Jüdische Filmtage: EIN NASSER HUND

Samstag, 12. November 2022 / 19:00 Uhr
Kino 8 1/2, Nauwieserstr. 19 / Saarbrücken

D 2020, R: Damir Lukačevic, B: Damir Lukačevic, K: Sten Mende, M: Boris Bojadzhiev, Sch: Christoph Strothjohann, D: Doguhan Kabadayi, Mohammad Eliraqui, Derya Dilber, Omar Antabli, Kida Khodr Ramadan, Samy Abdel-Fattah, Emircan Yildirim, 103 Min, FSK: 12

Die Verfilmung des autobiografischen Romans von Arye Sharuz Shalicar erzählt die Geschichte des jüdischen Jungen Soheil, der, um einer muslimischen Gang angehören zu können, seine jüdischen Wurzeln verleugnet. Mit seinem Mut zur Ambivalenz und einer radikal ehrlichen Erzählweise ist EIN NASSER HUND authentisch und spannend zugleich. Der Film in der Regie von Damir Lukacevic erzählt seine Geschichte von Anfang an mit einem klaren Bekenntnis zu Authentizität und Radikalität. Der Umgang innerhalb der Gang und die Auseinandersetzung mit verfeindeten Gruppen lässt fast einen dokumentarischen Eindruck entstehen und die Geschehnisse sind so dicht erzählt, dass man der Story gefesselt folgt. Doch neben dem Einblick in ein Milieu erzählt EIN NASSER HUND auch die Geschichte eines jungen Menschen, der nicht nur auf der Suche nach einem Platz im Leben und der Gesellschaft ist, sondern auch nach seiner eigenen Identität. Die Zugehörigkeit zu einer Religion steht hierbei, so relevant sie auch ist, nur stellvertretend für etwas, was einen Menschen eben gesellschaftlich definiert – in den Augen anderer und für sich selbst. Die exzellenten Jungdarsteller*innen wirken überzeugend in ihren Rollen und können die Konflikte auch anhand eines schnörkellos erzählenden Drehbuchs vermitteln, unterstützt von einem Cast an erfahrenen Darstellern wie Kida Khodr Ramadan. Und auch filmisch kann EIN NASSER HUND in allen Belangen, ob Kamera, Montage, Musik oder die Auswahl des Settings, überzeugen. (fbw-filmbewertung.com).

Im Anschluss: Online-Filmgespräch mit dem Regisseur Damir Lukačevik.

Trailer zum Film:

Die „Jüdischen Filmtage 2022“ sind eine gemeinsame Kooperation von: Synagogengemeinde Saar, Heinrich Böll Stiftung Saar, Kino 8 1/2, Landeshaupstadt Saarbrücken, Ministerium für Bildung und Kultur Saarland, Landeszentrale für politische Bildung Saarland, Volkshochschule Regionalverband Saarbrücken, Villa Lessing, Union Stiftung, Saartoto, Sparkasse Finanzgruppe, Arbeit & Kultur Saarland GmbH, Jüdisches Filmfestival Berlin Brandenburg, 1 A Pflegedienst GmbH, unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister der LH Saarbrücken Uwe Conradt.

Der Flyer der Filmreihe zum Download

Das komplette Programm auf der Website des Kino 8 1/2