Sehr geehrte Frau Ministerin (Roman)
Ein radikal gegenwärtiger Roman über die abgründigen Beziehungen zwischen Söhnen und ihren Müttern. Mit einer Sprachkraft, die staunen lässt, erzählt Ursula Krechel von symbiotischer Mutterschaft, von existenziell gefährdeten Frauen und von politischer Gewalt. Dergestalt ist ein hoch politischer und stilistisch herausragender Roman und zugleich eine Kulturgeschichte aller Frauen entstanden, die von einer römischen Kaisermutter zu einer Studienrätin, von einer Verkäuferin in einem kleinen Kräuterimperium zu einer Ministerin reicht. Es ist die Geschichte ihres Widerstands gegen die Gewalt, die ihnen physisch und psychisch zugemutet wird. Für Denis Scheck ist der Roman „eines jener ganz seltenen Bücher, die, je länger man über sie nachdenkt, eigentlich immer besser werden.“ Zudem sei es „literarisch sehr, sehr beeindruckend.“ Der Roman bringe, laut Andreas Platthaus, „politisches Erzählen auf ein neues Niveau.“
Vom Herzasthma des Exils (Essay)
Flucht, Migration und Exil sind entscheidende Kennzeichen unserer atemlosen Gegenwart. Ursula Krechel begegnet ihr mit einer exemplarischen Kulturgeschichte, die unweigerlich die Widersprüche unserer Zeit aufzeigt. Die Emigrant:innen aus dem Deutschland des 19. Jahrhunderts, die Fluchtbewegungen und Vertreibungen während des NS-Regimes, die Flüchtlinge unserer Zeit: untersucht werden Etappen, Widersprüche und Konsequenzen der Migrationsgeschichte von der französischen Revolution bis ins 21. Jahrhundert. Mit Goethes Ausgewanderten, mit Friedrich Engels‘ „schlafloser Nacht des Exils“ und Thomas Manns „Herzasthma des Exils“ denkt sie dabei auch über unsere heutige Gesellschaft nach – eine Einwanderungsgesellschaft, die keine sein will. Und die sich der elementaren Einsicht verweigert, dass diejenigen, die sich auf den unberechenbaren Weg gemacht haben, den Respekt der Sesshaften verdienen, die den Preis vergessen wollen, den eine Gesellschaft zahlt, die nicht über ihre Zukunft nachdenkt.
„Ursula Krechel sammelt in ihrem dichten Essay eine überreiche Phänomenologie von Flucht und Exil seit der Französischen Revolution. […] Details, Anschaulichkeit sind Türöffner für Empathie, das ist Krechels Methode, die sich hier als Historikerin bewährt, die sie in ihren Romanen immer auch ist“, schreibt Gustav Seibt. Die Autorin setze, so begründet die Jury des Georg-Büchner-Preises ihre Vergabe 2025 an Ursula Krechel, „in ihren Gedichten, Theaterstücken, Hörspielen, Romanen und Essays den Verheerungen der deutschen Geschichte und Verhärtungen der Gegenwart die Kraft ihrer Literatur“ entgegen.
Die Eintrittskarten (8 Euro, erm. 5 Euro) erhalten Sie ausschließlich in der Buchhandlung St. Johann, Kronenstraße 6, 66111 Saarbrücken, Tel.: 0681-95805464 oder über: buchhandlung.st.johann@t-online.de
Ursula Krechel

schreibt Gedichte, erzählende Prosa, Romane, Essays, Theaterstücke und Hörspiele. Zudem wirkte sie als Theaterdramaturgin und lehrte an der Universität der Künste Berlin und der Washington University St. Louis. Sie ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt sowie der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz. 2025 wurde Ursula Krechel mit dem renommierten Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Die Autorin setze, so die Begründung der Jury, „in ihren Gedichten, Theaterstücken, Hörspielen, Romanen und Essays den Verheerungen der deutschen Geschichte und Verhärtungen der Gegenwart die Kraft ihrer Literatur“ entgegen. Bekannt wurden insbesondere ihre dokumentarischen Romane „Shanghai fern von wo“ (2008), „Landgericht“ (2012, ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis) und Geisterbahn (2018). Ihre jüngsten Publikationen: „Sehr geehrte Frau Ministerin“ (Roman, 2025) sowie „Vom Herzasthma des Exils“ (Essay, 2025).
Eine Veranstaltung in Kooperation mit Ludwig Hofstätter und der Stiftung Demokratie Saarland sowie SR2 Kulturradio im Rahmen der Lesereihe BÖLL & HOFSTÄTTER in der Stiftung Demokratie Saarland.

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