Vortrag von Luca Zarbock: Blau-Schwarz unterm Hakenkreuz. Der 1. FC Saarbrücken und seine Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus

1933 übernahm der Nationalsozialismus die Macht nicht nur im deutschen Staat, sondern auch im deutschen Fußball. Jüdische Sportler und Funktionäre wurden aus den Vereinen gedrängt, statt dem Sieg auf dem Platz stand der Sieg der faschistischen Ideologie im Mittelpunkt.
Eine besondere Rolle kam in diesem Zuge dem FV Saarbrücken zu, dem Vorgängerverein des 1. FC Saarbrücken. Vor der Saarabstimmung 1935 mobilisierte der Club massiv für den Anschluss des Saarlandes an Hitlerdeutschland und gliederte sich in den Folgejahren mit großer Freude in die nationalsozialistische Volksgemeinschaft ein.
Der Vortrag geht auf Spurensuche in den dunklen Kapiteln der blau-schwarzen Geschichte und skizziert, wie Antisemitismus, deutscher Nationalismus und soldatische Männlichkeit innerhalb des Vereins verbreitet und mit dem Fußballsport verknüpft wurden.
Auch die führenden Funktionäre dieser selbstgewählten Gleichschaltung sollen porträtiert und Kontinuitäten nach dem Zweiten Weltkrieg beleuchtet werden. Während Fußballvereine auf das Tagesgeschäft schauen, sind es einige wenige Fans, die diese unrühmliche Geschichte in ihren Vereinen aufarbeiten.
Luca Zarbock (M.A.) ist Politik- und Kommunikationswissenschaftler und arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Initiative Interdisziplinäre Antisemitismusforschung Trier. Darüber hinaus ist er Teil des Arbeitskreises Blau-Schwarze Geschichte, welcher sich der Erforschung der NS-Geschichte des 1. FC Saarbrücken widmet.
Eine Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Saar und der Aktion 3. Welt Saar.
