Klaus Gietinger Retrospektive: Land der Räuber und Gendarmen

Die im März wegen des Corona-Virus abgesagte Retrospektive mit Klaus Gietinger wird jetzt nachgeholt:

Mittwoch, 9. September 2020 / 20 Uhr
Kino achteinhalb / Nauwieserstr. 19 / 66111 Saarbrücken

Die UdSSR verkauft die DDR an die BRD (Vision des Films von 1982)

Kleines Fernsehspiel über den langen Arm des Faschismus, BRD 1982, 92 Minuten

Experimenteller Spielfilm, der munter Spiel, Doku- und Trickfilmszenen durcheinander wirbelt (Schwabenspiegel 1982).
Eine Allgäuer Familie 1980. HELMUT, der Sohn will den Kriegsdienst verweigern, seine erste Liebe, CHRISTA wird schwanger. Sein ONKEL kehrte traumatisiert aus dem Krieg zurück und
sitzt in der Klapse. Die OMA hält den ganzen Laden zusammen und liest Alexander Kluge. Dem Moderator ALEXANDER DUMMELE gelingt es allerdings nicht den Film zusammenzuhalten,
deswegen übernimmt die OMA, nachdem sie gestorben ist die Oberleitung und fliegt über das Modell Deutschland, während Willy Birgel für letzteres reitet. Stukas stürzen ab, die DDR wird verkauft und Alexander Newski lässt die deutschen Ordensritter im Eis versinken. CHRISTA haut ab. Der ONKEL hat es vor.

Mit: Walter Nuber, Anna Starke, Anke Günzel, Peter Krammer, und als Gast Willy Birgel.
Buch: Klaus Gietinger, Regie: Klaus Gietinger, Leo Hiemer.
Kamera: Marian Czura. Ton: Kurt Eggmann.
Produktionsleitung: Georg Siemoneit, Georg Veit. Produktion: Westallgäuer Filmproduktion (WAF, Klaus Gietinger, Leo Hiemer, Georg Veit, Fritz Günthner) / ZDF.

„Regierung in Sorge um Ansehen der Hauptschule” Begründung des Drehverbots in der Schule des Autors durch die Regierung von Schwaben, Der Westallgäuer vom 22.7.1981.
„Erstaunlich souverän, wie die jungen Filmemacher mit dem Medium umgehen.” Augsburger Allgemeine vom 9.4.1982.
„Ein filmischer Spaß mit aberwitziger Konfrontation von Heimatbildern und Faschismus” Frankfurter Rundschau 9.4.1982.
„An diesem Film war nichts, aber auch gar nichts, was die Bezeichnung ‚Qualität´ verdient hätte” Allgemeine Deutsche Sonntagszeitung 11.4.1982.
„Politporno” Medienbeobachter der CSU, Mai/1982.
Abgelehnt beim Ophüls-Preis. Begründung des Leiters Albrecht Stubbi (1982): „Zu alt!“.

Die Veranstaltung wird unter Berücksichtigung der aktuellen Schutzmaßnahmen gegen das Corona-Virus durchgeführt.
Eintritt: 5 Euro