Stadtrundgänge in Saarbrücken mit Marcel Wainstock

„Saarbrücken schwul-lesbisch 1960 – 2021“

Samstag, den 9.10.2021 / 14:00 Uhr
Samstag, den 23.10.2021 / 14:00 Uhr

„Juden in Saarbrücken bis 1940“

Sonntag, den 17.10.2021 / 14:00 Uhr
Sonntag, den 31.10.2021 / 14:00 Uhr

Die Treffpunkte werden nach Anmeldung bekannt gegeben, eine Anmeldung ist erforderlich unter:
boell.stiftung@t-online.de
Tel.: 0681 / 58 35 60


Saarbrücken schwul-lesbisch 1960 – 2021

Ein Stadtrundgang auf den Spuren der gleichgeschlechtlichen Subkulturen in der Saarbrücker City

Nachdem der § 175 des Strafgesetzbuches, der zuvor sexuelle Handlungen zwischen zwei Personen männlichen Geschlechts kriminalisierte, mit Wirkung zum 1. September 1969 teilweise reformiert worden war, bildete sich ab 1970 Deutschlandweit – auch im Saarland – eine sozial und politisch motivierte Schwulenbewegung, der sich zeitweise auch emanzipatorisch engagierte Lesben anschlossen.

Die ersatzlose Aufhebung des Paragrafen, die dann (erst!) 1994 erfolgte und zahlreiche weitere seitdem errungene Entwicklungen in Richtung einer Verbesserung der rechtlichen und gesellschaftlichen Situation gleichgeschlechtlich liebender Menschen wie z.B. die „Ehe für Alle“ sind letztlich ein Ergebnis des langjährigen beharrlichen Engagements dieser Aktionsgruppen und ihrer Initiativen. Was selbst vielen Lesben und Schwulen heute als selbstverständlich erscheinen mag, hat in Wirklichkeit eine lange und mühsame Vorgeschichte.

Während unseres Rundgangs zu aktuellen Standorten und ehemaligen Treffpunkten der lesbischen und der homosexuellen Szene in Saarbrücken erhalten Sie einen Überblick über die vielfältigen Themen und unterschiedlichen Ereignisse, die die hiesige LSBTIQ+ Community in den letzten Jahrzehnten beschäftigt, beeinflusst und geprägt haben.

Außer einigen einschlägigen ehemaligen Kneipen, Bars und Diskotheken sowie heutigen Lokalen werden unter anderem der LSVD-Checkpoint, die Frauen-Gender-Bibliothek, sowie die Aidshilfe Saar vorgestellt.

Spezifische Themen und Begriffe wie z. B. „Subkultur“, „CSD“ oder „Transgender“ und viele weitere werden im Verlauf des Spaziergangs angesprochen und erklärt.

Juden in Saarbrücken bis 1940

Ein Stadtrundgang zu Orten ihres Wirkens

Mit der allgemeinen demografischen und wirtschaftlichen Expansion Saarbrückens am Ende des 19. Jahrhunderts und bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts wuchs auch die hiesige jüdische Gemeinde, deren Mitglieder einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung und dem Wohlergehen der Stadt hatten.

Abgesehen davon, dass es in dieser Zeit ein blühendes jüdisches Gemeindeleben gab, haben viele erfolgreiche jüdische Kaufmannsfamilien wie z.B. die Inhaber des 1865 gegründeten Kaufhauses E. Weil Söhne, zum Glanz der neu entstandenen Bahnhofstraße beigetragen.

Zahlreiche Juden waren als renommierte Ärzte und Ärztinnen sowie als Rechtsanwälte in unserer Stadt tätig. Auch das damalige Stadttheater zählte einige jüdische Mitarbeiter als leitende Angestellte, Musiker oder Schauspieler. Und nicht zuletzt führte der unermüdliche Einsatz von Rabbiner Dr. Rülf und seinen Mitstreitern zum „Römischen Abkommen“, das es nach der Angliederung des Saargebiets an das nationalsozialistisch regierte Reich Juden und nichtjüdischen Regimegegnern ermöglichte, nach der Saarabstimmung ein Jahr lang das Land unter Mitnahme ihres Eigentums unbehelligt zu verlassen.

Während des Rundgangs lernen wir die Geschichte der Saarbrücker jüdischen Vorkriegsgemeinde und ihrer Synagoge in ihrer Blütezeit kennen, aber auch die Phasen ihres durch die NS-Verfolgungen bedingten Niedergangs bis zu ihrer Auflösung.