Filmvorführung & Werkstattgespräch mit Marcel Ophüls

Freitag, 18. Januar 2019 / 17:30 Uhr
Politische Akademie der SDS / Europaallee 18 / 66113 Saarbrücken

„Zwei ganze Tage – Wir wollen uns ein Luftschloss bauen“

Auch zur 40. Ausgabe begrüßt das Filmfestival Max Ophüls Preis mit Marcel Ophüls den Sohn seines Namensgebers und einen der bedeutendsten politischen Dokumentarfilmer unserer Zeit. Mehrfach ausgezeichnet (u.a. 1988 mit dem Oscar für HOTEL TERMINUS) hat er mit seinen komplexen und kongenial montierten Filmdokumenten immer wieder den Diskurs insbesondere zur Auseinandersetzung mit der Nazi-Diktatur befeuert.

Auf besonderen Wunsch von Marcel Ophüls zeigen wir in seiner Anwesenheit einen äußerst selten aufgeführten Spielfilm, den er 1970 für den Norddeutschen Rundfunk gedreht hat. ZWEI GANZE TAGE – WIR WOLLEN UNS EIN LUFTSCHLOSS BAUEN entstand nach der Theaterkomödie von Sacha Guitry und knüpft thematisch an den im vergangenen Jahr in diesen Räumen gezeigten Dokumentarfilm HUNDERT JAHRE OHNE KRIEG – DAS MÜNCHNER ABKOMMEN VON 1938 an. Vor dem Hintergrund dieses Abkommens nämlich spielt die Komödie, die Ophüls mit prominenter Besetzung umgesetzt hat. Zu sehen sind Sabine Sinjen, Ulli Lommel, Ernst Stankovski und Rolf Zacher.

Im Anschluss an den Film folgt das Werkstattgespräch mit Marcel Ophüls, der im November 2018 91 Jahre alt geworden ist. Die Moderation übernimmt Lutz Winde.

Marcel Ophüls wurde 1927 in Frankfurt/Main als Sohn des berühmten Filmregisseurs Max Ophüls geboren. Er lebt als Filmemacher und Dokumentarfilmer in Frankreich. Seine filmischen Werke wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. erhielt er den Oscar für seinen Dokumentarfilm „Hotel Terminus“ über den Kriegsverbrecher Klaus Barbie.

Der Eintritt ist frei. Anmeldung erfolgt ausschließlich über das Filmfestival Max Ophüls Preis.
Eine Kooperation mit dem Filmfestival Max Ophüls Preis und Stiftung Demokratie Saarland.

US-Präsident Woodrow Wilson und der Frieden von Versailles

Mittwoch, 16. Januar 2019 / 18:00 Uhr
Politische Akademie der SDS / Europaallee 18 / 66113 Saarbrücken

In den Jahren 1917 bis 1919 wurde US-Präsident Woodrow Wilson zur Schlüsselfigur der Weltpolitik, seine Vision von der Neuordnung der Welt auf der Grundlage kollektiver Sicherheit, nationaler Selbstbestimmung, freiem Handel und Demokratie nährte bei Menschen auf der ganzen Welt die Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit. Der Versailler Vertrag enttäuschte diese Hoffnungen jedoch, und Wilson wurde von vielen Zeitgenossen und Historikern des Verrats an seinen Prinzipien beschuldigt. In seinem Vortrag wird Manfred Berg die Rolle des US-Präsidenten auf der Pariser Friedenskonferenz, einschließlich seiner Haltung in der Saarfrage, sowie den Versailler Vertrag insgesamt einer kritischen Würdigung unterziehen.

Referent: Prof. Dr. Manfred Berg

Prof. Dr. Manfred Berg ist seit 2005 Curt-Engelhorn-Stiftungsprofessor für Amerikanische Geschichte an der Universität Heidelberg. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung, die Rassenbeziehungen in den USA, Lynchjustiz und Mobgewalt sowie die Geschichte der US-Außenpolitik und die Politikgeschichte der USA. Zum Thema publizierte er 2017 „Woodrow Wilson. Amerika und die Neuordnung der Welt. Eine Biographie“. Manfred Berg schreibt zudem regelmäßig historische Beiträge für DIE ZEIT.

Interview mit dem Referenten zum Thema Lynchjustiz aus dem Jahr 2016:

Eine Kooperation der Heinrich Böll Stiftung Saar und der Stiftung Demokratie Saarland. Im Rahmen der Vortragsreihe 100 Jahre Versailler Vertrag / Schirmherrin: Catherine Robinet, Generalkonsulin der Republik Frankreich im Saarland

Im Rahmen der Veranstaltung gibt es einen Büchertisch der Buchhandlung St. Johann

Konferenz „Information und Orientierung jenseits der Filterblase?! “ in Stuttgart

Regionalkonferenz im Rahmen des Projekts „Shared Spaces – Europäische Dialoge über öffentliche Räume“ des Heinrich-Böll-Stiftungsverbunds

Samstag, 23. Februar / 9.15 – 18.00 Uhr
Literaturhaus Stuttgart

Zeitungen stehen überall in Europa vor dramatischen Herausforderungen. Einst der öffentliche Ort des demokratischen Diskurses schlechthin, geraten sie durch vielfältige Entwicklungen unter Druck. Die Zeitungen sind von der Digitalisierung im besonderen Maße betroffen. Die Erlöse durch Verkäufe und Anzeigen gehen drastisch zurück, während die Suche nach neuen Geschäftsmodellen noch nicht abgeschlossen ist. In Zeiten von Twitter und Facebook haben sich aber auch die Art und Geschwindigkeit der Produktion und der Konsumierung von Nachrichten verändert – manchmal scheint nichts so alt wie die Zeitung von heute. Das Erstarken von rechtspopulistischen Bewegungen und Parteien stellt Zeitungsjournalist*innen vor neue Fragen. Autoritäre Regierungen schränken inzwischen auch in europäischen Ländern die Pressefreiheit zunehmend ein. Aber auch in liberalen Demokratien wächst vielfach der Druck auf die vierte Gewalt – der Umgang mit Journalist*innen im Umfeld des Hamburger G-20-Gipfels oder der Versuch des österreichischen Innenministeriums, unliebsame Medien auszugrenzen, sind Beispiele dafür.

Ist das Zeitalter der (gedruckten) Zeitung zu Ende? Oder können die Zeitungen ihre Funktion als Orte des demokratischen Diskurses bewahren oder sogar noch verstärken? Denn Zeitungen sind im Idealfall das genaue Gegenteil der Filterblase. Sie berichten, kommentieren und bilden den öffentlichen Raum für politische und gesellschaftliche Debatten. Sie geben Orientierung, indem sie Nachricht, Reportage und Kommentar in einen politischen und kulturellen Sinnzusammenhang stellen und damit den Kontext bilden, der in den sozialen Medien oftmals fehlt.

Dazu kommt ihre demokratische Funktion gerade in Ländern, in denen staatliche Medien zunehmen politischer Einflussnahme durch die Regierungen ausgesetzt sind und private Medienkonzerne zur politischen Macht werden. Dort bilden vielfach die Zeitungen eine wichtige Bastion der Zivilgesellschaft.

Lassen sich aus diesen Entwicklungen neue Perspektiven für die Zeitung ableiten? Liegt hier der Grund dafür, dass in einigen Ländern neue Zeitungsprojekte gerade einen Aufschwung erleben?

Wir bringen Journalist*innen und Zeitungsmacher*innen aus ganz Europa ins Gespräch über die Zukunft der Zeitung, ihre neuen Aufgaben und Herausforderungen in Zeiten von Populismus, Fake News und Filterblase. Dabei soll es um den Austausch, das gemeinsame Lernen und die gemeinsame Arbeit an neuen Konzepten gehen. Aber auch die breite Debatte mit einer interessierten Öffentlichkeit soll geführt werden. Schließlich geht es um die Zukunft dieses für unsere Demokratie entscheidenden öffentlichen Raums, der sich zwischen bedruckten Seiten oder immer häufiger auch auf den Websites der Zeitungen im Internet konstituiert.

u.a. mit:

Prof. Dr. Heribert Prantl, Leiter der Meinungsredaktion der „SZ“
Muhterem Aras, Landtagspräsidentin Baden-Württemberg
Jakob Augstein, Verleger Der Freitag
Dr. Michael Rediske*, Vorstandssprecher Reporter ohne Grenzen
Tabea Rößner, MdB & Sprecherin für Netzpolitik und Verbraucherschutz – Bündnis 90/Die Grünen
Nina Horaczek, Chefreporterin bei der Wiener Stadtzeitung Falter
Silke Burmester, freie Journalistin (u. a. taz)
Márton Gergely, leitender Redakteur der Wochenzeitschrift HVG (Ungarn)
Bartosz Wielinski, leitender Redakteur Gazeta Wyborcza (Polen)
Dr. Reinhard Olschanski, Publizist und Philosoph
Harriet Wolff, taz, Mitverfasserin taz-Innovationsreport
Ingrid Brodnig*, Journalistin und Autorin
Kaki Bali, Chefredakteurin der griechischen Tageszeitung AVGI
Patrik Garaj, Editor und Reporter bei Denník N (Slowakei)
Jun.-Prof. Dr. Leyla Dogruel, Institut für Publizistik, Johannes Gutenberg Universität Mainz
Donatien Huet, Leiter Zukunftswerkstatt Mediapart (Frankreich)
Stefan Reinecke, Redakteur, taz

* angefragt

Sa, 23. Februar, 9.15 – 18.00 Uhr
Literaturhaus Stuttgart
Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart
U-Bahnsteig 1, Linie U14/ U29, Haltestelle Berliner Platz- Liederhalle (2 Haltestellen vom Hauptbahnhof)
Teilnahme: 20 € / 10 € (inkl. Verpflegung)

Das vollständige Programm finden Sie hier

Anmeldung unter: www.hbs-bw.de

Eine Kooperation der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg, der Petra-Kelly-Stiftung Bayern und der Heinrich Böll Stiftung Saar

Buchvorstellung & Lesung „Das Erbe der Röchlings“

Donnerstag, 22. November 2018

18 Uhr Gasthaus Bingert

Nauwieserstr., Saarbrücken Buchvorstellung und Lesung „Das Erbe der Röchlings“ mit Bernd Rausch und Rosa Rosanda

+ Antifaschistische Heimatgeschichten

+ Phase 4-unplugged

Sabine Noß (Gesang) Jan Öestreich (Kontrabass) Hartmut Oßwald (Bassklarinette) Christof Thewes (Posaune, Komp.)

Mehr unter: http://www.ausstellung-rausch.de/0/D_Erbe_d_Roech/Erbe_Roechlings.htm

Eine Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Saar

Wolfram Eilenberger liest „Zeit der Zauberer“

Freitag, 7. 12. 2018 / 20.00 Uhr
Filmhaus Saarbrücken / Mainzer Straße 8
Eintritt: 8 € / 5 €

Die Jahre 1919 bis 1929 markieren eine Epoche unvergleichlicher geistiger Kreativität, in der Gedanken zum ersten Mal gedacht wurden, ohne die das Leben und Denken in unserer Gegenwart nicht dasselbe wäre.

Die großen Philosophen Ludwig Wittgenstein, Walter Benjamin, Ernst Cassirer und Martin Heidegger prägten diese Epoche und ließen die deutsche Sprache ein letztes Mal vor der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs zur Sprache des Geistes werden.

Wolfram Eilenberger, Autor und langjähriger Chefredakteur des „Philosophie Magazins“, erweckt die Philosophie der Zwanziger Jahre und mit ihr ein ganzes Jahrzehnt zwischen Lebenslust und Wirtschaftskrise, Nachkrieg und aufkommendem Nationalsozialismus zum Leben.

Der kometenhafte Aufstieg Martin Heideggers und dessen Liebe zu Hannah Ahrendt. Der taumelnde Walter Benjamin, dessen amour fou auf Capri mit einer lettischen Anarchistin ihn selber zum Revolutionär macht. Der Genius und Milliardärssohn Wittgenstein der, während er in Cambridge als Gott der Philosophie verehrt wird, in der oberösterreichischen Provinz vollkommen verarmt Grundschüler unterrichtet. Und schließlich Ernst Cassirer, der Jahre vor seiner Emigration in den bürgerlichen Vierteln Hamburgs am eigenen Leib den aufsteigenden Antisemitismus erfährt. In den Lebenswegen und dem revolutionären Denken dieser vier Ausnahmephilosophen sieht Wolfram Eilenberger den Ursprung unserer heutigen Welt begründet.

Eine Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Saar in Zusammenarbeit mit Ludwig Hofstätter. Der Eintrittspreis beträgt 8 € /5.- €.
Karten erhalten Sie in der Buchhandlung St. Johann (buechergaertner@t-online.de oder 0681-95805464). Wir bitten um Vormerkung.

Lesung „Ende der Spielzeit“ mit Marie Modiano

Dienstag 13.11.2018
20 Uhr
FILMHAUS SAARBRÜCKEN
Eintrittspreis 8.-/5.- €

Im Rahmen der Lesereihe »Böll & Hofstätter« stellt Marie Modiano ihren Roman Ende der Spielzeit vor. Musik: Marie Modiano am Klavier, begleitet von Peter von Poehl an der Gitarre

Marie Modiano ist Musikerin, Schriftstellerin, Schauspielerin. Geboren 1978 in Paris, Schauspielausbildung an der Royal Academy, London. Weitere Auslandsaufenthalte, u.a. in den USA und in Berlin. Verschiedene Filmrollen und Theaterengagements, Zusammenarbeit u.a. mit Luc Bondy; Veröffentlichung mehrerer Bücher und CDs mit Chansons. Ende der Spielzeit ist Modianos zweiter Roman und die erste Buchveröffentlichung auf Deutsch.

„Er sagt, er sei vor Einbruch der Dunkelheit zurück. Sie wartete lange, setzte sich ans Klavier, doch sein Schreibheft verwaiste auf dem Tisch. Er, von dem sie immer noch ein Foto in der Tasche trägt. Er, den sie auf einer Seinebrücke kennengelernt hat, wo er Musik machte…“

Moderation: TILLA FUCHS, SR2 Kulturradio. Die deutschen Passagen liest KATHARINA BIHLER vom Liquid Penguin Ensemble.

Eine Veranstaltung der HEINRICH BÖLL STIFTUNG SAAR mit Ludwig Hofstätter und SR2-Kulturradio. Die Eintrittskarten (8.-/5.- €) erhalten Sie bei der Buchhandlung St. Johann, Kronenstr. 6, 66111 Saarbrücken, Tel. 0681-9580546, buechergaertner@t-online.de oder ludwig-hofstaetter@t-online.de. Wir freuen uns sehr auf Ihren Besuch!

STILLE NACHT – Im Rahmen der Reihe Neue Polnische Filme

STILLE NACHT

Mittwoch 12. Dezember 2018


CICHA NOC

PL 2017, Regie und Drehbuch: Piotr Domalewski, Kamera: Piotr Sobocinski, Musik: Wacław Zimpel, Schnitt: Leszek Starzynski, Darsteller*innen: David Ogrodnik, Tomasz Zietek, Arkadiusz Jakubik, Paweł Nowisz, Agnieszka Suchora, Maria Debska, Jowita Budnik, 97 Min.,

Weihnachten steht vor der Tür – wieder mal eher verregnet als verschneit. Die in aller Welt verstreut lebenden und arbeitenden Polen kehren in ihre Heimat zurück. So auch Adam, der aus den Niederlanden zu seiner Familie in die polnische Provinz reist. Aber er will nicht nur Geschenke tauschen, sondern er hat einen Plan. Doch um diesen umzusetzen, muss er innerhalb des brüchigen Konstruktes namens Familie vorsichtig vorgehen, Allianzen schmieden, dunkle Punkte aus der Vergangenheit ausblenden und Gegenwind stoisch ertragen.
Die Handlung spielt fast ausschließlich in einer Nacht. Die Mischung aus klaustrophobischer Familienaufstellung und bitterer Gesellschaftsparabel ist eine aktualisierte, in den Winter verlegte Version von Smarzowskis „Eine Hochzeit und andere Kuriositäten“ – nur noch düsterer, ehrlicher, realistischer und schmerzhafter.
„Cicha noc“ zählt zu den erfolgreichsten Filmen des letzten Jahres. Erst gewann er beim Filmfestival in Gdynia den Hauptpreis und sechs Nebenpreise, dann räumte er bei den „Orły“ der Polnischen Filmakademie ganze zehn Auszeichnungen ab. Unter den zahlreichen Ehrungen ragen vor allem die für Dawid Ogrodnik in der Rolle des Adam heraus, der nach „In meinem Kopf ein Universum“ und „The Last Family“ erneut sein Ausnahmetalent unter Beweis stellt. (Film Polska)
Die Darstellerin Jowita Budnik wird anwesend sein.

DIE MASKE – Im Rahmen der Reihe Neue Polnische Filme

DIE MASKE

Mittwoch, 12. November 2018

TWARZ

PL 2018, R: Malgorzata Szumowska, B: M. Szumowska und Michal Englert, K: Michal Englert, Schn: Jacek Drosio, D: Mateusz Kościukiewicz, Agnieszka Podsiadlik, Małgorzata Gorol, Roman Gancarczyk, Dariusz Chojnacki, Robert Talarczyk, Anna Tomaszewska,

91 Min, OmU

Jacek liebt Heavy Metal und seinen Hund. Die Feldwege vor der Haustür funktioniert er zur Rennstrecke um, die er mit seinem kleinen Auto entlangbrettert. Wenn er mit Freundin Dagmara die Tanzfläche betritt, gehen alle anderen sofort in Deckung. Er genießt das Dasein als cooler Außenseiter in einem ansonsten eher spießigen Umfeld. Die Muskeln trainiert er bei seiner Arbeit auf einer Großbaustelle nahe der polnisch-deutschen Grenze, wo die größte Jesusstatue der Welt entstehen soll. Doch ein schwerer Arbeitsunfall lässt sein Leben aus dem Groove geraten. Vollkommen entstellt, wird an Jacek unter reger Anteilnahme der polnischen Öffentlichkeit die erste Gesichtstransplantation im Land vollzogen. Als Nationalheld und Märtyrer gefeiert, erkennt er sich im Spiegel selbst nicht wieder. Die Jesusstatue aber wird immer höher und höher. Während sich die Ereignisse rund um Jacek überschlagen, behält der Film die Übersicht und scheint das Kameraobjektiv noch schärfer zu stellen. In Form einer bösen Farce reflektiert TWARZ polnische Zustände, erkundet das Leben in der Provinz und zeigt ein Land, das seinen Glauben in Stein meißeln lässt. (Berlinale-Katalog, Wettbewerb). Der Film Die Maske (Twarz) von Malgorzata Szumowska feiert seine Weltpremiere im Februar 2018 im Wettbewerb der Berlinale unter dem Titel Mug. Die Regisseurin erhielt in dem Festival den Silbernen Bären als Großen Preis der Jury. (AH/ES, moviepilot))

WILDE ROSEN – Im Rahmen der Reihe Neue Polnische Filme

WILDE ROSEN

Montag 21. November 2018
20:00 Uhr
Kino achteinhalb, Nauwieserstr. 19, Saarbrücken

DZIKIE RÓZE

PL 2017 Drehbuch und Regie: Anna Jadowska, Kamera: Małgorzata Szyłak, Schnitt:
Anna Mass,
Musik: Agnieszka Stulgińska; Darsteller*innen: Marta Nieradkiewicz, Michał Żurawski, Halina Rasiakówna, Konrad Skolimowski, Natalia Bartnik, 93 Min., OmU

Du blickst in den Abgrund. Die Aussicht könnte schöner sein. Dann schreist du hinein, doch dieser Abgrund, der dich zu verschlingen droht, schweigt. Er antwortet nicht. Es ist zum Verzweifeln. Man möchte einfach hineinspringen, und in seine Dunkelheit eintauchen, eins mit dem Abgrund werden. So in etwa dürfte es der Protagonistin in Anna Jadowskas Film Wilde Rosen ergehen. Die Regisseurin fokussiert den Alltag einer jungen polnischen Frau auf dem Land. Die 27-jährige Ewa kehrt nach einem Krankenhausaufenthalt zu ihren Kindern sowie zu ihrer Mutter zurück und stößt auf ein ihr gegenüber recht befremdlich erscheinendes Umfeld. Dieses Umfeld spricht hinter vorgehaltener Hand über sie und ihre Liebschaft mit dem 16-jährigen Marcel. Mit der Erziehung von Tochter und Sohn steht sie weitestgehend alleine dar, denn ihr Mann Andrzej arbeitet im Ausland, um seinen Kindern ein gutes Leben zu ermöglichen.

Wilde Rosen ist sozialrealistisches Arthouse-Kino, das die Lethargie und Wünsche seiner Protagonistin sowie die Konflikte innerhalb der Familie ausleuchtet. (filmpolskaberlin.de)

Geschickt webt die Regisseurin ein filmisches Netz voller Andeutungen, Dorfintrigen, Kleingeistigkeit und konservativen Moral- und Wertevorstellungen. Sie inszeniert meisterhaft erotische Spannung und schafft reizvolle, flirrende Bilder voller Sinnlichkeit. Dabei gesteht sie ihrer Protagonistin eine Wandlung zu, die in ein starkes, überraschendes Finale mündet.

(Festival der Osteuropäischen Films in Cottbus, Festivalkatalog)

Die Regisseurin Anna Jadowska wird anwesend sein

DER PRINZ UND DER DYBBUK – Im Rahmen der Reihe Neue Polnische Filme

DER PRINZ UND DER DYBBUK

Samstag, 20. Oktober 2018
Mittwoch, 24. Oktober 2018
Donnerstag, 25. Oktober 2018

KSIAZE I DYBUK

PL/D 2017, R u B: Elwira Niewiera, Piotr Rosołowski, K: Piotr Rosołowski, M: Marcin Lenarczyk, Franciszek Kozłowski, Schn: Andrzej Dąbrowski, 82 Min, FSK: n. geprüft,

OmU, Künstlerporträt

Wer war Moshe Waks, der 1904 als Sohn eines armen jüdischen Schmiedes aus der Ukraine geboren wurde und als Prinz Michał Waszyński 1965 in Italien starb? War er ein Wunderkind des Kinos, ein raffinierter Betrüger oder ein Mann, der filmische Illusion und Realität nicht auseinanderhalten konnte? Als Regisseur und Produzent von Hollywood-Filmen in Italien und Spanien schuf Waszyński über 40 Filme. Er arbeitete mit Stars wie Sophia Loren, Claudia Cardinale und Orson Welles. Seine eigentliche Obsession aber galt dem Film „Der Dybbuk“, bei dem er 1937 Regie führte. Der Film beruht auf einer alten jüdischen Legende, in der eine junge Frau von dem Geist (auf Jiddisch: ‚dybbuk‘) ihrer ersten Liebe heimgesucht wird. „Der Dybbuk“ gilt nicht nur als einer der geheimnisvollsten jiddischen Filme der Filmgeschichte; er spiegelt auch Waszyńskis ruheloses Leben mit vielen ungelüfteten Geheimnissen wider. Im Laufe der Jahre nehmen die Idee der unerwiderten Liebe und die seelische Besessenheit auch im Leben des Filmemachers eine immer größere Rolle ein. Elwira Niewiera und Piotr Rosołowski nehmen in DER PRINZ UND DER DYBBUK Waszyńskis Spur auf und folgen ihm nach Polen, in die Ukraine und die USA, nach Italien, Israel und Spanien. Für ihr faszinierendes Porträt eines menschlichen Chamäleons, das kontinuierlich Namen, Religion, Titel und Länder wechselte, um seine eigene Lebensgeschichte wie ein Filmdrehbuch zu schreiben, wurden die beiden in Venedig mit dem Löwen für den Besten Dokumentarfilm ausgezeichnet. (SALZGEBER Filmverleih