Nichts über uns ohne uns: Behinderte Menschenrechte?

15. Februar 2019 / 18 Uhr
Campus Universität des Saarlandes
Gebäude E1.3 / Raum 014, 015, 016 / 66123 Saarbrücken

Podiumsdiskussion: 10 Jahre UN BRK – Wie steht es um die Umsetzung unserer Rechte als behinderte Menschen?

Mit:
Dunja Fuhrmann – Gesamtbehindertenbeauftragte der Landeshauptstadt Saarbrücken
Birger Höhn – Peer Berater bei einer Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung in Dresden und Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft selbstbestimmte Behindertenpolitik der Linken in Sachsen
Gerhard Malik – zweiter Vorsitzender des Landesverbandes der Gehörlosen Saarland e.V.
Anna Tischer & Nora Traykova – Referat für Barrierefreiheit & Neurodiversität
Julia Renz – Moderation, Referat für politische Bildung

Eine Kooperationsveranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Saar, Arbeitskammer des Saarlandes, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Schriftdolmetscher Saarland,  Peter Imandt Gesellschaft, Christa Rupp (Landesbeauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen), AStA Studierendenschaft der Universität des Saarlandes.
Weitere Infos unter: accessforall@asta.uni-saarland.de oder 0681 – 302 4589

Ruheräume / verstellbare Lichter / barrierefreier Zugang / Gebärdensprachdolmetscher / Schriftsprachdolmetscher. Wir freuen uns auf jede*n Besucher*in!

 

Vortrag: Der Politiker-Hack – ein Anschlag auf die Demokratie?

Montag, 18.März 2019 / 19.00 Uhr
N.N. Nauwieser 19 / Nauwieserstraße 19 / Saarbrücken

Im Dezember des vergangenen Jahres wurden im Rahmen eines sog. Doxing-Angriffs über ein Konto im sozialen Netzwerk Twitter zahlreiche persönliche Informationen von Politikern, aber auch von Künstlern und Journalisten veröffentlicht. Betroffen waren Mitglieder aller im Bundestag vertretenen Parteien mit Ausnahme der AfD. Der Datensatz enthielt unter anderem Adressdaten, E-Mails und Chatprotokolle sowie private Fotos und Kopien von Briefen.

Bereits wenige Tage nach der Veröffentlichung konnten die Ermittlungsbehörden einen 20-jährigen Hessen festnehmen, der die Tat inzwischen eingeräumt hat und alleine gehandelt haben will. Ob das zutreffend ist, ob die Motivation für den Angriff tatsächlich nur Wut auf Politiker gewesen ist und ob der Täter kein Teil eines rechten Netzwerkes war, ist bisher offen.

Der Vortrag geht dieser Frage nach und erläutert, welche Methoden der Täter angewendet hat, um die Betroffenen auszuspähen. Außerdem wird das Umfeld des Täters, die sog. Doxing-Szene näher beleuchtet und die Verstrickungen dieser in rechte Netzwerke aufgezeigt. Abschließend bewerten die Referenten den Angriff in Hinblick auf seine Gefährlichkeit für die Demokratie und geben wichtige Tipps zum Schutz vor diesem und ähnlichen Cyberangriffen.

Zu den Referenten:
Stefan Hessel (Dipl.-Jur.) und Frederik Möllers (M.Sc.) sind Geschäftsführer der Defendo GbR – Möllers & Hessel sowie wissenschaftliche Mitarbeiter und Doktoranden bei der juris-Stiftungsprofessur für Rechtsinformatik an der Universität des Saarlandes. Weitere Informationen finden Sie unter www.defendo.it.

Der Eintritt ist frei.

Eine Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Saar und Defendo GbR – Möllers & Hessel

5. Freejazzfestival Saarbrücken

Celebrating the 80th birthday of Charles Gayle, Trevor Watts & Joe McPhee

„If the building is still standing when we’re through, we’ve failed.“ (Charles Gayle)

Programm:

Prolog:
Mittwoch, 3. April 2019 / 19:00 Uhr / Kino 8 ½

DEGREES ABOVE:
Nils Fischer – baritonsaxophon, bassklarinette, kontrabassklarinette
Hartmut Oßwald – tenorsaxophon, bassklarinette
Frank Paul Schubert – sopran- und altsaxophon
Andreas Krennerich – sopranino, sopran- und baritonsaxophon

Liveperformance zu Filmausschnitten von „Godzilla“:
Christof Thewes – posaune
Luciano Pagliarini – saxophon
& the members of the Nu-Band as special guests

Dokumentarfilm: „INSIDE OUT IN THE OPEN.
An expressive journey into the music known as free jazz“, USA 2001, 60 Min., Regie: Alan Roth, Filmgespräch mit dem Regisseur

Auftakt:
Donnerstag, 4. April 2019 / 19:00 Uhr / stiftung demokratie saarland

Vortrag:
Arne Reimer: „American FreeJazz Heroes – Geschichten aus dem Leben von Freejazzlegenden in Wort und Bild“

THE NU BAND:
Thomas Heberer – trompete
Mark Whitecage – saxophon, klarinette, flöte
Joe Fonda – bass
Lou Grassi – schlagzeug

1. Festivaltag:
Freitag, 5. April 2019 / 19:30 Uhr / gemeindezentrum alte kirche

WATTS / WESTON / EDWARDS / SANDERS:
Trevor Watts – saxophon
Veryan Weston – klavier
John Edwards – bass
Mark Sanders – schlagzeug

MATEEN / MILASIUS:
Sabir Mateen – saxophon, flöte, klarinette
Juozas Milasius – gitarre

GAYLE / CABRAS / BARCELLA:
Charles Gayle – saxophon
Manolo Cabras – bass
Giovanni Barcella – schlagzeug

2. Festivaltag:
Samstag, 6. April 2019 / 19:30 Uhr / gemeindezentrum alte kirche

KALUZA QUARTETT:
Anna Kaluza – saxophon
Christof Thewes – posaune
Jan Roder – bass
Kai Lübke – schlagzeug

STEAMBOAT SWITZERLAND:
Dominik Blum – orgel
Marino Pliakas – bass
Lucas Niggli – schlagzeug

MCPHEE / EDWARDS / KUGEL:
Joe McPhee – saxophon, trompete
John Edwards – bass
Klaus Kugel – schlagzeug

Epilog:
Sonntag, 7. April 2019 / 11:00 Uhr / café bar zing, rotenbergstraße 37

JAM-SESSIONS mit Festivalmusikern

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FreeJazz-WORKSHOP für Anfänger & Fortgeschrittene:
Leitung: Hartmut Oßwald, Gastdozent am 6.4.: Charles Gayle

freitag, 5. april, ab 11:00 uhr,
samstag, 6.april, ab 11:00 uhr,
sonntag, 7. april, 11:00 uhr, konzert

Unkostenbeitrag 60 ,- €

Anmeldung per email an ohatmu@gmail.com

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Eintrittspreise:
Prolog Mi.: 15,– € / ermäßigt 10,– €
Auftakt Do.: 10,- € / ermäßigt 6,- €
Festivalkarte Fr. + Sa.: 40, – € / ermäßigt 30,– €
Abendkarte Freitag: 25,– € / ermäßigt 18,– €
Abendkarte Samstag: 25,– € / ermäßigt 18,– €

Aufgrund der limitierten Sitzplätze wird zur Reservierung der Tickets geraten, Kartenreservierung per email an: stwi@freejazzsaar.de.

Ausführliche Infos unter freejazzsaar.de

Gefördert wird das Festival durch das Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes, das Kulturamt Saarbrücken, die Heinrich-Böll-Stiftung, die Stiftung Demokratie Saarland, Saartoto, Arbeit und Kultur, SR2 Kulturradio, die Sparkasse Saarbrücken, die Schweizer Kulturstiftung ProHelvetia und großzügige private Spenden.

Film & Diskussion: Thule Tuvalu

Auswirkungen des Klimawandels und was wir dagegen tun können

Freitag, 15. 02. 2019 / 19 Uhr
Kino Achteinhalb / Nauwieserstr. 19 / 66111 Saarbrücken

Gezeigt wird der Film „ThuleTuvalu“, der eindrucksvoll an Beispielen die bereits heute spürbaren, dramatischen Auswirkungen des Klimawandels dokumentiert. Er ist als Appell an die hoch industrialisierten Länder zu verstehen, ihren enormen Energieverbrauch (auf Kosten nicht-entwickelter Regionen) deutlich zu reduzieren und dadurch einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung der Erderwärmung zu leisten.

Der globalen Herausforderung muss jedoch auch durch lokales Handeln begegnet werden, wenn auch künftigen Generationen die Grundlage für ein menschenwürdiges Leben auf dem „blauen“ Planeten geboten werden soll. Daher ist im Anschluss an den Film eine Diskussionsrunde zum Thema „Wie können wir in unserer Region den Ressourcen- und Energieverbrauch drosseln, damit die Klimaziele von Paris erreicht werden können?“ vorgesehen.

Unter der Moderation von Jürgen Meyer (Arbeitskammer des Saarlandes) diskutieren mit dem Publikum Michael Grittmann, stellvertretender BUND-Landesvorsitzender, Dr. Christel Weins, Vorstandsmitglied des Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland und Christian Bersin, Leiter des Amtes für Klima- und Umweltschutz der Landeshauptstadt Saarbrücken.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit den Naturfreunden Deutschlands – Sektion
Straßenbahn Saarbrücken e.V. und NES – Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland e.V.

Der Eintritt ist frei.

Lesung und Gespräch mit Terézia Mora

Moderation: Peter König

Donnerstag, 28. 02. 2019 / 20.00 Uhr
Filmhaus Saarbrücken / Mainzer Straße


„Also schön, sage ich schließlich, nachdem ich lange allein war. Also gut. Ich werde mich erkenntlich zeigen und sprechen. Lange, fundiert und hymnisch werde ich über die Sprache sprechen, welche die Ordnung der Welt ist, musikalisch, mathematisch, kosmisch, ethisch, sozial, die grandioseste Täuschung, dies ist mein Fach. Ein Mensch kann zweihundert verschiedene Gesichtsausdrücke produzieren, um seinen Befindlichkeiten Ausdruck zu verleihen. Etwa gleichviel Töne kann ein Säugling hervorbringen. Später lernt er seine Muttersprache und vergisst den unnützen Rest. Das nennt man Ökonomie. Er lernt durch richtige Beispiele ebenso wie durch Fehler, aus denen er die richtige Regel ableitet. Das nennt man: universeller Sprachinstinkt. Gefallen aus von der bratenden Pfanne in das Feuer wir sind.“ (Auszug aus: „Alle Tage“, Luchterhand 2004).

Terézia Mora wurde 1971 in Sopron, Ungarn, geboren und lebt seit 1990 in Berlin. Für ihren Roman „Das Ungeheuer“ erhielt sie 2013 den Deutschen Buchpreis. Ihr literarisches Debüt, der Erzählungsband „Seltsame Materie“, wurde mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Für ihr Gesamtwerk wurde ihr 2018 der Georg-Büchner-Preis zugesprochen. Terézia Mora zählt außerdem zu den renommiertesten Übersetzerinnen aus dem Ungarischen. Von Terézia Mora ist zuletzt erschienen: „Die Liebe unter Aliens“ Erzählungen, Luchterhand Literaturverlag 2016

Eintritt: 7 Euro / ermäßigt 5 Euro

Wir bitten um Vormerkung über die Buchhandlung St. Johann, Kronenstr. 6, 66111 Saarbrücken
buechergaertner@t-online.de oder 0681-95805464

Eine Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Saar in Zusammenarbeit mit Ludwig Hofstätter und SR2 Kulturradio.

Lesung – Die ganze Geschichte – Aus dem gleichnamigen Buch von Janis Varoufakis

Mittwoch, 27. Februar 2019 / 19 Uhr
Theater im Viertel / Landwehrplatz 2 / Saarbrücken

Es lesen: Rainer Iwersen, Ulrike Knospe, Christian Bergmann bremer shakespeare company

In seinem ebenso brillanten wie spannenden Bericht schildert Varoufakis die Erfahrungen, die er als griechischer Finanzminister mit den Vertretern der EU gemacht hat: Auf 600 Seiten protokolliert und analysiert er das Ringen um eine demokratische und soziale Veränderung der Politik gegenüber Griechenland und Europa generell. Wir schauen hinter die Kulissen der Machtzentren in der Eurozone. Varoufakis Protokolle seiner Kämpfe mit ihren Vertretern sind so aufschlussreich wie mitunter komisch. Dabei ist die griechische Niederlage eine Tragödie – nicht nur für die griechische Bevölkerung, sondern für die ganze EU.

Gerd Bock (Textauswahl); Rainer Iwersen (Lesefassung)

Eintritt: 7 Euro, ermäßigt 5 Euro

In Kooperation mit Griechenlandsolidarität Saarbrücken und Netzwerk Selbsthilfe Saar

Henning von Bargen: Demokratie in Gefahr? Antifeminismus und der Kampf gegen moderne Geschlechterverhältnisse

Donnerstag, 21. März 2019 / 19:00 Uhr
FrauenGenderBibliothek Saar / Großherzog-Friedrich-Straße 111 / 66121 Saarbrücken

Antifeministische Positionen sind salonfähig geworden. Mit der Rede von „Staatsfeminismus“, „Frühsexualisierung“ oder „Gender-Wahn“ soll jegliche Entwicklung zu mehr Geschlechtergerechtigkeit und gleichberechtigter Vielfalt von Lebensweisen in Misskredit gebracht und bekämpft werden. Der Vortrag zeigt antifeministische Positionen und Netzwerke auf und wird deutlich machen, wie Antifeminismus die Brücke zwischen neu-rechten und konservativen Stimmen aus der Mitte der Gesellschaft bildet.

Foto: Stephan Röhl

Henning von Bargen ist seit 2007 Leiter des Gunda-Werner-Instituts für Feminismus und Geschlechterdemokratie in der Heinrich-Böll-Stiftung.

Der Eintritt ist frei.
Eine Kooperationsveranstaltung mit der FrauenGenderBibliothek Saar.

Veranstaltungsort und Kontakt:
FrauenGenderBibliothek Saar
Großherzog-Friedrich-Straße 111
66121 Saarbrücken
Tel. 0681-9388023
info@frauengenderbibliothek-saar.de
www.frauengenderbibliothek-saar.de
Facebook: Frauen Gender Bibliothek Saar

Anetta Kahane / Martin Jander: PEGIDA – Der zögerliche Untergang der DDR

Donnerstag, 21. Februar 2019 / 19.00 Uhr
 Kino Achteinhalb / Nauwieser Straße 19 / Saarbrücken

Analyse und Kritik von Aspekten der neuen völkischen Bewegung in der Bundesrepublik

Anetta Kahane (Amadeu Antonio Stiftung) und Martin Jander (Stanford University Berlin) stellen ein neues Buch vor: „Nach Auschwitz: Schwieriges Erbe DDR“ (Wochenschau Verlag 2018).

Schuldabwehr, Relativierung der Shoah und Selbststilisierung zum Opfer waren in der DDR das Resultat marxistisch-leninistischer Ideologie. Gesellschaft und Geschichte galten als Erscheinungsformen des Klassenkampfes und wurden bestimmt durch Herrscher und Unterdrückte, Besitz an Produktionsmitteln und Ausbeutung, Verführer und Verführte. Alles war determiniert durch den Klassenkampf. Es gab auch Nebenwidersprüche. Sie sollten lediglich vom Hauptwiderspruch ablenken, z. B. Rassismus und Antisemitismus. Sie konnten angeblich allein auf dem Boden des Kapitalismus gedeihen und suchten die Arbeiterklasse zu spalten und von ihrer historischen Mission abzulenken.

Dass der Untergang eines so definierten Staatswesens eine völkische Bewegung hervorbringen kann, die erneut durch Schuldabwehr, Relativierung der Shoah und Opfernarration gekennzeichnet ist, nun nicht mehr in antikapitalistischer sondern in völkischer Diktion, ist nicht überraschend.

Der Eintritt ist frei.

Eine  Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Saar in Zusammenarbeit mit:
CriThink! e.V. – Gesellschaft zur Förderung des kritischen Denkens und Handelns; Antifa Saar / Projekt AK; ConnAct Saar.

Stefan Dietl: Prekäre Arbeitswelten – Von digitalen Tagelöhnern bis zur Generation Praktikum

Dienstag, 12. Februar 2019 / 19:30 Uhr
Buchhandlung St. Johann / Kronenstraße 6 / Saarbrücken

Wie soziale Unsicherheit produziert wird:

Buchvorstellung und Diskussion mit Stefan Dietl, Autor des Buches „Prekäre Arbeitswelten – Von digitalen Tagelöhner bis zur Generation Praktikum“ (Unrast Verlag 2018).

Leiharbeit, Werkverträge, Minijobs, Befristungen – fast 40 Prozent der Beschäftigten in Deutschland arbeiten inzwischen in diesen oder anderen prekären Arbeitsverhältnissen. Für die Betroffenen heißt das häufig niedrige Löhne, geringe soziale Absicherung und ständige Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. Seit die Agenda 2010 die Grundlage für den anhaltenden Boom prekärer Beschäftigung legte, stieg jedoch nicht nur die Zahl der betroffenen Arbeitnehmer kontinuierlich an, es entstanden auch immer neue Formen der Prekarität. Gerade durch die technischen Neuerungen der Internetökonomie ergeben sich für Unternehmen neue Möglichkeiten des Lohndumpings und der Umgehung gesetzlicher und tariflicher Rahmenbedingungen.

In seinem Vortrag widmet sich Stefan Dietl daher insbesondere prekären Beschäftigungsformen im digitalen Zeitalter wie dem »crowdworking« oder der »Gig-Work«. Er nimmt jedoch auch anderen bisher wenig beachtete atypische Beschäftigungsverhältnisse wie der Arbeit auf Abruf oder der Ausbeutung von Wanderarbeiter*innen unter die Lupe und gibt einen Einblick in die aktuellsten Entwicklungen der bereits seit Längerem in Deutschland etablierten Formen prekärer Arbeit wie der Leiharbeit, Minijobs, Befristungen oder Praktika und beschreibt deren Ausweitung auf immer mehr Arbeitsbereiche.

Der Eintritt ist frei.

Eine  Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Saar in Zusammenarbeit mit:
CriThink! e.V. – Gesellschaft zur Förderung des kritischen Denkens und Handelns; Antifa Saar / Projekt AK; ConnAct Saar.

Lothar Galow-Bergemann: Digitalisierung der Arbeit und Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum

Mittwoch, 6. Februar 2019 / 19:30 Uhr
Buchhandlung St. Johann / Kronenstraße 6 / Saarbrücken

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Stichworte wie „Industrie 4.0“ und „Digitalisierung der Arbeit“ stehen für eine Dynamik der Produktivkraftentwicklung, die unsere Gesellschaft in den kommenden beiden Jahrzehnten enorm verändern wird. Wir werden mit weniger Arbeit denn je immer größere Mengen stofflichen Reichtums schaffen können. Macht das noch mehr Menschen systemlogisch „überflüssig“, so drohen riesige soziale Verwerfungen. Doch es bieten sich auch ungeahnte Chancen. Die öffentliche Debatte – auch die linke – wird allerdings weder der Dimension des Problems noch den neuen Möglichkeiten gerecht. Es gibt keinerlei Konzeption für den zu erwartenden Rückgang an Arbeit und Arbeitsplätzen. Noch nicht einmal bei den Gewerkschaften. Lieber macht man sich vor, dass es „so schlimm schon nicht kommen wird“ und „wir in Deutschland“ schon noch genügend Arbeitsplätze behalten werden. Doch die Spatzen pfeifen von den Dächern, dass die Tage des Exportweltmeisters schon bald gezählt sein könnten. Die Welt, wie wir sie kennen, verändert sich rasend schnell, alte Antworten und Rezepte taugen nichts mehr. Das Modell „Lebensunterhalt durch Erwerbsarbeit“ gerät weltweit in die Krise und diese Entwicklung macht auch um Europa keinen Bogen. Neue Wege sind angesagt. Massive Arbeitszeitverkürzungen könnten den Zugang zu einer neuen Antwort auf eine alte Frage ermöglichen: Was heißt Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum? Millionen Menschen wissen, wie man umweltverträglich produziert, menschenfreundlich pflegt und vernünftig verwaltet. Sie sind auch wenn ihnen das oft gar nicht bewusst ist – ExpertInnen für den stofflichen Reichtum der Gesellschaft und Fachleute für den sozial-ökologischen Umbau. Ein Riesenpotential, das sie in die Waagschale der gesellschaftlichen Auseinandersetzung werfen könnten. Aber nur dann, wenn sie nicht mehr wie das Kaninchen auf die Schlange starren, sondern aus dem Gedankengefängnis der herrschenden abstrakten Reichtumsproduktion, sprich des Kapitalismus, ausbrechen.

Lothar Galow-Bergemann, ehemaliger Personalrat im Klinikum Stuttgart, schreibt u.a. für konkret, Jungle World und www.emafrie.de

Der Eintritt ist frei.

Eine  Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Saar in Zusammenarbeit mit:
CriThink! e.V. – Gesellschaft zur Förderung des kritischen Denkens und Handelns; Antifa Saar / Projekt AK; ConnAct Saar.