Neue Polnische Filme: SUPERNOVA

Donnerstag, 19. November / 20.00 Uhr
Kino 8 1/2, Nauwieserstr. 19 / Saarbrücken

PL 2019, R u B: Bartosz Kruhlik, K: Michal Dymek, Sch: Magdalena Chowans-ka, M: Endy Yden,D: Marcin Hycnar, Marcin Zarzeczny, Agnieszka Skibicka, Anna Mrozowska, FSK: kA, 78 Min, OmU

Iwona hat sich von Michal getrennt. Sie nimmt ihre Kinder mit sich. Es darf angenommen werden, daß das alles nicht zum ersten Mal geschieht: sie verlässt ihn, er torkelt ihr betrunken schreiend auf der Straße hinterher. Aber diesmal ist es anders: sie verlässt Michal für Slawek. Michal stolpert, stürzt in den Straßengraben und sieht nicht, wie Iwona von einem Auto angefahren wird. Das Leben dreier Männer wird von dem Autounfall erschüttert. Das von Michal, als er wieder zur Besinnung kommt und die Tragweite für sich und seine Familie begreift. Das des jungen Polizeibeamten, der als erster zu dem Unfallort gerufen wird. Und das des Fahrers, der zunächst die Flucht ergreifen will, dann aber realisiert, sich auf diese Weise niemals aus der Verantwortung ziehen zu können. SUPERNOVA kombiniert perfekt individuelle Schicksale den Problemen der polnischen Gesellschaft. Die Handlung des Films spielt auf einer leeren Landstraße, während die Ereignisse immer weitere gesellschaftliche Gruppen einbeziehen. Der Film zeichnet das Bild sozialer und politischer Abhängigkeit nach. Er ist zwar in Polen verortet, greift dabei aber universelle Themen auf, wie z.B. politische Seilschaften, schwindender Einfluss von Autoritäten, Psychologie der Menge, Religiosität, aber auch Verhältnis von Verbrechen und Bestrafung. All dies wird vom Regisseur gekonnt in einer Geschichte verflochten, die nur wenigen Stunden spielt und nie überfrachtet wird.

Begrüßung: Waldemar Spallek, Kino achteinhalb. Nach dem Film findet ein Filmgespräch mit dem Regisseur via Skype statt.

Die Reihe „Neue polnische Filme“ ist eine Veranstaltungsreihe des Kinos achteinhalb und der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Saar in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Saar, dem Ministerium für Finanzen und Europa, der Arbeit und Kultur Saarland GmbH, der Arbeitskammer des Saarlandes, der Union Stiftung, der VHS des Regionalverbands Saarbrücken und der Saarland Sporttoto GmbH.

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