Heinrich-Böll-Stiftung und VCD präsentieren Mobilitätsatlas

Donnerstag, 12. März 2020 / 19.00 Uhr
Filmhaus / Mainzer Str. 8 / 66111 Saarbrücken

Der Mobilitätsatlas – Daten und Fakten für die Verkehrswende

Eine Atlas-Publikation steht im Vordergrund der Präsentation mit Referent Dr. Werner Ried vom Verkehrsclub Deutschland: Der neue Mobilitätsatlas der Heinrich-Böll-Stiftung und Verkehrsclub Deutschland beleuchtet aktuelle Themen der Verkehrswende.

Dr. Werner Ried wird ausgewählte Themen aufgreifen mit besonderem Blick auf die saarländische Situation der Verkehrspolitik.

Dr. Werner Ried ist stellvertretender Vorsitzender des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), Landesverband Saar, und ein saarländischer Bahnexperte par excellence. Er hat bei dem  Verkehrswissenschaftler und Geografen Heiner Monheim in Trier promoviert. Sein Thema ist das Entwicklungspotenzial der Eisenbahnen im SaarLorLux-Raum. Mit Reinhard Klimmt schrieb er 2010 ein visionäres Buch zum gleichen Thema: »Auf die Schiene mit der Großregion «. Ried ist Mitarbeiter zweier Eisenbahnen: In Frankfurt arbeitet er für DB Fernverkehr zur digitalen Transformation; bei der saarländische BahnLog GmbH ist er stellvertretender Eisenbahnbetriebsleiter. Jüngstes Interview zur Situation des Bahnverkehrs im Saarland: „Eisenbahn findet hier in den Köpfen nicht statt“. (Saaarbrücker Hefte Nr. 120, Dezember 2019)

Eintritt frei.
Je ein kostenloses Exemplar des Mobilitätsatlas liegt für die Besucher*innen der Veranstaltung bereit soweit der Vorrat reicht.
Mehr Infos: https://www.boell.de/de/mobilitaetsatlas
Eine Kooperationsveranstaltung der Heinrich-Böll-Striftung Saar mit dem Verkehrsclub Deutschland.

Buchvorstellung: Betriebsstörung – Das Chaos bei der Bahn und die überfällige Verkehrswende

Donnerstag, 7. Mai 2020
Ort und Uhrzeit wird noch bekanntgegeben
Der Zug ist verspätet, überfüllt oder fällt aus, Klimaanlage und Toiletten sind defekt, das Bordbistro geschlossen: Bei der Deutschen Bahn ist die Betriebsstörung ein Dauerzustand. Trotz hoher Ticketpreise und Subventionen sind Fahrzeuge und Schienennetz verlottert, für die Steuerzahler droht der größte Staatskonzern ein Fass ohne Boden zu werden. Dabei brauchen wir eine funktionierende Bahn mehr denn je, wenn wir den Verkehrskollaps vermeiden und unsere Klimaziele erreichen wollen.
Der Wirtschaftsjournalist Thomas Wüpper deckt seit Jahren Fehlentwicklungen bei der Bahn auf. Nun beschreibt er das ganze Ausmaß des Debakels und analysiert dessen Ursachen: Missmanagement, teure Projekte wie Stuttgart 21, Politikversagen. Zudem stellt er Konzepte vor, um die Bahn wieder zu einem günstigen, verlässlichen Verkehrsmittel zu machen – und zu einem Motor für nachhaltige Mobilität.
»Ein Autor, der Missständen auf den Grund geht – im Interesse der Bahnkunden.« Karl-Peter Naumann, Pro Bahn
»Wer wissen will, wie wir eine bessere Bahn bekommen, sollte dieses Buch lesen.« Dirk Flege, Allianz pro Schiene
»Ein Journalist, der auch unbequeme Wahrheiten nicht verschweigt.« Claus Weselsky, GDL
Thomas Wüpper, Jahrgang 1961, arbeitet seit 1992 als Wirtschaftskorrespondent in Berlin. Schwerpunkte: Verkehrs- und Verbraucherthemen, zuvor der Aufbau Ost und die skandalträchtige Treuhandanstalt. Zur Bahn hat er mehr als 1000 Artikel verfasst, u.a. für die Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten, Rheinpfalz, Tagesspiegel, Frankfurter Rundschau, Kölner Stadt-Anzeiger, Hannoversche Allgemeine, Badische Zeitung und Freie Presse.

Thomas Wüpper:
Betriebsstörung, Das Chaos bei der Bahn und die überfällige Verkehrswende
Ch. Links Verlag, Berlin 2019

Die Klimaschmutzlobby – Wie mächtige Netzwerke den Klimaschutz sabotieren

Montag, 6. April 2020 / 19.00 Uhr
Kino 8 1/2 / Nauwieserstr. 19 / 66111 Saarbrücken

 

Buchvorstellung mit Susanne Götze und Annika Joeres

Spätestens seit „Fridays for Future“ ist das Thema „Klimawandel“ als eines der dringlichsten Probleme unserer Zeit erkannt worden. Doch trotz eindeutiger Verpflichtungen zu den Zielen des Pariser Weltklimaabkommens sind wir weit davon entfernt, diese auch zu erreichen – warum?

Ihre Argumente sind krude, ihre Finanzen undurchsichtig, aber ihr Einfluss reicht bis in Regierungen. Klimawandelskeptiker und Lobbyisten der Fossilindustrie sind nicht nur in den USA aktiv, sondern auch in Europa. Ihr Ziel: Klimaschutzgesetze torpedieren, die Verbrennung fossiler Rohstoffe fördern und die Staaten dazu bewegen, aus dem Pariser Weltklimaabkommen auszusteigen. Dieses Buch zeigt, mit welchen Strategien, Netzwerken und Argumenten die Klimaschutz-Bremser gegen die europäische Klimaschutzpolitik kämpfen. Die Autorinnen erklären, warum Deutschland seine Klimaziele wirklich verfehlt und welche Interessengruppen unsere Zukunft verbauen. Ein erschütternder Bericht darüber, dass gutgemeinte Selbstverpflichtungen gar nichts bringen und ein Weckruf: Wir brauchen eine starke Klimapolitik!

Susanne Götze ist promovierte Historikerin und passionierte Journalistin. Sie arbeitet als Radiojournalistin für den Deutschlandfunk und schreibt u.a. für die Frankfurter Rundschau, zeitonline, Spiegelonline, National Geographic und Cicero über Klimawandel, Energiewende und was das alles für unser Zusammenleben bedeutet.

Annika Joeres arbeitet in Frankreich für die Investigativ-Redaktion correctiv.org und verschiedene deutsche Medien wie der Zeit. Sie ist spezialisiert auf grenzüberschreitende Recherchen zu Europa, Frankreich und Klimawandel und wurde für ihre Recherchen mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Susanne Götze, Annika Joeres:
Die Klimaschmutzlobby – Wie Politiker und Wirtschaftslenker die Zukunft unseres Planeten verkaufen
Piper Verlag, München April 2020

Eine Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Saar.

 

 

Auftakt zum 6. Free Jazz Festival

19:00 Uhr
Politische Akademie der SDS / Europaallee 18 /66113 Saarbrücken

Vortrag von Ulrich Stock mit Musik & Gespräch: „Free Jazz als Soziale Plastik“

In den Anfängen des Free Jazz vor einem halben Jahrhundert ging es um das Brechen allzu starrer musikalischer Regeln. Das tönende Individuum wollte sich entfesseln. Das ist gelungen. Heute kann es deshalb um anderes gehen: frei zu sein für ein gemeinsames musikalisches Gestalten ohne Dominanz des Einzelnen. Auf diese Weise wird Improvisation zum gesellschaftlichen Modell, in welchem die Fähigkeit, andere Stimmen zu hören, aufzugreifen und sie zu feiern wichtiger wird als persönliches Nachvornedräng.

HUMANIZATION QUARTET feat. Rodrigo Amado

Das Humanization Quartett (Luis Lopes – E-gitarre; Rodrigo Amado – Tenor Saxophon; Aaron Gonzalez – Bass; Stefan Gonzalez – Schlagzeug) hat ein vielseitiges und energiegeladenes Repertoire, das von der einfachsten Melodie bis zum aggressivsten Noise, von der organischsten Improvisation bis hin zu gezielter Komposition reicht, und demonstriert in dieser Formation wie aus den frei und dynamisch interpretierten Wurzeln des Punk-Rock, Funk und Hard-Blues eine groovende improvisierte Musik entstehen kann.

Das Humanization Quartett wurde 2008 von den Portugiesen Luís Lopes und Rodrigo Amado mit den texanischen Brüdern Aaron und Stefan Gonzalez gegründet. Der aus dem Punkrock- und Blues-Hintergrund kommende Gitarrist Luis Lopes (*1971) absolvierte ein Jazzstudium in Lissabon und entdeckte zu dieser Zeit seine Liebe zur experimentellen Musik. Seit über zehn Jahren gibt er gefeierte Solokonzerte und veröffentlichte zahlreiche Tonträger mit namhaften Freejazzmusikern. Der Fotograf, Kolumnist und Clean Feed Records-Mitbegründer Rodrigo Amado (*1964) bereichert seit zwanzig Jahren durch sein virtuoses Spiel als Avantgarde-Jazz-Saxophonist in zahlreichen Formationen die internationale Musikszene. Die Söhne des renommierten Freejazz Trompeters Dennis Gonzalez sind auch musikalisch in der improvisierten Jazzmusik aufgewachsen. Der Bassist Aaron Gonzalez (*1980) und der Schlagzeuger Stefan Gonzalez (*1986) waren jedoch ständig bestrebt, musikalische Grenzen zu überschreiten und kombinierten die Jazzimprovisation in verschiedenen Gruppen u.a. mit Metal-, Hardcore- und progressiven und psychedelischen Rockelementen.

Der Referent Ulrich Stock ist Jazz-Reporter der der Chefredaktion bei DIE ZEIT. Über die Jahrzehnte widmete er sich Musikern wie Cecil Taylor, Irène Schweizer, Heiner Goebbels, Aki Takase, Christian Lillinger oder Anna-Lena Schnabel. Seit Sommer 2005 entwickelt er das multimediale Musikangebot der ZEIT ONLINE, das für den Grimme Online Award 2006 nominiert wurde. Auf ZEIT ONLINE schreibt er die Monatskolumne „Und jetzt Jazz!“, ein riesiger Fundus zu Jazzdenken, Jazzmachen, Jazzleben.

Kartenreservierung: stwi@freejazzsaar.de (Eintrittspreise: 13,- € / ermäßigt 8,- €)
Eine Kooperation mit dem Free Jazz Festival und der  Stiftung Demokratie Saar

Mehr Infos: www.freejazzsaar.de

 

Klaus Gietinger Film 5: Heinrich der Säger

Mittwoch, 29. April 2020 / 20 Uhr
Kino achteinhalb / Nauwieserstr. 19 / 66111 Saarbrücken

Komödie über einen Bahnattentäter, BRD 2001, 95 Minuten

Er lässt den Osten nicht verrosten. Das ultimative Railroadmovie. KURT GRANTKE ist Bahnwärter und Witwer. Er lebt mit seiner Tochter TERESA an einer Bahnstrecke, die stillgelegt wird. GRANTKE führt ein zweites, verborgenes Leben. Er zerstört Schienen, sägt Stücke raus. Er glaubt, wenn er die Bahn erpresst, kann er Streckenstilllegungen rückgängig machen. Durch Zufall kommt ihm HEIKO auf die Schliche. HEIKO der forsche Postbote liebt die bigotte TERESA. Doch HEIKO will Geld. Aber erst als die Tochter, wider Erwarten, HEIKOS Ansinnen unterstützt, ist das Trio, ist “Heinrich der Säger” perfekt. Längst sind sie ins Schussfeld von Kommissar STAHL geraten. Der will den Erpresser dingfest machen. Und dazu ist ihm jedes Mittel recht. Zum  Leidwesen seiner tollpatschigen Assistentin BRAUN, die für “Heinrich” ein gewisses Verständnis hat. Geradezu Sympathie bringen ihm die von Arbeitslosigkeit bedrohten Eisenbahner  entgegen. Der Unbekannte ist ihr Held. Es kommt zum erbitterten Kampf mit STAHL, wobei so manche Lok unsanft am Prellbock landet oder gar ganze Autozüge von Brücken stürzen.

Spielfilm von Klaus Gietinger (Buch und Regie)
Mit: Rolf Becker, Meret Becker, Karina Krawczyk, Alexander Beyer, Heinz W. Kraehkamp, Uwe Steimle, Wolfgang Winkler, Heribert Weber.
Kamera: Hans Hager; Schnitt: Katrin Suhren; Ausstattung: Fritz Günthner; Musik: Klaus Roggors;
Produktion: RSMedia, München und BalanceFilm, Dresden, in Zusammenarbeit mit ZDF und arte. Gefördert durch: Mitteldeutsche Medienförderung (MDM), Filmförderung Baden-Württemberg (MFG), FilmFernsehFonds, Bayern (FFF). Prädikat: Wertvoll!

„Eine furiose Satire” (Südwestpresse)
„Witzig, skurril und äußerst fein besetzt”(TV-Spielfilm)
„Endlich ein deutscher Trash-Film” (Frankfurter Rundschau)
„‚Heinrich der Nervensäger´ wäre der bessere Titel gewesen.” (Cinema)
„Gietinger beweist, dass Deutschland sehr wohl Geschichten und Menschen mit Visionen hat, die es braucht, um großes Kino zu machen.” (Zitty-Berlin)
„Gut gesägt, Heinrich!” (Sächsische Zeitung)
„Man kann nur hoffen, dass Gietinger nicht wieder 13 Jahre auf seinen nächsten Kinostreich warten lässt.” (Rolf-Ruediger Hamacher)

Eintritt: 5 Euro

Klaus Gietinger Film 4: Schön war die Zeit

Donnerstag, 16. April 2020 / 20 Uhr
Kino achteinhalb / Nauwieserstr. 19 / 66111 Saarbrücken

Spielfilm über den Wiederaufstieg eines Naziregisseurs und den Untergang des Provinzkinos, BRD 1988, 101 Minuten

Ein Filmvorführer in der Provinz und ein Nazi-Filmregisseur in der Stadt. Ihre Geschichte von 1945-1962. Während der eine wieder Karriere macht, erlebt der andere den Untergang des Kinos. Das Fernsehen schafft schließlich beide. Kameramann Bauer ist der Dritte. Das Lachen ist ihm jedoch vergangen.

Mit: Gottfried John, Edgar Selge, Ottfried Fischer, Eva Blasczyk, Joachim Bernhard, Christian Hoening, Jessica Kosmalla, Jockel Tschiersch u. v. a.
Buch: Klaus Gietinger, Regie: Klaus Gietinger und Leo Hiemer;
Kamera: Marian Czura; Ton: Kurt Eggmann; Ausstattung: Anna Prankl; Licht: Holly Fink.
Produktion: WAF, SR, Maran-Film, Bob-Arnold-Film. Förderung: FFA, Bayern, MFG, BMI; Prädikat: Wertvoll! Preis der Filmjury des A-Festivals in Gijon, Spanien

„Ein Film der das Unterhaltsame nie über dem authentisch Rekonstruierten übersieht.” Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 24.11.1988.
„Es würde mich nicht wundern, wenn ein Kinogeher demnächst mit dem nassen Schwamm auf die Leinwand zielen würde.” Die Zeit, irgendwann im November 1988.
„Eine Parabel über den Willen zur Vergeßlichkeit, die an Dichte und Einfallsreichtum ihresgleichen suchen könnte.” Frankfurter Rundschau vom 24.11.1988.

Eintritt: 5 Euro

Klaus Gietinger Film 3: Daheim sterben die Leut‘

Dienstag, 31. März 2020 / 20 Uhr
Kino achteinhalb / Nauwieserstr. 19 / 66111 Saarbrücken

Kultfilm über einen Allgäuer Rebell, BRD 1985, 95 Minuten

Der sture Bauer HANS ALLGEIER wehrt sich mit allen Mitteln gegen eine neue Fernwasserleitung des LANDRATS STROBEL, die ALLGEIERS Existenz gefährdet. Während sein SOHN nur Augen für eine schöne URLAUBERIN aus dem Norden hat, nutzt Bauer ALLGEIER die schwarze Magie des Gesundbeters GUGGEMOOS und richtet damit manches Unheil an. Mehrfach erscheint der TEUFEL. Am Schluss ist nichts mehr wie es war und das Ende der Tradition gekommen.

Mit: Walter Nuber, Luise Zodel, Norbert Hauber, Anni Rapps, Jockel Tschiersch, Heribert Weber, Leo Hiemer u. v. a.
Buch und Regie: Klaus Gietinger/Leo Hiemer; Kamera: Marian Czura; Ton: Kurt Eggmann;
Produktion: WAF; Förderung: Kuratorium Junger Deutscher Film; Fernsehen: Abgelehnt; Prädikat: Wertvoll; nominiert zum Deutschen Filmpreis 1986; Goldenes Einhorn Alpinale 1985;  Goldene Filmspule der Linse Weingarten.

„Das Allgäu liegt näher als man denkt” Göttinger Tageblatt vom 8.5.1985.
„Ein nach allen Regeln der Filmkunst gedrehtes Stück Regional-Kino” Der Spiegel vom 29.4.1985.
„Hintergründige Mixtur aus Politik, Sozialstruktur, Aberglauben, Alt-Bauern-Charme und freier Liebe” Münchner Abendzeitung vom 11.10.1985.
„Ein kaleidoskopartiger Film voll Skurrilität, Groteske und Bissigkeit. – Sehenswert” Katholischer Filmdienst vom 30.10.1985.
„Ein reines Vergnügen” Frankfurter Allgemeine Zeitung 1985.
„Hinreißende Komödie” Süddeutsche Zeitung vom 11.8.1988.
„One of the best regional films of the season” Variety (USA) vom 19.2.1986.
„…gegen Kirche, Staat und Autorität. In beleidigender Weise degoutant.” Aus der Ablehnungsbegründung der Filmförderungsanstalt (FFA) von 1983.
„Da sage noch einer, wir Deutschen könnten keine Komödien machen.” Der damalige Bundesinnenminister Zimmermann (CSU), in seiner Rede zur Verleihung des Deutschen Filmpreises 1986.
Durfte beim Max-Ophüls-Preis nur außer Konferenz laufen. Begründung des Leiters Albrecht Stubbi (1985): „Zu alt!“.

Eintritt: 5 Euro

 

Klaus Gietinger Film 2: Land der Räuber und Gendarmen

Donnerstag, 19. März 2020 / 20 Uhr
Kino achteinhalb / Nauwieserstr. 19 / 66111 Saarbrücken

Die UdSSR verkauft die DDR an die BRD (Vision des Films von 1982)

Kleines Fernsehspiel über den langen Arm des Faschismus, BRD 1982, 92 Minuten

Experimenteller Spielfilm, der munter Spiel, Doku- und Trickfilmszenen durcheinander wirbelt (Schwabenspiegel 1982).
Eine Allgäuer Familie 1980. HELMUT, der Sohn will den Kriegsdienst verweigern, seine erste Liebe, CHRISTA wird schwanger. Sein ONKEL kehrte traumatisiert aus dem Krieg zurück und
sitzt in der Klapse. Die OMA hält den ganzen Laden zusammen und liest Alexander Kluge. Dem Moderator ALEXANDER DUMMELE gelingt es allerdings nicht den Film zusammenzuhalten,
deswegen übernimmt die OMA, nachdem sie gestorben ist die Oberleitung und fliegt über das Modell Deutschland, während Willy Birgel für letzteres reitet. Stukas stürzen ab, die DDR wird verkauft und Alexander Newski lässt die deutschen Ordensritter im Eis versinken. CHRISTA haut ab. Der ONKEL hat es vor.

Mit: Walter Nuber, Anna Starke, Anke Günzel, Peter Krammer, und als Gast Willy Birgel.
Buch: Klaus Gietinger, Regie: Klaus Gietinger, Leo Hiemer.
Kamera: Marian Czura. Ton: Kurt Eggmann.
Produktionsleitung: Georg Siemoneit, Georg Veit. Produktion: Westallgäuer Filmproduktion (WAF, Klaus Gietinger, Leo Hiemer, Georg Veit, Fritz Günthner) / ZDF.

„Regierung in Sorge um Ansehen der Hauptschule” Begründung des Drehverbots in der Schule des Autors durch die Regierung von Schwaben, Der Westallgäuer vom 22.7.1981.
„Erstaunlich souverän, wie die jungen Filmemacher mit dem Medium umgehen.” Augsburger Allgemeine vom 9.4.1982.
„Ein filmischer Spaß mit aberwitziger Konfrontation von Heimatbildern und Faschismus” Frankfurter Rundschau 9.4.1982.
„An diesem Film war nichts, aber auch gar nichts, was die Bezeichnung ‚Qualität´ verdient hätte” Allgemeine Deutsche Sonntagszeitung 11.4.1982.
„Politporno” Medienbeobachter der CSU, Mai/1982.
Abgelehnt beim Ophüls-Preis. Begründung des Leiters Albrecht Stubbi (1982): „Zu alt!“.

Eintritt: 5 Euro

 

Klaus Gietinger Film 1: Lond it luck

Mittwoch, 4. März 2020 / 20 Uhr
Kino achteinhalb / Nauwieserstr. 19 / 66111 Saarbrücken

Aus der Geschichte des Allgäuer Bauernkrieges, BRD 1980, 100 Minuten

No-Budget-Spielfilm mit Laien, Schlacht- und Massenszenen, nach wahren Ereignissen im Allgäu 1525. „Lond it luck“ ist Allgäuer Mundart und heißt soviel wie „Lasst nicht locker“.

1520. Der FÜRSTABT VON KEMPTEN presst seine Bauern bis zum Geht-nicht-mehr aus. MARIA, Frau eines todgeprügelten Bauern, verliert die Hälfte ihrer Habe an den FÜRSTABT.
Der JUNGE PFAFFE bringt die Nöte der Bauern dem FÜRSTABT vor, der weist ihn brüsk ab. 1525. Der Druck auf die Bauern im Allgäu und am Bodensee ist so groß geworden, dass sie sich zu Christlichen Vereinigung zusammenschließen und mit dem FÜRSTABT verhandeln wollen. Die 12 Artikel werden verkündet. Der JUNGE PFAFFE flieht, schließt sich den Bauern an. Der Anführer der Allgäuer Bauern, der KNOPF ZU LEUBAS bittet den zur Leibeigenschaft gezwungenen SEBASTIAN mitzumachen, doch der lehnt ab. Die Bürgermeister von Kempten und Ravensburg verhandeln vergeblich mit dem FÜRSTABT. Gleichzeitig wird der TRUCHSESS VON WALDBURG zum Feldherren des Schwäbischen Bundes bestellt. Er soll gegen die Bauern vorgehen. Alle Verhandlungen scheitern, die Allgäuer stürmen das Schloss des FÜRSTABTES. Der TRUCHSESS, genannt der BAUERNJÖRG, zieht gegen die Lindauer. Deren Anführer fällt vor ihm auf die Knie und handelt einen Vertrag aus, der die Bauern spaltet. Der TRUCHSESS beginnt seinen Feldzug gegen die Aufständischen in ganz Deutschland. Schließlich kehrt er ins Allgäu zurück und schlägt die Allgäuer. Die Reste, darunter MARIA, der KNOPF und  SEBASTIAN, flüchten auf den Kohlenberg. Der TRUCHSESS lässt ihre Dörfer anzünden, die Feuer werfen in der Nacht ein gespenstisches Licht auf die Geflohenen… Noch heute leben die  Nachfahren des TRUCHSESS/BAUERNJÖRG als superreiche Großgrundbesitzer im Allgäu.

Drehbuch und Kamera: Klaus Gietinger, Regie: Klaus Gietinger, zusammen mit Leo Hiemer.
Produktion: Westallgäuer Filmproduktion (WAF, Klaus Gietinger, Leo Hiemer, Georg Veit und Günter Rudolph).
Mitarbeit: Günter Rudolph (Kamera), Ralph Ruhl (Ton), Georg Veit (Pyrotechnik).
Darsteller: Georg Veit, Klaus Gietinger, Leo Hiemer, Mechthild Stützle, Dieter Lattmann, Karl Häberle und ca. 150 Komparsen.

„Am Reichtum des heutigen Fürsten-Waldburg-Zeil, der riesige Ländereien, Wälder und Zeitungen besitzt, ist die damalige Machtstruktur noch gut ablesbar” Der Stern vom 30.4.1980, über die Dreharbeiten.
„Klassenkampf auf Schwäbisch” Archivrat des Fürsten von Waldburg-Zeil und Trauchburg in einem Leserbrief an die Schwäbische Zeitung vom 2.4.1980.

Eintritt: 5 Euro

Buchvorstellung: Kapp-Putsch

Dienstag, 18. Februar 2020 / 19.00 Uhr
Buchhandlung St. Johann / Kronenstr. 6 / 66111 Saarbrücken

Klaus Gietinger stellt sein neues Buch vor:
Kapp Putsch 1920 – Abwehrkämpfe – Rote Ruhrarmee

Pünktlich zum 100. Jahrestag rollt Klaus Gietinger die Geschichte des Militärputsches und der Abwehrkämpfe neu auf, liefert kaum bekannte Fakten. Es ist ein ungemein wichtiges, fast vergessenes Kapitel deutscher Geschichte: Der Versailler Vertrag verlangte 1920 die Reduzierung der Reichswehr und die Auflösung der konterrevolutionären Freikorps. Die Reichsregierung musste dem nachkommen. Daraufhin putschten die Freikorps. Wolfgang Kapp, Aufsichtsrat der Deutschen Bank, rief sich zum Reichskanzler aus. Die Reichsregierung floh, kurz vorher hatten die SPD-Mitglieder ihre Namen unter einen Generalstreik-Aufruf setzen lassen. Der größte Streik, den Deutschland je gesehen hat, folgte. Zahlreiche Reichswehr-Kommandeure  sympathisierten mit den Putschisten. Nach fünf Tagen mussten letztere aufgeben. Die Regierung kehrte in die Hauptstadt zurück. Inzwischen war es vor allem in den Industriegebieten Mitteldeutschlands und im Ruhrgebiet zu bewaffneten Kämpfen von Arbeitern gegen die Freikorps gekommen. Die wurden zurückgeschlagen. In Pott bildete sich eine Rote Ruhrarmee aus der SPD-, USPD- und KPD-Basis und den Syndikalisten, mit bis zu 80 000 Kämpfern. Teils waren Bürgerliche beteiligt. Man wollte eine Volkswehr, die Bestrafung der Putschisten und Sozialisierung. Regierungskommissar Carl Severing (SPD) schloss mit den Arbeitern ein Abkommen, das einige Zugeständnisse machte. Aber nicht nur General von Watter, der kommandierende Militär wollte kein Abkommen. Und die Freikorps, von denen die meisten schon das Hakenkreuz auf dem Stahlhelm trugen, bekamen jetzt von der geretteten Regierung freie Hand … Zeit, daran zu erinnern.

Der Referent Klaus Gietinger ist Autor, Regisseur und Sozialwissenschaftler, mehrere Kinofilme, zahlreiche TV-Movies, Serien und 7 Tatorte (Buch und Regie), diverse internationale Preise. Nominiert für den Grimmepreis 2018 für den Dokumentarfilm „Wie starb Benno Ohnesorg – Der 2. Juni 1967“. Zahlreiche Sachbücher und zwei Romane. Mehr Infos: www.gietinger.de

Klaus Gietinger: Der Kapp-Putsch,
1920 – Abwehrkämpfe – Rote Ruhrarmee
Schmetterling Verlag, Stuttgart, Februar 2020

Eintritt frei.

Zum Veranstaltungsflyer (pdf)