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Netzwerktagung: Haltung zeigen – Antifeminismus solidarisch begegnen

Donnerstag, 21. November / 10.00 – 18.00 Uhr
Freitag, 22. November / 10.00 – 17.00 Uhr

Factory Campus / Erkrather Str. 401 / 40231 Düsseldorf

Wissen updaten – Erfahrungen austauschen – Strategien weiterentwickeln

Das gesellschaftspolitische Klima ist rauer geworden. Antifeministische und rechtspopulistische Zumutungen begegnen uns überall: im beruflichen Umfeld, bei (gesellschafts)politischem Engagement, im privaten Alltag oder im Internet. Egal wo – ob in der Sozialen Arbeit oder in pädagogischen Handlungsfeldern wie Kita, Schule, Erwachsenenbildung, ob in Wissenschaft und Forschung oder kommunaler Gleichstellungsarbeit, ob bei ehrenamtlicher Arbeit mit Geflüchteten, in der Kirchengemeinde oder bei gewerkschaftlicher Arbeit in und außerhalb des Betriebs: wenn wir Haltung zeigen wollen gegen antifeministische Abwertungen und Angriffe, wenn wir eintreten wollen für eine offene, feministische und liberale Gesellschaft, dann brauchen wir nicht nur Mut, sondern auch handlungsrelevantes Wissen, praktikable Strategien und Fähigkeiten diese umzusetzen – am besten solidarisch mit Gleichgesinnten.

Die Netzwerktagung „Haltung zeigen“ bietet gleichstellungspolitischen und feministischen Akteur*innen und Multiplikator*innen die Möglichkeit, einen Einblick in den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung zu Antifeminismus zu bekommen. Sie gibt Raum, Erfahrungen im Umgang mit antifeministischen Angriffen in der eigenen beruflichen, ehrenamtlichen, politischen oder NGO-Praxis mit Menschen aus verschiedenen Kontexten zu reflektieren und sich darüber auszutauschen. Es werden gemeinsam Strategien im Umgang mit Antifeminismus ausgewertet und weiterentwickelt. Die Beiträge und Impulse beziehen nach Möglichkeit intersektionale Perspektiven und Ansätze ein, insbesondere die Verquickung von Sexismus und (antimuslimischem) Rassismus.

 

 

Link zum Tagungsprogramm und Anmeldung

 

Dr. Stephan Grigat: Der Exodus der Juden aus der arabischen Welt und dem Iran – Diskriminierung, Flucht und Vertreibung

Donnerstag, 21.11.2019 / 20.00 Uhr
Festsaal des Rathauses / Rathausplatz 1 / 66111 Saarbrücken

Abschlussvortrag von Dr. Stephan Grigat

Würde es mit rechten Dingen zugehen, wäre bei jeder Diskussion über den Konflikt Israels mit seinen arabischen Nachbarn stets auch von der Flucht und Vertreibung nahezu aller Juden aus der arabischen Welt und aus dem Iran die Rede, die außerhalb Israels kaum im Bewusstsein sind. Die gerade auf Deutsch erschienene Studie des französischen Historikers Georges Bensoussan über Die Juden der arabischen Welt ruft die Flucht von etwa 900.000 Juden aus den arabischen Ländern in Erinnerung und zeigt, dass die Radikalisierung der arabisch-islamischen Judenfeindschaft vor der israelischen Staatsgründung einsetzte und in vielen Aspekten eine Reaktion auf die partielle Autoemanzipation der Juden in den arabischen Gesellschaften war.
Der Vortrag wird die Situation der Juden in den arabischen Gesellschaften und dem Iran skizzieren, die Bedeutung der arabisch-jüdischen Flüchtlinge für Israel thematisieren und der Frage nachgehen, warum das Schicksal der jüdischen Flüchtlinge aus den arabischen Ländern und dem Iran bisher kaum thematisiert wurde.

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an der Uni Wien, Dozent für Politikwissenschaft an der Uni Passau, Permanent Fellow am Moses Mendelssohn Zentrum der Uni Potsdam und Research Fellow am Herzl Institute for the Study of Zionism and History der Uni Haifa. Er ist Autor von Die Einsamkeit Israels und Herausgeber von AfD & FPÖ sowie Iran – Israel – Deutschland. Zuletzt hat er die Einleitung zu Georges Bensoussans Buch Die Juden der arabischen Welt geschrieben, das bei Hentrich & Hentrich erschienen ist.

Eine Kooperationsveranstaltung der Heinrich-Böll Stiftung Saar mit Crithink e.V.  – Gesellschaft zur Förderung des kritischen Denken und Handelns, Antifa Saar / Projekt AK und ConnAct Saar.

Jón Kalman Stefánsson: Ástas Geschichte

Mittwoch, 27. November 2019 / 19.00 Uhr
Kino 8 1/2 / Nauwieserstr. 19 / Saarbrücken

Jón Kalman Stefánsson liest „Ástas Geschichte“

Moderation: Sally Charell Delin

Ásta, darin steckt das isländische Wort für Liebe. Doch kaum ist das Mädchen geboren, verlässt ihre Mutter die Familie, und Ásta wächst bei einer Ziehmutter auf. Als sie einem Mitschüler die Nase bricht, weil der sie bedrängt, werden die Risse in ihrer Welt unübersehbar. Ásta muss für einen Sommer in die Westfjorde. Und trifft dort, wo das Licht so eigentümlich mit der Dunkelheit verwandt ist, auf Jósef, der Gedichte liest und ebenfalls als Querulant gilt. Zwischen den beiden wächst eine erste, zarte Liebe, durch die Ásta die Kraft findet, sich in ihr Leben zu kämpfen. Ihre Eltern mögen das Versprechen, das sie ihr mit ihrem Namen gaben, nicht gehalten haben. Ástas Geschichte aber ist so voller Liebe, Leidenschaft, Scheitern und Glück, wie man es selten erlebt. Ein fulminantes Stück Weltliteratur!
„Ástas Geschichte‹ ist ein groß angelegter, ein gigantischer Roman, mit all seinen Verwicklungen und Einsichten. … Bei der Lektüre fragt man sich, wie man ohne das Meer als Horizont weiterleben soll. Die Antwort ist einfach: indem man Jón Kalman Stefánsson liest.“ (Le Figaro littéraire).

Jón Kalman Stefánsson, geboren 1963 in Reykjavík, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern Islands. Er arbeitete in der Fischindustrie, als Maurer und Polizist, bevor er sich in Mosfellsbær bei Reykjavík niederließ. Sein Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und in ganz Europa ausgezeichnet, u.a. mit dem isländischen Literaturpreis. Der internationale Durchbruch gelang ihm mit „Himmel und Hölle“, zuletzt erschienen „Fische haben keine Beine“ und „Etwas von der Größe des Universums“. 2018 war Jón Kalman Stefánsson für den alternativen Literaturnobelpreis nominiert. Jón Kalman Stefánsson:
Ástas Geschichte, Roman, 464 Seiten, Piper 2019, ISBN: 978-3-492-05937-4

Eintritt: 7 € / 5 €
Karten erhalten Sie über die Buchhandlung St. Johann
Kronenstr. 6, 66111 Saarbrücken
Tel.0681-95805464 oder buechergaertner@t-online.de

Eine Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Saar in Zusammenarbeit mit SR2 Kulturradio und Ludwig Hofstätter.

Zum Veranstaltungsflyer

 

Karen Köhler: Miroloi

Donnerstag, 28. November 2019 / 20.00 Uhr
Filmhaus Saarbrücken / Mainzerstr. 8 / 66111 Saarbrücken

Karen Köhler liest aus ihrem neuen Roman „Miroloi“

„So eine wie ich ist hier eigentlich nicht vorgesehen.“

Nach dem gefeierten Erzählungsband „Wir haben Raketen geangelt“ endlich der erste Roman von Karen Köhler! Ein Dorf, eine Insel, eine ganze Welt: Karen Köhlers erster Roman erzählt von einer jungen Frau, die als Findelkind in einer abgeschirmten Gesellschaft aufwächst. Hier haben Männer das Sagen, dürfen Frauen nicht lesen, lasten Tradition und heilige Gesetze auf allem. Was passiert, wenn man sich in einem solchen Dorf als Außenseiterin gegen alle Regeln stellt, heimlich lesen lernt, sich verliebt? Voller Hingabe, Neugier und Wut auf die Verhältnisse erzählt „Miroloi“ von einer jungen Frau, die sich auflehnt: Gegen die Strukturen ihrer Welt und für die Freiheit. Eine Geschichte, die an jedem Ort und zu jeder Zeit spielen könnte; ein Roman, in dem jedes Detail leuchtet und brennt.

Karen Köhler hat Schauspiel studiert und zwölf Jahre am Theater in ihrem Beruf gearbeitet. Heute lebt sie auf St. Pauli, schreibt Theaterstücke, Drehbücher und Prosa. Ihre Theaterstücke stehen bei zahlreichen Bühnen auf dem Spielplan. 2014 erschien ihr viel beachteter Erzählungsband „Wir haben Raketen geangelt“ im Hanser Verlag. 2017 erhielt sie für ihren Roman „Miroloi“ (erschienen am 19. August 2019) ein Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung, 2018 das Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds. Karen Köhler: Miroloi, Roman, 464 Seiten, Hanser 2019, ISBN 978-3-446-26171-6

Eintritt: 7 € / 5 €
Karten erhalten Sie über die Buchhandlung St. Johann,
Kronenstr. 6, 66111 Saarbrücken
Tel.0681-95805464 oder buechergaertner@t-online.de

Eine Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Saar in Zusammenarbeit mit Ludwig Hofstätter.

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