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Filmvorführung: Der Balkon, Wehrmachtsverbrechen in Griechenland

Freitag, 2. Oktober / 17:00 Uhr und 20:30 Uhr
Kino achteinhalb / Nauwieserstr. 19 / 66111 Saarbrücken

Anlässlich des Jahrestags der Vernichtung des Dorfes Lyngiades am 3. Oktober 1943 planen wir die Filmvorführung

Der Balkon Wehrmachtsverbrechen in Griechenland

Die Vernichtung des Dorfes Lyngiades am 3. Oktober 1943
Dokumentarfilm von Chrysanthos Konstantinidis
Griechenland 2018, 101 Min. / Original mit deutschen Untertiteln

Lyngiades, ein Dorf in Nord-Griechenland, wird wegen seiner wunderbaren Aussicht der „Balkon“ genannt. Doch die Idylle war Schauplatz eines Massakers, das hierzulande noch kaum bekannt ist. Am 3. Oktober 1943 ermordeten die deutschen Besatzer zweiundachtzig Dorfbewohner, überwiegend Kinder und alte Leute, und zerstörten fast alle Häuser.
Der Regisseur des Films stammt aus Lyngiades. Die Hintergründe des Verbrechens recherchierte vor drei Jahrzehnten der Rechtshistoriker Christoph Schminck-Gustavus (s. sein Buch „Der Feuerrauch“). Jetzt führt er durch den Film. In diesem hören die Nachgeborenen vor Ort, oft erstmalig, Erinnerungen von Überlebenden. Es sind Dokumente der Trauer vor dem Hintergrund eines kollektiven Traumas. Und es sind Einblicke in die unterlassene Aufarbeitung in Deutschland und in die verweigerte Wiedergutmachung.
Anschließend Gelegenheit zur Diskussion mit Prof. Dr. Christoph Schmink-Gustavus, Bremen (Autor des Buches „Feuerrauch: Die Vernichtung des griechischen Dorfes Lyngiádes am 3. Oktober 1943 und Hilde Schramm, Respekt für Griechenland, Berlin.
Aufführungen um 17.00 Uhr und 20.30 Uhr
In Kooperation mit der Griechenlandsolidarität Saarbrücken und der Rosa Luxembourg Stiftung Saarland.
Eintritt frei.

Mehr Infos:
http://www.tobalkoni.gr/

Klaus Gietinger Retrospektive: Schön war die Zeit

Die im März wegen des Corona-Virus abgesagte Retrospektive mit Klaus Gietinger wird jetzt nachgeholt:

Dienstag, 6. Oktober 2020 / 20 Uhr
Kino achteinhalb / Nauwieserstr. 19 / 66111 Saarbrücken

Spielfilm über den Wiederaufstieg eines Naziregisseurs und den Untergang des Provinzkinos, BRD 1988, 101 Minuten

Ein Filmvorführer in der Provinz und ein Nazi-Filmregisseur in der Stadt. Ihre Geschichte von 1945-1962. Während der eine wieder Karriere macht, erlebt der andere den Untergang des Kinos. Das Fernsehen schafft schließlich beide. Kameramann Bauer ist der Dritte. Das Lachen ist ihm jedoch vergangen.

Mit: Gottfried John, Edgar Selge, Ottfried Fischer, Eva Blasczyk, Joachim Bernhard, Christian Hoening, Jessica Kosmalla, Jockel Tschiersch u. v. a.
Buch: Klaus Gietinger, Regie: Klaus Gietinger und Leo Hiemer;
Kamera: Marian Czura; Ton: Kurt Eggmann; Ausstattung: Anna Prankl; Licht: Holly Fink.
Produktion: WAF, SR, Maran-Film, Bob-Arnold-Film. Förderung: FFA, Bayern, MFG, BMI; Prädikat: Wertvoll! Preis der Filmjury des A-Festivals in Gijon, Spanien

„Ein Film der das Unterhaltsame nie über dem authentisch Rekonstruierten übersieht.” Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 24.11.1988.
„Es würde mich nicht wundern, wenn ein Kinogeher demnächst mit dem nassen Schwamm auf die Leinwand zielen würde.” Die Zeit, irgendwann im November 1988.
„Eine Parabel über den Willen zur Vergeßlichkeit, die an Dichte und Einfallsreichtum ihresgleichen suchen könnte.” Frankfurter Rundschau vom 24.11.1988.

Die Veranstaltung wird unter Berücksichtigung der aktuellen Schutzmaßnahmen gegen das Corona-Virus durchgeführt.
Eintritt: 5 Euro

Buchvorstellung: „Die Bombe, die uns töten sollte“ von Bernd Rausch

Mittwoch, 7. Oktober 2020 / 19 Uhr
Kunstwerk / Scheidter Str. 1 / 66123 Saarbrücken

Das Buch „Die Bombe, die uns töten sollte“ hat die Bomben- und Brandanschläge im Saarland als Ausgangspunkt und zeigt diese im Kontext der rechten Terrornetzwerke in Deutschland seit dem Attentat auf das Münchener Oktoberfest im Jahre 1980. Der Angriff auf das Wahlkampfbüro der Linke Liste/PDS 1990 war der Auftakt zu einer Serie rechtsterroristischer Verbrechen im Saarland. 1991 wurde Samuel Kofi Yeboah bei einem Brandanschlag getötet, 2002 tötete ein Neonazi Achmed Sharlak, 1999 fand ein Sprengstoffanschlag auf das Gebäude der Volkshochschule statt. in dem die von Hannes Heer konzipierte Ausstellung „Vernichtungskrieg, Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“ gezeigt wurde. Seit 2006 gab es in der saarländischen Kleinstadt Völklingen 14 Brandanschläge auf Wohnungen und andere Einrichtungen, überwiegend von türkischen MigrantInnen. Das Buch zeigt die im Saarland begangenen Verbrechen als integralen Bestandteil rechter Terrornetzwerke in Deutschland seit dem Attentat auf das Münchener Oktoberfest 1980. Die Morde des NSU-Komplexes sind ebenso Thema wie Morde in Berlin-Neukölln, Kassel, Hanau und Halle und die rechtsradikale Unterminierung des hessischen Staatsapparats.Im Focus der rechtsradikalen Terrornetzwerke in Deutschland steht die türkische Community, stehen inzwischen wieder Juden und steht die politische Linke. Zuständige staatliche Institutionen verweigern oft Schutz und Rechtssicherheit.

Ruth Santos liest aus dem Buch, Michael Engel berichtet über die Recherchen zum Buch, Klaus Gietinger zu dem Film, Joachim Schmitt (Vorwort zum Buch), war am 19. November 1990 ebenfalls im Parteibüro der LL/PDS, Bernd Rausch gibt Einblick in die widrigen Zustände, Josef Reindl und Ruth Santos werden den Autor befragen, bevor die Diskussion eröffnet wird. Moderation: Erich Später

Bernd Rausch: Die Bombe, die uns töten sollte
200 Seiten, 14, 70 €, ISBN 978-3-9819623-2-1

Der Film zum Buch:

CoronaFree-JazzMarathon

Samstag, 10. Oktober / Gemeindezentrum Alte Kirche / Ev.-Kirch-Straße 27 / 66111 Saarbrücken

Matinée: 11.00 Uhr – 13.00 Uhr
Teatime: 16.00 Uhr – 18.00 Uhr
Soirée: 20.00 Uhr – 22.00 Uhr

JazzMarathon Saarbrücken zur Unterstützung der regionalen freien Szene

 

In Anbetracht der Notlage, in die v.a. die freischaffenden Musiker jetzt durch das Wegbrechen vieler Engagements geraten sind, hat sich der FreeJazzSaar – Verein für zeitgenössische Musik e.V dazu entschlossen, ein Solidaritätsfestival zur Unterstützung der regionalen freien Jazzmusikszene zu organisieren, um den betroffenen Künstlern in dieser schwierigen Zeit eine hoffnungsstiftende Perspektive aufzuzeigen und ihnen zu verdeutlichen, daß sie nicht vergessen sind, sondern als Kulturschaffende von ihrer Heimatregion als „systemrelevant“ anerkannt werden. Geplant ist ein langer JazzTag in drei Teilen mit Musikern aus einem Pool bereits bestehender Bands, die in Kurzauftritten mit teilweise modifizierten Besetzungen auf eine abwechslungsreiche und energetisch mitreißende Weise die stilistische Vielfalt der großregionalen freien Jazzszene präsentieren.

Aufgrund der Corona-Krise ist jedoch noch unklar, unter welchen Bedingungen die Veranstaltung stattfinden kann, wie viele Zuhörer live zugelassen werden können oder ob eine Streaming-Lösung umgesetzt werden muß. In jedem Falle wären wir aber für eine solidarische Unterstützung dieses Projektes sehr dankbar, die auch in Form von Spenden erfolgen könnte http://freejazzsaar.de/pages/foerdern-spenden.php

Eintritt jeweils 15,- € / ermäßigt 10,- €
Ticketreservierung per email an stwi(at)freejazzsaar(dot)de

 

Neue Polnische Filme: DAS SÜSSE ENDE DES TAGES

Montag, 19. Oktober / 20.00 Uhr
Kino 8 1/2, Nauwieserstr. 19 / Saarbrücken

 

SLODKI KONIEC DNIA/ LA DOLCE FINE GIORNATAPL / I 2019, R: Jacek Borcuch, B: Jacek Borcuch, Szczepan Twardon, K: Michal Dymek, Sch: Przemyslaw Chruscielewski, M: Daniel Bloom, D: Krystyna Janda, Kasia Smutniak, Vincent Riotta, Antonio Catania, Robin Renucci, FSK: k. A., 92 Min, OmeU

Maria Linde, eine Dichterin polnisch-jüdischer Abstammung, lebt mit ihrem italienischen Ehemann Antonio in einem rustikalen Landhaus in der Toskana. Dort bekommt sie regelmäßig  Besuch von ihrer Tochter, ihrem Schwiegersohn und den beiden Enkelkindern Elena und Salvatore. Die idyllische Stimmung beginnt umzuschlagen, als sie erfährt, dass sie den Literaturnobelpreis gewonnen hat. Ihre bisherigen Lebensumstände beginnen zu bröckeln, als sie von einem Terror-Angriff in Rom erfährt und vor diesem Hintergrund gebeten wird, im Rathaus eine Dankesrede zu halten, zu der neben anderen Honoratioren auch der Bürgermeister geladen ist. Nachdem sie, verwirrt und beunruhigt durch den Terror-Angriff, zu aller Überraschung in ihrer Rede nicht nur den Nobelpreis ablehnt, sondern auch das Ende der europäischen Werte kritisiert, findet ihr bisheriges Leben endgültig ein Ende. DAS SÜSSE ENDE DES TAGES ist eine elegante Interpretation der europäischen Flüchtlingskrise und der liberalen Nachkriegswerte. (imdb) Auf dem Sundance-Filmfestival erhielt Krystyna Janda den Preis als beste Darstellerin.

Begrüßung: Waldemar Spallek, Kino achteinhalb. Nach dem Film findet ein Filmgespräch mit dem Regisseur via Skype statt.

Die Reihe „Neue polnische Filme“ ist eine Veranstaltungsreihe des Kinos achteinhalb und der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Saar in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Saar, dem Ministerium für Finanzen und Europa, der Arbeit und Kultur Saarland GmbH, der Arbeitskammer des Saarlandes, der Union Stiftung, der VHS des Regionalverbands Saarbrücken und der Saarland Sporttoto GmbH.

Download Flyer zur Filmreihe