Jüdische Filmtage: SHIVA BABY

Sonntag, 13. November 2022 / 19:00 Uhr
Kino 8 1/2, Nauwieserstr. 19 / Saarbrücken

USA/CDN 2020, R: Emma Seligman, B: Emma Seligman, K: Maria Rusche, M: Ariel Marx, Sch: Hanna A. Park, D: Rachel Sennott, Molly Gordon. Polly Draper, Danny Deferrari, Fred Melamed, Dianna Agron, Jackie Hoffman, 77 Min, OmU

Eine junge Frau wird auf einer jüdischen Trauerfeier mit den Unzulänglichkeiten ihres beruflich wie privat ungeordneten Lebens konfrontiert. Die Anwesenheit ihrer Kindheitsfreundin, mit der sie eine ungeklärte Affäre verbindet, sowie des verheirateten Mannes, mit dem sie gegen Geld schläft, lässt die Situation eskalieren. Der kammerspielartige Film seziert mit scharfem Blick Verwandtschaftsbeziehungen und Generationenkonflikte und kreiert mit sicherem inszenatorischem Gespür eine bestechende Mischung aus klaustrophobischer Stimmung und umwerfend komischen Momenten. Dazu kommen eine überzeugende Kameraarbeit, eindrückliche Filmmusik sowie überragende schauspielerische Leistungen.
Am Ende von SHIVA BABY fühlt man sich exakt so, wie die Hauptfigur zu diesem Zeitpunkt aussieht: derangiert und völlig erschöpft. Und doch würde man sich den Film am liebsten gleich noch einmal ansehen. Zu zahlreich sind die kreativen Einfälle auf der Bild- und Tonebene, als dass man beim erstmaligen Schauen wirklich jedes der vielen wunderbaren Details aufnehmen könnte. Der Film ist ein Meisterwerk in Sachen Dialog- und Schauspielführung, Wortwitz und visuellen Spielideen, und er birst nur so vor absurden Dialogen und skurrilen Figuren. Es ist kaum zu glauben, dass die Dramödie zugleich ein (Langfilm-)Debüt ist. Autorin und Regisseurin Emma Seligman hat mit SHIVA BABY ihren gleichnamigen Abschluss-(Kurz-)Film an der New York Tisch School in abendfüllender Länge adaptiert. (Katharina Zeckau, filmdienst.de).

Im Anschluss: Online-Filmgespräch mit dem Regisseur Damir Lukačevik.

Trailer zum Film:

Die „Jüdischen Filmtage 2022“ sind eine gemeinsame Kooperation von: Synagogengemeinde Saar, Heinrich Böll Stiftung Saar, Kino 8 1/2, Landeshaupstadt Saarbrücken, Ministerium für Bildung und Kultur Saarland, Landeszentrale für politische Bildung Saarland, Volkshochschule Regionalverband Saarbrücken, Villa Lessing, Union Stiftung, Saartoto, Sparkasse Finanzgruppe, Arbeit & Kultur Saarland GmbH, Jüdisches Filmfestival Berlin Brandenburg, 1 A Pflegedienst GmbH, unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister der LH Saarbrücken Uwe Conradt.

Der Flyer der Filmreihe zum Download

Das komplette Programm auf der Website des Kino 8 1/2