Filmreihe Rassismus: LES STATUES MEURENT AUSSI & UN-DOCUMENTED – UNLEARNING IMPERIAL PLUNDER

Montag, 14. Juni / 20.00 Uhr / Kino 8 1/2
Nauwieserstr. 19 / Saarbrücken

AUCH STATUEN STERBEN, F 1953, R: Alain Resnais, Chris Marker, Ghislain Cloquet, B: Chris Marker, K: Ghislain Cloquet, M: Guy Bernard, Sch: Alain Resnais, 30 Min, OmeU UN-DOCUMENTED USA 2019, D u B: Ariella Aïsha Azoulay, K: Bona Manga Bell, Voice and Music Composed and Performed by: Edoheart, Awori & Moor Mother, 30 Min, OmeU

LES STATUES MEURENT AUSSI
Wenn Menschen sterben, gehen sie in die Geschichte ein. Wenn Statuen sterben, werden sie Kunst. Diese Botanik des Todes nennen wir Kultur, erklärt der  Kommentar. Der Film thematisiert den Bedeutungsverlust, der entsteht, wenn afrikanische Skulpturen aus ihrem rituellen und kulturellen Kontext gelöst werden und in einer ethnographisch-musealen Ausstellungspraxis zu Artefakten werden. Im Gegenzug zeigt er die Folklorisierung der Stammeskultur durch den Tourismus. Ein wundervoll gefilmtes und mit großer Klarheit  vorgeführtes Beispiel für die Verwandlung einer Kultur in ihr eigenes Klischée. (FM, biograph.de)

UN-DOCUMENTED
Der Film zeigt den engen Zusammenhang auf, der zwischen der Raubkunst in den europäischen Museen und den Asylsuchenden besteht, die versuchen, in den Staaten ihrer früheren Kolonialherren eine neue Heimat zu finden. Die Migrationen sind miteinander verwandt. Erstere ist die der Kunst-Objekte, die in Museen und Archiven auf fachmännische Pflege,  Aufbewahrung, gewissenhafte Dokumentation und großzügig erteilte Gastfreundschaft stoßen durfte. Die zweite Migration ist die jener Menschen, deren Dokumentenlosigkeit den Zugriff auf  Zuwendung und Gastfreundschaft ebenso verhindert, wie den Wiederaufbau ihrer Heimat und die Rückkehr in gewohnte Lebensumstände.

Einführung und Diskussion: Mario Laarmann und Dr. Jonas Tinius, Romanische Kulturwissenschaften und interkulturelle Kommunikation, Universität des Saarlandes

Infos zu den aktuellen Corona-Schutzmassnahmen im Kino finden Sie hier: https://www.kinoachteinhalb.de/aktuelles/2021-05-31/informationen-zum-aktuellen-kinobesuch


Die Filmreihe zum Thema Rassismus beschäftigt sich mit alltäglichen Manifestationen des Rassismus in der modernen westlichen demokratischen Gesellschaft. Sie behandelt dabei Probleme des Alltagsrassismus, institutionellen Rassismus und den (Post)Kolonialismus und dessen Bezug auf das kulturelle Erbe der ehemals kolonisierten Völker. Weitere Themen sind der Lebensalltag, die Selbstwahrnehmung, die Bildung der eigenen Identität und die geistige Gesundheit der diskriminierten Menschen sowie die fehlende Chancengleichheit in der Gesellschaft. Außerdem behandelt die Reihe die Grenzlinien zwischen dem Recht auf Meinungs- und Redefreiheit und offener Fremdenfeindlichkeit in einer Gesellschaft, die Wert auf Toleranz legt. Die Reihe besteht aus jeweils drei Dokumentar- und Spielfilmvorstellungen, mit Filmen, die größtenteils in den letzten Jahren entstanden sind. Ausnahmen bilden zwei Dokumentarfilmprogramme, die neue und historische Mittellangfilme nebeneinanderstellen und die Korrelation zwischen den Zuständen in der (post)kolonialen Gesellschaft der letzten 70 Jahre schildern. Bei der Filmauswahl handelt es sich um eine Reihe an Produktionen unterschiedlicher Art, von akademischen Essayfilmen und Fernsehproduktionen bis zu einem Oscar-Gewinner. Jede Filmvorstellung der Reihe wird von einer thematisch relevanten Einführung begleitet, bei einigen wird es Möglichkeit zur Diskussion, u.a. mit einem der Filmemachenden, geben.

Die Reihe findet in Zusammenarbeit mit dem Kino Achteinhalb statt, der Fakultät für Sozialwissenschaften der HTW Saar, dem Antidiskriminierungsforum Saar, dem Lehrstuhl für Romanische Kulturwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation, dem Lehrstuhl für Nordamerikanische Literatur- und Kulturwissenschaften der Universität des Saarlandes, dem VHS Regionalverband Saarbrücken, dem Haus Afrika e. V., und der Partnerschaft für Demokratie der Landeshauptstadt Saarbrücken gefördert durch das Bundesprogramm »Demokratie leben!« des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend statt.