Prof. Dr. Andrei S. Markovits: „Der Pass ist mein Zuhause – Aufgefangen in Wurzellosigkeit“

Freitag, 14. Oktober 2022 / 18:00 Uhr
Politische Akademie der SDS / Europaallee 18 / 66113 Saarbrücken

„Der Pass mein Zuhause“ ist die bewegte Autobiografie eines jüdischen Intellektuellen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die geprägt ist von vielfältigen Orten, Sprachen und Emigrationen. Gerade durch die Wurzellosigkeit erhielt Markovits Trost, Beistand und Inspiration für sein Lebenswerk. Auf seiner Suche nach einer Heimat begegnen wir seiner Auseinandersetzung mit den wichtigen politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen von fünf Jahrzehnten auf zwei Kontinenten.

Markovits nimmt uns mit auf eine Reise durch die Höhen und Tiefen Europas und Amerikas nach 1945. Indem er die kulturellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Kontinente beleuchtet, zeigt er, warum Amerika ihn, als Europäer, so faszinierte und ihm eine Heimat bieten konnte, die es in Europa so nicht gab. Selbst wenn die Hässlichkeit des Rassismus und eine wachsende ökonomische Ungleichheit die Alltagserfahrungen auch dort immer wieder beeinträchtigen, so war Amerika für ihn doch tatsächlich die weithin ausstrahlende ‚city upon the hill‘, die sich durch akademische Exzellenz, intellektuelle Offenheit, kulturelle Vielfalt und religiöse Toleranz auszeichnet.

8/5/15 Studio portrait of Andrei Markovits

Prof. Dr. Andrei S. Markovits, geb. 1948, studierte an der Columbia University in New York Politikwissenschaft, Soziologie, Geschichte, Betriebswirtschaft und Ökonomie. 1976 folgte die Promotion. Im Anschluss wurde er Fellow am Center for European Studies der Harvard University, wo er die Zeitschrift German Politics and Society gründete und zwanzig Jahre lang als Chefredakteur herausgab. Markovits hatte zahlreiche professorale Stellen in den Vereinigten Staaten inne sowie Gastprofessuren an Universitäten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Israel. Seit 1999 unterrichtet er Politikwissenschaft und Soziologie an der University of Michigan (Karl W. Deutsch Collegiate Professur für Comparative Politics and German Studies). 2012 wurde Markovits das Bundesverdienstkreuz verliehen. Er veröffentlichte zu deutschlandbezogenen Themen wie Gewerkschaften, Sozialdemokratie, neue soziale Bewegungen, Grüne, Antisemitismus, Antiamerikanismus, deutsch-jüdische Beziehungen und über Männer- und Frauenfußball. Seine zahlreichen Aufsätze und Bücher erschienen in 15 Sprachen. Seine jüngste Publikation: „Der Pass mein Zuhause: Aufgefangen in Wurzellosigkeit“ (dt. 2021).

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Stiftung Demokratie Saarland