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Lesung und Kammermusik: „Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen…“

Mittwoch, 26. Januar 2022 / 19:00 Uhr
Politische Akademie der SDS / Europaallee 18 / 66113 Saarbrücken

Zu Geschichte und Gegenwart rechter Gewalt in Deutschland

Der Titel des Abends ist ein Zitat des italienischen Schriftstellers Primo Levi. Der Auschwitz-Überlebende warnte im Jahr 1986 davor, im Gedenken an die Verbrechen des Holocaust nachzulassen: „Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen: Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.“

Am 19. April 1945 schworen sich die Befreiten des KZ Buchenwald in einer bewegenden Ansprache den „Nazismus mit seinen Wurzeln“ zu vernichten. Doch schon bald nach Untergang des NS-Regimes lebte in Deutschland rechtsextremes Gedankengut wieder auf. Rechtsextremismus, rechtsextreme Übergriffe, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Gewalt und Terror sind in der Bundesrepublik Deutschland immer wieder Realität geworden, zuletzt in Hanau.

Schlaglichtartig beleuchtet das Programm einschneidende Ereignisse in der Entwicklung der extremen Rechten in Deutschland, unter anderem die Schändung der Kölner Synagoge im Jahr 1959, das Attentat auf Rudi Dutschke, das Oktoberfestattentat in München, die Pogrome von Solingen und Rostock, die rechtsextremen Terrorakte des NSU, den Mord an Walter Lübcke sowie der versuchte Massenmord an Juden am Versöhnungstag (Jom Kippur) in Halle/Saale. Zu Gehör kommen harte Fakten in Form von Reportagen, Stimmen von Opfern rechter Gewalt sowie das Zeugnis einer Neonazi-Aussteigerin. Den musikalischen Kommentar, der stellenweise auch als Kontrapunkt zur Lesung fungiert, bilden große Werke der Bläserquintettliteratur von Paul Hindemith, Pavel Haas und György Ligeti – drei Komponisten, die zu Opfern von Holocaust und nationalsozialistischer Diktatur wurden.

Mit ihrer Collage aus Lesung und Kammermusik möchten Roman Knižka und das Ensemble Opus 45 einerseits dazu auffordern, sich mit dieser Problematik auseinanderzusetzen und andererseits den Opfern rechter Gewalt in der Bundesrepublik Deutschland zu gedenken.

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Stiftung Demokratie Saarland

Mehr Informationen zur Konzertreihe: opus-45.de

Zur Anmeldung über die Stiftung Demokratie Saarland