4

Buchvorstellung mit Albert Herbig und Dagmar Scholle: „Die Maschine stand still. Vom Leben und Überleben in pandemischen Zeiten“

Montag, 23. Mai / 20 Uhr
Saarländisches Künstlerhaus / Karlstraße 1 / 66111 Saarbrücken

Mit Bezug auf den faszinierenden Text des britischen Autors E. M. Forster „The machine stops“, in dem dieser schon vor gut 100 Jahren skizziert, was wir in der Corona-Pandemie gerade erlebt haben, blicken die Journalistin Dagmar Scholle und der Künstler und Kommunikationswissenschaftler Albert Herbig zurück auf diesen Einschnitt. Wie haben wir diese Zeit erlebt? Was hat das mit uns gemacht? Was haben wir daraus gemacht? Den Kern des Buches bilden die zum großen Teil während der Pandemie entstandenen Arbeiten Albert Herbigs, sowie die im Rahmen eines Hörfunk-Features durchgeführten Recherchearbeiten von Dagmar Scholle. Die pointierte Beschreibung von Forster liefert dabei eine ungeahnte Folie zur Einordnung der Pandemie-Erfahrungen.

Albert Herbig ist Kommunikationswissenschaftler und Künstler. Er lebt und arbeitet in Saarbrücken und ist Professor für Kommunikation an der Hochschule Kaiserslautern.
Dagmar Scholle ist Geographin und arbeitet als Journalistin, Autorin und Mitarbeiterin in verschiedenen redaktionellen Zuständigkeiten beim Saarländischen Rundfunk.

In Kooperation mit dem Saarländischen Künstlerhaus und mit freundlicher Unterstützung durch die Saarland Sporttoto GmbH.

Es gelten die an diesem Tag aktuellen Corona-Regeln.

 

Lesung mit Esther Kinsky: Rombo

Mittwoch, 25. Mai 2022 / 19:00 Uhr
Politische Akademie der SDS / Europaallee 18 / 66113 Saarbrücken

Im Mai und im September 1976 erschüttern zwei schwere Erdbeben eine Landschaft und ihre Bevölkerung im nordöstlichen Italien. An die tausend Menschen sterben unter den Trümmern, Zehntausende sind ohne Obdach, viele werden ihre Heimat, das Friaul, für immer verlassen. Die Materialverschiebungen infolge der Beben sind gewaltig, sie bilden neues Gelände, an denen sich die Wucht des Eingriffs ablesen und in die Begriffe der Naturkunde fassen lässt. Doch für das menschliche Trauma, für die Erfahrung der plötzlich zersprengten Existenz, lässt sich die Sprache nicht so einfach finden.

In Esther Kinskys Roman berichten sieben Bewohner eines abgelegenen Bergdorfs, Männer und Frauen, von ihrem Leben, in dem das Erdbeben tiefe Spuren hinterlassen hat, die sie langsam zu benennen lernen. Von der gemeinsamen Erfahrung von Angst und Verlust spleißen sich bald die Fäden individueller Erinnerung ab und werden zu eindringlichen und berührenden Erzählungen tiefer, älterer Versehrung.

Foto: Heike Steinweg, Suhrkamp Verlag

„[Rombo] ist eine große Bildersuche, die zum heutigen Gefühl der Zeitenwende eine Geschichte erzählt, die gleichermaßen real ist, wie sie als erschreckende Metapher wirkt.“ Paul Jandl, NNZ
„Ein leise donnerndes Buch über die Akustik und Psychotektonik der Apokalypse.“ Marianna Lieder, Welt am Sonntag

Esther Kinsky wurde 1956 in Engelskirchen geboren und wuchs im Rheinland auf. Für ihr umfangreiches Werk, das Übersetzungen aus dem Polnischen, Russischen und Englischen ebenso umfasst wie Lyrik, Essays und Erzählprosa, wurde sie mit zahlreichen namhaften Preisen ausgezeichnet, etwa in jüngster Vergangenheit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2018, dem W.-G.-Sebald-Literaturpreis 2020 oder dem Deutschen Preis für Nature Writing 2020.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Stiftung Demokratie Saar und Ludwig Hofstätter im Rahmen der Lesereihe BÖLL & HOFSTÄTTER

Die Eintrittskarten (8 Euro, erm. 5 Euro) erhalten Sie in der Buchhandlung St. Johann, Kronenstraße 6, 66111 Saarbrücken, Tel.: 0681-95805464 oder über: buchhandlung.st.johann@t-online.de

Lesung mit Helga Schubert: Vom Aufstehen. Ein Leben in Geschichten

Donnerstag, 9. Juni 2022 / 19:00 Uhr
Politische Akademie der SDS / Europaallee 18 / 66113 Saarbrücken

Drei Heldentaten habe sie in ihrem Leben vollbracht, erklärt Helga Schuberts Mutter ihrer Tochter: Sie habe sie nicht abgetrieben, sie im Zweiten Weltkrieg auf die Flucht mitgenommen und sie vor dem Einmarsch der Russen nicht erschossen. In kurzen Episoden erzählt Helga Schubert ein deutsches Jahrhundertleben – ihre Geschichte, sie ist Fiktion und Wahrheit zugleich. Als Kind lebt sie zwischen Heimaten, steht als Erwachsene mehr als zehn Jahre unter Beobachtung der Stasi und ist bei ihrer ersten freien Wahl fast fünfzig Jahre alt. Doch vor allem ist es die Geschichte einer Versöhnung: mit der Mutter, einem Leben voller Widerstände und sich selbst.

Helga Schubert, geb. 1940 in Berlin, studierte an der Humboldt-Universität Psychologie. Sie arbeitete als Psychotherapeutin und freie Schriftstellerin in der DDR und bereitete als Pressesprecherin des Zentralen Runden Tisches die ersten freien Wahlen mit vor. Nach zahlreichen Buchveröffentlichungen zog sie sich aus der literarischen Öffentlichkeit zurück, bis sie 2020 mit der Geschichte „Vom Aufstehen“ den Ingeborg-Bachmann-Preis gewann.

Pressestimmen:
„Es sind wunderbare, funkelnde, makellose Texte, ganz unprätentiös geschrieben. Und ich gehe so weit zu sagen: Es sollte Schullektüre werden! Helga Schubert spiegelt das Kleine im Großen, die Sätze sind von einer solchen glasklaren Literarizität, das macht dieses Buch so groß.“ Eva Menasse, ZDF Das Literarische Quartett
„So flirrt ein halbes Jahrhundert deutscher Historie an uns vorüber – verdichtet zu einer ganz persönlichen Chronik des Hinfallens und wieder Aufstehens.“ Peter Henning, Deutschlandfunk, Büchermarkt
„Helga Schuberts Buch ›Vom Aufstehen‹ ist ein Ereignis über die Literatur hinaus.“ Stephan Wackwitz, taz
„Helga Schubert erzählt von Verletzungen und von Schutzlosigkeit. Und doch besticht ihr berührendes Buch immer wieder durch große Wärme und Empathie.“ Holger Heimann, WDR 5, Bücher
„Helga Schubert erzählt davon, wie man Frieden machen kann mit diesem Leben. Sie zeigt, wie man Lebensgeschichte in Literatur verwandeln kann.“ Insa Wilke, Jury Ingeborg-Bachmann-Preis

Eintritt: 8,- Euro, ermässigt 5,- Euro
Die Eintrittskarten erhalten Sie in der Buchhandlung St. Johann, Kronenstraße 6, 66111 Saarbrücken, Tel.: 0681-95805464 oder über: buchhandlung.st.johann@t-online.de

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Stiftung Demokratie und Ludwig Hofstätter im Rahmen der Lesereihe BÖLL & HOFSTÄTTER

Lesung und Kammermusik: „Den Nazis eine schallende Ohrfeige versetzen!“

Samstag, 24. September 2022 / 19:00 Uhr
Politische Akademie der SDS / Europaallee 18 / 66113 Saarbrücken

„Den Nazis eine schallende Ohrfeige versetzen!“
KULTUR trifft ZEITGESCHICHTE

Musik von Paul Hindemith, Pavel Haas und György Ligeti | Texte von Bertolt Brecht, Kurt Tucholsky, Erich Kästner, Oskar Maria Graf u.a.

„Den Nazis eine schallende Ohrfeige versetzen!“ wollte der überzeugte Pazifist Konrad Reisner und initiierte u.a. gemeinsam mit Willy Brandt eine zunächst ausweglos erscheinende Kampagne: Reisner setzte alles daran, für Carl von Ossietzky die Verleihung des Friedensnobelpreises zu erwirken, um so den inhaftierten Journalisten und Herausgeber der Zeitschrift Die Weltbühne aus dem KZ Papenburg-Esterwegen zu befreien. Eine berührende Geschichte und nur eines von vielen mutigen Zeugnissen des Widerstands gegen das NS-Regime, das in diesem literarischen Kammermusikabend zu hören ist. Bertolt Brechts satirischem „Lied vom Anstreicher Hitler“ steht Oskar Maria Grafs mutiger Aufruf „Verbrennt mich!“ gegenüber, Kurt Tucholskys bitterböser „Ode an Das Dritte Reich“ die ironisch-melancholischen Exil-Gedichte der jüdischen Schriftstellerin Mascha Kaléko.

Foto: Jens Koch

Roman Knižka, geb. 1970 in Bautzen, er floh noch vor dem Mauerfall aus der DDR. Zuvor erlernte er an der Dresdener Semperoper den Beruf des Theatertischlers, später studierte er an der Bochumer Schauspielschule. Während des Studiums spielte er zunächst am dortigen Schauspielhaus und begann dann, sich in der Filmproduktion einen Namen zu machen. Daneben spricht er regelmäßig Hörbücher ein und ist mit großem Erfolg auf der Bühne aktiv. Zu seinen Projekten gehören u.a. „1700 Jahre“, „Rechte Gewalt in Deutschland“, „NS-Widerstand“, die sich mit dem Thema Rechtextremismus und Nationalsozialismus kritisch auseinandersetzen. Zudem engagiert er sich bei Projekten für Kinder.

Begleitet wird Roman Knižka bei all seinen Projekten von OPUS 45, ein Ensemble, das sich bei einem Berliner Orchesterprojekt gründete. Mehr Informationen zur Konzertreihe: opus-45.de

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Stiftung Demokratie Saarland und der Synagogengemeinde Saar

Zur Anmeldung über die Stiftung Demokratie Saarland