt er sie, steigt ins erstbeste Flugzeug und reist nach Japan, um Abstand zu gewinnen. Dort fallen ihm die Reisebeschreibungen des klassischen Dichters Bashō in die Hände, und plötzlich hat er ein Ziel: Wie die alten Wandermönche möchte auch er den Mond über den Kieferninseln sehen. Auf der traditionsreichen Pilgerroute könnte er sich in der Betrachtung der Natur verlieren und seinen inneren Aufruhr hinter sich lassen. Aber noch vor dem Start trifft er auf den Studenten Yosa, der mit einer ganz anderen Reiselektüre unterwegs ist, dem Complete Manual of Suicide.

Die Kieferninseln ist ein Roman von meisterhafter Leichtigkeit: tiefgründig, humorvoll, spannend, zu Herzen gehend. Im Teeland Japan mischen sich Licht und Schatten, das Freudianische Über-Ich und die dunklen Götter des Shintōismus. Und die alte Frage wird neu gestellt: Ist das Leben am Ende ein Traum?

Marion Poschmann, 1969 in Essen geboren, studierte Germanistik und Slawistik und lebt heute in Berlin. Für ihre Prosa und Lyrik wurde sie vielfach ausgezeichnet. Zuletzt erhielt sie den Peter-Huchel- Preis und den Ernst-Meister-Preis für Lyrik; ihr Roman Die Sonnenposition stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und gewann den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis 2013.