Hans Kirsch: Polizei im Zweiten Weltkrieg

Die Massenerschießungen im Osten waren der Auftakt zum Holocaust

Oktober 1942, Misotsch/Westukraine, 700 Opfer, Sicherheitspolizei Rowno

Donnerstag, 17. Oktober 2019 / 19 Uhr
Buchhandlung St. Johann, Kronenstr. 6, 66111 Saarbrücken

Der Versuch der Nationalsozialisten, die Juden in Europa auszulöschen, kostete mehr als sechs Millionen Menschen das Leben. Die meisten von ihnen wurden in Konzentrations- und Vernichtungslagern umgebracht. Weniger bekannt ist, dass an dem Völkermord auch eine andere staatliche Institution mitgewirkt hat: die Polizei des Dritten Reiches. Sie tötete während des Krieges im Osten durch Massenerschießungen mehr als eine Million Juden, sowjetische Kommissare, Sinti und Roma und andere angebliche „Reichsfeinde“. Nach dem Krieg wurde dieses dunkle Kapitel lange verschwiegen, es hieß, die Polizei sei auch im Krieg „sauber geblieben“.

Dass dies nicht so war, darüber spricht am 17. Oktober 2019, 19 Uhr, in Saarbrücken Hans Kirsch aus Selchenbach, Kreis Kusel, der von 1965 bis 2004 selbst Polizeibeamter in Rheinland-Pfalz war. Das Thema des Vortrags lautet: „Polizei im Zweiten Weltkrieg: Die Massenerschießungen im Osten waren der Auftakt zum Holocaust“. Speziell wird der Referent in dem Vortrag auf eines der größten Massaker des Krieges eingehen, auf die „Räumung“ der Gettos von Pinsk und Umgebung, bei der mehr als 32.000 Juden ermordet wurden. Eine der beteiligten Polizeieinheiten, das so genannte „Ernteschutzkommando Metz“, fuhr im August 1942 vom Saarbrücker Schloss aus in den Einsatz.

Eintritt frei.

Zum Veranstaltungsflyer und Plakat

 

Der Referent hat 2007 ein Buch über die Geschichte der Polizei in Kaiserslautern und in der Pfalz veröffentlicht mit dem Titel „Sicherheit und Ordnung betreffend“. Darin schildert er auch den Einsatz von Polizeieinheiten aus dem „Gau Westmark“ während des Zweiten Weltkriegs in der Sowjetunion.

Hans Kirsch: Sicherheit und Ordnung betreffend
Kaiserslautern 2007
819 Seiten
ISBN 978-3-9810838-3-5

 

Hans Kirsch ist auch Mitautor der mittlerweile vierbändigen „Chronik des mittleren Ostertals“. In Band 4, der 2017 erschien, wird die Zeit der Weimarer Republik und des Dritten Reiches eingehend behandelt. Vom Bezirksverband Pfalz wurde der Band für den „Pfalzpreis für Geschichte und Volkskunde“ nominiert.