Arno Camenisch liest „Der Schatten über dem Dorf“

Dienstag, 9. November 2021 / 19.00 Uhr
Stiftung Demokratie Saarland / Europaallee 18 / 66113 Saarbrücken
Arno Camenisch, 1978 in Tavanasa im Kanton Graubünden geboren und aufgewachsen, studierte am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel, wo er heute auch lebt. «Die Welt stand still», so beginnt das neue Kapitel in Camenischs allmählich anwachsender Enzyklopädie des Verschwindens. Und gleich tappt man wie eine blinde Kuh in die Klischeefalle. Natürlich ist damit nicht die Welt der langsam sich entvölkernden Surselva gemeint, wo bekanntlich fast alles stillsteht (das kommt dann später im Buch schon auch noch). Vielmehr hat die Pandemie die Welt lahmgelegt. Und während also die Welt innehält, kehrt der Erzähler zurück in sein Dorf, für eine Stunde oder zwei. Es ist immer zum Heulen, wenn Dinge verschwinden, aber nicht, wenn Arno Camenisch darüber schreibt. „Seine Lesungen sind Kult“ sagt der Hessische Rundfunk. Lassen wir uns überraschen.

Arno Camenisch erzählt in seinem Roman von einem Dorf in Graubünden, das von einer Tragödie überschattet wird. Die Tragödie geschah eineinhalb Jahre, bevor der Erzähler auf die Welt kam. Davon handelt dieses Buch, es ist Arno Camenischs persönlichstes Buch, in einem berührenden Ton und mit grosser Klarheit erzählt der Autor vom Leben und vom Tod und von den Menschen, die von uns gingen und die wir weiter im Herzen tragen. Es ist ein Buch über den Umgang mit Verlust und das Vergehen der Zeit, und es ist ein Buch über die Zuversicht, dass mit dem Frühling die Sonne wieder ins Leben zurückkehrt. „Es ist das Buch, das ich seit zehn Jahren schreiben wollte. Diese schreckliche Tragödie ist etwas, das mich wahnsinng berührt“, so Camenisch.

„Wie grosse Literatur auf kleinstem Raum entsteht, wie man mit der Kunst der Form das eigentlich nicht Darstellbare doch zur Sprache bringt: Das zeigt Arno Camenisch mit seinem neuen Buch.“ (Tages-Anzeiger)

„Meisterhaft.“ (Welt am Sonntag)

Foto: Janosch Abel

„Beim Schreiben geht es nie um den Autor. Mich interessieren die Fragen, die das Leben stellt. Und es sind die Leserinnen und Leser, die mit ihrem Background das Buch vollenden. Ein Text ist im besten Fall wie die Fassade eines alten Gebäudes, an der das Licht jeden Tag ein bisschen anders bricht. Und wenn ich etwas lese, deute ich das auf eine bestimmte Art, und wenn ich den gleichen Text ein Jahr später lese, sehe ich vielleicht ganz andere Sachen.“


Eintritt:  8.-/5.- €
Die Eintrittskarten zur Veranstaltung erhalten sie ausschließlich über die Buchhandlung St. Johann, Kronenstr. 6, 66111 Saarbrücken, 0681-95805464, buechergaertner@t-online.de.
Eine Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Saar  im Rahmen der Lesereihe BÖLL & HOFSTÄTTER, in Zusammenarbeit mit Ludwig Hofstätter und der Stiftung Demokratie Saarland.