Neue Polnische Filme: DAS SÜSSE ENDE DES TAGES

Montag, 19. Oktober / 20.00 Uhr
Kino 8 1/2, Nauwieserstr. 19 / Saarbrücken

 

SLODKI KONIEC DNIA/ LA DOLCE FINE GIORNATAPL / I 2019, R: Jacek Borcuch, B: Jacek Borcuch, Szczepan Twardon, K: Michal Dymek, Sch: Przemyslaw Chruscielewski, M: Daniel Bloom, D: Krystyna Janda, Kasia Smutniak, Vincent Riotta, Antonio Catania, Robin Renucci, FSK: k. A., 92 Min, OmeU

Maria Linde, eine Dichterin polnisch-jüdischer Abstammung, lebt mit ihrem italienischen Ehemann Antonio in einem rustikalen Landhaus in der Toskana. Dort bekommt sie regelmäßig  Besuch von ihrer Tochter, ihrem Schwiegersohn und den beiden Enkelkindern Elena und Salvatore. Die idyllische Stimmung beginnt umzuschlagen, als sie erfährt, dass sie den Literaturnobelpreis gewonnen hat. Ihre bisherigen Lebensumstände beginnen zu bröckeln, als sie von einem Terror-Angriff in Rom erfährt und vor diesem Hintergrund gebeten wird, im Rathaus eine Dankesrede zu halten, zu der neben anderen Honoratioren auch der Bürgermeister geladen ist. Nachdem sie, verwirrt und beunruhigt durch den Terror-Angriff, zu aller Überraschung in ihrer Rede nicht nur den Nobelpreis ablehnt, sondern auch das Ende der europäischen Werte kritisiert, findet ihr bisheriges Leben endgültig ein Ende. DAS SÜSSE ENDE DES TAGES ist eine elegante Interpretation der europäischen Flüchtlingskrise und der liberalen Nachkriegswerte. (imdb) Auf dem Sundance-Filmfestival erhielt Krystyna Janda den Preis als beste Darstellerin.

Begrüßung: Waldemar Spallek, Kino achteinhalb. Nach dem Film findet ein Filmgespräch mit dem Regisseur via Skype statt.

Die Reihe „Neue polnische Filme“ ist eine Veranstaltungsreihe des Kinos achteinhalb und der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Saar in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Saar, dem Ministerium für Finanzen und Europa, der Arbeit und Kultur Saarland GmbH, der Arbeitskammer des Saarlandes, der Union Stiftung, der VHS des Regionalverbands Saarbrücken und der Saarland Sporttoto GmbH.

Download Flyer zur Filmreihe

Neue Polnische Filme: ALLES FÜR MEINE MUTTER

Mittwoch, 23. September 2020  / 20 Uhr
Kino 8 1/2, Nauwieserstr. 19 / Saarbrücken

WSZYSTKO DLA MOJEJ MATKI
PL 2019, R u B: Malgorzyta Imielska, K: Tomasz Naumiuk, Sch: Agnieszka
Glinska, M: Wlodzimierz Pawlik, D: Zofia Domalik, Maria Sobocinska, Malwina
Laska, Jowita Budnik, Halina Rysiakówna, FSK: kA, 103 Min, OmU

Die Suche nach Halt, Zugehörigkeit und Liebe begleitet viele Menschen. Besonders für Heranwachsende ist ein stabiles soziales Umfeld mit festen Bezugspersonen essenziell. Die introvertierte  17-jährige Ola hat all das nicht. Seit sie mehrfach aus dem Waisenhaus weggelaufen ist, lebt sie in einer Jugendstrafanstalt zusammen mit anderen jungen Frauen, die straffällig geworden sind  und aus schwierigen Familienverhältnissen kommen. Dort ist Mobbing an der Tagesordnung. Die talentierte Läuferin Ola hält die alltäglichen seelischen und körperlichen Misshandlungen der anderen Mädchen nur aus einem Grund aus: Sie trainiert mit dem Trainer Tomek ehrgeizig für einen Laufwettbewerb und hofft, durch einen Erfolg die Aufmerksamkeit ihrer Mutter auf sich  ziehen zu können, die früher selbst eine erfolgreiche Läuferin war. Seit Jahren hat Ola keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter. Ola vermutet, dass ihre Mutter noch in Olsztyn wohnt, wo auch Olas ehemaliges Zuhause liegt – das Waisenhaus, in das sie nicht mehr zurückkehren darf. Deshalb kämpft Ola darum, bei einem in Olsztyn lebenden Ehepaar vorübergehend als Pflegekind  aufgenommen zu werden. Für ihre einzige große Hoffnung, ihre Mutter wiederzusehen, erträgt Ola vieles. (berliner-filmfestival.de)

Einführung: Waldemar Spallek, Kino achteinhalb. Im Anschluss Skype-Diskussion mit der Regisseurin.

Die Reihe „Neue polnische Filme“ ist eine Veranstaltungsreihe des Kinos achteinhalb und der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Saar in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Saar, dem Ministerium für Finanzen und Europa, der Arbeit und Kultur Saarland GmbH, der Arbeitskammer des Saarlandes, der Union Stiftung, der VHS des Regionalverbands Saarbrücken und der Saarland Sporttoto GmbH.

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Buchvorstellung: „Die Bombe, die uns töten sollte“ von Bernd Rausch

Mittwoch, 7. Oktober 2020 / 19 Uhr
Kunstwerk / Scheidter Str. 1 / 66123 Saarbrücken

Das Buch „Die Bombe, die uns töten sollte“ hat die Bomben- und Brandanschläge im Saarland als Ausgangspunkt und zeigt diese im Kontext der rechten Terrornetzwerke in Deutschland seit dem Attentat auf das Münchener Oktoberfest im Jahre 1980. Der Angriff auf das Wahlkampfbüro der Linke Liste/PDS 1990 war der Auftakt zu einer Serie rechtsterroristischer Verbrechen im Saarland. 1991 wurde Samuel Kofi Yeboah bei einem Brandanschlag getötet, 2002 tötete ein Neonazi Achmed Sharlak, 1999 fand ein Sprengstoffanschlag auf das Gebäude der Volkshochschule statt. in dem die von Hannes Heer konzipierte Ausstellung „Vernichtungskrieg, Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“ gezeigt wurde. Seit 2006 gab es in der saarländischen Kleinstadt Völklingen 14 Brandanschläge auf Wohnungen und andere Einrichtungen, überwiegend von türkischen MigrantInnen. Das Buch zeigt die im Saarland begangenen Verbrechen als integralen Bestandteil rechter Terrornetzwerke in Deutschland seit dem Attentat auf das Münchener Oktoberfest 1980. Die Morde des NSU-Komplexes sind ebenso Thema wie Morde in Berlin-Neukölln, Kassel, Hanau und Halle und die rechtsradikale Unterminierung des hessischen Staatsapparats.Im Focus der rechtsradikalen Terrornetzwerke in Deutschland steht die türkische Community, stehen inzwischen wieder Juden und steht die politische Linke. Zuständige staatliche Institutionen verweigern oft Schutz und Rechtssicherheit.

Ruth Santos liest aus dem Buch, Michael Engel berichtet über die Recherchen zum Buch, Klaus Gietinger zu dem Film, Joachim Schmitt (Vorwort zum Buch), war am 19. November 1990 ebenfalls im Parteibüro der LL/PDS, Bernd Rausch gibt Einblick in die widrigen Zustände, Josef Reindl und Ruth Santos werden den Autor befragen, bevor die Diskussion eröffnet wird. Moderation: Erich Später

Bernd Rausch: Die Bombe, die uns töten sollte
200 Seiten, 14, 70 €, ISBN 978-3-9819623-2-1

Der Film zum Buch:

Filmvorführung: Der Balkon, Wehrmachtsverbrechen in Griechenland

Freitag, 2. Oktober / 17:00 Uhr und 20:30 Uhr
Kino achteinhalb / Nauwieserstr. 19 / 66111 Saarbrücken

Anlässlich des Jahrestags der Vernichtung des Dorfes Lyngiades am 3. Oktober 1943 planen wir die Filmvorführung

Der Balkon Wehrmachtsverbrechen in Griechenland

Die Vernichtung des Dorfes Lyngiades am 3. Oktober 1943
Dokumentarfilm von Chrysanthos Konstantinidis
Griechenland 2018, 101 Min. / Original mit deutschen Untertiteln

Lyngiades, ein Dorf in Nord-Griechenland, wird wegen seiner wunderbaren Aussicht der „Balkon“ genannt. Doch die Idylle war Schauplatz eines Massakers, das hierzulande noch kaum bekannt ist. Am 3. Oktober 1943 ermordeten die deutschen Besatzer zweiundachtzig Dorfbewohner, überwiegend Kinder und alte Leute, und zerstörten fast alle Häuser.
Der Regisseur des Films stammt aus Lyngiades. Die Hintergründe des Verbrechens recherchierte vor drei Jahrzehnten der Rechtshistoriker Christoph Schminck-Gustavus (s. sein Buch „Der Feuerrauch“). Jetzt führt er durch den Film. In diesem hören die Nachgeborenen vor Ort, oft erstmalig, Erinnerungen von Überlebenden. Es sind Dokumente der Trauer vor dem Hintergrund eines kollektiven Traumas. Und es sind Einblicke in die unterlassene Aufarbeitung in Deutschland und in die verweigerte Wiedergutmachung.
Anschließend Gelegenheit zur Diskussion mit Prof. Dr. Christoph Schmink-Gustavus, Bremen (Autor des Buches „Feuerrauch: Die Vernichtung des griechischen Dorfes Lyngiádes am 3. Oktober 1943 und Hilde Schramm, Respekt für Griechenland, Berlin.
Aufführungen um 17.00 Uhr und 20.30 Uhr
In Kooperation mit der Griechenlandsolidarität Saarbrücken und der Rosa Luxembourg Stiftung Saarland.
Eintritt frei.

Mehr Infos:
http://www.tobalkoni.gr/

Natascha Strobl: Identitäre an der Uni – Onlinevortrag

Donnerstag, 3. September 2020 / 19 Uhr / online

Darum geht’s: Die rechtsextreme Identitäre Bewegung rekrutierte ihre Kader von Beginn an auch an den Hochschulen, vor allem unter Mitgliedern deutschnationaler Burschenschaften. Der Ableger Kontrakultur Halle quartierte sich gezielt in Campus-Nähe ein, um dort die politische Auseinandersetzung und Einschüchterung zu führen. Martin Sellner, Jura- und Philosophiestudent, verbreitete in den letzten Jahren mit der IB den Verschwörungsmythos vom „großen Austausch“, der es bis in konservative Kreise geschafft hat. Auch auf Corona-Demos sind Sellner und andere Identitäre präsent, um den Widerstand gegen die verhasste Demokratie zu schüren.

Die Referentin: Natascha Strobl (Jahrgang 1985) ist Politikwissenschafterin, Skandinavistin und Autorin von Büchern und Beiträgen zum Thema Rechtsextremismus und Neue Rechte. Unter #natsanalyse twittert sie über Politik und autoritäre Rhetorik. Sie schreibt u.a für den Volksverpetzer und den FALTER.

Das Format: Die Referentin wird zunächst einen Vortrag im Onlineformat (Zoom) abhalten,
danach wird es Zeit für eine Diskussion geben.
Zoom-Meeting beitreten:
https://us02web.zoom.us/j/88592937789?pwd=cW5nM3JCZktwdFpCM3RsN3hiTHc0Zz09

Meeting-ID: 885 9293 7789
Kenncode: 246788
Ortseinwahl suchen: https://us02web.zoom.us/u/kgEd3ufeN

Eine Veranstaltung in Kooperation mit Linke Liste – SDS & Unabhängige Saar.

Klaus Gietinger Retrospektive: Daheim sterben die Leut‘

Die im März wegen des Corona-Virus abgesagte Retrospektive mit Klaus Gietinger wird jetzt nachgeholt:

Montag, 21. September 2020 / 20 Uhr und
Dienstag, 22. September / 20 Uhr

Kino achteinhalb / Nauwieserstr. 19 / 66111 Saarbrücken

Kultfilm über einen Allgäuer Rebell, BRD 1985, 95 Minuten

Der sture Bauer HANS ALLGEIER wehrt sich mit allen Mitteln gegen eine neue Fernwasserleitung des LANDRATS STROBEL, die ALLGEIERS Existenz gefährdet. Während sein SOHN nur Augen für eine schöne URLAUBERIN aus dem Norden hat, nutzt Bauer ALLGEIER die schwarze Magie des Gesundbeters GUGGEMOOS und richtet damit manches Unheil an. Mehrfach erscheint der TEUFEL. Am Schluss ist nichts mehr wie es war und das Ende der Tradition gekommen.

Mit: Walter Nuber, Luise Zodel, Norbert Hauber, Anni Rapps, Jockel Tschiersch, Heribert Weber, Leo Hiemer u. v. a.
Buch und Regie: Klaus Gietinger/Leo Hiemer; Kamera: Marian Czura; Ton: Kurt Eggmann;
Produktion: WAF; Förderung: Kuratorium Junger Deutscher Film; Fernsehen: Abgelehnt; Prädikat: Wertvoll; nominiert zum Deutschen Filmpreis 1986; Goldenes Einhorn Alpinale 1985;  Goldene Filmspule der Linse Weingarten.

„Das Allgäu liegt näher als man denkt” Göttinger Tageblatt vom 8.5.1985.
„Ein nach allen Regeln der Filmkunst gedrehtes Stück Regional-Kino” Der Spiegel vom 29.4.1985.
„Hintergründige Mixtur aus Politik, Sozialstruktur, Aberglauben, Alt-Bauern-Charme und freier Liebe” Münchner Abendzeitung vom 11.10.1985.
„Ein kaleidoskopartiger Film voll Skurrilität, Groteske und Bissigkeit. – Sehenswert” Katholischer Filmdienst vom 30.10.1985.
„Ein reines Vergnügen” Frankfurter Allgemeine Zeitung 1985.
„Hinreißende Komödie” Süddeutsche Zeitung vom 11.8.1988.
„One of the best regional films of the season” Variety (USA) vom 19.2.1986.
„…gegen Kirche, Staat und Autorität. In beleidigender Weise degoutant.” Aus der Ablehnungsbegründung der Filmförderungsanstalt (FFA) von 1983.
„Da sage noch einer, wir Deutschen könnten keine Komödien machen.” Der damalige Bundesinnenminister Zimmermann (CSU), in seiner Rede zur Verleihung des Deutschen Filmpreises 1986.
Durfte beim Max-Ophüls-Preis nur außer Konferenz laufen. Begründung des Leiters Albrecht Stubbi (1985): „Zu alt!“.

Die Veranstaltung wird unter Berücksichtigung der aktuellen Schutzmaßnahmen gegen das Corona-Virus durchgeführt.
Eintritt: 5 Euro

www.daheimsterbendieleut.de

Trailer zum Film:

Saša Stanišić liest aus „Herkunft“

Dienstag, 18. Mai  2021 / 18:00 Uhr
Stiftung Demokratie Saar / Europaallee 18 / 66113 Saarbrücken

Saša Stanišić wurde 1978 in Višegrad (Jugoslawien) geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Seine Erzählungen und Romane wurden in über 30 Sprachen übersetzt und vielfach  ausgezeichnet. Saša Stanišić erhielt u.a. den Preis der Leipziger Buchmesse für »Vor dem Fest« und zuletzt für »Herkunft« den Deutschen Buchpreis 2019 sowie den Eichendorff-Literaturpreis und den Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster. Er lebt und arbeitet in Hamburg.

HERKUNFT ist ein Buch über den ersten Zufall unserer Biografie: irgendwo geboren werden. Und was danach kommt.
HERKUNFT ist ein Buch über ein Dorf, in dem nur noch dreizehn Menschen leben, ein Land, das es heute nicht mehr gibt, eine zersplitterte Familie, die meine ist. Es ist ein Buch über die Frage, was zu mir gehört, ein Selbstporträt mit Ahnen. Und ein Scheitern des Selbstporträts.
HERKUNFT ist ein Abschied von meiner dementen Großmutter. Während ich Erinnerungen sammle, verliert sie ihre.
HERKUNFT ist ein Buch über meine Heimaten, in der Erinnerung und der Erfindung. Ein Buch über Sprache und Scham, Ankommen und Zurechtkommen, Glück und Tod.

 

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Buchhandlung St. Johann im Rahmen der Lesereihe „Böll & Hofstätter“ und der Stiftung Demokratie Saar.
Die Veranstaltungsreihe wird unter Berücksichtigung der aktuellen Schutzmaßnahmen gegen das Corona-Virus durchgeführt.
Eintritt: 9,00 € / ermäßigt 5,00 €
Die Karten erhalten Sie in der Buchhandlung St. Johann, Kronenstraße 6, 66111 Saarbrücken, Tel.: 0681-95805464
oder über: buchhandlung.st.johann@t-online.de

ABGESAGT: Lukas Bärfuss liest aus „Malinois“ und „Die Krone der Schöpfung“

Leider müssen wir auch diese Veranstaltung wieder absagen.

Donnerstag, 19. November 2020 / 20:00 Uhr
Filmhaus Saarbrücken / Mainzer Str. 8 / 66111 Saarbrücken

Die im Frühjar wegen des Corona-Virus abgesagte Veranstaltung mit Lukas Bärfuss wird jetzt nachgeholt: Lukas Bärfuss liest aus „Malinois“ und „Die Krone der Schöpfung“.

»Die Geschichte bewegt sich nicht im Ochsengang, nicht in einem gleichmäßigen Trott. Sie gleicht eher den wilden Sprüngen eines Pferdes, das nach Tagen im Stall wieder auf die Weide gelassen wird«, heißt es bei Lukas Bärfuss. Und er unterzieht sie in seinen Kolumnen 2019/2020 gewissermaßen in Echtzeit seinem prüfenden Blick, etwa wenn er sich staunend klarmacht, was eigentlich das wirklich Neue an einem eben auf den Markt kommenden iPhone ist: nichts Wesentliches, und wenn er dann aber resümiert, welche grundstürzenden Dinge passiert sind in den wenigen Jahren, die es dieses Telefon überhaupt erst gibt. Seit 2008 nämlich. Das Kleine und das Große sind auf eine verblüffend einleuchtende Weise miteinander verzahnt. Bärfuss springt in seinen Themen, mal ist er analytisch kühl, mal argumentiert er leidenschaftlich polemisch, ob es um Corona geht oder um die Gleichberechtigung der Frauen, um Identitätspolitik, um die USA, China, den Brexit und immer wieder um die Schweiz. Durchaus bemerkt er, dass die ständigen Veränderungen den Menschen Angst machen können, aber dennoch macht er als die größere Gefahr die Stagnation aus. Als wacher Zeitgenosse will er sich einmischen, als genauer Beobachter und denkender Mensch, der Politisches und Poetisches in der Tradition Heinrich Heines zusammenbringt.

Werke:
Die toten Männer. Novelle. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2002
Hundert Tage. Roman. Wallstein Verlag, Göttingen 2008
Koala. Roman. Wallstein, Göttingen 2014
Stil und Moral. Essays. Wallstein, Göttingen 2015
Hagard. Roman. Wallstein, Göttingen 2017
Krieg und Liebe. Essays. Wallstein, Göttingen 2018
Contact, gemeinsam mit Michael Günzburger, Edition Patrick Frey, Zürich 2018
Malinois. Erzählungen. Wallstein, Göttingen 2019
Die Krone der Schöpfung. Wallstein, Göttingen 2020

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Buchhandlung St. Johann im Rahmen der Lesereihe „Böll & Hofstätter“.
Die Veranstaltungsreihe wird unter Berücksichtigung der aktuellen Schutzmaßnahmen gegen das Corona-Virus durchgeführt.
Eintritt: 9,00 € / ermäßigt 5,00 €
Die Karten erhalten Sie in der Buchhandlung St. Johann, Kronenstraße 6, 66111 Saarbrücken, Tel.: 0681-95805464
oder über: buchhandlung.st.johann@t-online.de

Marion Poschmann liest aus „Nimbus“

Donnerstag, 22. Oktober 2020 / 20:00 Uhr
Filmhaus Saarbrücken / Mainzer Str. 8 / 66111 Saarbrücken

Nimbus, die dunkle Wolke, ist eine Erscheinung aus Schwung, Pracht, Weite, und doch gehört sie dem Formlosen, Ungreifbaren. Sie entfaltet Wirkung, sie bestimmt die Atmosphäre, zugleich entzieht sie sich, bleibt unbeherrschbar. Mit festem Griff und Subtilität, Witz und Zärtlichkeit unternimmt Marion Poschmann in ihren neuen Gedichten den Versuch, Nähe und Ferne zusammenzudenken und die maßlosen Kräfte der äußeren Gegenwart in einen Raum der Innigkeit zu verwandeln. Aber wo ist innen? Die Erforschung Sibiriens vor Beginn der Industrialisierung, flüchtige Begegnungen mit Tieren, die Nuanciertheit eines Farbtons oder die Verletzlichkeit von Eismassen spiegeln ebenso wie die kleinen magischen Praktiken des Alltags die Einzigartigkeit der globalen Veränderung. Nimbus ist eine Feier des Sublimen und des Schönen, mitreißend und formbewusst, unverwechselbar im Ton, lustvoll und philosophisch.

Rezensent Christian Metz  bewundert in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wie konsequent Marion Poschmann in ihrem neuen Gedichtband ihre Ästhetik einer poetischen Enzyklopädie umsetzt. Über das Wissen der Autorin und ihre Fähigkeit, es mit Gespür und Feinsinn „kristallisieren“ zu lassen, kann Metz nur staunen. Dass die Autorin sich dabei immer wieder „ins Unbestimmte weisender Leerstellen“ und Unschärfen bedient, gefällt ihm, auch wenn er zwischen Imaginärem und Realem mitunter nicht entscheiden kann. Eine Verwandtschaft zur asiatischen Kunst macht Metz in den Texten aus, wenn Poschmann „neun Typologien“ auffächert und den Bildraum von Schneelandschaften bis zur Nimbus-Wolke ausdehnt.

Foto: Tobias Falberg

Marion Poschmann, 1969 in Essen geboren, studierte Germanistik und Slawistik und lebt heute in Berlin. Für ihre Lyrik und Prosa wurde sie mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Klopstock- Preis 2018 für ihren Roman Die Kieferninseln (2017), der auch auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und auf jener des Man Booker International Prize 2019 stand.

 

Marion Poschmann
Nimbus – Gedichte
Suhrkamp / Insel 2020

 

 

 

 

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Buchhandlung St. Johann im Rahmen der Lesereihe „Böll & Hofstätter“.
Die Veranstaltungsreihe wird unter Berücksichtigung der aktuellen Schutzmaßnahmen gegen das Corona-Virus durchgeführt.
Eintritt: 7,00 € / ermäßigt 5,00 €
Die Karten erhalten Sie in der Buchhandlung St. Johann, Kronenstraße 6, 66111 Saarbrücken, Tel.: 0681-95805464
oder über: buchhandlung.st.johann@t-online.de

Christian Baron liest aus „Ein Mann seiner Klasse“

Sonntag, 6. September 2020 / 20:00 Uhr
Filmhaus Saarbrücken / Mainzer Str. 8 / 66111 Saarbrücken

»Mochte mein Vater auch manchmal unser letztes Geld in irgendeiner Spelunke versoffen, mochte er auch mehrmals meine Mutter blutig geprügelt haben: Ich wollte immer, dass er bleibt. Aber anders.« Kaiserslautern in den neunziger Jahren: Christian Baron erzählt die Geschichte seiner Kindheit, seines prügelnden Vaters und seiner depressiven Mutter. Er beschreibt, was es bedeutet, in diesem reichen Land in Armut aufzuwachsen. Wie es sich anfühlt, als kleiner Junge männliche Gewalt zu erfahren. Was es heißt, als Jugendlicher zum Klassenflüchtling zu werden. Was von all den Erinnerungen bleibt. Und wie es ihm gelang, seinen eigenen Weg zu finden. Mit großer erzählerischer Kraft und Intensität zeigt Christian Baron Menschen in sozialer Schieflage und Perspektivlosigkeit. Ihre Lebensrealität findet in der Politik, in den Medien und in der Literatur kaum Gehör. Ein Mann seiner Klasse erklärt nichts und offenbart doch so vieles von dem, was in unserer Gesellschaft im Argen liegt. Christian Baron zu lesen ist schockierend, bereichernd und wichtig.

Christian Baron wurde 1985 in Kaiserslautern geboren. Er studierte Politikwissenschaft, Soziologie und Germanistik in Trier. Nach Stationen bei der Lokalzeitung Die Rheinpfalz und Neues Deutschland sowie Veröffentlichungen bei nachtkritik, NeueZürcherZeitung und Theater der Zeit arbeitet er seit 2018 als Redakteur bei der Wochenzeitung der Freitag. 

Baron, Christian
Ein Mann seiner Klasse
Claassen Verlag 2020

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Buchhandlung St. Johann im Rahmen der Lesereihe „Böll & Hofstätter“. Die Veranstaltungsreihe wird unter Berücksichtigung der aktuellen Schutzmaßnahmen gegen das Corona-Virus durchgeführt.
Eintritt: 7,00 € / ermäßigt 5,00 €
Die Karten erhalten Sie in der Buchhandlung St. Johann, Kronenstraße 6, 66111 Saarbrücken, Tel.: 0681-95805464
oder über: buchhandlung.st.johann@t-online.de

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