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Klaus Gietinger Film 1: Lond it luck

Mittwoch, 4. März 2020 / 20 Uhr
Kino achteinhalb / Nauwieserstr. 19 / 66111 Saarbrücken

Aus der Geschichte des Allgäuer Bauernkrieges, BRD 1980, 100 Minuten

No-Budget-Spielfilm mit Laien, Schlacht- und Massenszenen, nach wahren Ereignissen im Allgäu 1525. „Lond it luck“ ist Allgäuer Mundart und heißt soviel wie „Lasst nicht locker“.

1520. Der FÜRSTABT VON KEMPTEN presst seine Bauern bis zum Geht-nicht-mehr aus. MARIA, Frau eines todgeprügelten Bauern, verliert die Hälfte ihrer Habe an den FÜRSTABT.
Der JUNGE PFAFFE bringt die Nöte der Bauern dem FÜRSTABT vor, der weist ihn brüsk ab. 1525. Der Druck auf die Bauern im Allgäu und am Bodensee ist so groß geworden, dass sie sich zu Christlichen Vereinigung zusammenschließen und mit dem FÜRSTABT verhandeln wollen. Die 12 Artikel werden verkündet. Der JUNGE PFAFFE flieht, schließt sich den Bauern an. Der Anführer der Allgäuer Bauern, der KNOPF ZU LEUBAS bittet den zur Leibeigenschaft gezwungenen SEBASTIAN mitzumachen, doch der lehnt ab. Die Bürgermeister von Kempten und Ravensburg verhandeln vergeblich mit dem FÜRSTABT. Gleichzeitig wird der TRUCHSESS VON WALDBURG zum Feldherren des Schwäbischen Bundes bestellt. Er soll gegen die Bauern vorgehen. Alle Verhandlungen scheitern, die Allgäuer stürmen das Schloss des FÜRSTABTES. Der TRUCHSESS, genannt der BAUERNJÖRG, zieht gegen die Lindauer. Deren Anführer fällt vor ihm auf die Knie und handelt einen Vertrag aus, der die Bauern spaltet. Der TRUCHSESS beginnt seinen Feldzug gegen die Aufständischen in ganz Deutschland. Schließlich kehrt er ins Allgäu zurück und schlägt die Allgäuer. Die Reste, darunter MARIA, der KNOPF und  SEBASTIAN, flüchten auf den Kohlenberg. Der TRUCHSESS lässt ihre Dörfer anzünden, die Feuer werfen in der Nacht ein gespenstisches Licht auf die Geflohenen… Noch heute leben die  Nachfahren des TRUCHSESS/BAUERNJÖRG als superreiche Großgrundbesitzer im Allgäu.

Drehbuch und Kamera: Klaus Gietinger, Regie: Klaus Gietinger, zusammen mit Leo Hiemer.
Produktion: Westallgäuer Filmproduktion (WAF, Klaus Gietinger, Leo Hiemer, Georg Veit und Günter Rudolph).
Mitarbeit: Günter Rudolph (Kamera), Ralph Ruhl (Ton), Georg Veit (Pyrotechnik).
Darsteller: Georg Veit, Klaus Gietinger, Leo Hiemer, Mechthild Stützle, Dieter Lattmann, Karl Häberle und ca. 150 Komparsen.

„Am Reichtum des heutigen Fürsten-Waldburg-Zeil, der riesige Ländereien, Wälder und Zeitungen besitzt, ist die damalige Machtstruktur noch gut ablesbar” Der Stern vom 30.4.1980, über die Dreharbeiten.
„Klassenkampf auf Schwäbisch” Archivrat des Fürsten von Waldburg-Zeil und Trauchburg in einem Leserbrief an die Schwäbische Zeitung vom 2.4.1980.

Eintritt: 5 Euro

Heinrich-Böll-Stiftung und VCD präsentieren Mobilitätsatlas

Donnerstag, 12. März 2020 / 19.00 Uhr
Filmhaus / Mainzer Str. 8 / 66111 Saarbrücken

Der Mobilitätsatlas – Daten und Fakten für die Verkehrswende

Eine Atlas-Publikation steht im Vordergrund der Präsentation mit Referent Dr. Werner Ried vom Verkehrsclub Deutschland: Der neue Mobilitätsatlas der Heinrich-Böll-Stiftung und Verkehrsclub Deutschland beleuchtet aktuelle Themen der Verkehrswende.

Dr. Werner Ried wird ausgewählte Themen aufgreifen mit besonderem Blick auf die saarländische Situation der Verkehrspolitik.

Dr. Werner Ried ist stellvertretender Vorsitzender des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), Landesverband Saar, und ein saarländischer Bahnexperte par excellence. Er hat bei dem  Verkehrswissenschaftler und Geografen Heiner Monheim in Trier promoviert. Sein Thema ist das Entwicklungspotenzial der Eisenbahnen im SaarLorLux-Raum. Mit Reinhard Klimmt schrieb er 2010 ein visionäres Buch zum gleichen Thema: »Auf die Schiene mit der Großregion «. Ried ist Mitarbeiter zweier Eisenbahnen: In Frankfurt arbeitet er für DB Fernverkehr zur digitalen Transformation; bei der saarländische BahnLog GmbH ist er stellvertretender Eisenbahnbetriebsleiter. Jüngstes Interview zur Situation des Bahnverkehrs im Saarland: „Eisenbahn findet hier in den Köpfen nicht statt“. (Saaarbrücker Hefte Nr. 120, Dezember 2019)

Eintritt frei.
Je ein kostenloses Exemplar des Mobilitätsatlas liegt für die Besucher*innen der Veranstaltung bereit soweit der Vorrat reicht.
Mehr Infos: https://www.boell.de/de/mobilitaetsatlas
Eine Kooperationsveranstaltung der Heinrich-Böll-Striftung Saar mit dem Verkehrsclub Deutschland.

Tagung: Der Generalstreik gegen den Kapp-Putsch

Samstag, 14. März 2020 / 13 bis 19 Uhr
Stiftung Demokratie Saarland / Europaallee 18 / Saarbrücken

13. März 1920: Generalstreik gegen den Kapp-Putsch

Nur wenige Monate nach ihrer Gründung wird die Weimarer Republik von innen bedroht: Rechtsradikale Milizen und Freikorps und ihre politischen Bündnispartner wollen die Demokratie und Arbeiterbewegung zerschlagen. Gegen diesen sogenannten „Kapp-Putsch“, benannt nach einem Anführer der Putschisten, rufen die Führungen der Arbeiterparteien und die Gewerkschaften zum Generalstreik auf. Am frühen Morgen des 13. März besetzt die 6ooo Soldaten zählende Marinebrigade Ehrhardt – deren Angehörige ein Hakenkreuz auf ihrem Helm tragen – das Berliner Regierungsviertel und ernennt den Generallandschaftsdirektor und Aufsichtsrat der Deutschen Bank Wolfgang Kapp zum Reichskanzler. Ihr Ziel ist die Beseitigung der Regierung und die Zerschlagung der Republik. Da die Reichswehr nicht bereit ist, gegen die Putschisten militärisch vorzugehen, flieht die Regierung aus Berlin. Am Nachmittag des 13. März rufen Siegfried Aufhäuser, der Vorsitzende der „Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände“ (AfA), und der Vorsitzende des „Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes“ (ADGB), Carl Legien, gemeinsam zum Generalstreik gegen den Putsch auf: „Die deutsche Republik ist in Gefahr!“ Es ist die größte Streikbewegung der deutschen Geschichte, die in vielen Regionen und Städten zum bewaffneten Aufstand gegen die rechtsradikalen Freikorps und die sie unterstützenden Formationen von Sicherheitspolizei und Reichswehr führt.

Der Generalstreik zeigt Wirkung: Die Putschisten müssen nach vier Tagen aufgeben. In verschiedenen Regionen Deutschlands jedoch gehen die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Militär und Arbeiterschaft weiter, am heftigsten im Ruhrgebiet, wo bis zu einhunderttausend bewaffnete Arbeiter (aus SPD, USPD und KPD) gemeinsam gegen die Putschisten Widerstand leisten. Die demokratische Republik wird durch den einheitlichen Widerstand der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung gerettet. Nach Beendigung des Generalstreiks gehen die Kämpfe jedoch weiter. Die Forderungen der Volksbewegung nach Demokratisierung der Republik, nach Aufbau einer demokratischen Verwaltung und Armee, nach Sozialisierung der Schwerindustrie werden ignoriert. Im Gegenteil. Die Regierung in Berlin setzt die Reichswehr und die Freikorps, die gegen sie geputscht haben ein, um den Widerstand brutal zu zerschlagen.

Die damaligen Ereignisse und ihre fatalen Nachwirkungen stehen im Mittelpunkt unserer Tagung.

Es werden sprechen:
Klaus Gietinger über den Putsch und die Abwehrkämpfe
Martin Jander über den Generalstreik
Birgit Metzger über das Saargebiet und den Kapp Putsch
Joana Seiffert über die Erinnerung an Generalstreik und Aufstand

Wir bitten um Anmeldung für die Teilnahme an der Tagung: boell.stiftung(at)t-online.de oder über das Anmeldeformular:
https://www.stiftung-demokratie-saarland.de/vortraege/vortrag/der-generalstreik-gegen-den-kapp-putsch/
Eine Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Saar in Kooperation mit der Stiftung Demokratie Saarland.

Bild: Lkw der Putschisten Mitte März 1920 auf dem Potsdamer Platz in Berlin. Deutlich die Hakenkreuze auf den Stahlhelmen und dem Lkw. Bundesarchiv Bild 146-1970-051-65

Flyer zum Download (PDF)


Zu den Referenten:

Klaus Gietinger mit einem Überblick über den Putsch und die Abwehrkämpfe
Der Referent Klaus Gietinger ist Autor, Regisseur und Sozialwissenschaftler, mehrere Kinofilme, zahlreiche TV-Movies, Serien und 7 Tatorte (Buch und Regie), diverse internationale Preise. Nominiert für den Grimmepreis 2018 für den Dokumentarfilm „Wie starb Benno Ohnesorg – Der 2. Juni 1967“. Zahlreiche Sachbücher und zwei Romane. Mehr Infos: www.gietinger.de. Zuletzt erschienen: Klaus Gietinger: Der Kapp-Putsch 1920 – Abwehrkämpfe – Rote Ruhrarmee, Schmetterling Verlag, Stuttgart, Februar 2020

Martin Jander über den Generalstreik
Dr. Martin Jander, geboren am 21. Januar 1955, ist Historiker. Seine Dissertation verfasste er 1995 zum Themenbereich DDR-Opposition. Er unterrichtet moderne deutsche Geschichte im europäischen Kontext an den Dependancen der Stanford University und der New York University in Berlin sowie im Programm von FU-BEST. Jander arbeitete bis 2017 mit W. Kraushaar und T. Skelton-Robinson an einer Chronik des linken deutschen Terrorismus und seiner internationalen Verbindungen. Einzelne Ergebnisse des Projekts wurden bereits veröffentlicht. Martin Jander schreibt für den „Tagesspiegel“, die „Jüdische Allgemeine“ sowie die Internet-Plattformen „haGalil“ und „starke meinungen“. Seine letzte Publikation: Enrico Heitzer, Martin Jander, Anetta Kahane (Hrsg.), Nach Auschwitz: Schwieriges Erbe DDR, Frankfurt 2018.

Birgit Metzger über das Saargebiet und den Kapp Putsch
Birgit Metzger ist Kulturwissenschaftlerin und Historikerin. Ihre Dissertation verfasste sie zur Waldsterbensdebatte der 1980er Jahre. Sie forscht und lehrt zu Umweltgeschichte, sozialen Bewegungen und Protestkulturen sowie Unfall- und Risikogeschichte im 20. Jahrhundert. Nach Tätigkeiten am FRIAS und USIAS sowie der Universität Freiburg ist sie derzeit  wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Neuere Geschichte und Landesgeschichte an der Universität des Saarlandes, wo sie ein Forschungsprojekt zum Bergbau in der Saarregion bearbeitet.

Joana Seiffert über die Erinnerung an Generalstreik und Aufstand
Joana Seiffert (Bochum) beschäftigt sich im Rahmen ihrer Dissertation mit der Rezeptions- und Erinnerungsgeschichte zum Ruhrkampf vom Frühjahr 1920. Nach wissenschaftichen Tätigkeiten am Bochumer Institut für Soziale Bewegungen sowie am Lehrstuhl für Geschichtsdidaktik der Ruhr-Universität Bochum, ist sie derzeit Lehrerin am Hans-Schwier-Berufskolleg in Gelsenkirchen. Sie ist Mitherausgeberin des Sammelbandes Erinnerungsorte. Chancen, Grenzen und Perspektiven eines Erfolgskonzeptes in den Kulturwissenschaften (Essen 2014) und hat im Rahmen von Zeit-Räume Ruhr (hg. von Stefan Berger u.a., Essen 2019) zuletzt über den Ruhrkapf als einen Erinnerungsort des Ruhrgebiets publiziert.


Im Folgenden finden Sie kurze Texte der Referenten als Einstieg in das Thema (Download als PDF).

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Vortrag Prof. Dr. Manfred Berg: Die USA vor den Präsidentschaftswahlen

18:00 Uhr
Politische Akademie der SDS / Europaallee 18 / 66113 Saarbrücken

Ein historischer Blick auf die Wahl 2020

In seinem Vortrag wird Prof. Dr. Manfred Berg, Inhaber des Curt-Engelhorn-Lehrstuhls für Amerikanische Geschichte an der Universität Heidelberg und Kenner der US-Politikgeschichte, die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in eine größere historische Perspektive einordnen. Wie hat sich die Bedeutung dieser Wahl verändert? Welche Muster und Lehren lassen sich aus den zurückliegenden 232 Jahren, seit zum ersten Mal ein US-Präsident gewählt wurde, ableiten? Welche Chancen haben Amtsinhaber und Herausforderer? Welche Anomalien können auftreten? Welche Bedeutung kommt der Wahl 2020 zu?

Prof. Dr. Manfred Berg ist seit 2005 Curt-Engelhorn-Stiftungsprofessor für Amerikanische Geschichte an der Universität Heidelberg. Zuvor war er unter anderem an der Freien Universität Berlin und am Deutschen Historischen Institut in Washington, D.C. tätig. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung, die Rassenbeziehungen in den USA, Lynchjustiz und Mobgewalt sowie die Geschichte der US-Außenpolitik und die Politikgeschichte der USA.  Zu seinen jüngsten Publikationen zählen u.a. „Geschichte der USA“ (2013), „Lynchjustiz in den USA“ (2014). 2017 veröffentlicht er über den US-Präsidenten Woodrow Wilson die Biografie „Woodrow Wilson. Amerika und die Neuordnung der Welt“. Manfred Berg schreibt zudem regelmäßig historische Beiträge für DIE ZEIT. 

Der Eintritt ist frei. Eine Kooperationsveranstaltung mit der Stiftung Demokratie Saarland – SDS.

Klaus Gietinger Film 2: Land der Räuber und Gendarmen

Donnerstag, 19. März 2020 / 20 Uhr
Kino achteinhalb / Nauwieserstr. 19 / 66111 Saarbrücken

Die UdSSR verkauft die DDR an die BRD (Vision des Films von 1982)

Kleines Fernsehspiel über den langen Arm des Faschismus, BRD 1982, 92 Minuten

Experimenteller Spielfilm, der munter Spiel, Doku- und Trickfilmszenen durcheinander wirbelt (Schwabenspiegel 1982).
Eine Allgäuer Familie 1980. HELMUT, der Sohn will den Kriegsdienst verweigern, seine erste Liebe, CHRISTA wird schwanger. Sein ONKEL kehrte traumatisiert aus dem Krieg zurück und
sitzt in der Klapse. Die OMA hält den ganzen Laden zusammen und liest Alexander Kluge. Dem Moderator ALEXANDER DUMMELE gelingt es allerdings nicht den Film zusammenzuhalten,
deswegen übernimmt die OMA, nachdem sie gestorben ist die Oberleitung und fliegt über das Modell Deutschland, während Willy Birgel für letzteres reitet. Stukas stürzen ab, die DDR wird verkauft und Alexander Newski lässt die deutschen Ordensritter im Eis versinken. CHRISTA haut ab. Der ONKEL hat es vor.

Mit: Walter Nuber, Anna Starke, Anke Günzel, Peter Krammer, und als Gast Willy Birgel.
Buch: Klaus Gietinger, Regie: Klaus Gietinger, Leo Hiemer.
Kamera: Marian Czura. Ton: Kurt Eggmann.
Produktionsleitung: Georg Siemoneit, Georg Veit. Produktion: Westallgäuer Filmproduktion (WAF, Klaus Gietinger, Leo Hiemer, Georg Veit, Fritz Günthner) / ZDF.

„Regierung in Sorge um Ansehen der Hauptschule” Begründung des Drehverbots in der Schule des Autors durch die Regierung von Schwaben, Der Westallgäuer vom 22.7.1981.
„Erstaunlich souverän, wie die jungen Filmemacher mit dem Medium umgehen.” Augsburger Allgemeine vom 9.4.1982.
„Ein filmischer Spaß mit aberwitziger Konfrontation von Heimatbildern und Faschismus” Frankfurter Rundschau 9.4.1982.
„An diesem Film war nichts, aber auch gar nichts, was die Bezeichnung ‚Qualität´ verdient hätte” Allgemeine Deutsche Sonntagszeitung 11.4.1982.
„Politporno” Medienbeobachter der CSU, Mai/1982.
Abgelehnt beim Ophüls-Preis. Begründung des Leiters Albrecht Stubbi (1982): „Zu alt!“.

Eintritt: 5 Euro