Die kleineren Saarparteien – Polittalk Live und Online

Montag, 21. März 2022 / 18:00 Uhr
Großer Saal der Arbeitskammer / Fritz-Dobisch-Straße 6-8 / 66111 Saarbrücken

Polittalk im Vorfeld der Wahlen zum Saarländischen Landtag am 27. März 2022 mit den Spitzenkandidat*innen der kleineren Parteien.

– LISA BECKER, Die Grünen Saar
– ANGELIKA HIEßERICH-PETER, FDP Saar
– WERNER RIED, bunt.saar
– BARBARA SPANIOL, Die Linke-Saar

Moderator*innen
– TONI KOCH, Ex-Deutschlandradio
– CHRISTOPH SCHMIDT-LUNAU, TAZ
Einführende Worte
MICHAEL QUETTING, Vors. Peter Imandt Geselschaft/Rosa Luxemburg Stiftung-Saar
Großer Saal der Arbeitskammer
Fritz-Dobisch-Straße 6-8
66111 Saarbrücken
Da Plätze begrenzt (3G-Regel), bitten wir um Anmeldung per Email: Imandt@web.de
Veranstaltung in Kooperation mit der Peter Imandt Gesellschaft / Rosa Luxemburg Stiftung Saarland

Lesung mit Helga Schubert: Vom Aufstehen. Ein Leben in Geschichten

Donnerstag, 9. Juni 2022 / 19:00 Uhr
Politische Akademie der SDS / Europaallee 18 / 66113 Saarbrücken

Drei Heldentaten habe sie in ihrem Leben vollbracht, erklärt Helga Schuberts Mutter ihrer Tochter: Sie habe sie nicht abgetrieben, sie im Zweiten Weltkrieg auf die Flucht mitgenommen und sie vor dem Einmarsch der Russen nicht erschossen. In kurzen Episoden erzählt Helga Schubert ein deutsches Jahrhundertleben – ihre Geschichte, sie ist Fiktion und Wahrheit zugleich. Als Kind lebt sie zwischen Heimaten, steht als Erwachsene mehr als zehn Jahre unter Beobachtung der Stasi und ist bei ihrer ersten freien Wahl fast fünfzig Jahre alt. Doch vor allem ist es die Geschichte einer Versöhnung: mit der Mutter, einem Leben voller Widerstände und sich selbst.

Helga Schubert, geb. 1940 in Berlin, studierte an der Humboldt-Universität Psychologie. Sie arbeitete als Psychotherapeutin und freie Schriftstellerin in der DDR und bereitete als Pressesprecherin des Zentralen Runden Tisches die ersten freien Wahlen mit vor. Nach zahlreichen Buchveröffentlichungen zog sie sich aus der literarischen Öffentlichkeit zurück, bis sie 2020 mit der Geschichte „Vom Aufstehen“ den Ingeborg-Bachmann-Preis gewann.

Pressestimmen:
„Es sind wunderbare, funkelnde, makellose Texte, ganz unprätentiös geschrieben. Und ich gehe so weit zu sagen: Es sollte Schullektüre werden! Helga Schubert spiegelt das Kleine im Großen, die Sätze sind von einer solchen glasklaren Literarizität, das macht dieses Buch so groß.“ Eva Menasse, ZDF Das Literarische Quartett
„So flirrt ein halbes Jahrhundert deutscher Historie an uns vorüber – verdichtet zu einer ganz persönlichen Chronik des Hinfallens und wieder Aufstehens.“ Peter Henning, Deutschlandfunk, Büchermarkt
„Helga Schuberts Buch ›Vom Aufstehen‹ ist ein Ereignis über die Literatur hinaus.“ Stephan Wackwitz, taz
„Helga Schubert erzählt von Verletzungen und von Schutzlosigkeit. Und doch besticht ihr berührendes Buch immer wieder durch große Wärme und Empathie.“ Holger Heimann, WDR 5, Bücher
„Helga Schubert erzählt davon, wie man Frieden machen kann mit diesem Leben. Sie zeigt, wie man Lebensgeschichte in Literatur verwandeln kann.“ Insa Wilke, Jury Ingeborg-Bachmann-Preis

Eintritt: 8,- Euro, ermässigt 5,- Euro
Die Eintrittskarten erhalten Sie in der Buchhandlung St. Johann, Kronenstraße 6, 66111 Saarbrücken, Tel.: 0681-95805464 oder über: buchhandlung.st.johann@t-online.de

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Stiftung Demokratie und Ludwig Hofstätter im Rahmen der Lesereihe BÖLL & HOFSTÄTTER

Lesung mit Leta Semadeni: Amur, großer Fluß

Donnerstag, 12. Mai 2022 / 19:00 Uhr
Politische Akademie der SDS / Europaallee 18 / 66113 Saarbrücken

Radu, heißt er, der Mann im Bus, der alle anderen Köpfe überragt; wenn Olga in Ecuador jeden Morgen in die Stadt fährt, treffen sich ihre Augen. Später weiß sie, dass sie Radu schon als Mädchen im Engadiner Internat begegnet ist: Bei seinem Vortrag über den Amur-Tiger saß sie in der ersten Reihe. Heute ist Olga unten am tosenden Fluss kurz in Versuchung geraten, sein Gesicht aus der Erinnerung herbeizulocken. Radu, der große Abwesende, der immer wieder Koffer packte, um den nächsten Film zu drehen. Das Schlagen der Tür zerriss ihr das Herz. Zusammen reisten sie, am liebsten an entlegene Orte. Oder er machte Station bei ihr im Dorf, und für kurze Zeit schien so etwas wie ein gemeinsames Leben auf: Da saßen sie im Gras, blickten auf die zackigen Berge, luden Elsa zum Essen ein, und der Tequilamoon vermochte sie ganz und gar aus der Fassung bringen.

Leta Semadenis neuer Roman führt an die Ufer des Amur und wieder zurück in das Bergdorf von Tamangur. Aus poetischen Miniaturen setzt sich die Geschichte einer Liebe zusammen, wie es sie nur einmal im Leben gibt, wuchtig, schmerzlich, glücklich, eine Liebe, die festzuhalten es nicht gelang und Olga – wie wohl auch die Autorin selber – das ganze Leben nicht mehr loslässt.

Das Buch erscheint am 22. Februar 2022.

Leta Semadeni, geb 1944 in Scuol, Engadin. Sie studierte Sprachen an der Universität Zürich und lehrte an verschiedenen Schulen in Zürich und im Engadin. Arbeitsaufenthalte in Lateinamerika, in Paris, Berlin und New York. Seit 2005 lebt und arbeitet sie freischaffend in Lavin. Leta Semadeni schrieb zunächst vorwiegend Lyrik, auf Romanisch und Deutsch, die sie selbst in die jeweils andere Sprache überträgt. Nach dem großen Publikumserfolg „Tamangur“ legt sie nun ihren zweiten Roman vor. Leta Semadeni wurde vielfach ausgezeichnet: 2016 mit dem Schweizer Literaturpreis, 2017 folgte der Bündner Kulturpreis, 2020 der Josef Guggenmos-Preis.

Eintritt: 8,- Euro, ermässigt 5,- Euro
Die Eintrittskarten erhalten Sie in der Buchhandlung St. Johann, Kronenstraße 6, 66111 Saarbrücken, Tel.: 0681-95805464 oder über: buchhandlung.st.johann@t-online.de

Es wird eine Liveschalte geben.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Stiftung Demokratie und Ludwig Hofstätter im Rahmen der Lesereihe BÖLL & HOFSTÄTTER

Lesung mit Uwe Wittstock: Februar 33. Der Winter der Literatur

Dienstag, 8. März 2022 / 19:00 Uhr
Politische Akademie der SDS / Europaallee 18 / 66113 Saarbrücken

Es ging rasend schnell. Der Februar 1933 war der Monat, in dem sich auch für die Schriftsteller in Deutschland alles entschied. Uwe Wittstock erzählt die Chronik eines angekündigten und doch nicht für möglich gehaltenen Todes. Von Tag zu Tag verfolgt er, wie das glanzvolle literarische Leben der Weimarer Zeit in wenigen Wochen einem langen Winter wich und sich das Netz für Thomas Mann und Bertolt Brecht, für Else Lasker-Schüler, Alfred Döblin und viele andere immer fester zuzog.

Montag, 30. Januar. Joseph Roth will die Nachrichten, die der Tag bringen wird, nicht mehr in Berlin abwarten. Schon früh morgens fährt er zum Bahnhof und nimmt den Zug nach Paris. Thomas Mann in München derweil kümmert sich die kommenden zehn Tage kaum um Politik, dafür umso mehr um seinen Vortrag über Richard Wagner. Immer ganz dicht an den Menschen, entfaltet Uwe Wittstock ein Mosaik der bedrohlichen Ereignisse unmittelbar nach Hitlers „Machtergreifung“, die auch für die Literaten in Deutschland in die Katastrophe führten. Er vergegenwärtigt die Atmosphäre dieser Tage, die von Angst und Selbsttäuschung unter den Schriftstellern, von Passivität bei den einen und Entschlossenheit bei den anderen gezeichnet ist. Wer schmiegt sich den neuen Machthabern an, wer muss um sein Leben fürchten und fliehen? Auf der Grundlage von teils unveröffentlichtem Archivmaterial entsteht ein ungeheuer dichtes Bild einer ungeheuren Zeit.

Ein von JournalistInnen & AutorInnen gleichermaßen gelobtes Buch:

„Der Monat, in dem das Eis brach, auf das die Institutionen der deutschen Kultur so verlässlich gebaut schienen und das doch so dünn war. Wittstock beschreibt den sofort nach Hitlers Ernennung zum Reichskanzler einsetzenden nationalsozialistischen Terror, die Hilflosigkeit der staatlichen Einrichtungen und die Not der bedrohten, verfolgten und schließlich vertriebenen Autoren und Künstler Tag um Tag mit atemberaubender Anschaulichkeit und Eindringlichkeit. Am Ende der Lektüre bleibt die Frage, wie dick das Eis ist, auf dem wir uns sicher glauben“, so Bernhard Schlink.

„Wittstocks Buch ist bewegend und zugleich skrupulös im Umgang mit den Tatsachen“, sagt die Dramatikerin Dea Loher. „Man fragt sich beim Lesen andauernd, was man in ähnlicher Situation tun würde: Wie mutig und geistesgegenwärtig wäre man? Februar 33 ist hochpolitisch, lebensprall und dann auch noch spannend wie ein Krimi.“

„Ein aufrüttelndes und ergreifendes Buch… Wittstock ist ein kluger und gewissenhafter Erzähler. Den Stoff, aus dem seine große Erzählung des Niedergangs einer großen literarischen Epoche gewebt ist, hat er sich aus den geschriebenen Erinnerungen der Schriftsteller, Theaterleute und Journalisten geholt“, schreibt Hilmar Klute in der Süddeutschen Zeitung.

 

 

Uwe Wittstock: Nach dem Studium in Köln und ersten Literaturkritiken für verschiedene Zeitschriften bot sich ihm 1980 die unwiderstehliche Gelegenheit, Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu werden in der Literaturredaktion von Marcel Reich-Ranicki. Die folgenden gut neun Jahre erwiesen sich erwartungsgemäß als überaus lehrreiche Zeit. Von 1989 bis 1999 war er dann als verantwortlicher Lektor für deutschsprachige Literatur im S.Fischer Verlag tätig und parallel dazu Mitherausgeber der Literaturzeitschrift Neue Rundschau. 1992 nahm er eine Gastprofessur als „Critic in Residence“ an der Washington University in St. Louis (Missouri) wahr. Von 2000 bis 2010 war Uwe Wittstock Redakteur der Welt, zunächst als stellvertretende Leiter des Feuilletons, danach als Kulturkorrespondent erst in Paris und dann in Frankfurt am Main. 2006 wurde er von der Kleist-Gesellschaft zum Vertrauensmann bestellt und vergab den Kleist-Preis alleinverantwortlich an Daniel Kehlmann. Von 2010 bis 2017 war er Literaturredakteur des Nachrichtenmagazins Focus. Seit 2018 ist Uwe Wittstock freier Schriftsteller und Journalist und schreibt für Focus die Kolumne „Buch & Welt“. Sein journalistisches Wirken wurde 1989 mit dem Theodor-Wolff-Preis für Journalismus gewürdigt. 2019 erhielt er das Spreewald-Literaturstipendium.

Eintritt: 8,- Euro, ermässigt 5,- Euro
Die Eintrittskarten erhalten Sie in der Buchhandlung St. Johann, Kronenstraße 6, 66111 Saarbrücken, Tel.: 0681-95805464 oder über: buchhandlung.st.johann@t-online.de

Es wird eine Liveschalte geben.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Stiftung Demokratie und Ludwig Hofstätter im Rahmen der Lesereihe BÖLL & HOFSTÄTTER

Plakat und Flyer Download

Lesung und Kammermusik: „Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen…“

Mittwoch, 26. Januar 2022 / 19:00 Uhr
Politische Akademie der SDS / Europaallee 18 / 66113 Saarbrücken

Zu Geschichte und Gegenwart rechter Gewalt in Deutschland

Der Titel des Abends ist ein Zitat des italienischen Schriftstellers Primo Levi. Der Auschwitz-Überlebende warnte im Jahr 1986 davor, im Gedenken an die Verbrechen des Holocaust nachzulassen: „Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen: Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.“

Am 19. April 1945 schworen sich die Befreiten des KZ Buchenwald in einer bewegenden Ansprache den „Nazismus mit seinen Wurzeln“ zu vernichten. Doch schon bald nach Untergang des NS-Regimes lebte in Deutschland rechtsextremes Gedankengut wieder auf. Rechtsextremismus, rechtsextreme Übergriffe, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Gewalt und Terror sind in der Bundesrepublik Deutschland immer wieder Realität geworden, zuletzt in Hanau.

Schlaglichtartig beleuchtet das Programm einschneidende Ereignisse in der Entwicklung der extremen Rechten in Deutschland, unter anderem die Schändung der Kölner Synagoge im Jahr 1959, das Attentat auf Rudi Dutschke, das Oktoberfestattentat in München, die Pogrome von Solingen und Rostock, die rechtsextremen Terrorakte des NSU, den Mord an Walter Lübcke sowie der versuchte Massenmord an Juden am Versöhnungstag (Jom Kippur) in Halle/Saale. Zu Gehör kommen harte Fakten in Form von Reportagen, Stimmen von Opfern rechter Gewalt sowie das Zeugnis einer Neonazi-Aussteigerin. Den musikalischen Kommentar, der stellenweise auch als Kontrapunkt zur Lesung fungiert, bilden große Werke der Bläserquintettliteratur von Paul Hindemith, Pavel Haas und György Ligeti – drei Komponisten, die zu Opfern von Holocaust und nationalsozialistischer Diktatur wurden.

Mit ihrer Collage aus Lesung und Kammermusik möchten Roman Knižka und das Ensemble Opus 45 einerseits dazu auffordern, sich mit dieser Problematik auseinanderzusetzen und andererseits den Opfern rechter Gewalt in der Bundesrepublik Deutschland zu gedenken.

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Stiftung Demokratie Saarland

Mehr Informationen zur Konzertreihe: opus-45.de

Zur Anmeldung über die Stiftung Demokratie Saarland

 

Buchvorstellung mit Hannes Heer und Christian Streit: „Vernichtungskrieg im Osten – Judenmord, Kriegsgefangene und Hungerpolitik“

Freitag, 12. November 2021 / 18.00 Uhr
Stiftung Demokratie Saarland / Europaallee 18 / 66111 Saarbrücken

Als Hitler und die Spitzen der Wehrmacht den Krieg gegen die Sowjetunion planten, hielten sie diesen Krieg bereits für gewonnen. Aus der Überzeugung heraus, im Herbst 1941 den europäischen Kontinent bis zum Ural ohne Einschränkung zu beherrschen, wurden beispiellose Massenverbrechen geplant. Dazu gehörte der Plan, die Nahrungsressourcen des besetzten Ostens rücksichtslos zugunsten des deutschen Volks auszubeuten. Von vornherein war dabei klar, dass als Folge „zig Millionen Menschen verhungern“ würden. Weil der deutsche Angriff schon im Sommer 1941 stecken blieb, musste der Plan modifiziert und zumindest ein Teil der Menschen in den besetzten Gebieten so ernährt werden, dass sie arbeitsfähig blieben. Dennoch verhungerten Hunderttausende, vor allem in den großen Städten. Zu den Opfern zählten besonders die sowjetischen Kriegsgefangenen. Über drei Millionen, mehr als die Hälfte der etwa 5,7 Millionen, starben, die meisten verhungerten. Sie waren nach den Juden die größte Opfergruppe nationalsozialistischer Politik. Der Völkerrechtsgrundsatz, dass Kriegsgefangene menschlich zu behandeln sind, wurde verworfen. Ihr Schicksal unterschied sich fundamental von dem aller anderen Kriegsgefangenen, sie wurden ähnlich behandelt wie KZ-Häftlinge. Die geringfügigen Verbesserungen ihrer Behandlung waren ausschließlich von der Erkenntnis bestimmt, dass man ihre Arbeitskraft dringendst für die deutsche Rüstungsindustrie brauchte. Humanitäre Erwägungen spielten zu keinem Zeitpunkt eine Rolle.

 

Christian Streit, Jahrgang 1942. Studium der Geschichte und der Anglistik in Heidelberg und am Dartmouth College, Hanover, N.H., USA. Promotion 1977. Bis 2005 Gymnasiallehrer. Veröffentlichungen: Keine Kameraden. Die Wehrmacht und die sowjetischen Kriegsgefangenen 1941 – 1945, Stuttgart 1978, 4. Aufl. Bonn 1997.
Hannes Heer, Jg. 1941. Historiker, Filmregisseur, Ausstellungsmacher. Wissenschaftlicher Gestalter der Wehrmachtsausstellung (»Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944«), die als Wanderausstellung ab Mitte der 1990er Jahre zum ersten Mal die Kriegsverbrechen der regulären deutschen Streitkräfte während des Zweiten Weltkriegs auch für eine breite Öffentlichkeit dokumentierte.

Das Buch von Hannes Heer und Christian Streit „Vernichtungskrieg im Osten – Judenmord, Kriegsgefangene und Hungerpolitik“
ist erschienen im VSA Verlag Hamburg,  2020 ISBN 978-3-96488-039-0
https://www.vsa-verlag.de/nc/buecher/detail/artikel/vernichtungskrieg-im-osten/

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Stiftung Demokratie Saarland.
Die Veranstaltung wird live gestreamt auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=VSoxaL3LzRI

Eintritt frei. Die Veranstaltung wird unter Berücksichtigung der aktuellen Schutzmaßnahmen gegen das Corona-Virus durchgeführt.

Plakat und Flyer zum Download als PDF

Literaturtipp: Zum Bombenanschlag auf die Saarbrücker Ausstellung „Vernichtungskrieg – Vernrechen der Wehrmacht“ im Jahre 1999, von unserem Geschäftsführer Erich Später in den Saarbrücker Heften Nr. 119. PDF Download

Videotipp: Das Ende vom Mythos der „sauberen Wehrmacht“ – Hannes Heer über die erste Wehrmachtsausstellung.

Auf Einladung der Stiftung Demokratie Saarland und der Heinrich-Böll-Stiftung Saar war im November 2015 der Publizist, Historiker und Ausstellungsmacher Hannes Heer zu Gast. Als Leiter der ersten Wehrmachtsausstellung ist es maßgeblich ihm zu verdanken, dass vor 20 Jahren die Kriegsverbrechen der Wehrmacht erstmals ins Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit gerückt sind. Im Interview gibt Heer u.a. Auskunft über die Reaktionen auf die Ausstellung, das damalige gesellschaftliche Klima und den von Jan Philipp Reemtsma veranlassten Rückzug. Auch erinnert er sich an Saarbrücken und das bis heute unaufgeklärte Bombenattentat auf die Ausstellung vom 9. März 1999.

ABGESAGT: Lesung mit Sasha Marianna Salzmann: „Im Menschen muss alles herrlich sein“

Die Lesung wurde abgesagt!

Mittwoch, 1. Dezember 2021 / 19:00 Uhr
Stiftung Demokratie Saarland / Europaallee 18 / 66113 Saarbrücken

Wie soll man ‚herrlich‘ sein in einem Land, in dem Korruption und Unterdrückung herrschen, in dem nur überlebt, wer sich einem restriktiven Regime unterwirft? Wie soll man diese Erfahrung überwinden, wenn darüber nicht gesprochen wird, auch nicht nach der Emigration und nicht einmal mit der eigenen Tochter? „Was sehen sie, wenn sie mit ihren Sowjetaugen durch die Gardinen in den Hof einer ostdeutschen Stadt schauen?“, fragt sich Nina, wenn sie an ihre Mutter Tatjana und deren Freundin Lena denkt, die Mitte der neunziger Jahre die Ukraine verließen, in Jena strandeten und dort noch einmal von vorne begannen. Lenas Tochter Edi hat längst aufgehört zu fragen, sie will mit ihrer Herkunft nichts zu tun haben. Bis Lenas fünfzigster Geburtstag die vier Frauen wieder zusammenbringt und sie erkennen müssen, dass sie alle eine Geschichte teilen.

In ihrem neuen Roman erzählt Sasha Marianna Salzmann von Umbruchzeiten, von der „Fleischwolf-Zeit“ der Perestroika bis ins Deutschland der Gegenwart. Sie erzählt, wie Systeme zerfallen und Menschen vom Sog der Ereignisse mitgerissen werden. Dabei folgt sie vier Lebenswegen und spürt der unauflöslichen Verstrickung der Generationen nach, über Zeiten und Räume hinweg. Bildstark, voller Empathie und mit großer Intensität.

Foto: Heike Steinweg

„Salzmann erzählt zugewandt, ihren Protagonistinnen wie dem Publikum gegenüber. Als würde sie aus der Einsamkeit, dem Idiosynkratischen des Schreibens ein großes soziales Vertrauen schöpfen.“ (Juliane Liebert, DIE ZEIT)

Sasha Marianna Salzmann, geb. 1985 in Wolgograd. Sie ist Theaterautorin, Essayistin und Dramaturgin. Von 2002 bis 2013 war sie Mitherausgeberin des Kultur- und Gesellschaftsmagazins freitext. Für ihre Theaterstücke, die international aufgeführt werden, hat sie verschiedene Preise erhalten, zuletzt den Kunstpreis Berlin 2020. Ihr Debütroman „Außer sich“ wurde 2017 mit dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung und dem Mara-Cassens-Preis ausgezeichnet und stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Er ist in sechzehn Sprachen übersetzt. In diesem Jahr erschien ihr von der Presse hochglobter Roman „Im Menschen muss alles herrlich sein“.

 

Eintritt:  8.-/5.- €
Die Eintrittskarten zur Veranstaltung erhalten sie ausschließlich über die Buchhandlung St. Johann, Kronenstr. 6, 66111 Saarbrücken, 0681-95805464, buechergaertner@t-online.de.
Eine Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Saar  im Rahmen der Lesereihe BÖLL & HOFSTÄTTER, in Zusammenarbeit mit Ludwig Hofstätter und der Stiftung Demokratie Saarland.

Arno Camenisch liest „Der Schatten über dem Dorf“

Dienstag, 9. November 2021 / 19.00 Uhr
Stiftung Demokratie Saarland / Europaallee 18 / 66113 Saarbrücken
Arno Camenisch, 1978 in Tavanasa im Kanton Graubünden geboren und aufgewachsen, studierte am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel, wo er heute auch lebt. «Die Welt stand still», so beginnt das neue Kapitel in Camenischs allmählich anwachsender Enzyklopädie des Verschwindens. Und gleich tappt man wie eine blinde Kuh in die Klischeefalle. Natürlich ist damit nicht die Welt der langsam sich entvölkernden Surselva gemeint, wo bekanntlich fast alles stillsteht (das kommt dann später im Buch schon auch noch). Vielmehr hat die Pandemie die Welt lahmgelegt. Und während also die Welt innehält, kehrt der Erzähler zurück in sein Dorf, für eine Stunde oder zwei. Es ist immer zum Heulen, wenn Dinge verschwinden, aber nicht, wenn Arno Camenisch darüber schreibt. „Seine Lesungen sind Kult“ sagt der Hessische Rundfunk. Lassen wir uns überraschen.

Arno Camenisch erzählt in seinem Roman von einem Dorf in Graubünden, das von einer Tragödie überschattet wird. Die Tragödie geschah eineinhalb Jahre, bevor der Erzähler auf die Welt kam. Davon handelt dieses Buch, es ist Arno Camenischs persönlichstes Buch, in einem berührenden Ton und mit grosser Klarheit erzählt der Autor vom Leben und vom Tod und von den Menschen, die von uns gingen und die wir weiter im Herzen tragen. Es ist ein Buch über den Umgang mit Verlust und das Vergehen der Zeit, und es ist ein Buch über die Zuversicht, dass mit dem Frühling die Sonne wieder ins Leben zurückkehrt. „Es ist das Buch, das ich seit zehn Jahren schreiben wollte. Diese schreckliche Tragödie ist etwas, das mich wahnsinng berührt“, so Camenisch.

„Wie grosse Literatur auf kleinstem Raum entsteht, wie man mit der Kunst der Form das eigentlich nicht Darstellbare doch zur Sprache bringt: Das zeigt Arno Camenisch mit seinem neuen Buch.“ (Tages-Anzeiger)

„Meisterhaft.“ (Welt am Sonntag)

Foto: Janosch Abel

„Beim Schreiben geht es nie um den Autor. Mich interessieren die Fragen, die das Leben stellt. Und es sind die Leserinnen und Leser, die mit ihrem Background das Buch vollenden. Ein Text ist im besten Fall wie die Fassade eines alten Gebäudes, an der das Licht jeden Tag ein bisschen anders bricht. Und wenn ich etwas lese, deute ich das auf eine bestimmte Art, und wenn ich den gleichen Text ein Jahr später lese, sehe ich vielleicht ganz andere Sachen.“


Eintritt:  8.-/5.- €
Die Eintrittskarten zur Veranstaltung erhalten sie ausschließlich über die Buchhandlung St. Johann, Kronenstr. 6, 66111 Saarbrücken, 0681-95805464, buechergaertner@t-online.de.
Eine Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Saar  im Rahmen der Lesereihe BÖLL & HOFSTÄTTER, in Zusammenarbeit mit Ludwig Hofstätter und der Stiftung Demokratie Saarland.

Buchvorstellung: „Die Stadt mit anderen Augen sehen“ – Politischer Stadtführer Saarbrücken

Donnerstag, 7. Oktober 2021 / 19 Uhr
Arbeitskammer des Saarlandes / Fritz-Dobisch-Straße 6–8 / Saarbrücken
Vortrag und Buchvorstellung Prof. Dr. Werner Brill: Die nationalsozialistische Terrorherrschaft hat auch in Saarbrücken zahlreiche Spuren hinterlassen. Viele sind unbekannt oder nicht ins Bewusstsein der Bevölkerung gedrungen. Mit dem politischen Stadtführer hat Prof. Dr. Werner Brill eine Publikation vorgelegt, die die Orte der Verfolgung und des Widerstands, des Gedenkens und Erinnerns erstmals umfassend darstellt. Dazu gehören zum Beispiel Fritz Dobisch, ehemaliger Vorsitzender des ADGB Saar, die jüngst verstorbene Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano, die kürzlich in der Presse diskutierte Umbenennung der Neikesstraße oder auch das Gestapo-Gefängnis im Saarbrücker Schloss.
Werner Brill wird in einem Vortrag sein neues Buch vorstellen und auf wichtige Aspekte der Saarbrücker Stadtgeschichte zwischen 1933 und 1945 eingehen. Er war Professor für Heilpädagogik und Inklusive Pädagogik an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin. In zahlreichen Publikationen und Vorträgen hat er sich mit Euthanasie und dem Nationalsozialismus beschäftigt. Im Anschluss folgt eine Diskussionsrunde, an der auch der Zeitzeuge und Pionier der saarländischen Gedenkstättenarbeit Horst Bernard teilnehmen wird.
Programm:
1. Begrüßung
Thomas Otto
Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer des Saarlandes
2. Vortrag
Politischer Stadtführer Saarbrücken 1933 bis 1945
Prof. Dr. Werner Brill
3. Diskussionsrunde
Horst Bernard (Zeitzeuge)
Werner Brill (Autor und Historiker)
4. Moderation
Dörte Grabbert
Das Büchlein ist erschienen mit Unterstützung der Heinrich-Böll-Stiftung Saar. Zu beziehen über www.blattlausverlag.de
Eine Veranstaltung der Arbeitskammer des Saarlandes.
Aufgrund der Corona-Verordnung ist eine vorherige Anmeldung unbedingt erforderlich. Der Zutritt ist nur mit negativem Antigen-Schnelltest, Genesungsnachweis oder vollständigem Impfnach-weis möglich. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.
Hier melden Sie sich an:
www.arbeitskammer.de/buchlesung

Politische Bildungsreihe: Online-Workshops zum Thema Feminismus

Freitag, 17. September 2021 / Freitag, 15. Oktober 2021 / Freitag, 12. November 2021 / Freitag, 17. Dezember 2021 / Freitag im Januar 2022 tba
Beginn jeweils ab 17:30 Uhr / Dauer ca. 3,5 Stunden
online via Zoom

Am 17. September startet unsere Feministische Bildungsreihe. Bis in den Januar werden wir jeden Monat einen Online-Workshop zu folgenden Themen anbieten:

Workshop 1: Feminismus für Einsteiger:innen am 17.09.21

Was bedeutet Feminismus (für mich)? Was ist eigentlich dieses Patriarchat? Wieso kämpfen wir dagegen und wofür genau kämpfen wir da?

Wir geben einen Einblick in unser Verständnis davon, was Feminismus bedeutet und wofür wir eintreten. Im anschließenden Austausch lernen wir uns gegenseitig und unsere Ansichten näher kennen. So schaffen wir die Wissens- und Vertrauensbasis für die nächsten Bausteine und Diskussionen.

Workshop 2: Selbstreflexion und Selbstverortung am 15.10.21

Was sind unsere wichtigsten Positionen als Feminist:innen? Welche weiteren gibt es – historisch und aktuell? Wie können wir unsere Positionen nach außen gut vertreten?

Ihr seid an der Reihe: Wir sammeln Ansichten und Positionen, die wir als Feminist:innen bereits vertreten oder vertreten möchten. Gemeinsam reflektieren wir, was uns daran jeweils wichtig ist, was wir ähnlich sehen und wo wir untereinander anecken. Wir vertreten unsere Positionen untereinander, hinterfragen uns gegenseitig kritisch und entwickeln ein tieferes Verständnis von den eigenen Positionen und der unserer Mitstreiter:innen.

Workshop 3: Pop und Politik am 12.11.21

Wie feministisch können Girl Power-Shirts von H&M sein? Wie viel Theorie muss ich gelesen haben, um mitreden zu dürfen? Ist das noch Kunst oder schon Aktivismus?

Wir beleuchten den Feminismus zwischen Beyoncé und Beauvoir und ziehen die nicht immer trennscharfe Linie zwischen Popkultur und politischem Aktivismus. Gemeinsam diskutieren wir, was in beiden Sphären für unsere feministischen Anliegen getan werden kann und wo Stolpersteine liegen.

Workshop 4: Konfrontationen meistern am 10.12.21

Welche Debatten führen wir häufig? Welche sind uns besonders wichtig? Wie argumentieren wir – zwischen persönlicher Betroffenheit und theoretischem Fundament?

Wir sammeln Themen, mit denen wir von außen häufig konfrontiert werden und mit denen wir unsere Umwelt konfrontieren. Gemeinsam ordnen wir unsere Argumente ein und reflektieren, auf welchen Ebenen wir uns bewegen. Wir finden heraus, in welchen Themenbereichen wir noch dazu lernen wollen und auf welchen Argumentationsebenen wir jeweils stärker werden möchten.

Workshop 5: Schlagfertig streiten

Welche Diskurse wollen und müssen wir miteinander führen? Wo geraten wir trotz gemeinsamer Ziele aneinander? Wie können wir unsere Reibungen in die Entwicklung unserer Positionen überführen?

Wir suchen aus den bisher besprochenen Themen Schwerpunkte aus und bereiten uns anhand von Texten vor. Im Workshop diskutieren wir Inhalte und Thesen, entwickeln unsere Standpunkte im innerfeministischen Diskurs weiter. Wir streiten miteinander und können am Ende – hoffentlich – nach Außen geeint auftreten.


Gebühr: kostenlos

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Linksjugend [’solid] Saar
Zur Facebook-Veranstaltung

Anmeldung über Linksjugend [’solid] Saar
Telefon: 0681/59096093
E-Mail: info@linksjugend-saar.de
Anmeldeformular Linksjugend [’solid] Saar

Flyer zum Download