Lea Susemichel: „Identitätspolitiken – Konzepte und Kritiken in Geschichte und Gegenwart der Linken“

Buchvorstellung

Dienstag, 28. Mai 2019 / 19:00 Uhr
FrauenGenderBibliothek Saar / Großherzog-Friedrich-Straße 111 / 66121 Saarbrücken

Identitätspolitik bedeutet, sich über die eigene Identität als beispielsweise Afroamerikanerin, Jude, Frau, Lesbe oder Arbeiter zu definieren – und bestenfalls auch zu organisieren. Doch obwohl diese Form der Identitätspolitik die Basis zahlloser sozialer Bewegungen wie bspw. des Feminismus bildete, wurde sie spätestens durch die Queer und Postcolonial Theory radikal infrage gestellt.
Doch Identitätspolitik wird nicht nur theoretisch heftig herausgefordert, sondern inzwischen auch innerhalb der Linken als geradezu konterrevolutionär scharf kritisiert: Sie schade dem Klassenkampf, so die Argumentation. Denn der Kampf gegen Diskriminierung würde von jenem gegen soziale Ungleichheit nur ablenken.
Der Vortrag bietet einen Überblick über die gegenwärtigen identitätspolitischen Debatten in der Linken. Und er will zeigen: Die Kritik von Minderheiten ist eine demokratiepolitische Stärke und eben nicht die Schwäche linker Bewegungen. Nicht Spaltung ist das Ziel, sondern letztendlich das, was vermeintlich verhindert wird: Solidarität.

Lea Susemichel (*1976), geboren und aufgewachsen in Deutschland, studierte Philosophie und Gender Studies in Wien mit Schwerpunkt feministische Sprachphilosophie. Als Journalistin, Lehrbeauftragte und Vortragende arbeitet sie zu den Themen feministische Theorie & Bewegung und feministische Medienpolitik. Sie ist leitende Redakteurin des feministischen Magazins an.schläge. Zuletzt von ihr erschienen: Lea Susemichel, Jens Kastner: Identitätspolitiken. Konzepte und Kritiken in Geschichte und Gegenwart der Linken, Unrast 2018

Eintritt frei.
In Kooperation mit der FrauenGenderBibliothek Saar.

Veranstaltungsort und Kontakt:
FrauenGenderBibliothek Saar
Großherzog-Friedrich-Straße 111
66121 Saarbrücken
Tel. 0681-9388023
info@frauengenderbibliothek-saar.de
www.frauengenderbibliothek-saar.de
Facebook: Frauen Gender Bibliothek Saar

 

 

Lesung mit Maike Albath: Trauer und Licht

Lampedusa, Sciascia, Camilleri und die Literatur Siziliens

Montag, 13. Mai 2019 / 19.30 Uhr
Buchhandlung St. Johann / Kronenstr. 6 / 66111 Saarbrücken

Der Leopard. Ein meisterhaftes Sizilienfresko und der größte Erfolg der italienischen Nachkriegsliteratur. Nur hatte der Verfasser nichts mehr davon – Giuseppe Tomasi di Lampedusa war noch vor seiner Entdeckung 1957 gestorben. Die unvergleichliche Italien-Kennerin Maike Albath erzählt die Geschichte seines unglücklichen aristokratischen Lebens und durchquert die Kulturgeschichte und die Literatur der brodelnden Mittelmeerinsel, von der die entscheidenden Impulse zur Erneuerung der italienischen Literatur kamen. Sizilien brachte nicht nur einen Theaterrevolutionär wie Luigi Pirandello und einen Naturlyriker wie Salvatore Quasimodo hervor, beide mit dem Nobelpreis ausgezeichnet, sondern auch einen Aufklärer wie Leonardo Sciascia und einen Krimiautor wie Andrea Camilleri. Heute ist Sizilien als Fluchtpunkt der Migration aus Afrika wieder ein Laboratorium der Zukunft.

Sizilien, die magische Insel, ihre Literatur, ihre brodelnde politische Gegenwart
– all das wird zum Thema in diesem dritten großen Italienbuch von Maike Albath, die mit Land, Literatur und Bewohnern vertraut ist wie nur wenige. Der Horizont reicht von Lampedusas Leopard, mit dem die Insel die Bühne der Weltliteratur betritt, über Leonardo Sciascia bis zu Andrea Camilleri und seinen international erfolgreichen Montalbano-Krimis. Ein verführerischer Streifzug durch die Geschichte, durch Landschaften und die Straßen von Palermo und Catania, wo sich bis heute eine kulturelle und literarische Vielfalt erhalten hat, die einmalig ist in Europa.

Maike Albath, geboren 1966 in Braunschweig, lebt in Berlin. Sie hat mehrere Jahre in Italien verbracht und ist eine der profiliertesten Kennerinnen der italienischen Gegenwartskultur. Für ihre Arbeit als Literaturkritikerin erhielt sie 2003 den Alfred-Kerr-Preis. Das Buch „Trauer und Licht“ ist erschienen im Verlag Behrenberg, Frühjahr 2019.

Eintritt: 7 € / 5 €

Wir bitten um Vormerkung über die Buchhandlung St. Johann
buchhandlung.st.johann@t-online.de oder Tel. 0681-95805464
www.bsj-sb.de

Zum Veranstaltungsflyer und Plakat

Klaus Gietinger: IV. Neue Erkenntnisse versus Geschichtsklitterung

Eine Veranstaltungsreihe mit Klaus Gietinger

Mittwoch, 5. Juni / 19.00 Uhr
Kino 8 1/2 / Nauwieserstr.19 / Saarbrücken

100 Jahre später ist die Novemberrevolution plötzlich wieder gefragt. Junge Historiker entdecken massenhaft Neues und bieten neue Erkenntnisse, entdecken die Räte neu und verpasste Chancen. Und dann gibt es ältere Historiker und Geschichtsklitterer, die holen plötzlich Althergebrachtes aus der Klamottenkoste, heftig unterstützt von der FAZ, die weiß wie man den Ersten Weltkrieg hätte gewinnen können, die die Dolchstoßlegende für wahr erklärt, die Matrosen verleumdet, die den Kriegsverbrechern in der Kaiserlichen Marine zuwinkt und ihnen eine reelle Chance einräumt, die doppelt so große englische Flotte zu besiegen und die Kolonialverbrecher, Genozidverantwortliche und Faschisten wie Paul Lettow-Vorbeck auf einer ganzen Seite lobt.
Revolution und Konterrevolution nicht nur in der neuesten Geschichtswissenschaft, sondern auch in den Medien? Stehen wir vor einer Konterrevolution ohne Revolution? Auch diese Frage versucht der Referent zu beantworten.

Von Klaus Gietinger sind folgende Bücher zum Thema erschienen:

Blaue Jungs mit roten Fahnen – Die Volksmarinedivision 1918/19, Unrast-Verlag, Münster 2019
Eine Leiche im Landwehrkanal – die Ermordung Rosa Luxemburgs, Edition Nautilus, Hamburg 2018
November 1918 − Der verpasste Frühling des 20. Jahrhunderts, Edition Nautilus, Hamburg 2018
Karl Marx, die Liebe und das Kapital, Roman, Westend Verlag, Frankfurt 2018
Hitler vor Gericht – Der Prozess nach dem Putsch, München 2009
Der Konterrevolutionär. Waldemar Pabst – eine deutsche Karriere, Edition Nautilus, Hamburg 2009

Der Referent Klaus Gietinger ist Autor, Regisseur und Sozialwissenschaftler, mehrere Kinofilme, zahlreiche TV-Movies, Serien und 7 Tatorte (Buch und Regie), diverse internationale Preise. Nominiert für den Grimmepreis 2018 für den Dokumentarfilm „Wie starb Benno Ohnesorg – Der 2. Juni 1967“. Zahlreiche Sachbücher und zwei Romane. Mehr Infos: www.gietinger.de

Der Eintritt ist frei.

 

Klaus Gietinger: III. Letztes Aufbäumen – Die Bayerische Räterepublik 1919 und die Rote Ruhrarmee 1920

Eine Veranstaltungsreihe mit Klaus Gietinger

Donnerstag, 23. Mai / 19.00 Uhr
NN 19 / Nauwieserstr.19 / Saarbrücken

Warum befürworteten führende Sozialdemokraten den Terror? Warum reichten sie Demokratiefeinden die Hand? Warum ließen sie Tausende umbringen und die Mörder laufen? Wussten sie nicht was sie taten? Und warum putschten dann plötzlich ihre Verbündeten gegen sie? Hatten die SPD-Führer den Bogen überspannt, den Sozialismus einführen wollen oder war Versailles schuld an alldem? Warum riefen sie im März 1920 dann doch den Generalstreik aus, der sie rettete? Und warum verleugneten sie den dann? Und warum übertrugen sie die Gewalt auf Militärs, die sie nicht geschützt hatten? Warum ließen sie die, die gegen sie geputscht hatten dann die Rote Ruhr-Armee zerschlagen? Und warum waren sie schließlich doch weg vom Fenster? Warum wurde Hitler gerade in Bayern groß? Vielleicht weil die SPD-Führung mit der Erschießung der Linken schnell bei der Hand war, aber wenn die Rechten kamen, ganz rasch die Schreibtische räumten? Hatte das vielleicht auch Auswirkungen auf 1933? Wieder bemüht sich der Referent um Antworten.

Von Klaus Gietinger sind folgende Bücher zum Thema erschienen:

Blaue Jungs mit roten Fahnen – Die Volksmarinedivision 1918/19, Unrast-Verlag, Münster 2019
Eine Leiche im Landwehrkanal – die Ermordung Rosa Luxemburgs, Edition Nautilus, Hamburg 2018
November 1918 − Der verpasste Frühling des 20. Jahrhunderts, Edition Nautilus, Hamburg 2018
Karl Marx, die Liebe und das Kapital, Roman, Westend Verlag, Frankfurt 2018
Hitler vor Gericht – Der Prozess nach dem Putsch, München 2009
Der Konterrevolutionär. Waldemar Pabst – eine deutsche Karriere, Edition Nautilus, Hamburg 2009

Der Referent Klaus Gietinger ist Autor, Regisseur und Sozialwissenschaftler, mehrere Kinofilme, zahlreiche TV-Movies, Serien und 7 Tatorte (Buch und Regie), diverse internationale Preise. Nominiert für den Grimmepreis 2018 für den Dokumentarfilm „Wie starb Benno Ohnesorg – Der 2. Juni 1967“. Zahlreiche Sachbücher und zwei Romane. Mehr Infos: www.gietinger.de

Der Eintritt ist frei.

 

Klaus Gietinger: II. Die November- und die Konterrevolution 1918/19

Eine Veranstaltungsreihe mit Klaus Gietinger

Mittwoch, 15. Mai / 19.00 Uhr 
Kino 8 1/2 / Nauwieserstr.19 / Saarbrücken

Warum machten Matrosen die Revolution und nicht die Revolutionäre? Wann ging es los und wann war es vorbei? War Verrat im Spiel? Warum schloss Fritz Ebert den Bund nicht mit seinen Anhängern, sondern mit den alten kaiserlichen Militärs? Warum war Ebert gegen die Republik und fürchtete sich vor dem Parteiprogramm seiner SPD? Warum wurde nur ein Beschluss des Rätekongresses umgesetzt, die Wahl zur Nationalversammlung und warum die anderen beiden nicht? Warum gab es keine Volkswehr und keinen Sozialismus, wie im Erfurter Programm von 1891 versprochen? Warum hatten Ebert et al. Angst vor den eigenen Massen, aber liebten die umhermarschierenden Freikorps? Warum wurde Noske zum Bluthund und warum ließ er Tausende massakrieren? Und warum scheiterte die Weimarer Republik? Fragen über Fragen. Der Referent versucht sie zu beantworten.

Von Klaus Gietinger sind folgende Bücher zum Thema erschienen:

Blaue Jungs mit roten Fahnen – Die Volksmarinedivision 1918/19, Unrast-Verlag, Münster 2019
Eine Leiche im Landwehrkanal – die Ermordung Rosa Luxemburgs, Edition Nautilus, Hamburg 2018
November 1918 − Der verpasste Frühling des 20. Jahrhunderts, Edition Nautilus, Hamburg 2018
Karl Marx, die Liebe und das Kapital, Roman, Westend Verlag, Frankfurt 2018
Hitler vor Gericht – Der Prozess nach dem Putsch, München 2009
Der Konterrevolutionär. Waldemar Pabst – eine deutsche Karriere, Edition Nautilus, Hamburg 2009

Der Referent Klaus Gietinger ist Autor, Regisseur und Sozialwissenschaftler, mehrere Kinofilme, zahlreiche TV-Movies, Serien und 7 Tatorte (Buch und Regie), diverse internationale Preise. Nominiert für den Grimmepreis 2018 für den Dokumentarfilm „Wie starb Benno Ohnesorg – Der 2. Juni 1967“. Zahlreiche Sachbücher und zwei Romane. Mehr Infos: www.gietinger.de

Der Eintritt ist frei.

 

Klaus Gietinger: I. Der Erste Weltkrieg und die Revolution

Eine Veranstaltungsreihe mit Klaus Gietinger

Donnerstag, 9. Mai 2019 / 19.00 Uhr
Kino 8 1/2 / Nauwieserstr.19 / Saarbrücken

Ging die SPD-Führung 1914 schlafwandelnd in den Weltkrieg, oder war ihr Segen für das Massenschlachten Kalkül? Warum wollte der Verteidigungsexperte der Partei, Gustav Noske Belgien annektieren und Ernst Heilmann als Sozi zu Hindenburg gehen und warum bekam er einen Kopfschuss? Warum verrieten Gewerkschafter Streikende ans Militär und warum wurden die Streikenden immer mehr? Warum stürmten Frauen Bäckereien, wo sie doch Granaten drehen durften und Geld verdienten? Warum spaltete sich die SPD und warum verurteilte der Parteivorsitzende Ebert die widerständigen Matrosen und denunzierte seinen Ex-Parteigenossen Hugo Haase vor der Admiralität? Warum nannten sich die bewaffneten Revolutionären Obleute „Schwarze Katzen“ und warum saßen Liebknecht und Luxemburg im Gefängnis? Und warum schickte die Oberste Heeresleitung Lenin nach Russland, warum wollte sie halb Russland behalten und warum verloren die Deutschen trotzdem den Krieg? Und warum ging er zu Ende? War es ein Dolchstoß in den Rücken oder schlicht ein Purzeln der Kronen? Und warum meuterten die Matrosen und warum kamen Liebknecht und die Obleute in Berlin zu spät? Alles Fragen die beantwortet sein wollen. Einige Antworten gibt der Referent.

Von Klaus Gietinger sind folgende Bücher zum Thema erschienen:

Blaue Jungs mit roten Fahnen – Die Volksmarinedivision 1918/19, Unrast-Verlag, Münster 2019
Eine Leiche im Landwehrkanal – die Ermordung Rosa Luxemburgs, Edition Nautilus, Hamburg 2018
November 1918 − Der verpasste Frühling des 20. Jahrhunderts, Edition Nautilus, Hamburg 2018
Karl Marx, die Liebe und das Kapital, Roman, Westend Verlag, Frankfurt 2018
Hitler vor Gericht – Der Prozess nach dem Putsch, München 2009
Der Konterrevolutionär. Waldemar Pabst – eine deutsche Karriere, Edition Nautilus, Hamburg 2009

Der Referent Klaus Gietinger ist Autor, Regisseur und Sozialwissenschaftler, mehrere Kinofilme, zahlreiche TV-Movies, Serien und 7 Tatorte (Buch und Regie), diverse internationale Preise. Nominiert für den Grimmepreis 2018 für den Dokumentarfilm „Wie starb Benno Ohnesorg – Der 2. Juni 1967“. Zahlreiche Sachbücher und zwei Romane. Mehr Infos: www.gietinger.de

Der Eintritt ist frei.

Buchvorstellung: „Aufstieg und Wandel“ Die Völklinger Hütte von 1945 -1975 mit dem Autor Hubert Kesternich

Einführung durch Stephan Ahr, Betriebsratsvorsitzender Saarstahl AG

Donnerstag, 4. April 2019 / 18.00 Uhr
Festsaal Altes Rathaus / Bismarckstr.1 / Völklingen

Im zweiten Band von »Aufstieg und Wandel« behandelt Hubert Kesternich die Völklinger Hütte zwischen 1945 bis 1975. Eine Epoche, die häufig als »Wirtschaftswunderzeit« verbrämt wird, die tatsächlichen »Wunder« aber eher ein Zusammenspiel von langfristigen Planungen, harter Arbeit und sozialen Auseinandersetzungen waren. Wo das Wort »Stahlkrise« noch sehr fremd klang.

Der Eintritt ist frei.
In Kooperation mit der Peter-Imandt-Gesellschaft/Rosa-Luxembourg-Stiftung Saar,
der VHS Völklingen und dem Blattlaus Verlag.

Carolina Balderrama: „Ni una menos!“

Einblick in die feministische Bewegung in Lateinamerika

Freitag, 07. Juni 2019 / 19.00 Uhr
Kino 8 1/2 / Nauwieserstr. 19 / Saarbrücken

Im Juni 2015 gründete sich Ni Una Menos als Antwort auf die brutalen Feminizide und sexualisierte Gewalt in Argentinien. Mehrmals im Jahr mobilisiert sie zu Demonstrationen mit mehreren Hunderttausenden Teilnehmer_innen, macht basisdemokratische Politik in öffentlichen Versammlungen, setzt feministische Themen mit Erfolg auf die politische Tagesordnung und ist dabei, eine verloren geglaubte Kampagne für Abtreibung in ein Gesetz und ein Recht zu verwandeln. Im Oktober 2016 griffen argentinische Frauen zum ersten Mal zum Streik als Form des politischen Protests, im März 2017 und 2018 waren sie maßgeblich an der Organisation der internationalen Frauenstreiks beteiligt. Mittlerweile ist die feministische Bewegung Argentiniens nicht nur zur stärksten oppositionellen Kraft im Land gegen die neoliberale Regierung geworden, auch die gesellschaftlichen Verhältnisse verändern sich. Die argentinische Journalistin und Aktivistin spricht über ihre Erfahrungen in der Ni Una Menos-Bewegung, die kulturellen und ökonomischen Dimensionen feministischer Kämpfe (in Argentinien) und deren Entwicklung und Zukunft.

Spanisch mit deutscher Übersetzung.

Der Eintritt ist frei.
Eine Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Saar und ConnAct Saar, mit Unterstützung von den Falken.

Charlotte Mohs: „Marxismus & Feminismus. Eine gückliche Ehe?“

Überlegungen zum Verhältnis von Klasse und Geschlecht

Freitag, 17. Mai 2019 / 19 Uhr /
NN 19 / Nauwieserstr. 19 / Saarbrücken

Das Verhältnis von Marxismus und Feminismus hat einen schweren Stand. Immer wieder gab es marxistische Versuche den Feminismus als Nebenwiderspruch unterzuordnen und feministische Tendenzen sich vom Marxismus zu lösen. Doch es gab auch Momente gelungener Zusammenarbeit. Charlotte Mohs begibt sich in ihrem Vortrag auf eine Spurensuche der marxistisch-feministischen Debatte und nimmt diese zum Ausgangspunkt für ihre eigenen Überlegungen über das Verhältnis von Klasse und Geschlecht. Brauchen wir marxistische Kategorien und ein Verständnis der Klassenverhältnisse, um die Situation von Frauen innerhalb des Kapitalismus zu verstehen? Es gibt gute Gründe, diese Frage zu bejahen, sowohl auf theoretischer Ebene als auch im Hinblick auf die historische Dynamik des Geschlechterverhältnis. Der Vortrag möchte diese Gründe aufzeigen und dafür plädieren, dass auch ein aktueller Feminismus eine Analyse und Kritik der Klassengesellschaft nicht außer Acht lassen sollte.

Der Eintritt ist frei.
Eine Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Saar und ConnAct Saar.

 

Koschka Linkerhand: Die gelebten Realitäten von Frauen und Mädchen

Eine materialistische Kritik des Patriarchats

Mittwoch, 15. Mai 2019 / 18 Uhr
NN 19 / Nauwieserstr. 19 / Saarbrücken

Mit Schrecken stehen Feministinnen vor dem frauenfeindlichen Rechtsruck, der sich in vielen Län-dern und in vielen Teilen der Gesellschaft abzeichnet. Offensichtlich ist es nötiger denn je, globale Perspektiven von Frauenunterdrückung und Frauensolidarität ins Auge zu fassen und das Geschlechterverhältnis in engem Zusammenhang mit den Produktionsverhältnissen zu analysieren. Hier kann auf den materialistischen Feminismus zurückgegriffen werden, den Theoretikerinnen seit Simone de Beauvoir erarbeitet haben. Das Patriarchat als ein Herrschaftsverhältnis zwischen Frauen und Männern dient dabei als zentrale Analysekategorie. Heute ist klar, dass weitere Unterdrückungskategorien in die feministische Analyse einbezogen werden müssen und dass Identi-tätspolitik – nicht nur von Frauen – ein notwendiger Teil linker Politik sein muss. Dennoch scheint der queerfeministische Fokus auf Vielfalt, Betroffenheit und den richtigen Sprachgebrauch keine ausreichende politische Strategie mehr zu bieten. Wie kann eine materialistische Patriarchatskritik Ausgangspunkt für eine zeitgemäße feministische Theorie sein, die realpolitisch handlungsfähig macht, gerade vor der utopischen Perspektive, dass Patriarchat und Kapitalismus endlich abgeschafft werden müssen?

Der Eintritt ist frei.
Eine Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Saar und ConnAct Saar.