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Lesung mit Uwe Wittstock: Karl Marx in Algier – Leben und letzte Reise eines Revolutionärs

15 Januar/19:00 - 21:00
€8

Karl Marx in Algier – Leben und letzte Reise eines Revolutionärs

+++ Die Veranstaltung ist ausverkauft! +++

Am 18. Februar 1882 besteigt Karl Marx in Marseille den Dampfer «Said» und verlässt zum ersten Mal Europa. Den Tod seiner Frau Jenny drei Monate zuvor hat er nicht verwunden. Er ist krank und hofft auf Genesung in Algier. Während er dort die Eindrücke der neuen Kultur auf sich wirken lässt, zieht er unsentimental eine Art Resümee seines Daseins und Wirkens. Uwe Wittstock erzählt lebendig und fesselnd von der letzten großen Reise des großen Denkers und blickt mit ihm zurück auf sein außergewöhnliches Leben.

Als Karl Marx 1882 im Hafen von Algier an Land geht, wird er von einem einstigen sozialistischen Untergrundkämpfer empfangen. Doch von politischem Kampf kann für Marx keine Rede mehr sein. Mit Europa hat er die ideologischen Schlachtfelder hinter sich gelassen, der Arzt hat ihm alle geistigen Anstrengungen verboten. Was bleibt ihm übrig, als sich Erinnerungen hinzugeben? Anhand von teils unpublizierten Quellen schildert Uwe Wittstock die Monate in Algier und beleuchtet zugleich das Leben dieses ebenso oft überhöhten wie vorschnell verdammten Denkers: die wilden Studienjahre in Bonn und Berlin, Marx’ frühe poetische Ambitionen, seine seltsam bremsende Rolle im Revolutionsjahr 1848, dann das ewige Exil, die Zumutungen der Armut. Warum blieb Marx fast lebenslang politisch isoliert, und wieso ließ er sein Hauptwerk, das Kapital, unvollendet liegen? Am Schluss seiner Zeit in Algier geht Marx zum Barbier und lässt sich seinen Revolutionärsbart abnehmen: Ein später Widerruf?

Die Eintrittskarten (8 Euro, erm. 5 Euro) erhalten Sie ausschließlich in der Buchhandlung St. Johann, Kronenstraße 6, 66111 Saarbrücken, Tel.: 0681-95805464 oder über: buchhandlung.st.johann@t-online.de

Uwe Wittstock

Portrait des Autors Uwe Wittstock. Nach seinem Studium in Köln und ersten Literaturkritiken für verschiedene Zeitschriften wurde er 1980 Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in der Literaturredaktion von Marcel Reich-Ranicki. Später war er als verantwortlicher Lektor für deutschsprachige Literatur im S. Fischer Verlag tätig und parallel dazu Mitherausgeber der Literaturzeitschrift Neue Rundschau. 1992 nahm er eine Gastprofessur als „Critic in Residence“ an der Washington University in St. Louis (Missouri) wahr. Uwe Wittstock war zudem Redakteur der Welt, zunächst als stellvertretende Leiter des Feuilletons, danach als Kulturkorrespondent erst in Paris und später in Frankfurt am Main. Später war er Literaturredakteur des Nachrichtenmagazins Focus. Seit 2018 ist Uwe Wittstock freier Schriftsteller und Journalist und schreibt für Focus die Kolumne „Buch & Welt“. Sein journalistisches Wirken wurde 1989 mit dem Theodor-Wolff-Preis für Journalismus gewürdigt. 2023 wurde sein Buch „Februar 33. Der Winter der Literatur“ für den Prix du livre européen nominiert, „Marseille 1940. Die große Flucht der Literatur“ fand in der Presse großes Lob.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit Ludwig Hofstätter, Stiftung Demokratie Saarland sowie SR Kultur im Rahmen der Lesereihe BÖLL & HOFSTÄTTER in der Stiftung Demokratie Saarland.

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