Lesung mit Thomas Girst: Alle Zeit der Welt

Freitag, 13. 09. 2019 / 20.00 Uhr
Filmhaus Saarbrücken / Mainzerstraße 8

Geschichten über erstaunliche Dinge, die sehr viel Zeit brauchen – Eine Feier der Langsamkeit gegen das Tempo der Gegenwart

Ein umfassendes Wörterbuch, an dem mehrere Generationen gearbeitet haben, oder ein französischer Briefträger, der auf seinem täglichen Gang Steine und Muscheln sammelt, aus denen er in 33 Jahren ganz alleine einen fantastischen Palast errichtet: Manches braucht eben etwas mehr Zeit. Thomas Girst versammelt höchst unterhaltsame Geschichten von Künstlern und Wissenschaftlern mit langem Atem – einer Fähigkeit, die vielen von uns heute fehlt. Doch wenn er sich Zeit lässt, sind dem Menschen große Dinge möglich. Wir müssen nur lernen, uns die Zeit zu nehmen. Dieses Buch erhebt Einspruch gegen das Diktat des Tempos.

Thomas Girst, im Saarland geboren, studierte Kunstgeschichte, Amerikanistik und Neuere Deutsche Literatur an der Universität Hamburg und an der New York University. Der ehemalige taz-Korrespondent verantwortet seit 2003 das internationale Kulturengagement der BMW Group. 2016 wurde er als „Europäischer Kulturmanager des Jahres“ ausgezeichnet. Zuletzt erschienen The Duchamp Dictionary (2014), Art, Literature, and the Japanese American Internment (2015) und 100 Secrets of the Art World (2016). Er lebt in München.
„Als Gymnasiast war er eine ziemlich auffällige Erscheinung … Nannte man ihn einen Snob? Auf jeden Fall war er der ‚Typ mit dem Stock‘. Denn er ging am St. Johanner Markt im Frack des Großvaters spazieren und schwang dazu … ein elegantes Flanierstöckchen. Eine Künstlerseele. … Schließlich gab Girst eine originelle Literaturzeitschrift in einer Schachtel heraus, DIE AUSSENSEITE DES ELEMENTES und organisierte im Saarbrücker Filmhaus ziemlich abgedrehte Lesungen – ‚Pflegeleichte Literaturausschreibungen‘…“ Saarbrücker Zeitung vom 28. 4. 2017

Thomas Girst „Alle Zeit der Welt“ ist erschienen im Hanser-Verlag München 2019

Eintritt: 7 € / 5 €

Wir bitten um Vormerkung über ludwig-hofstaetter@t-online.de oder Tel. 0681-95805464
www.bsj-sb.de

Filmvorführung: Eingebrannt – Frauen auf Kreta 1941-1945

Dienstag, 15. 10. 2019 / 20.00 Uhr
Filmhaus / Mainzerstr. 8 / Saarbrücken

Eine kunstdokumentarische Reise durch die Geschichte kretischer Frauen und ihrer Lebensrealitäten während der deutschen Besatzung auf Kreta von 1941-1945

Film und Diskussion mit den Regiseurinnen Barbara Englert und Leonie Englert.

Dass Frauen ihren Platz in der Geschichte einnehmen ist lange überfällig und dennoch wird die Geschichtsschreibung auch heute noch von Männern dominiert. Aus diesem Grund lassen wir in diesem Dokumentarfilm ausschließlich Frauen über ihren Widerstand und ihren Kampf gegen die deutsche Besatzung erzählen. Diese Erzählungen sind in keinem Geschichtsbuch zu finden und wären mit dem Tod dieser Frauen für immer verlorengegangen.
Zweiundzwanzig Kreterinnen sprechen über ihren Widerstand, ihre Solidarität, über starke Frauen, über Ängste und Hoffnungen, ihren Überlebenskampf und den Umgang mit den Besatzern: Eine Mutter wird am lebendigen Leibe verbrannt dafür, dass sie ihre Töchter beschützte, junge Mädchen sabotieren einen deutschen Transport russischer Kriegsgefangenen und es galt „sich zu verstecken und nicht zur Schule zu gehen.“ Die Beteiligung am Widerstand gegen die Besatzer war für die meisten dieser Frauen selbstverständlich. Ohne Angst vor ihren eigenen Emotionen durchleben sie mit ihrer eigenen Stimme ihre Vergangenheit; traurig, wütend, stolz. Aber auch lachend wird sich zum Beispiel an die Kommentare der Mutter erinnert, die ihren Kindern nur Wildkräuter zum Essen  vorzusetzen hatte.
Die innere Resonanz der Erzählungen wird von Puppen gespiegelt, die den Frauen ähnlich sind. Die fein ausgearbeiteten Gesichter der Figuren geben im Film den Frauen und den von Gräsern überwucherten Steinen ihre lebendige Geschichte zurück. Verletzt liegen sie auf dem Boden, ihre weit geöffneten Augen werden von der Kamera behutsam fokussiert und erzeugen ganz ohne Worte eine nachwirkende Präsenz.
Der Dokumentarfilm zeigt wie die Auswirkungen dieser Erlebnisse auf das Leben der Frauen auch heute immer noch deutlich sichtbar und gegenwärtig sind. Das Porträt ihrer lebendigen Erinnerung ist eine Reise durch ihre Geschichte und über die rauen Berge und Küsten Kretas. Es zeichnet ein anderes Bild der Insel, welche meist als Urlaubsparadies, vor allem nordeuropäischer Touristen, bekannt ist.

Ein Film von Barbara Englert und Leonie Englert. Gedreht wurde der Film in Kooperation mit dem Filmkollektiv Obscura Lab und der  Puppentheatergruppe Firdin Migdin aus Rethymno. Laufzeit 117 Minuten, Griechisch mit deutschen Untertiteln.

Pressestimmen:
Mit den Puppenspielerinnen Zoi Vlassi und Evi Kambouraki und der Puppenbauerin Natassa Tapaki haben die Englerts zu den schlichten Aufnahmen Kretas und der erzählenden Frauen zwischen 80 und 100 {…} eine erweiternde Spielwelt im Film geschaffen. Die großäugigen  Stabmarionetten liegen zerschmettert unter Trümmern, als Vergewaltigte mit verdrehten Gliedmaßen in den kretischen Bergwiesen {…} Historische Fotos könnten eine solche Intensität kaum erreichen, wie es die Puppen tun, ohne kitschig zu werden.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung am 19.Januar 2018)
„Wie eng vergangene Gräuel zur Gegenwart gehören, haben die Regisseurinnen Barbara und Leonie Englert eindrucksvoll in einer dokumentarischen Installation zur Geschichte Kretas sichtbar gemacht {…} Der Blick auf Athen, die Hafenstadt Chania und das Meer wecken letzte  Urlaubserinnerungen. Idyllisch still wirken die eingeblendeten Dorfstraßen und weiten Olivenhaine. Wie ist es vorstellbar, dass an diesen Orten, wo heute deutsche Urlauber zu Tausenden willkommen
geheißen werden, vor sieben Jahrzehnten 20 000 deutsche Fallschirmjäger gelandet sind und das  Leben der Dorfbewohner in eine Hölle verwandelt haben?“ (Frankfurter Rundschau am 18.Januar 2018)
„Kein Laut war zu hören, wenn die beinahe 100 Jahre alten Zeitzeuginnen von dem Beginn der Tyrannei erzählten, wie die ,Deutschen Fallschirmspringer wie Regen aus den Flugzeugen fielen‘ oder wie deutlich gemacht wird, dass ,die Deutschen kein menschliches Blut in sich hatten.‘“ (Frankfurt Journal am 18. Januar 2018)
„In einer gemeinsamen kretisch-deutschen Anstrengung ist so eine leise erzählte, streng  komponierte, mit ihren ruhigen Bildern zuweilen an eine klassische Tragödie erinnernde Collage entstanden. Eine Filminstallation, die die Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute in ihren Bann zieht. Wer sie gesehen hat, wird das Unerzählbare verstehen und nie vergessen, was auf Kreta 1941-1945 unter deutscher Besatzung geschehen ist. Er wird die stolzen, kämpferischen Frauen nicht vergessen, die den Nazis die Stirn geboten haben.“ (Sozialismus Heft 2 2018 Elisabeth Abendroth)

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Griechenlandsolidarität Saarbrücken, Rosa Luxemburg-Stiftung, Verein für Frauenbildung und Frauenkultur e.V. und dem Filmaus Saarbrücken.

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Klaus Gietinger: Vollbremsung – Warum das Auto keine Zukunft hat und wir trotzdem weiterkommen

Buchvorstellung

Dienstag, 03. 09. 2019 / 19.00 Uhr
Buchhandlung St. Johann / Kronenstr. 6 / Saarbrücken

Das Auto muss weg!
Wege in die Zukunft der Mobilität, in der wir ohne Auto weiterkommen. Das Auto tötet jährlich Millionen Menschen, zerstört die Umwelt und die Atmosphäre. Schuld daran ist eine allmächtige Autoindustrie, die die Welt jedes Jahr mit mehr KFZ zumüllt. Autofahren macht süchtig, wir sind die Junkies, die Konzerne, Politiker und Medien bilden ein Drogenkartell, das uns Mobilität verspricht und Stau und Sterben beschert. Wollen wir nicht an die Wand fahren ist es Zeit für eine Vollbremsung. Und nie war der Moment günstiger: Diesel-, Feinstaub-, Stickstoffgate, drohende Klimakatastrophe. Vor allem junge Menschen lassen sich dies nicht mehr gefallen, sie schwänzen die Schule um den Planeten zu retten.
Dieses Buch zeigt wie wir weiterkommen.
Steigen Sie ein, springen Sie auf, gehen Sie ihren Weg!

Klaus Gietinger ist Drehbuchautor, Filmregisseur und Sozialwissenschaftler. Sein Kinofilm „Daheim sterben die Leut“ ist Kult. Er schrieb und drehte „Tatorte“, TV-Filme, Serien und Dokumentationen (zuletzt „Wie starb Benno Ohnesorg?“) und erhielt dafür zahlreiche Preise. Er ist Autor zahlreicher Bücher, u. a. „Eine Leiche im Landwehrkanal – Die Ermordung Rosa Luxemburgs“, „Der Konterrevolutionär“, „Totalschaden“ oder „99 Crashes“. Foto: Mathias Becker.
Das Buch „Vollbremsung – Warum das Auto keine Zukunft hat und wir trotzdem weiterkommen“ ist 2019 erschienen im Westendverlag, 192 Seiten, 16 Euro. Mehr Infos: www.gietinger.de

Hier finden Sie Texte und Interviews mit Klaus Gietinger zum Thema:
www.zdf.de/kultur/aspekte/
www.sr.de/sr/sr2/themen/politik/
www.hr1.de/programm/
www.heise.de/tp/features/Vollbremsung-4442357.html

Der Eintritt ist frei.

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Bildungsreise: Besatzung, Verfolgung, Widerstand – Die deutsche Herrschaft in den Niederlanden 1940-45

Bildungsreise vom 5. Oktober bis zum 11. Oktober 2019
nach Amsterdam und Den Haag

Der deutsche Überfall auf die neutralen Niederlanden am 10.5. 1940 war der Beginn der fünfjährigen deutschen Besatzungsherrschaft. Die 8,8 Millionen Einwohner_innen waren einem brutalen Regime der deutschen Besatzungsbehörden, der Polizei und SS unterworfen. Das Land wurde systematisch ausgeplündert und gegen Ende des Krieges großflächig ausgeraubt und zerstört. Allein im Spätherbst 1944 und in den ersten Monaten des Jahres 1945 wurden insgesamt 10% der Fläche des Landes, ein Gebiet etwas größer als das Saarland überflutet um alliierte Landungen zu verhindern. Die  ausbrechende Hungersnot mit ihren 18.000 Toten ist bis heute in Holland unvergessen.
Historisch beispiellos war das systematische Mordprogramm an der Jüdischen Zivilbevölkerung der Niederlande. Insgesamt wurden über einhunderttausend Niederländer_innen jüdischer Herkunft ermordet. Gegen das brutale Besatzungsregime und den Völkermord bildete sich der holländische Widerstand, den die Deutschen mit allen Mitteln bekämpften. Der brutalen Verfolgung fielen Tausende zum Opfer.

Der bis heute im Saarland hochgeehrte Ministerpräsident Franz- Josef Röder war als NS Funktionär und Mitarbeiter der Besatzungsbehörden Bestandteil der deutschen Unterdrückungsmaschinerie und hat die Öffentlichkeit Jahrzehnte über seine NS- Aktivitäten belogen. Unsere Reise dient der historischen Aufklärung und soll dazu beitragen die Realität deutscher Herrschaft in unserem Nachbarland besser zu verstehen.

Vorträge und Diskussionen, Führungen und der Besuch von Gedenkstätten des Widerstandes und der Verfolgung in Amsterdam, Den Haag und anderen Orten bilden einen zentralen Bestandteil der Reise zu der wir alle Interessierte herzlich einladen.

In Kooperation mit Crithink! e.V. – Gesellschaft zur Förderung des kritischen Denkens und Handelns
Kosten: 520 Euro
Anmeldung und weitere Infos unter:
Boell.Stiftung@t-online.de

Bundesweite kommunalpolitische Konferenz: Öffentliche Räume in Stadt und Land

Bedeutungswandel, Qualitäten und Herausforderungen

Samstag, 21. September 2019 / 9.30 bis 17 Uhr
Burkardushaus / Am Bruderhof 1 / 97070 Würzburg

Öffentliche Räume sind Begegnungsräume von Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen und sozialen Zusammenhängen und als solche wichtig für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Die Beschaffenheit öffentlicher Räume macht unsere Städte und Dörfer lebenswert; die Bedingungen dafür unterscheiden sich aber in urbanen und dörflichen Umgebungen.

Autofahrer*innen und Fußgänger*innen, Einheimische und Tourist*innen, Obdachlose und Besserverdienende, Jugendliche und Shoppende teilen sichParks, Straßen und Plätze. Die Herausforderung in peripheren ländlichen Gebieten besteht in der Erhaltung und gezielten Ermöglichung vorhandener Strukturen des öffentlichen und demokratischen Miteinanders. Wem gehören die öffentlichen Räume in Stadt und Land? Wer darf bleiben, wer darf sich ausbreiten? Wer entscheidet? Die Interessen verschiedener Gruppen im und am öffentlichen Raum müssen verhandelt und ggf. auch reguliert werden, damit der soziale Frieden erhalten bleibt.

Auf unserer Konferenz wollen wir den Fragen nachgehen: Was macht gute öffentliche Räume und Lebensqualität in der Stadt und auf dem Lande aus? Wie viel Vielfalt «vertragen» wir? Wie schaffen wir angenehme und inklusive öffentliche Räume? Wie schützen wir Orte vor Verödung und demokratisieren die Konflikte um «umkämpfte» Gebiete?

Eine Kooperation der Petra-Kelly-Stiftung, der Heinrich Böll Stiftung Saar, der Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen und des GRIBS Bildungswerks e.V. im Rahmen des Projekts «Shared Spaces – Europäische Dialoge über öffentliche Räume» des Heinrich-Böll-Stiftungsverbunds.

 

Auszüge aus dem Programm

Impulse:

Stadt für Menschen – wie machen wir Städte lebenswert? mit Lisa Müller, Projektleiterin bei Gehl – Making Cities for People (Architektin, Kopenhagen)

Eine Stadt für alle: Grüne Ansätze für eine am Gemeinwohlorientierte Stadtplanung und Sozialraumorientierung in Dresden mit Tina Siebeneicher, Stadträtin, Sprecherin für Asyl, Migration und Jugendpolitik (Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen in Dresden)

Neuland gewinnen – wie gestalten wir kreative, inklusive Räume auf dem Lande? mit Klaus Börngen, Bürgermeister von Göpfersdorf (Thüringen), Träger des Quellenhof e.V.

Foren:

Demokratiestärkung im ländlichen Raum mit Elisabeth Schönrock, Referentin »Demokratiestärkung im ländlichen Raum«, Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement, Berlin

Vom Donut-Effekt zum Krapfen-Effekt – Wie die Revitalisierung eines Ortskernes gelingen kann mit Korbinian Kroiß (nonconformBüro Bayern)

Lebendige Ortsmitte mit Mario Abl, Bürgermeister von Trofaiach, Steiermark

Parklets als Begegnungsräume mit Hanka Griebenow, Mitinitiatorin der Parklets für Stuttgart

light at sportsnight – Freiräume für Jugendliche in der Großstadt mit Vertreter/in der Arbeitsgemeinschaft Friedenspädagogik e. V. (Netzwerk Jugendbeteiligung im Stadtbezirk 16 – München und Young City Movement)

Zeit und Ort:
Samstag, 21. September 2019, 9.30- 17 Uhr
Burkardushaus, Würzburg, am Bruderhof 1, 97070 Würzburg
Verkehrsverbindungen:
mit den Straßenbahnlinien 1 (Richtung Sanderau), 3 (Richtung Heuchelhof) oder 5 (Richtung Rottenbauer), jeweils Haltestelle Dom, von dort drei Gehminuten.
Anmeldung:
Bitte melden Sie sich spätestens bis zum 11. September bei der Petra-Kelly-Stiftung  (info@petra-kelly-stiftung.de , www.petra-kelly-stiftung.de) an.
Kontakt:
Petra-Kelly-Stiftung, Hochbrückenstr. 10, 80331 München
T 089.24 22 67 30
E info@petra-kelly-stiftung.de
Teilnahmebeitrag:
20,- / erm. 10,- Euro (inkl. Verpflegung)

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Hans Kirsch: Polizei im Zweiten Weltkrieg

Die Massenerschießungen im Osten waren der Auftakt zum Holocaust

Oktober 1942, Misotsch/Westukraine, 700 Opfer, Sicherheitspolizei Rowno

Donnerstag, 17. Oktober 2019 / 19 Uhr
Buchhandlung St. Johann, Kronenstr. 6, 66111 Saarbrücken

Der Versuch der Nationalsozialisten, die Juden in Europa auszulöschen, kostete mehr als sechs Millionen Menschen das Leben. Die meisten von ihnen wurden in Konzentrations- und Vernichtungslagern umgebracht. Weniger bekannt ist, dass an dem Völkermord auch eine andere staatliche Institution mitgewirkt hat: die Polizei des Dritten Reiches. Sie tötete während des Krieges im Osten durch Massenerschießungen mehr als eine Million Juden, sowjetische Kommissare, Sinti und Roma und andere angebliche „Reichsfeinde“. Nach dem Krieg wurde dieses dunkle Kapitel lange verschwiegen, es hieß, die Polizei sei auch im Krieg „sauber geblieben“.

Dass dies nicht so war, darüber spricht am 17. Oktober 2019, 19 Uhr, in Saarbrücken Hans Kirsch aus Selchenbach, Kreis Kusel, der von 1965 bis 2004 selbst Polizeibeamter in Rheinland-Pfalz war. Das Thema des Vortrags lautet: „Polizei im Zweiten Weltkrieg: Die Massenerschießungen im Osten waren der Auftakt zum Holocaust“. Speziell wird der Referent in dem Vortrag auf eines der größten Massaker des Krieges eingehen, auf die „Räumung“ der Gettos von Pinsk und Umgebung, bei der mehr als 32.000 Juden ermordet wurden. Eine der beteiligten Polizeieinheiten, das so genannte „Ernteschutzkommando Metz“, fuhr im August 1942 vom Saarbrücker Schloss aus in den Einsatz.

Eintritt frei.

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Der Referent hat 2007 ein Buch über die Geschichte der Polizei in Kaiserslautern und in der Pfalz veröffentlicht mit dem Titel „Sicherheit und Ordnung betreffend“. Darin schildert er auch den Einsatz von Polizeieinheiten aus dem „Gau Westmark“ während des Zweiten Weltkriegs in der Sowjetunion.

Hans Kirsch: Sicherheit und Ordnung betreffend
Kaiserslautern 2007
819 Seiten
ISBN 978-3-9810838-3-5

 

Hans Kirsch ist auch Mitautor der mittlerweile vierbändigen „Chronik des mittleren Ostertals“. In Band 4, der 2017 erschien, wird die Zeit der Weimarer Republik und des Dritten Reiches eingehend behandelt. Vom Bezirksverband Pfalz wurde der Band für den „Pfalzpreis für Geschichte und Volkskunde“ nominiert.

 

 

Konzert Phase IV – Songzyklus Southwest

Freitag, 7. Juni 2019 / 20 Uhr
Kleiner Theatersaal / Saarbrücker Rathaus

Sabine Noß, Christof Thewes, Hartmut Oßwald, Jan Oestreich, Martial Frenzel, Text: Alfred Gulden, Visualisierung: Bernd Rausch

Die Entfremdung des Einzelnen und die Entfremdung der „Indianer“ im Besonderen

Songzyklus ”Southwest ” der Band Phase IV – komponiert von Ch.Thewes, getextet von A. Gulden – Einige Musikstücke haben inhaltlich, aus unterschiedlichsten Blickwinkeln, mit den amerikanischen Ureinwohnern, den indigenous peoples („Indianer“), mal als reales Bild des in der Bibel  beschriebenen Brudermordes, mal als fremde und geheimnisvolle Kultur oder als mythische Gestalten in amerikanischen Hollywoodfilmen, zu tun.

Phase IV – Musik Sabine Noß: voice – Christof Thewes: trombone, composition – Hartmut Oßwald: bass clarinet – Jan Oestreich: bass – Martial Frenzel: drums. Visuelle Bearbeitung Bernd Rausch: „Die Entfremdung des einzelnen und die Entfremdung der indigenous peoples („Indianer“) im Besonderen.

Eintritt: 10 Euro

Ein Leben für die Kunst – Music with and without words
Auszug aus dem Interview mit Christof Thewes:
http://www.ausstellung-rausch.de/0_I_T/4-BuchT.htm

Website zum Projekt von Bernd Rausch

Dr. Jens Althoff: Auf dem Weg zu einer europäischen Öffentlichkeit? Die Europawahldebatten in Deutschland und Frankreich im Vergleich

Der Grüne Salon
Mit Dr. Jens Althoff / Einführung Markus Tressel, Grüne MDB

Montag, 20. 05. 2019 / 19.00 Uhr
Schauplatz im Filmhaus / Mainzer Straße 8 / 66111 Saarbrücken

Europa wählt am 26. Mai. Es geht um eine Richtungsentscheidung für die Zukunft des Kontinents. Noch nie seit seinen Anfängen wurde das europäische Projekt so grundsätzlich in Frage gestellt. Der überwunden geglaubte Nationalismus kehrt zurück auf die europäische Bühne. Aber gibt es vor dem Hintergrund dieser gemeinsamen Herausforderung eine europäische Öffentlichkeit, die gemeinsam über die Gestaltung der Zukunft debattiert? Steht Europa im Mittelpunkt der Debatten zu den Europawahlen? Dieser Frage soll im Vergleich der Debatten zu den Europawahlen in Deutschland und Frankreich nachgegangen werden. Welche Themen und Debatten beschäftigen Menschen und Medien diesseits und jenseits des Rheins, wo sind dort Gemeinsamkeiten und Unterschiede festzustellen? Inwieweit geht es um europäische Fragen oder dominieren innenpolitische Auseinandersetzungen den Wahlkampf – und wenn ja, welche?

Dr. Jens Althoff leitet das Büro der Heinrich-Böll-Stiftung in Paris, das er dort seit 2015 aufgebaut hat. Bereits seit seinem Studium beschäftigt er sich mit Gesellschaft und Politik im Nachbarland. Der Politikwissenschaftler hat an der FU Berlin zur Frage der Bedeutung von Glaubwürdigkeit in der Politischen Kommunikation promoviert. Anschließend arbeitete er als Pressesprecher für den Bundesvorstand von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und im Europäischen Parlament in Brüssel.

Der Eintritt ist frei.

Zum Veranstaltungsflyer

 

Heinrich-Böll-Stiftung – die grüne politische Stiftung und ihr Studienwerk stellen sich vor

Mittwoch, 22. Mai 2019 / 19.30 Uhr
Kino 8 1/2 / Nauwieserstr. 19 / 66111 Saarbrücken

Die Heinrich-Böll-Stiftung steht für grüne Ideen und Projekte, ist eine reformpolitische Zukunftswerkstatt und ein internationales Netzwerk. Wir arbeiten mit über hundert Partnerprojekten in mehr als 60 Ländern zusammen und unterhalten derzeit Büros in 32 Ländern.

Das klingt spannend für Dich? Dann komm am 22. Mai ab 19.30 Uhr ins Kino 8 1/2 und lern das Studienwerk der Heinrich-Böll-Stiftung kennen. Das Studienwerk der Heinrich-Böll-Stiftung fördert mit ihren Stipendien jährlich rund 1200 Studierende und Promovierende aller Fachrichtungen aus dem In- und Ausland ideell und finanziell. Unterschiedliche Förder- und Diversity-Kriterien werden während der Auswahl besonders berücksichtigt. Vielleicht gehörst Du ja künftig mit dazu? Wir freuen uns Dich begrüßen zu dürfen und interessante Gespräche mit Dir zu führen.

Nach einer Begrüßung durch Rûken Tosun von der Landesstiftung Saar stellen sich die Vertrauensdozent*innen der Heinrich-Böll-Stiftung vor. Wir erläutern die Besonderheiten eines Stipendiums des Studienwerks der Heinrich-Böll-Stiftung und das Bewerbungsverfahren. Im Dialog mit Stipendiat*innen erhältst Du direkte Einblicke und lassen sich Deine Detailfragen rund um Bewerbung und Stipendium sicherlich gut klären. Für Kleinigkeiten zu essen und zu trinken ist gesorgt.

Mehr Infos zum Studienwerk: https://www.boell.de/de/stipendien

 

 

Lea Susemichel: „Identitätspolitiken – Konzepte und Kritiken in Geschichte und Gegenwart der Linken“

Buchvorstellung

Dienstag, 28. Mai 2019 / 19:00 Uhr
FrauenGenderBibliothek Saar / Großherzog-Friedrich-Straße 111 / 66121 Saarbrücken

Identitätspolitik bedeutet, sich über die eigene Identität als beispielsweise Afroamerikanerin, Jude, Frau, Lesbe oder Arbeiter zu definieren – und bestenfalls auch zu organisieren. Doch obwohl diese Form der Identitätspolitik die Basis zahlloser sozialer Bewegungen wie bspw. des Feminismus bildete, wurde sie spätestens durch die Queer und Postcolonial Theory radikal infrage gestellt.
Doch Identitätspolitik wird nicht nur theoretisch heftig herausgefordert, sondern inzwischen auch innerhalb der Linken als geradezu konterrevolutionär scharf kritisiert: Sie schade dem Klassenkampf, so die Argumentation. Denn der Kampf gegen Diskriminierung würde von jenem gegen soziale Ungleichheit nur ablenken.
Der Vortrag bietet einen Überblick über die gegenwärtigen identitätspolitischen Debatten in der Linken. Und er will zeigen: Die Kritik von Minderheiten ist eine demokratiepolitische Stärke und eben nicht die Schwäche linker Bewegungen. Nicht Spaltung ist das Ziel, sondern letztendlich das, was vermeintlich verhindert wird: Solidarität.

Lea Susemichel (*1976), geboren und aufgewachsen in Deutschland, studierte Philosophie und Gender Studies in Wien mit Schwerpunkt feministische Sprachphilosophie. Als Journalistin, Lehrbeauftragte und Vortragende arbeitet sie zu den Themen feministische Theorie & Bewegung und feministische Medienpolitik. Sie ist leitende Redakteurin des feministischen Magazins an.schläge. Zuletzt von ihr erschienen: Lea Susemichel, Jens Kastner: Identitätspolitiken. Konzepte und Kritiken in Geschichte und Gegenwart der Linken, Unrast 2018

Eintritt frei.
In Kooperation mit der FrauenGenderBibliothek Saar und ConnAct Saar.

Veranstaltungsort und Kontakt:
FrauenGenderBibliothek Saar
Großherzog-Friedrich-Straße 111
66121 Saarbrücken
Tel. 0681-9388023
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