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ABGESAGT: Neue Polnische Filme: CHARLATAN

Mittwoch, 25. November / 20.00 Uhr
Kino 8 1/2, Nauwieserstr. 19 / Saarbrücken

 

Charlatan PL/CZ/SK 2020, R: Agnieszka Hollan, 2. Regie: kasia Adamik, B: Marek Epstein, K: Martin Strba, Sch: Pavel Hrdlicka, M: , Antoni Komasa-Łazarkiewicz D: Ivan Trojan, Josef Trojan, Juraj Loj, Jaroslava Pokorná, FSK: keine Angabe, 118 Min, OmU

Souveränität und Solidarität zeichnen Jan Mikolášek aus. Er ist talentiert, sensibel, durchsetzungsfähig, rätselhaft. Ob als junger oder alter Mann, privat wie öffentlich, ein Mensch der Tat, Vernunft und Intuition. Ein Wunderheiler. Der Blick durchs Uringläschen genügt, schon weiß er, woran seine Patienten leiden. Mit dem Ruhm kommt auch der Reichtum, und das zu einer Zeit, als die Tschechoslowakei Spielball zwischen den Machtblöcken ist. Die Regime des Nationalsozialismus und des Kommunismus beschützen und benutzen ihn. Er hilft, wo das System versagt. Doch in den Jahren des Poststalinismus werden die politischen Verhältnisse unberechenbar. Mikolášeks Sonderstatus gerät in Gefahr. Gemeinsam mit seinem Assistenten František, mit dem ihn, wie auch der Staatssicherheit bekannt ist, weit mehr verbindet als die Kräuterheilkunde, wird der Scharlatan auf die moralische Probe gestellt. Auf Grundlage der Biografie von Jan Mikolášek (1889–1973) und mit dem Drehbuch von Marek Epstein erkundet Agnieszka Holland erneut den Konnex von Privatem und Politischem, den Zusammenhang zwischen den Zeitläufen und der Geschichte eines unkonventionellen Individuums. (berlinale Katalog)

Begrüßung: Waldemar Spallek, Kino achteinhalb. Nach dem Film findet ein Filmgespräch mit dem Regisseur via Skype statt.

Die Reihe „Neue polnische Filme“ ist eine Veranstaltungsreihe des Kinos achteinhalb und der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Saar in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Saar, dem Ministerium für Finanzen und Europa, der Arbeit und Kultur Saarland GmbH, der Arbeitskammer des Saarlandes, der Union Stiftung, der VHS des Regionalverbands Saarbrücken und der Saarland Sporttoto GmbH.

Download Flyer zur Filmreihe

Neue Polnische Filme: IKARUS

Mittwoch, 9. Dezember / 20.00 Uhr
Kino 8 1/2, Nauwieserstr. 19 / Saarbrücken

IKAR. LEGENDA MIETKA KOSZA PL/I 2019, R u B: Maciej Pieprzyca, K: Witold Plóciennik, Sch: Piotr Kmiecik, M: Leszek Mozdzer, D: FSK: kA, 118 Min, OmU

IKARUS ist ein biografischer Spielfilm über den Jazzpianisten Mieczyslaw „Mietek“ Kosz, der als einer der wichtigsten polnischen Jazzmusiker der späten 1960er und frühen 1970er Jahre gilt. Wir beobachten das Leben von Mietek Kosz durch ausgewählte Episoden, die die einflussreichsten Momente in seinem Leben darstellen: seine Kindheit auf einem armen Bauernhof, den Verlust seines Sehvermögens im Alter von 12 Jahren, die Kariere als Jazzmusiker, Liebesenttäuschungen und seine Depressionen. Wir sind Zeugen der großen Höhen, die er in seiner Karriere erreicht, begleitet von seiner Einsamkeit und seinem verzweifelten Bedürfnis nach Akzeptanz. Der Rebell aus dem ostpolnischen Dorf, der seinen Träumen folgt und Jazz spielen will, lebt sein eigenes Leben – trotz Krankheit und Pech. Er wird phänomenal von Dawid Ogrodnik gespielt, ebenfalls ein Pianist, der Inspiration für diese Rolle im Spiel von Bill Evans fand. Es ist eine reflektierende, nervöse, improvisierte Jazzgeschichte über einen blinden, vergessenen Musiker, der vor 46 Jahren tragisch gestorben ist. Pieprzyca führt die Handlung auf facettenreiche Weise an und entwickelt das Hauptthema: Leidenschaft für Musik, die dem Helden den Zugang zur Intimität mit Menschen eröffnet. Der Film zeigt ebenso Schicksale anderer Stars und schafft ein bittersüßes, intimes Panorama der verschwendeten Musiktalente der Volksrepublik Polen. (Waldemar Spallek)

Begrüßung: Waldemar Spallek, Kino achteinhalb. Nach dem Film findet ein Filmgespräch mit dem Regisseur via Skype statt.

Die Reihe „Neue polnische Filme“ ist eine Veranstaltungsreihe des Kinos achteinhalb und der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Saar in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Saar, dem Ministerium für Finanzen und Europa, der Arbeit und Kultur Saarland GmbH, der Arbeitskammer des Saarlandes, der Union Stiftung, der VHS des Regionalverbands Saarbrücken und der Saarland Sporttoto GmbH.

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Saša Stanišić liest aus „Herkunft“

Mittwoch, 20. Januar  2021 / 18:00 Uhr
Stiftung Demokratie Saar / Europaallee 18 / 66113 Saarbrücken

Saša Stanišić wurde 1978 in Višegrad (Jugoslawien) geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Seine Erzählungen und Romane wurden in über 30 Sprachen übersetzt und vielfach  ausgezeichnet. Saša Stanišić erhielt u.a. den Preis der Leipziger Buchmesse für »Vor dem Fest« und zuletzt für »Herkunft« den Deutschen Buchpreis 2019 sowie den Eichendorff-Literaturpreis und den Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster. Er lebt und arbeitet in Hamburg.

HERKUNFT ist ein Buch über den ersten Zufall unserer Biografie: irgendwo geboren werden. Und was danach kommt.
HERKUNFT ist ein Buch über ein Dorf, in dem nur noch dreizehn Menschen leben, ein Land, das es heute nicht mehr gibt, eine zersplitterte Familie, die meine ist. Es ist ein Buch über die Frage, was zu mir gehört, ein Selbstporträt mit Ahnen. Und ein Scheitern des Selbstporträts.
HERKUNFT ist ein Abschied von meiner dementen Großmutter. Während ich Erinnerungen sammle, verliert sie ihre.
HERKUNFT ist ein Buch über meine Heimaten, in der Erinnerung und der Erfindung. Ein Buch über Sprache und Scham, Ankommen und Zurechtkommen, Glück und Tod.

 

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Buchhandlung St. Johann im Rahmen der Lesereihe „Böll & Hofstätter“ und der Stiftung Demokratie Saar.
Die Veranstaltungsreihe wird unter Berücksichtigung der aktuellen Schutzmaßnahmen gegen das Corona-Virus durchgeführt.
Eintritt: 9,00 € / ermäßigt 5,00 €
Die Karten erhalten Sie in der Buchhandlung St. Johann, Kronenstraße 6, 66111 Saarbrücken, Tel.: 0681-95805464
oder über: buchhandlung.st.johann@t-online.de