Karen Köhler: Miroloi

Donnerstag, 28. November 2019 / 20.00 Uhr
Filmhaus Saarbrücken / Mainzerstr. 8 / 66111 Saarbrücken

Karen Köhler liest aus ihrem neuen Roman „Miroloi“

„So eine wie ich ist hier eigentlich nicht vorgesehen.“

Nach dem gefeierten Erzählungsband „Wir haben Raketen geangelt“ endlich der erste Roman von Karen Köhler! Ein Dorf, eine Insel, eine ganze Welt: Karen Köhlers erster Roman erzählt von einer jungen Frau, die als Findelkind in einer abgeschirmten Gesellschaft aufwächst. Hier haben Männer das Sagen, dürfen Frauen nicht lesen, lasten Tradition und heilige Gesetze auf allem. Was passiert, wenn man sich in einem solchen Dorf als Außenseiterin gegen alle Regeln stellt, heimlich lesen lernt, sich verliebt? Voller Hingabe, Neugier und Wut auf die Verhältnisse erzählt „Miroloi“ von einer jungen Frau, die sich auflehnt: Gegen die Strukturen ihrer Welt und für die Freiheit. Eine Geschichte, die an jedem Ort und zu jeder Zeit spielen könnte; ein Roman, in dem jedes Detail leuchtet und brennt.

Karen Köhler hat Schauspiel studiert und zwölf Jahre am Theater in ihrem Beruf gearbeitet. Heute lebt sie auf St. Pauli, schreibt Theaterstücke, Drehbücher und Prosa. Ihre Theaterstücke stehen bei zahlreichen Bühnen auf dem Spielplan. 2014 erschien ihr viel beachteter Erzählungsband „Wir haben Raketen geangelt“ im Hanser Verlag. 2017 erhielt sie für ihren Roman „Miroloi“ (erschienen am 19. August 2019) ein Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung, 2018 das Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds. Karen Köhler: Miroloi, Roman, 464 Seiten, Hanser 2019, ISBN 978-3-446-26171-6

Eintritt: 7 € / 5 €
Karten erhalten Sie über die Buchhandlung St. Johann,
Kronenstr. 6, 66111 Saarbrücken
Tel.0681-95805464 oder buechergaertner@t-online.de

Eine Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Saar in Zusammenarbeit mit Ludwig Hofstätter.

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Jón Kalman Stefánsson: Ástas Geschichte

Mittwoch, 27. November 2019 / 19.00 Uhr
Kino 8 1/2 / Nauwieserstr. 19 / Saarbrücken

Jón Kalman Stefánsson liest „Ástas Geschichte“

Moderation: Sally Charell Delin

Ásta, darin steckt das isländische Wort für Liebe. Doch kaum ist das Mädchen geboren, verlässt ihre Mutter die Familie, und Ásta wächst bei einer Ziehmutter auf. Als sie einem Mitschüler die Nase bricht, weil der sie bedrängt, werden die Risse in ihrer Welt unübersehbar. Ásta muss für einen Sommer in die Westfjorde. Und trifft dort, wo das Licht so eigentümlich mit der Dunkelheit verwandt ist, auf Jósef, der Gedichte liest und ebenfalls als Querulant gilt. Zwischen den beiden wächst eine erste, zarte Liebe, durch die Ásta die Kraft findet, sich in ihr Leben zu kämpfen. Ihre Eltern mögen das Versprechen, das sie ihr mit ihrem Namen gaben, nicht gehalten haben. Ástas Geschichte aber ist so voller Liebe, Leidenschaft, Scheitern und Glück, wie man es selten erlebt. Ein fulminantes Stück Weltliteratur!
„Ástas Geschichte‹ ist ein groß angelegter, ein gigantischer Roman, mit all seinen Verwicklungen und Einsichten. … Bei der Lektüre fragt man sich, wie man ohne das Meer als Horizont weiterleben soll. Die Antwort ist einfach: indem man Jón Kalman Stefánsson liest.“ (Le Figaro littéraire).

Jón Kalman Stefánsson, geboren 1963 in Reykjavík, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern Islands. Er arbeitete in der Fischindustrie, als Maurer und Polizist, bevor er sich in Mosfellsbær bei Reykjavík niederließ. Sein Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und in ganz Europa ausgezeichnet, u.a. mit dem isländischen Literaturpreis. Der internationale Durchbruch gelang ihm mit „Himmel und Hölle“, zuletzt erschienen „Fische haben keine Beine“ und „Etwas von der Größe des Universums“. 2018 war Jón Kalman Stefánsson für den alternativen Literaturnobelpreis nominiert. Jón Kalman Stefánsson:
Ástas Geschichte, Roman, 464 Seiten, Piper 2019, ISBN: 978-3-492-05937-4

Eintritt: 7 € / 5 €
Karten erhalten Sie über die Buchhandlung St. Johann
Kronenstr. 6, 66111 Saarbrücken
Tel.0681-95805464 oder buechergaertner@t-online.de

Eine Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Saar in Zusammenarbeit mit SR2 Kulturradio und Ludwig Hofstätter.

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Dr. Stephan Grigat: Der Exodus der Juden aus der arabischen Welt und dem Iran – Diskriminierung, Flucht und Vertreibung

Donnerstag, 21.11.2019 / 20.00 Uhr
Festsaal des Rathauses / Rathausplatz 1 / 66111 Saarbrücken

Abschlussvortrag von Dr. Stephan Grigat

Würde es mit rechten Dingen zugehen, wäre bei jeder Diskussion über den Konflikt Israels mit seinen arabischen Nachbarn stets auch von der Flucht und Vertreibung nahezu aller Juden aus der arabischen Welt und aus dem Iran die Rede, die außerhalb Israels kaum im Bewusstsein sind. Die gerade auf Deutsch erschienene Studie des französischen Historikers Georges Bensoussan über Die Juden der arabischen Welt ruft die Flucht von etwa 900.000 Juden aus den arabischen Ländern in Erinnerung und zeigt, dass die Radikalisierung der arabisch-islamischen Judenfeindschaft vor der israelischen Staatsgründung einsetzte und in vielen Aspekten eine Reaktion auf die partielle Autoemanzipation der Juden in den arabischen Gesellschaften war.
Der Vortrag wird die Situation der Juden in den arabischen Gesellschaften und dem Iran skizzieren, die Bedeutung der arabisch-jüdischen Flüchtlinge für Israel thematisieren und der Frage nachgehen, warum das Schicksal der jüdischen Flüchtlinge aus den arabischen Ländern und dem Iran bisher kaum thematisiert wurde.

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an der Uni Wien, Dozent für Politikwissenschaft an der Uni Passau, Permanent Fellow am Moses Mendelssohn Zentrum der Uni Potsdam und Research Fellow am Herzl Institute for the Study of Zionism and History der Uni Haifa. Er ist Autor von Die Einsamkeit Israels und Herausgeber von AfD & FPÖ sowie Iran – Israel – Deutschland. Zuletzt hat er die Einleitung zu Georges Bensoussans Buch Die Juden der arabischen Welt geschrieben, das bei Hentrich & Hentrich erschienen ist.

Eine Kooperationsveranstaltung der Heinrich-Böll Stiftung Saar mit Crithink e.V.  – Gesellschaft zur Förderung des kritischen Denken und Handelns, Antifa Saar / Projekt AK und ConnAct Saar.

Alex Feuerherdt: Vereinte Nationen gegen Israel: Wie die UNO den jüdischen Staat delegitimiert

Mittwoch, 30.10.2019 / 20.00 Uhr
Festsaal des Rathauses / Rathausplatz 1 / 66111 Saarbrücken

Vortrag von Alex Feuerherdt

Kein anderes Land steht bei den Vereinten Nationen derart am Pranger wie Israel. Die Unesco und der UN-Menschenrechtsrat beispielsweise haben den jüdischen Staat in ihren Resolutionen häufiger verurteilt als alle anderen Länder dieser Welt zusammen. Auch die Generalversammlung der Uno beschäftigt sich in ihren Diskussionen weitaus öfter mit der einzigen Demokratie im Nahen Osten als etwa mit Syrien, Nordkorea oder dem Iran. Die UN-Frauenrechtskommission hat Israel unlängst als einziges Land für die Verletzung von Frauenrechten kritisiert, für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schädigt weltweit niemand die Gesundheit von Menschen und die Umwelt so stark wie der jüdische Staat. Und das sind nur einige wenige Beispiele von vielen. Ein Beschluss wie der UN-Teilungsplan von 1947, der die Grundlage für die Proklamation des Staates Israel bildete, wäre heute schlicht undenkbar.

Wie kommt es, dass sich der jüdische Staat derart im Visier der Vereinten Nationen und ihrer Untereinrichtungen befindet? Liegt das tatsächlich an Israel selbst – oder gibt es dafür womöglich ganz andere Gründe? Wie ist die Uno heute überhaupt aufgestellt und worin unterscheidet sie sich von früheren Jahren? Welches Verständnis von den Menschenrechten herrscht bei ihr und ihren Mitgliedern vor?

Alex Feuerherdt ist freier Publizist und lebt in Köln. Er schreibt für verschiedene Print- und Online-Medien zu den Themen Israel, Nahost, Antisemitismus und Fußball, unter anderem für die Jüdische Allgemeine, n-tv.de, die Jungle World und die Medienbeobachtungsstelle Naher Osten in Wien. Außerdem ist er Betreiber des Blogs Lizas Welt. Gemeinsam mit Florian Markl hat Feuerherdt ein Buch zum Thema der Veranstaltung geschrieben, das im Mai 2018 im Verlag Hentrich & Hentrich erschienen ist: Vereinte Nationen gegen Israel – Wie die Uno den jüdischen Staat delegitimiert.

Eine Kooperationsveranstaltung der Heinrich-Böll Stiftung Saar mit Crithink e.V.  – Gesellschaft zur Förderung des kritischen Denken und Handelns, Antifa Saar / Projekt AK und ConnAct Saar.

Ausstellung: „1948.“ Zur Gründung des Staates Israel

28.10. 2019 – 21.11.2019
Rathaus Saarbrücken / Hauberrisser Saal

Vorgeschichte und Gründung des modernen Israel gehören zu den zentralen Epochen der neueren Geschichte. Die Ausstellung 1948 leistet die lange überfällige Aufarbeitung. Überfällig, weil keine andere Epoche in den vergangenen Jahrzehnten mehr historischen Verzerrungen ausgesetzt war. Historiker, Politologen und Nahostexperten sichteten in über 5.000 Arbeitsstunden Quellen, Dokumente, Bildmaterial, authentische Korrespondenzen, anerkannte Fachliteratur und Zeitzeugen. Auf 32 Schautafeln gelingt es 1948, einen beachtlichen historischen Kontext zu vermitteln. Innerhalb eines Jahres stand die Ausstellung schon an rund 25 Standorten bundesweit, darunter Berlin, Hamburg, Karlsruhe, Mosbach im Odenwald und Aue.
Träger der Ausstellung 1948 ist der Münchner Verein für Demokratie und Information (DEIN e.V.), unterstützt von einer wissenschaftlichen Jury und einem namhaft besetzten Beirat.

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Montag bis Freitag, 9.00 bis 18.00 Uhr.

Montag 28.10.2019 Vernissage:

Begrüßung durch Oberbürgermeister Uwe Conradt
Begrüßung durch Eric Barth für die DIG AG Saar
Einführungsvortrag Dr. Oren Osterer
Anschließend Rundgang durch die Ausstellung im Hauberrisser Saal und Umtrunk

Veranstalter: Landeshauptstadt Saarbrücken in Kooperation mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft e.V. Arbeitsgemeinschaft Saar.
Träger der Ausstellung ist der Münchner Verein für Demokratie und Information (DEIN e.V.).  Kurator der Ausstellung ist der Historiker Dr. Oren Osterer.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

 

 

Netzwerktagung: Haltung zeigen – Antifeminismus solidarisch begegnen

Donnerstag, 21. November / 10.00 – 18.00 Uhr
Freitag, 22. November / 10.00 – 17.00 Uhr

Factory Campus / Erkrather Str. 401 / 40231 Düsseldorf

Wissen updaten – Erfahrungen austauschen – Strategien weiterentwickeln

Das gesellschaftspolitische Klima ist rauer geworden. Antifeministische und rechtspopulistische Zumutungen begegnen uns überall: im beruflichen Umfeld, bei (gesellschafts)politischem Engagement, im privaten Alltag oder im Internet. Egal wo – ob in der Sozialen Arbeit oder in pädagogischen Handlungsfeldern wie Kita, Schule, Erwachsenenbildung, ob in Wissenschaft und Forschung oder kommunaler Gleichstellungsarbeit, ob bei ehrenamtlicher Arbeit mit Geflüchteten, in der Kirchengemeinde oder bei gewerkschaftlicher Arbeit in und außerhalb des Betriebs: wenn wir Haltung zeigen wollen gegen antifeministische Abwertungen und Angriffe, wenn wir eintreten wollen für eine offene, feministische und liberale Gesellschaft, dann brauchen wir nicht nur Mut, sondern auch handlungsrelevantes Wissen, praktikable Strategien und Fähigkeiten diese umzusetzen – am besten solidarisch mit Gleichgesinnten.

Die Netzwerktagung „Haltung zeigen“ bietet gleichstellungspolitischen und feministischen Akteur*innen und Multiplikator*innen die Möglichkeit, einen Einblick in den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung zu Antifeminismus zu bekommen. Sie gibt Raum, Erfahrungen im Umgang mit antifeministischen Angriffen in der eigenen beruflichen, ehrenamtlichen, politischen oder NGO-Praxis mit Menschen aus verschiedenen Kontexten zu reflektieren und sich darüber auszutauschen. Es werden gemeinsam Strategien im Umgang mit Antifeminismus ausgewertet und weiterentwickelt. Die Beiträge und Impulse beziehen nach Möglichkeit intersektionale Perspektiven und Ansätze ein, insbesondere die Verquickung von Sexismus und (antimuslimischem) Rassismus.

 

 

Link zum Tagungsprogramm und Anmeldung

 

Marpingen und der Nationalsozialismus

Donnerstag, 29. August 2019 / 19.00 Uhr
Kulturzentrum Alte Mühle / Zur Schafbrücke 7 / 66646 Marpingen

11. Marpinger Mühlen-Gespräche: Vorstellung des Flyers „Marpingen und der Nationalsozialismus“

Mit den „Marpinger Mühlen-Gesprächen“ haben die Gemeinde Marpingen und der Verein „Wider das Vergessen und gegen Rassismus“ e.V. Marpingen im Jahre 2006 im Kulturzentrum „Alte Mühle“ eine besondere Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen. Die seither in unregelmäßigen Abständen ein- bis zweimal im Jahr unter diesem Namen angebotenen Veranstaltungen beinhalten Vorträge , Lesungen, Ausstellungen und Präsentationen zu brisanten und hochaktuellen Themen, die nicht nur einen sehr starken Bezug zur Arbeit des Vereins haben, sondern auch der Gemeinde ein wichtiges Anliegen sind.

Der Vorstand des Vereins hat einen Flyer erstellt, der die Gemeinde Marpingen in der NS-Zeit und auch darüber hinaus beleuchtet. Die 80. Wiederkehr des Überfalls der reichsdeutschen Wehrmacht auf Polen und damit des Beginns des Zweiten Weltkrieges nehmen wir zum Anlass, den Flyer vorzustellen. Der Flyer steht unter dem Motto „Wer die Vergangenheit vergisst, ist verurteilt, sie zu wiederholen“. Das NS-System erfreute sich in weiten Teilen der Bevölkerung, so auch in Marpingen, großer Beliebtheit, und auch heute ist ein beängstigender Rechtsruck im Denken großer Bevölkerungsteile zu beobachten. ln dem Flyer wird in der gebotenen Kürze dargestellt, was sich in Marpingen hinsichtlich der NS-Opfer, der NS-Täter und des Widerstands gegen das NS-Regime  abspielte.

Eintritt frei.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Gemeinde Marpingen und dem Verein
„Wider das Vergessen und gegen Rassismus“ e.V. Marpingen

Lesung mit Thomas Girst: Alle Zeit der Welt

Freitag, 13. 09. 2019 / 20.00 Uhr
Filmhaus Saarbrücken / Mainzerstraße 8

Geschichten über erstaunliche Dinge, die sehr viel Zeit brauchen – Eine Feier der Langsamkeit gegen das Tempo der Gegenwart

Ein umfassendes Wörterbuch, an dem mehrere Generationen gearbeitet haben, oder ein französischer Briefträger, der auf seinem täglichen Gang Steine und Muscheln sammelt, aus denen er in 33 Jahren ganz alleine einen fantastischen Palast errichtet: Manches braucht eben etwas mehr Zeit. Thomas Girst versammelt höchst unterhaltsame Geschichten von Künstlern und Wissenschaftlern mit langem Atem – einer Fähigkeit, die vielen von uns heute fehlt. Doch wenn er sich Zeit lässt, sind dem Menschen große Dinge möglich. Wir müssen nur lernen, uns die Zeit zu nehmen. Dieses Buch erhebt Einspruch gegen das Diktat des Tempos.

Thomas Girst, im Saarland geboren, studierte Kunstgeschichte, Amerikanistik und Neuere Deutsche Literatur an der Universität Hamburg und an der New York University. Der ehemalige taz-Korrespondent verantwortet seit 2003 das internationale Kulturengagement der BMW Group. 2016 wurde er als „Europäischer Kulturmanager des Jahres“ ausgezeichnet. Zuletzt erschienen The Duchamp Dictionary (2014), Art, Literature, and the Japanese American Internment (2015) und 100 Secrets of the Art World (2016). Er lebt in München.
„Als Gymnasiast war er eine ziemlich auffällige Erscheinung … Nannte man ihn einen Snob? Auf jeden Fall war er der ‚Typ mit dem Stock‘. Denn er ging am St. Johanner Markt im Frack des Großvaters spazieren und schwang dazu … ein elegantes Flanierstöckchen. Eine Künstlerseele. … Schließlich gab Girst eine originelle Literaturzeitschrift in einer Schachtel heraus, DIE AUSSENSEITE DES ELEMENTES und organisierte im Saarbrücker Filmhaus ziemlich abgedrehte Lesungen – ‚Pflegeleichte Literaturausschreibungen‘…“ Saarbrücker Zeitung vom 28. 4. 2017

Thomas Girst „Alle Zeit der Welt“ ist erschienen im Hanser-Verlag München 2019

Eintritt: 7 € / 5 €

Wir bitten um Vormerkung über ludwig-hofstaetter@t-online.de oder Tel. 0681-95805464
www.bsj-sb.de

Filmvorführung: Eingebrannt – Frauen auf Kreta 1941-1945

Dienstag, 15. 10. 2019 / 20.00 Uhr
Filmhaus / Mainzerstr. 8 / Saarbrücken

Eine kunstdokumentarische Reise durch die Geschichte kretischer Frauen und ihrer Lebensrealitäten während der deutschen Besatzung auf Kreta von 1941-1945

Film und Diskussion mit den Regiseurinnen Barbara Englert und Leonie Englert.

Dass Frauen ihren Platz in der Geschichte einnehmen ist lange überfällig und dennoch wird die Geschichtsschreibung auch heute noch von Männern dominiert. Aus diesem Grund lassen wir in diesem Dokumentarfilm ausschließlich Frauen über ihren Widerstand und ihren Kampf gegen die deutsche Besatzung erzählen. Diese Erzählungen sind in keinem Geschichtsbuch zu finden und wären mit dem Tod dieser Frauen für immer verlorengegangen.
Zweiundzwanzig Kreterinnen sprechen über ihren Widerstand, ihre Solidarität, über starke Frauen, über Ängste und Hoffnungen, ihren Überlebenskampf und den Umgang mit den Besatzern: Eine Mutter wird am lebendigen Leibe verbrannt dafür, dass sie ihre Töchter beschützte, junge Mädchen sabotieren einen deutschen Transport russischer Kriegsgefangenen und es galt „sich zu verstecken und nicht zur Schule zu gehen.“ Die Beteiligung am Widerstand gegen die Besatzer war für die meisten dieser Frauen selbstverständlich. Ohne Angst vor ihren eigenen Emotionen durchleben sie mit ihrer eigenen Stimme ihre Vergangenheit; traurig, wütend, stolz. Aber auch lachend wird sich zum Beispiel an die Kommentare der Mutter erinnert, die ihren Kindern nur Wildkräuter zum Essen  vorzusetzen hatte.
Die innere Resonanz der Erzählungen wird von Puppen gespiegelt, die den Frauen ähnlich sind. Die fein ausgearbeiteten Gesichter der Figuren geben im Film den Frauen und den von Gräsern überwucherten Steinen ihre lebendige Geschichte zurück. Verletzt liegen sie auf dem Boden, ihre weit geöffneten Augen werden von der Kamera behutsam fokussiert und erzeugen ganz ohne Worte eine nachwirkende Präsenz.
Der Dokumentarfilm zeigt wie die Auswirkungen dieser Erlebnisse auf das Leben der Frauen auch heute immer noch deutlich sichtbar und gegenwärtig sind. Das Porträt ihrer lebendigen Erinnerung ist eine Reise durch ihre Geschichte und über die rauen Berge und Küsten Kretas. Es zeichnet ein anderes Bild der Insel, welche meist als Urlaubsparadies, vor allem nordeuropäischer Touristen, bekannt ist.

Ein Film von Barbara Englert und Leonie Englert. Gedreht wurde der Film in Kooperation mit dem Filmkollektiv Obscura Lab und der  Puppentheatergruppe Firdin Migdin aus Rethymno. Laufzeit 117 Minuten, Griechisch mit deutschen Untertiteln.

Pressestimmen:
Mit den Puppenspielerinnen Zoi Vlassi und Evi Kambouraki und der Puppenbauerin Natassa Tapaki haben die Englerts zu den schlichten Aufnahmen Kretas und der erzählenden Frauen zwischen 80 und 100 {…} eine erweiternde Spielwelt im Film geschaffen. Die großäugigen  Stabmarionetten liegen zerschmettert unter Trümmern, als Vergewaltigte mit verdrehten Gliedmaßen in den kretischen Bergwiesen {…} Historische Fotos könnten eine solche Intensität kaum erreichen, wie es die Puppen tun, ohne kitschig zu werden.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung am 19.Januar 2018)
„Wie eng vergangene Gräuel zur Gegenwart gehören, haben die Regisseurinnen Barbara und Leonie Englert eindrucksvoll in einer dokumentarischen Installation zur Geschichte Kretas sichtbar gemacht {…} Der Blick auf Athen, die Hafenstadt Chania und das Meer wecken letzte  Urlaubserinnerungen. Idyllisch still wirken die eingeblendeten Dorfstraßen und weiten Olivenhaine. Wie ist es vorstellbar, dass an diesen Orten, wo heute deutsche Urlauber zu Tausenden willkommen
geheißen werden, vor sieben Jahrzehnten 20 000 deutsche Fallschirmjäger gelandet sind und das  Leben der Dorfbewohner in eine Hölle verwandelt haben?“ (Frankfurter Rundschau am 18.Januar 2018)
„Kein Laut war zu hören, wenn die beinahe 100 Jahre alten Zeitzeuginnen von dem Beginn der Tyrannei erzählten, wie die ,Deutschen Fallschirmspringer wie Regen aus den Flugzeugen fielen‘ oder wie deutlich gemacht wird, dass ,die Deutschen kein menschliches Blut in sich hatten.‘“ (Frankfurt Journal am 18. Januar 2018)
„In einer gemeinsamen kretisch-deutschen Anstrengung ist so eine leise erzählte, streng  komponierte, mit ihren ruhigen Bildern zuweilen an eine klassische Tragödie erinnernde Collage entstanden. Eine Filminstallation, die die Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute in ihren Bann zieht. Wer sie gesehen hat, wird das Unerzählbare verstehen und nie vergessen, was auf Kreta 1941-1945 unter deutscher Besatzung geschehen ist. Er wird die stolzen, kämpferischen Frauen nicht vergessen, die den Nazis die Stirn geboten haben.“ (Sozialismus Heft 2 2018 Elisabeth Abendroth)

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Griechenlandsolidarität Saarbrücken, Rosa Luxemburg-Stiftung, Verein für Frauenbildung und Frauenkultur e.V. und dem Filmaus Saarbrücken.

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Klaus Gietinger: Vollbremsung – Warum das Auto keine Zukunft hat und wir trotzdem weiterkommen

Buchvorstellung

Dienstag, 03. 09. 2019 / 19.00 Uhr
Buchhandlung St. Johann / Kronenstr. 6 / Saarbrücken

Das Auto muss weg!
Wege in die Zukunft der Mobilität, in der wir ohne Auto weiterkommen. Das Auto tötet jährlich Millionen Menschen, zerstört die Umwelt und die Atmosphäre. Schuld daran ist eine allmächtige Autoindustrie, die die Welt jedes Jahr mit mehr KFZ zumüllt. Autofahren macht süchtig, wir sind die Junkies, die Konzerne, Politiker und Medien bilden ein Drogenkartell, das uns Mobilität verspricht und Stau und Sterben beschert. Wollen wir nicht an die Wand fahren ist es Zeit für eine Vollbremsung. Und nie war der Moment günstiger: Diesel-, Feinstaub-, Stickstoffgate, drohende Klimakatastrophe. Vor allem junge Menschen lassen sich dies nicht mehr gefallen, sie schwänzen die Schule um den Planeten zu retten.
Dieses Buch zeigt wie wir weiterkommen.
Steigen Sie ein, springen Sie auf, gehen Sie ihren Weg!

Klaus Gietinger ist Drehbuchautor, Filmregisseur und Sozialwissenschaftler. Sein Kinofilm „Daheim sterben die Leut“ ist Kult. Er schrieb und drehte „Tatorte“, TV-Filme, Serien und Dokumentationen (zuletzt „Wie starb Benno Ohnesorg?“) und erhielt dafür zahlreiche Preise. Er ist Autor zahlreicher Bücher, u. a. „Eine Leiche im Landwehrkanal – Die Ermordung Rosa Luxemburgs“, „Der Konterrevolutionär“, „Totalschaden“ oder „99 Crashes“. Foto: Mathias Becker.
Das Buch „Vollbremsung – Warum das Auto keine Zukunft hat und wir trotzdem weiterkommen“ ist 2019 erschienen im Westendverlag, 192 Seiten, 16 Euro. Mehr Infos: www.gietinger.de

Hier finden Sie Texte und Interviews mit Klaus Gietinger zum Thema:
www.zdf.de/kultur/aspekte/
www.sr.de/sr/sr2/themen/politik/
www.hr1.de/programm/
www.heise.de/tp/features/Vollbremsung-4442357.html

Der Eintritt ist frei.

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