Jüdische Filmtage: KINDER DER HOFFNUNG

Montag, 7. November 2022 / 18.00 Uhr
Synagogengemeinde Saarbrücken / Lortzingstr. 8 / 66111 Saarbrücken

Zur Eröffnung der Jüdischen Filmtage 2022 in der Synagogengemeinde Saarbrücken wird der Film „Kinder der Hoffnung“ gezeigt

Kinder der  Hoffnung/ONE OF USD/ISR 2021, R: Yael Reuveny, B: Yael Reuveny, K: Andreas Köhler, M: Anna Katharina Bauer, Sch: Betty Blickwede, Asaaf Lapid, 84 Min, OmU,  Dokumentarfilm

Im Jahr 1988 posieren 32 Kinder einer israelischen Schulklasse für ein Foto. Als sich ihre Wege trennen, sind sie voller Hoffnung auf Frieden. Die Regisseurin Yael Reuveny hat sich entschieden, Israel zu verlassen. Jenes Foto stellt den Ausgangspunkt des Dokumentarfilms dar. Für den Film kehrt Reuveny zurück und trifft ihre ehemaligen Klassenkameraden, um zu sehen, was aus den Träumen und Idealen von damals geworden ist. Wie viele Israelis ihrer Generation hat auch die 1980 geborene Yael Reuveny ihrer Heimat den Rücken gekehrt, lebt im Ausland und dreht Dokumentarfilme. Doch die Bindung zu ihrer Heimat hat sie nie verloren, im Gegenteil, sie wurde gerade in der Ferne stärker. Ende der 80er Jahre lebte der israelische Staat in einer Phase der Hoffnung, die Zukunft sah rosig aus, Friedensabkommen mit den Nachbarn, vor allem den Palästinensern schienen möglich. Aktiv in Kriege verwickelt zu sein, schien den jungen Israelis einige Jahre später, als sie ihren für beide Geschlechter verpflichtenden Militärdienst begannen, undenkbar. Doch die Lage änderte sich. Was ist aus ihren Klassenkameraden geworden? Wo leben sie? Wie gehen sie mit der Geschichte ihres Landes um, mit den Hoffnungen, die sich vielleicht nicht erfüllt haben. Der ruhige, nachdenkliche und betont unspektakuläre Film KINDER DER HOFFNUNG, ist das Porträt einer Generation von Israelis, die in Zeiten des Friedens groß geworden sind, mit der Hoffnung auf eine Welt ohne Konflikte, die sich nicht bewahrheitet hat. (filmkunstkinos.de)

Trailer zum Film:

Die „Jüdischen Filmtage 2022“ sind eine gemeinsame Kooperation von: Synagogengemeinde Saar, Heinrich Böll Stiftung Saar, Kino 8 1/2, Landeshaupstadt Saarbrücken, Ministerium für Bildung und Kultur Saarland, Landeszentrale für politische Bildung Saarland, Volkshochschule Regionalverband Saarbrücken, Villa Lessing, Union Stiftung, Saartoto, Sparkasse Finanzgruppe, Arbeit & Kultur Saarland GmbH, Jüdisches Filmfestival Berlin Brandenburg, 1 A Pflegedienst GmbH, unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister der LH Saarbrücken Uwe Conradt.

Flyer der Filmreihe zum Download

Das komplette Programm auf der Website des Kino 8 1/2

Koschka Linkerhand: Möglichkeiten und Grenzen feministischer Sprachkritik

Mittwoch, 2. November 2022 / 19:00 Uhr
Solidarisches Kultur- und Sportkollektiv e.V. / Futterstraße 3 / Saarbrücken
Vortrag und Diskussion mit Koschka Linkerhand

„Es war ihr anzusehen, dass sie gleich
die Befrauschung verlor“

Bereits die Zweite Frauenbewegung hat untersucht, wie sehr unsere Sprache frauenverachtende Verhältnisse widerspiegelt: vom Wortschatz bis in ihre grammatischen Strukturen hinein. Mittlerweile gilt Sprachkritik und -politik als der König*innenweg für feministischen Aktivismus. Häufig werden andere patriarchale Unterdrückungs- und Ausbeutungsstrukturen kaum noch einbezogen. Wie lässt sich Sprache als Teil der gesellschaftlichen Gesamtmisere begreifen – und als taugliches Instrument zur streitbaren feministischen Auseinandersetzung?
Diese Fragen wollen wir mit euch diskutieren!
Hygienehinweis: Kommt bitte getestet zur Veranstaltung. Auf der Veranstaltung gilt die Maskenpflicht.
Eine Kooperationsveranstaltung mit: Linksjugend [’solid] Saarland, ConnAct Saar, Grüne Hochschulgruppe Saarland, Antifa Saar/Projekt AK und der Verein Crithink e. V.

Filmreihe Neue polnische Filme: SONGS ABOUT LOVE

Donnerstag, 8. Dezember / 20.00 Uhr
Kino 8 1/2, Nauwieserstr. 19 / Saarbrücken

SONGS ABOUT LOVE
PIOSENKI O MIŁOŚCI

PL 2022, R u B: Tomasz Habowski, K: Weronika Bilska, M: Kamil Holden Kryszak, Sch: Patrycja Piróg, D: Tomasz Wlosok, Justyna Swies, Andrzej Grabowski, Patricia Volny, Malgorzata Bogdanska, Pola Debkowska, 90 Min, s/w, OmU

Der erfolglose Musiker Robert steht zeit seines Lebens im Schatten seines Vaters, eines berühmten Schauspielers. Auf einer Feier lernt er die Kellnerin Alicja kennen, eine talentierte Sängerin und Songschreiberin, die jedoch die Öffentlichkeit scheut. Er überredet sie, mit ihm einige Songs aufzunehmen, und es entwickelt sich eine Liebesbeziehung zwischen den beiden – die allerdings zu zerbrechen droht, als Robert mit ihrer gemeinsamen Musik endlich den Durchbruch und den Respekt seines Vaters erlangen will. (neissefilmfestival.net)

In wunderschönen schwarz-weiß Bildern erzählt uns SONGS ABOUT LOVE eine bittersüße Geschichte über das Aufblühen von Gefühlen, über die im Inneren verborgenen Leidenschaften, über das Streben nach Träumen, Selbstverwirklichung und nach einem Lebensziel – manchmal ohne Rücksicht auf die Mitmenschen und ihre Gefühle. Es ist aber auch eine poetische Geschichte über die Fehler (nicht nur) der Jugend, das Verirren und die Suche nach dem eigenen Weg. Die von Alicja mit außergewöhnlicher Sensibilität gesungenen Lieder über die Liebe bleiben noch lange nach dem Kinobesuch im Ohr. (daskino.at)

Im Anschluss Filmgespräch mit dem Regisseur Tomasz Habowski.

 

Die Reihe „Neue Polnische Filme“ ist eine gemeinsame Kooperation von: Kino 8 1/2, Heinrich-Böll-Stiftung Saar, Deutsch-Polnische Gesellschaft Saar, Staatskanzlei des Saarlandes, LH Saarbrücken Stadtrat Mitte, Arbeit und Kultur Saarland GmbH, VHS des Regionalverbandes, Saarland Sporttoto, Union Stiftung, Arbeitskammer des Saarlandes, Polnisches Institut Berlin, Polnisches Institut Düsseldorf.

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Filmreihe Neue polnische Filme: THE WEDDING DAY

Donnerstag, 17. November / 20.00 Uhr
Kino 8 1/2, Nauwieserstr. 19 / Saarbrücken

THE WEDDING DAY
WESELE / DER HOCHZEITSTAG

 PL 2021, R u B: Wojciech Smarzowski, K: Piotr Sobocinski Jr., M: Mikolaj Trzaska, Sch: Krzysztof Komander, D: Robert Więckiewicz, Agata Kulesza, Michalina Łabacz, Andrzej Chyra, 107 Min, OmeU

Hochzeiten sind ein beliebtes Motiv im polnischen Kino: auch Altmeister Wojciech Smarzowski macht die Feier zum Mittelpunkt seines aktuellen Spielfilms. Das nichtsahnende Publikum könnte eine schwarze Komödie erwarten, doch der Regisseur verknüpft die Ereignisse auf einem Schweinebauernhof mit der düsteren Holocaust-Geschichte des Ortes. Langsam, aber sicher werden die Beziehungen der Familie zur Judenverfolgung im Zweiten Weltkrieg offenbart. Die Hochzeit in der Gegenwart wird von Rassismus, Habgier und Opportunismus geprägt – Gegenwart und Vergangenheit sind auf ewig miteinander verbunden.
Smarzowski gelingt mit seinem Film ein ehrlicher Blick auf die moderne Welt und eine dramatische Reise in die Vergangenheit, die niemanden gleichgültig lassen wird. Wir laden Sie herzlich ein zu einer fesselnden Erzählung über die bedingungslose Liebe, die so stark ist, dass sie Grenzen überschreitet und stärker wirkt als jede Barriere. (deutsches-polen-institut.de)

Im Anschluss Online-Filmgespräch mit dem Regisseur Wojciech Smarzowski.

Die Reihe „Neue Polnische Filme“ ist eine gemeinsame Kooperation von: Kino 8 1/2, Heinrich-Böll-Stiftung Saar, Deutsch-Polnische Gesellschaft Saar, Staatskanzlei des Saarlandes, LH Saarbrücken Stadtrat Mitte, Arbeit und Kultur Saarland GmbH, VHS des Regionalverbandes, Saarland Sporttoto, Union Stiftung, Arbeitskammer des Saarlandes, Polnisches Institut Berlin, Polnisches Institut Düsseldorf.

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Filmreihe Neue polnische Filme: LEAVE NO TRACES

Mittwoch, 30. November / 19.00 Uhr
Kino 8 1/2, Nauwieserstr. 19 / Saarbrücken

LEAVE NO TRACES
ŻEBY NIE BYŁO ŚLADÓW

PL 2021, R: Jan P. Matuszyński, B: Kaja Krawczyk-Wnuk, K: Kacper Fertacz, M: Ibrahim Maalouf, Sch: Przemysław Chruścielewski, D: Sandra Korzeniak, Tomasz Ziętek, Agnieszka Grochowska, Aleksandra Konieczna, Mateusz Górski, Jacek Braciak, Sebastian Pawlak, Robert Więckiewicz, 160 Min, OmU

 Polen in den 1980ern: Der junge Dichter Grzegorz Przemyk und ein Freund werden ohne triftigen Grund verhaftet; Przemyk wird auf der Polizeiwache so schwer misshandelt, dass er bald darauf an inneren Verletzungen stirbt. Als es danach zum Prozess kommt, versucht die Sicherheitsbehörde mit allen Mitteln, den Freund des Toten, der Zeuge der Tat war, und dessen Mutter, die widerständige Dichterin und Oppositionspolitikerin Barbara Sadowska, mundtot zu machen. Ein auf einer Reportage beruhendes Polit- und Justizdrama um einen staatlich koordinierten Mord, das ein beklemmendes Zeitbild der politischen Repression im Polen der 1980er entwirft und schonungslos die Methoden eines Regimes offenlegt, das Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit mit Füßen tritt und gezielt mit Lügen und Drohungen operiert. Dabei bleibt der Film stets nah an der Leidensgeschichte der Protagonisten, die in die Mühlen dieses Regimes geraten. (filmdienst.de)

Der Regisseur Jan P. Matuszyński wird zum Online-Filmgespräch zugeschaltet sein.

Die Reihe „Neue Polnische Filme“ ist eine gemeinsame Kooperation von: Kino 8 1/2, Heinrich-Böll-Stiftung Saar, Deutsch-Polnische Gesellschaft Saar, Staatskanzlei des Saarlandes, LH Saarbrücken Stadtrat Mitte, Arbeit und Kultur Saarland GmbH, VHS des Regionalverbandes, Saarland Sporttoto, Union Stiftung, Arbeitskammer des Saarlandes, Polnisches Institut Berlin, Polnisches Institut Düsseldorf.

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Filmreihe Neue polnische Filme: THE BALCONY MOVIE

Samstag, 5. November / 20.00 Uhr
Kino 8 1/2, Nauwieserstr. 19 / Saarbrücken

THE BALCONY MOVIE
BALKONOWY

PL 2021, R, B, K u Sch: Paweł Łoziński, M: Jan Duszyński, Sch: Paweł Łoziński, 100 Min, OmU, Dokumentarfilm

Die ganze Welt, eingefangen auf einem etwas tristen Gehweg in Warschau. Regisseur Paweł Łoziński stellte sich zwei Jahre lang mit der Kamera auf den Balkon seiner Wohnung und beobachtete von dort oben die Menschen, die unten vorbeigingen. Jene, die er sah und zum Reden brachte, sind jung und alt, Nachbarn oder einfach Passanten. Der Filmemacher spricht sie an, stellt Fragen, hört zu und schafft einen Raum für Gespräche, wie es sie zwischen Unbekannten selten gibt. Wie reagieren Vorbeigehende, wenn sie vom Balkon aus gefilmt und von oben herab angesprochen, aufgehalten werden? Gehen sie kopfschüttelnd weiter? Oder lassen sie sich auf den Dialog ein? Dieser Ort und diese herbeigeführte Gelegenheit scheinen perfekt zu sein, um einen Film zu drehen, der seine eigenen Prämissen reflektiert. Denn offenbar haben Menschen ein ziemlich großes Bedürfnis, aus dieser ungewöhnlichen Position heraus von sich zu erzählen. Ob in Eile oder schlendernd, fröhlich oder nachdenklich, posierend oder ganz natürlich: Alle zufällig ins Blickfeld geratenden Beteiligten offenbaren etwas Besonderes. Jede Begegnung, so ungeplant sie ist, entpuppt sich als einzigartig. Manche Erwartung an einen bestimmten Typ Mensch wird enttäuscht, denn in Schubladen lässt sich kaum jemand stecken. Łozińskis Versuchsanordnung lädt zum Innehalten ein, zum Warten, bis die Welt in den Kamerawinkel tritt. (Lina Dinkla, dok-leipzig.de)

Mit Online-Filmgespräch mit dem Regisseur Paweł Łoziński.

Die Reihe „Neue Polnische Filme“ ist eine gemeinsame Kooperation von: Kino 8 1/2, Heinrich-Böll-Stiftung Saar, Deutsch-Polnische Gesellschaft Saar, Staatskanzlei des Saarlandes, LH Saarbrücken Stadtrat Mitte, Arbeit und Kultur Saarland GmbH, VHS des Regionalverbandes, Saarland Sporttoto, Union Stiftung, Arbeitskammer des Saarlandes, Polnisches Institut Berlin, Polnisches Institut Düsseldorf.

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Filmreihe Neue polnische Filme: BACK TO THOSE DAYS

Samstag, 29. Oktober / 20.00 Uhr
Kino 8 1/2, Nauwieserstr. 19 / Saarbrücken

BACK TO THOSE DAYS
POWRÓT DO TAMTYCH DNI

PL 2021, R u.B: Konrad Aksinowicz, K: Jakub Jakielaszek, Sch: Witold Chominski, M: Marcin Masecki, D: Maciej Stuhr, Weronika Ksiazek, Teodor Koziar, Kacper Janusinski, Marek Marchewa, Oliwia Golebiowska, F, 104 Min, OmeU

Der Film spielt im Polen der 1990er Jahre. Tomek lebt allein mit seiner Mutter, weil sein Vater Alek in die USA gegangen ist, um Geld zu verdienen. Der 12-jährige Jungen idealisiert seinen Vater, wobei er ihn in Wirklichkeit gar nicht kennt. Unerwartet taucht der Vater mit einem Haufen Geschenken zu Hause auf, ohne den Grund seiner Rückkehr zu erklären. Alle scheinen glücklich zu sein, aber es liegt etwas Beunruhigendes in der Luft. Alek hatte keinen Erfolg in USA und will jetzt in Polen jetzt bleiben, aber er kommt mit der neuen Realität des Landes nicht klar. Im Laufe der Zeit wird Aleks Alkoholsucht immer deutlicher. Die Krankheit zerstört nach und nach die Familie und damit Tomeks Kindheit.

Aksinowicz‘ gelingt die eindrucksvolle Darstellung der Alkoholkrankheit aus der Perspektive eines Kindes. Der Regisseur konzentriert sich ganz auf Tomek, dessen Alltag von den Launen seines Vaters geprägt ist. Maciej Stuhr, der die Rolle des Alek spielt, zeigt definitiv eine der besten Rolle seiner Karriere. Er spielt die Rolle eines Mannes, der Träume und Ambitionen hatte, nuanciert. Der unerfüllte amerikanische Traum und die Rückkehr in die graue Realität führt ihn wieder dem Alkohol zu. Stuhr spielt nicht den typischen Betrunkenen, den wir so oft auf der Leinwand gesehen haben, sondern zeigt auch die Verzweiglung eines liebenden Vaters und Ehemanns. Er hat für seine Rolle den Polnischen Filmpreis für den besten Darsteller des Jahres bekommen.

Im Anschluss Online-Diskussion mit dem Regisseur Konrad Aksinowicz.

Die Reihe „Neue Polnische Filme“ ist eine gemeinsame Kooperation von: Kino 8 1/2, Heinrich-Böll-Stiftung Saar, Deutsch-Polnische Gesellschaft Saar, Staatskanzlei des Saarlandes, LH Saarbrücken Stadtrat Mitte, Arbeit und Kultur Saarland GmbH, VHS des Regionalverbandes, Saarland Sporttoto, Union Stiftung, Arbeitskammer des Saarlandes, Polnisches Institut Berlin, Polnisches Institut Düsseldorf.

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Filmreihe Neue polnische Filme: ALL OUR FEARS

Freitag, 14. Oktober 2022 / 20.00 Uhr
Kino 8 1/2, Nauwieserstr. 19 / Saarbrücken

ALL OUR FEARS
WSZYSTKIE NASZE STRACHY

PL 2021, R: Łukasz Ronduda, Łukasz Gutt, B: Łukasz Ronduda, Michał Oleszczyk, Katarzyna Sarnowska, K: Łukasz Gutt, M: Igor Kłaczyński, Marcin Lenarczyk, Bartosz Łupiński, D:  Dawid Ogrodnik, Maria Maj, Andrzej Chyra, Oskar Rybaczek, Jacek Poniedziałek, Agata Łabno, Jowita Budnik, Ewa Konstancja Bułhak, 94 Min, OmU

In Daniel Rycharski scheinen zwei Welten aufeinander zu prallen. Einerseits sind seine Aktionen und Installationen fester Bestandteil der urbanen Kunstszene, in der auch sein Bekenntnis zur Homosexualität kein großes Thema ist. Andererseits lebt er nach wie vor in der erzkonservativen Provinz, wo er sich nicht nur als Teil der Dorfgemeinschaft versteht, sondern auch als engagiertes Mitglied der volksfrommen Kirchengemeinde. Kunst und Gesellschaft sind für ihn untrennbar miteinander verbunden, doch mit seinen Skulpturen und Happenings eckt er bei den unmittelbaren Nachbarn massiv an – vor allem, wenn er darin die Ausgrenzung von LGBT-Personen thematisiert. Ronduda erweist sich erneut als Meister darin, die soziale Relevanz von Kunst verständlich zu bebildern. In seinem trotz des theoretischen Unterbaus empathischen, bisweilen zu Tränen rührenden Drama gelingt ihm ein seltenes Kunststück: Er verweist nicht nur auf gesellschaftliche Gräben, sondern schlägt auch Brücken darüber und zeigt, wie scheinbar unversöhnliche politische Lager miteinander in Dialog treten können. Und das nicht nur in der Theorie: Rycharski gibt es wirklich. (Rainer Mende, insytutpolski.pl)

Łukasz Ronduda (geb. 1976) ist Regisseur, Drehbuchautor und Kurator des Museums für Zeitgenössische Kunst in Warschau. In seinen drei Spielfilmen Performer (2015), Serce miłosći (2017) und ALL OUR FEARS verbindet er Kunst, Künstlerporträts und dramatische Geschichte zu einem Gesamtkunstwerk mit ganz eigener Handschrift.

Im Anschluss Filmgespräch mit dem Co-Drehbuchautor Michał Oleszczyk.

Die Reihe „Neue Polnische Filme“ ist eine gemeinsame Kooperation von: Kino 8 1/2, Heinrich-Böll-Stiftung Saar, Deutsch-Polnische Gesellschaft Saar, Staatskanzlei des Saarlandes, LH Saarbrücken Stadtrat Mitte, Arbeit und Kultur Saarland GmbH, VHS des Regionalverbandes, Saarland Sporttoto, Union Stiftung, Arbeitskammer des Saarlandes, Polnisches Institut Berlin, Polnisches Institut Düsseldorf.

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Filmreihe Neue polnische Filme: OTHER PEOPLE

Dienstag, 11. Oktober 2022 / 20.00 Uhr
Kino 8 1/2, Nauwieserstr. 19 / Saarbrücken

OTHER PEOPLE
INNI LUDZIE

PL 2021, R u B:  Aleksandra Terpińska, K: Bartosz Bieniek, M: Auer, Sch: Magdalena Chowańska, D: Jacek Beler, Sonia Bohosiewicz, Magdalena Koleśnik, Marek Kalita, Sebastian Fabijański, 106 Min, OmU

Wenn man aus einer Arbeiterwohnung in einem der großen Warschauer Betonviertel stammt, sind die Lebensträume bescheiden: ein hübsches Mädchen, eine eigene Hiphop-Platte und damit natürlich viel Kohle. So hält sich Kamil mit Gelegenheitsjobs und etwas Dealerei mehr schlecht als recht über Wasser und verflucht die Ödnis des Alltags. Kann die hübsche Drogerie-Verkäuferin Aneta diesen etwas aufhellen? Oder ebnet ihm die reiche, aber von ihrer Ehe gelangweilte Iwona den Weg zu Geld und Ruhm? Und warum zur Hölle geistert permanent ein rappender Jesus durch die Szenerie?
Wer einmal einen Text der Star-Autorin Dorota Masłowska gelesen hat, weiß, was ihn/sie erwartet: eine wild schlingernde Handlung, Gesellschaftskritik, massenhaft pop-/kulturelle Zitate, Blicke in die Abgründe urbaner Milieus im frühen 21. Jahrhundert und eine Sprache, die viel mehr verrät als das Gesagte. Auch Terpińskas Leinwandfassung ist ein wilder Rausch, der weniger eine Geschichte erzählt als vielmehr einen Bewusstseinsstrom visualisiert. Das Tempo ist stabil hoch und absurder Sarkasmus zieht sich durch den ganzen Film, der sich anfühlt wie ein schlechter Trip. (Rainer Mende, instytutpolski.pl)
Aleksandra Terpińska (geb. 1983) hat in Katowice studiert. Neben diversen Regieassistenzen hat sie einige Serien-Episoden sowie Kurzfilme gedreht, von denen vor allem „Święto zmarłych“ (2011), „Ameryka“ (2015) und „Najpiękniejsze fajerwerki ever“ (2017) international Preise errangen. INNI LUDZIE ist ihr erster Langspielfilm.

Im Anschluss Filmgespräch mit der Regisseurin Aleksandra Terpińska.

Die Reihe „Neue Polnische Filme“ ist eine gemeinsame Kooperation von: Kino 8 1/2, Heinrich-Böll-Stiftung Saar, Deutsch-Polnische Gesellschaft Saar, Staatskanzlei des Saarlandes, LH Saarbrücken Stadtrat Mitte, Arbeit und Kultur Saarland GmbH, VHS des Regionalverbandes, Saarland Sporttoto, Union Stiftung, Arbeitskammer des Saarlandes, Polnisches Institut Berlin, Polnisches Institut Düsseldorf.

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LESUNG Katerina Poladjan: Zukunftsmusik

Mittwoch, 30. November 2022 / 19:00 Uhr
Politische Akademie der SDS / Europaallee 18 / 66113 Saarbrücken

Die Geschichte eines Aufbruchs: In der sibirischen Weite, tausende Werst östlich von Moskau, leben in einer Kommunalka auf engstem Raum Großmutter, Mutter, Tochter und Enkelin unter dem bröckelnden Putz einer vergangenen Zeit. Es ist der 11. März 1985, Beginn einer Zeitenwende, von der noch niemand etwas ahnt. Alle gehen ihrem Alltag nach. Der Ingenieur von nebenan versucht, sein Leben in Kästchen zu sortieren, Warwara hilft einem Kind auf die Welt, Maria träumt von der Liebe, Janka will am Abend in der Küche singen. „Zukunftsmusik“ ist ein großer Roman über vier Leben am Wendepunkt, über eine untergegangene Welt, die bis heute nachwirkt, über die Absurdität des Daseins und die große Frage des Hier und Jetzt: Was tun?

Bild Katerina Poladjan
Katerina Poladjan © Henning Fritsch

Katerina Poladjan, geb. 1971 in Moskau, lebt seit 1979 in Deutschland. Auf ihr Prosadebüt „In einer Nacht, woanders“ folgte „Vielleicht Marseille“ und gemeinsam mit Henning Fritsch schrieb sie den literarischen Reisebericht „Hinter Sibirien“. Im Juni 2019 erschien ihr dritter Roman „Hier sind Löwen“ beim S. Fischer Verlag. Katerina Poladjan absolvierte ein Studium der Angewandten Kulturwissenschaften an der Leuphana Universität in Lüneburg und ein Studium der Darstellenden Kunst in München. Sie nahm 2015 bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt teil, war für den Alfred-Döblin-Preis nominiert und erhielt Stipendien des Deutschen Literaturfonds, des Berliner Senats und der Robert Bosch Stiftung. 2016 war sie Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya in Istanbul. 2021 wurde sie mit dem Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund ausgezeichnet. 2022 erhielt sie den Chamisso-Preis der Stadt Dresden und den Rheingau-Literaturpreis.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Stiftung Demokratie Saarland und Ludwig Hofstätter im Rahmen der Lesereihe BÖLL & HOFSTÄTTER.

Die Eintrittskarten (8 Euro, erm. 5 Euro) erhalten Sie in der Buchhandlung St. Johann, Kronenstraße 6, 66111 Saarbrücken, Tel.: 0681-95805464 oder über: buchhandlung.st.johann@t-online.de

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