Lesung und Kammermusik: „Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen…“

Mittwoch, 26. Januar 2022 / 19:00 Uhr
Politische Akademie der SDS / Europaallee 18 / 66113 Saarbrücken

Zu Geschichte und Gegenwart rechter Gewalt in Deutschland

Der Titel des Abends ist ein Zitat des italienischen Schriftstellers Primo Levi. Der Auschwitz-Überlebende warnte im Jahr 1986 davor, im Gedenken an die Verbrechen des Holocaust nachzulassen: „Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen: Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.“

Am 19. April 1945 schworen sich die Befreiten des KZ Buchenwald in einer bewegenden Ansprache den „Nazismus mit seinen Wurzeln“ zu vernichten. Doch schon bald nach Untergang des NS-Regimes lebte in Deutschland rechtsextremes Gedankengut wieder auf. Rechtsextremismus, rechtsextreme Übergriffe, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Gewalt und Terror sind in der Bundesrepublik Deutschland immer wieder Realität geworden, zuletzt in Hanau.

Schlaglichtartig beleuchtet das Programm einschneidende Ereignisse in der Entwicklung der extremen Rechten in Deutschland, unter anderem die Schändung der Kölner Synagoge im Jahr 1959, das Attentat auf Rudi Dutschke, das Oktoberfestattentat in München, die Pogrome von Solingen und Rostock, die rechtsextremen Terrorakte des NSU, den Mord an Walter Lübcke sowie der versuchte Massenmord an Juden am Versöhnungstag (Jom Kippur) in Halle/Saale. Zu Gehör kommen harte Fakten in Form von Reportagen, Stimmen von Opfern rechter Gewalt sowie das Zeugnis einer Neonazi-Aussteigerin. Den musikalischen Kommentar, der stellenweise auch als Kontrapunkt zur Lesung fungiert, bilden große Werke der Bläserquintettliteratur von Paul Hindemith, Pavel Haas und György Ligeti – drei Komponisten, die zu Opfern von Holocaust und nationalsozialistischer Diktatur wurden.

Mit ihrer Collage aus Lesung und Kammermusik möchten Roman Knižka und das Ensemble Opus 45 einerseits dazu auffordern, sich mit dieser Problematik auseinanderzusetzen und andererseits den Opfern rechter Gewalt in der Bundesrepublik Deutschland zu gedenken.

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Stiftung Demokratie Saarland

Mehr Informationen zur Konzertreihe: opus-45.de

Zur Anmeldung über die Stiftung Demokratie Saarland

 

Buchvorstellung mit Hannes Heer und Christian Streit: „Vernichtungskrieg im Osten – Judenmord, Kriegsgefangene und Hungerpolitik“

Freitag, 12. November 2021 / 18.00 Uhr
Stiftung Demokratie Saarland / Europaallee 18 / 66111 Saarbrücken

Als Hitler und die Spitzen der Wehrmacht den Krieg gegen die Sowjetunion planten, hielten sie diesen Krieg bereits für gewonnen. Aus der Überzeugung heraus, im Herbst 1941 den europäischen Kontinent bis zum Ural ohne Einschränkung zu beherrschen, wurden beispiellose Massenverbrechen geplant. Dazu gehörte der Plan, die Nahrungsressourcen des besetzten Ostens rücksichtslos zugunsten des deutschen Volks auszubeuten. Von vornherein war dabei klar, dass als Folge „zig Millionen Menschen verhungern“ würden. Weil der deutsche Angriff schon im Sommer 1941 stecken blieb, musste der Plan modifiziert und zumindest ein Teil der Menschen in den besetzten Gebieten so ernährt werden, dass sie arbeitsfähig blieben. Dennoch verhungerten Hunderttausende, vor allem in den großen Städten. Zu den Opfern zählten besonders die sowjetischen Kriegsgefangenen. Über drei Millionen, mehr als die Hälfte der etwa 5,7 Millionen, starben, die meisten verhungerten. Sie waren nach den Juden die größte Opfergruppe nationalsozialistischer Politik. Der Völkerrechtsgrundsatz, dass Kriegsgefangene menschlich zu behandeln sind, wurde verworfen. Ihr Schicksal unterschied sich fundamental von dem aller anderen Kriegsgefangenen, sie wurden ähnlich behandelt wie KZ-Häftlinge. Die geringfügigen Verbesserungen ihrer Behandlung waren ausschließlich von der Erkenntnis bestimmt, dass man ihre Arbeitskraft dringendst für die deutsche Rüstungsindustrie brauchte. Humanitäre Erwägungen spielten zu keinem Zeitpunkt eine Rolle.

 

Christian Streit, Jahrgang 1942. Studium der Geschichte und der Anglistik in Heidelberg und am Dartmouth College, Hanover, N.H., USA. Promotion 1977. Bis 2005 Gymnasiallehrer. Veröffentlichungen: Keine Kameraden. Die Wehrmacht und die sowjetischen Kriegsgefangenen 1941 – 1945, Stuttgart 1978, 4. Aufl. Bonn 1997.
Hannes Heer, Jg. 1941. Historiker, Filmregisseur, Ausstellungsmacher. Wissenschaftlicher Gestalter der Wehrmachtsausstellung (»Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944«), die als Wanderausstellung ab Mitte der 1990er Jahre zum ersten Mal die Kriegsverbrechen der regulären deutschen Streitkräfte während des Zweiten Weltkriegs auch für eine breite Öffentlichkeit dokumentierte.

Das Buch von Hannes Heer und Christian Streit „Vernichtungskrieg im Osten – Judenmord, Kriegsgefangene und Hungerpolitik“
ist erschienen im VSA Verlag Hamburg,  2020 ISBN 978-3-96488-039-0
https://www.vsa-verlag.de/nc/buecher/detail/artikel/vernichtungskrieg-im-osten/

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Stiftung Demokratie Saarland.
Die Veranstaltung wird live gestreamt auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=VSoxaL3LzRI

Eintritt frei. Die Veranstaltung wird unter Berücksichtigung der aktuellen Schutzmaßnahmen gegen das Corona-Virus durchgeführt.

Plakat und Flyer zum Download als PDF

Literaturtipp: Zum Bombenanschlag auf die Saarbrücker Ausstellung „Vernichtungskrieg – Vernrechen der Wehrmacht“ im Jahre 1999, von unserem Geschäftsführer Erich Später in den Saarbrücker Heften Nr. 119. PDF Download

Videotipp: Das Ende vom Mythos der „sauberen Wehrmacht“ – Hannes Heer über die erste Wehrmachtsausstellung.

Auf Einladung der Stiftung Demokratie Saarland und der Heinrich-Böll-Stiftung Saar war im November 2015 der Publizist, Historiker und Ausstellungsmacher Hannes Heer zu Gast. Als Leiter der ersten Wehrmachtsausstellung ist es maßgeblich ihm zu verdanken, dass vor 20 Jahren die Kriegsverbrechen der Wehrmacht erstmals ins Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit gerückt sind. Im Interview gibt Heer u.a. Auskunft über die Reaktionen auf die Ausstellung, das damalige gesellschaftliche Klima und den von Jan Philipp Reemtsma veranlassten Rückzug. Auch erinnert er sich an Saarbrücken und das bis heute unaufgeklärte Bombenattentat auf die Ausstellung vom 9. März 1999.

ABGESAGT: Lesung mit Sasha Marianna Salzmann: „Im Menschen muss alles herrlich sein“

Die Lesung wurde abgesagt!

Mittwoch, 1. Dezember 2021 / 19:00 Uhr
Stiftung Demokratie Saarland / Europaallee 18 / 66113 Saarbrücken

Wie soll man ‚herrlich‘ sein in einem Land, in dem Korruption und Unterdrückung herrschen, in dem nur überlebt, wer sich einem restriktiven Regime unterwirft? Wie soll man diese Erfahrung überwinden, wenn darüber nicht gesprochen wird, auch nicht nach der Emigration und nicht einmal mit der eigenen Tochter? „Was sehen sie, wenn sie mit ihren Sowjetaugen durch die Gardinen in den Hof einer ostdeutschen Stadt schauen?“, fragt sich Nina, wenn sie an ihre Mutter Tatjana und deren Freundin Lena denkt, die Mitte der neunziger Jahre die Ukraine verließen, in Jena strandeten und dort noch einmal von vorne begannen. Lenas Tochter Edi hat längst aufgehört zu fragen, sie will mit ihrer Herkunft nichts zu tun haben. Bis Lenas fünfzigster Geburtstag die vier Frauen wieder zusammenbringt und sie erkennen müssen, dass sie alle eine Geschichte teilen.

In ihrem neuen Roman erzählt Sasha Marianna Salzmann von Umbruchzeiten, von der „Fleischwolf-Zeit“ der Perestroika bis ins Deutschland der Gegenwart. Sie erzählt, wie Systeme zerfallen und Menschen vom Sog der Ereignisse mitgerissen werden. Dabei folgt sie vier Lebenswegen und spürt der unauflöslichen Verstrickung der Generationen nach, über Zeiten und Räume hinweg. Bildstark, voller Empathie und mit großer Intensität.

Foto: Heike Steinweg

„Salzmann erzählt zugewandt, ihren Protagonistinnen wie dem Publikum gegenüber. Als würde sie aus der Einsamkeit, dem Idiosynkratischen des Schreibens ein großes soziales Vertrauen schöpfen.“ (Juliane Liebert, DIE ZEIT)

Sasha Marianna Salzmann, geb. 1985 in Wolgograd. Sie ist Theaterautorin, Essayistin und Dramaturgin. Von 2002 bis 2013 war sie Mitherausgeberin des Kultur- und Gesellschaftsmagazins freitext. Für ihre Theaterstücke, die international aufgeführt werden, hat sie verschiedene Preise erhalten, zuletzt den Kunstpreis Berlin 2020. Ihr Debütroman „Außer sich“ wurde 2017 mit dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung und dem Mara-Cassens-Preis ausgezeichnet und stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Er ist in sechzehn Sprachen übersetzt. In diesem Jahr erschien ihr von der Presse hochglobter Roman „Im Menschen muss alles herrlich sein“.

 

Eintritt:  8.-/5.- €
Die Eintrittskarten zur Veranstaltung erhalten sie ausschließlich über die Buchhandlung St. Johann, Kronenstr. 6, 66111 Saarbrücken, 0681-95805464, buechergaertner@t-online.de.
Eine Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Saar  im Rahmen der Lesereihe BÖLL & HOFSTÄTTER, in Zusammenarbeit mit Ludwig Hofstätter und der Stiftung Demokratie Saarland.

Arno Camenisch liest „Der Schatten über dem Dorf“

Dienstag, 9. November 2021 / 19.00 Uhr
Stiftung Demokratie Saarland / Europaallee 18 / 66113 Saarbrücken
Arno Camenisch, 1978 in Tavanasa im Kanton Graubünden geboren und aufgewachsen, studierte am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel, wo er heute auch lebt. «Die Welt stand still», so beginnt das neue Kapitel in Camenischs allmählich anwachsender Enzyklopädie des Verschwindens. Und gleich tappt man wie eine blinde Kuh in die Klischeefalle. Natürlich ist damit nicht die Welt der langsam sich entvölkernden Surselva gemeint, wo bekanntlich fast alles stillsteht (das kommt dann später im Buch schon auch noch). Vielmehr hat die Pandemie die Welt lahmgelegt. Und während also die Welt innehält, kehrt der Erzähler zurück in sein Dorf, für eine Stunde oder zwei. Es ist immer zum Heulen, wenn Dinge verschwinden, aber nicht, wenn Arno Camenisch darüber schreibt. „Seine Lesungen sind Kult“ sagt der Hessische Rundfunk. Lassen wir uns überraschen.

Arno Camenisch erzählt in seinem Roman von einem Dorf in Graubünden, das von einer Tragödie überschattet wird. Die Tragödie geschah eineinhalb Jahre, bevor der Erzähler auf die Welt kam. Davon handelt dieses Buch, es ist Arno Camenischs persönlichstes Buch, in einem berührenden Ton und mit grosser Klarheit erzählt der Autor vom Leben und vom Tod und von den Menschen, die von uns gingen und die wir weiter im Herzen tragen. Es ist ein Buch über den Umgang mit Verlust und das Vergehen der Zeit, und es ist ein Buch über die Zuversicht, dass mit dem Frühling die Sonne wieder ins Leben zurückkehrt. „Es ist das Buch, das ich seit zehn Jahren schreiben wollte. Diese schreckliche Tragödie ist etwas, das mich wahnsinng berührt“, so Camenisch.

„Wie grosse Literatur auf kleinstem Raum entsteht, wie man mit der Kunst der Form das eigentlich nicht Darstellbare doch zur Sprache bringt: Das zeigt Arno Camenisch mit seinem neuen Buch.“ (Tages-Anzeiger)

„Meisterhaft.“ (Welt am Sonntag)

Foto: Janosch Abel

„Beim Schreiben geht es nie um den Autor. Mich interessieren die Fragen, die das Leben stellt. Und es sind die Leserinnen und Leser, die mit ihrem Background das Buch vollenden. Ein Text ist im besten Fall wie die Fassade eines alten Gebäudes, an der das Licht jeden Tag ein bisschen anders bricht. Und wenn ich etwas lese, deute ich das auf eine bestimmte Art, und wenn ich den gleichen Text ein Jahr später lese, sehe ich vielleicht ganz andere Sachen.“


Eintritt:  8.-/5.- €
Die Eintrittskarten zur Veranstaltung erhalten sie ausschließlich über die Buchhandlung St. Johann, Kronenstr. 6, 66111 Saarbrücken, 0681-95805464, buechergaertner@t-online.de.
Eine Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Saar  im Rahmen der Lesereihe BÖLL & HOFSTÄTTER, in Zusammenarbeit mit Ludwig Hofstätter und der Stiftung Demokratie Saarland.

Buchvorstellung: „Die Stadt mit anderen Augen sehen“ – Politischer Stadtführer Saarbrücken

Donnerstag, 7. Oktober 2021 / 19 Uhr
Arbeitskammer des Saarlandes / Fritz-Dobisch-Straße 6–8 / Saarbrücken
Vortrag und Buchvorstellung Prof. Dr. Werner Brill: Die nationalsozialistische Terrorherrschaft hat auch in Saarbrücken zahlreiche Spuren hinterlassen. Viele sind unbekannt oder nicht ins Bewusstsein der Bevölkerung gedrungen. Mit dem politischen Stadtführer hat Prof. Dr. Werner Brill eine Publikation vorgelegt, die die Orte der Verfolgung und des Widerstands, des Gedenkens und Erinnerns erstmals umfassend darstellt. Dazu gehören zum Beispiel Fritz Dobisch, ehemaliger Vorsitzender des ADGB Saar, die jüngst verstorbene Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano, die kürzlich in der Presse diskutierte Umbenennung der Neikesstraße oder auch das Gestapo-Gefängnis im Saarbrücker Schloss.
Werner Brill wird in einem Vortrag sein neues Buch vorstellen und auf wichtige Aspekte der Saarbrücker Stadtgeschichte zwischen 1933 und 1945 eingehen. Er war Professor für Heilpädagogik und Inklusive Pädagogik an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin. In zahlreichen Publikationen und Vorträgen hat er sich mit Euthanasie und dem Nationalsozialismus beschäftigt. Im Anschluss folgt eine Diskussionsrunde, an der auch der Zeitzeuge und Pionier der saarländischen Gedenkstättenarbeit Horst Bernard teilnehmen wird.
Programm:
1. Begrüßung
Thomas Otto
Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer des Saarlandes
2. Vortrag
Politischer Stadtführer Saarbrücken 1933 bis 1945
Prof. Dr. Werner Brill
3. Diskussionsrunde
Horst Bernard (Zeitzeuge)
Werner Brill (Autor und Historiker)
4. Moderation
Dörte Grabbert
Das Büchlein ist erschienen mit Unterstützung der Heinrich-Böll-Stiftung Saar. Zu beziehen über www.blattlausverlag.de
Eine Veranstaltung der Arbeitskammer des Saarlandes.
Aufgrund der Corona-Verordnung ist eine vorherige Anmeldung unbedingt erforderlich. Der Zutritt ist nur mit negativem Antigen-Schnelltest, Genesungsnachweis oder vollständigem Impfnach-weis möglich. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.
Hier melden Sie sich an:
www.arbeitskammer.de/buchlesung

Politische Bildungsreihe: Online-Workshops zum Thema Feminismus

Freitag, 17. September 2021 / Freitag, 15. Oktober 2021 / Freitag, 12. November 2021 / Freitag, 17. Dezember 2021 / Freitag im Januar 2022 tba
Beginn jeweils ab 17:30 Uhr / Dauer ca. 3,5 Stunden
online via Zoom

Am 17. September startet unsere Feministische Bildungsreihe. Bis in den Januar werden wir jeden Monat einen Online-Workshop zu folgenden Themen anbieten:

Workshop 1: Feminismus für Einsteiger:innen am 17.09.21

Was bedeutet Feminismus (für mich)? Was ist eigentlich dieses Patriarchat? Wieso kämpfen wir dagegen und wofür genau kämpfen wir da?

Wir geben einen Einblick in unser Verständnis davon, was Feminismus bedeutet und wofür wir eintreten. Im anschließenden Austausch lernen wir uns gegenseitig und unsere Ansichten näher kennen. So schaffen wir die Wissens- und Vertrauensbasis für die nächsten Bausteine und Diskussionen.

Workshop 2: Selbstreflexion und Selbstverortung am 15.10.21

Was sind unsere wichtigsten Positionen als Feminist:innen? Welche weiteren gibt es – historisch und aktuell? Wie können wir unsere Positionen nach außen gut vertreten?

Ihr seid an der Reihe: Wir sammeln Ansichten und Positionen, die wir als Feminist:innen bereits vertreten oder vertreten möchten. Gemeinsam reflektieren wir, was uns daran jeweils wichtig ist, was wir ähnlich sehen und wo wir untereinander anecken. Wir vertreten unsere Positionen untereinander, hinterfragen uns gegenseitig kritisch und entwickeln ein tieferes Verständnis von den eigenen Positionen und der unserer Mitstreiter:innen.

Workshop 3: Pop und Politik am 12.11.21

Wie feministisch können Girl Power-Shirts von H&M sein? Wie viel Theorie muss ich gelesen haben, um mitreden zu dürfen? Ist das noch Kunst oder schon Aktivismus?

Wir beleuchten den Feminismus zwischen Beyoncé und Beauvoir und ziehen die nicht immer trennscharfe Linie zwischen Popkultur und politischem Aktivismus. Gemeinsam diskutieren wir, was in beiden Sphären für unsere feministischen Anliegen getan werden kann und wo Stolpersteine liegen.

Workshop 4: Konfrontationen meistern am 10.12.21

Welche Debatten führen wir häufig? Welche sind uns besonders wichtig? Wie argumentieren wir – zwischen persönlicher Betroffenheit und theoretischem Fundament?

Wir sammeln Themen, mit denen wir von außen häufig konfrontiert werden und mit denen wir unsere Umwelt konfrontieren. Gemeinsam ordnen wir unsere Argumente ein und reflektieren, auf welchen Ebenen wir uns bewegen. Wir finden heraus, in welchen Themenbereichen wir noch dazu lernen wollen und auf welchen Argumentationsebenen wir jeweils stärker werden möchten.

Workshop 5: Schlagfertig streiten

Welche Diskurse wollen und müssen wir miteinander führen? Wo geraten wir trotz gemeinsamer Ziele aneinander? Wie können wir unsere Reibungen in die Entwicklung unserer Positionen überführen?

Wir suchen aus den bisher besprochenen Themen Schwerpunkte aus und bereiten uns anhand von Texten vor. Im Workshop diskutieren wir Inhalte und Thesen, entwickeln unsere Standpunkte im innerfeministischen Diskurs weiter. Wir streiten miteinander und können am Ende – hoffentlich – nach Außen geeint auftreten.


Gebühr: kostenlos

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Linksjugend [’solid] Saar
Zur Facebook-Veranstaltung

Anmeldung über Linksjugend [’solid] Saar
Telefon: 0681/59096093
E-Mail: info@linksjugend-saar.de
Anmeldeformular Linksjugend [’solid] Saar

Flyer zum Download

ABGESAGT: Workshop: Neue, innovative Lebens- und Wohnmodelle: das KoDorf

Die Veranstaltung ist abgesagt!

Donnerstag, 14. Oktober 2021 / 19:30 Uhr
KOMMzentrum / Kleiststr. 30 / 66538 Neunkirchen

 

Trotz Individualisierung haben viele Menschen Sehnsucht nach Gemeinschaft, trotz des Wunsches nach pulsierendem Leben, ist die Suche nach Ruhe und Stille bei vielen ungebrochen. Das „KoDorf“ möchte beides verbinden: Gemeinschaft, Infrastruktur, moderne, flexible Arbeitsformen – und das Leben auf dem Land. Mit Frederik Fischer, dem Gründer des Projekts, möchten wir an diesem Abend über seine Vision des zukünftigen, gemeinschaftlichen Lebens ins Gespräch kommen.
Es gilt die dann aktuelle Coronaschutzverordnung. Die TeilnehmerInnen werden nach Anmeldeschluss entsprechend informiert.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung Saarbrücken

Anmeldung erforderlich bei der Katholischen Erwachsenenbildung Saarbrücken, Tel. 0681/9068131 oder über das Anmeldeformular
Anmeldefrist bis 07.10.2021
Teilnahmebeitrag: 3,00 €

Mehr Informationen unter www.keb-saarbruecken.de

 

Podiumsdiskussion: Solidarisch gegen rechten Terror – Allianzen, Organisierung, Unterstützung

Mittwoch, 13. Oktober 2021 / 20:00 Uhr
UT Connewitz / Wolfgang-Heinze-Straße 12a  / Leipzig / und Online via youtube und facebook

Die Veranstaltung findet in Leipzig in deutscher Sprache statt und wird zeitgleich via youtube in deutscher und türkischer Sprache gestreamt.

Die beiden Anschläge von Halle und Hanau haben uns erneut die Dimension rechten Terrors verdeutlicht. Er ist mörderisch.

Die Gesellschaft muss sich mit Täterschaft auseinandersetzen und mit den zugrunde liegenden Ideologien und Strukturen, also Antisemitismus, Rassismus, Antifeminismus sowie rechten Netzwerken, (Online-) Subkulturen, Organisationen und Diskursen.

Zeitgleich braucht es den Fokus auf die Betroffenen und ihre Bedürfnisse sowie Perspektiven und Politiken für die Gesellschaft der Vielen. Dazu gehören Leben, Überleben und Trauern, aber auch Öffentlichkeit und politische Organisierung. Solidarische Allianzen gegen rechte Gewalt müssen zwei Dinge vereinen: Kritik an der gesellschaftlichen Realität üben und Schutz und Solidarität stiften.

Auf dieser Veranstaltung treffen Vertreter:innen solcher solidarischen Organisierungen aufeinander. Gemeinsam besprechen wir unterschiedliche Formen der Solidarität im Umgang mit rechter Gewalt und rechtem Terror – von der Selbstorganisierung Betroffener über die Gründung neuer Netzwerke und Unterstützungsstrukturen bis zur Beschäftigungen mit Täterschaft und Mehrheitsgesellschaft aus Solidarität. Die Gäste sprechen zudem mit verschiedenen zeitlichen Perspektiven von den 1990er Jahren bis heute.

Was hat sich seit den 1990er Jahren verändert, welche Strukturen wurden aufgebaut? Was können wir von damals lernen? Wie lassen sich persönliche Trauerarbeit und Unterstützung mit politischer Arbeit und Öffentlichkeit verbinden? Wie können solidarische Strukturen einander unterstützen?

Gäste:

Das Gespräch führt Andrea Hübler, Opferberatung Support der RAA Sachsen

Die Veranstaltung findet in Leipzig statt, sofern die Pandemie-Lage dies zulässt. Bitte beachten Sie das Hygienekonzept und die gängigen Hygiene- und Abstandsregeln. Das Podium wird auch dann via youtube gestreamt, wenn die Veranstaltung nicht mit Publikum vor Ort stattfinden kann.

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen der Fachstelle „Strategien gegen Rechtspopulismus“ des Verbunds der Heinrich-Böll-Stiftungen.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Sprachen: Deutsch / Türkisch / Simultanübersetzung
Link zur Online-Veranstaltung

Stadtrundgang „Juden in Saarbrücken bis 1940“

Sonntag, den 17.10.2021 / 14:00 Uhr
Sonntag, den 31.10.2021 / 14:00 Uhr

Ein Stadtrundgang zu Orten ihres Wirkens
mit Marcel Wainstock

Mit der allgemeinen demografischen und wirtschaftlichen Expansion Saarbrückens am Ende des 19. Jahrhunderts und bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts wuchs auch die hiesige jüdische Gemeinde, deren Mitglieder einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung und dem Wohlergehen der Stadt hatten.

Abgesehen davon, dass es in dieser Zeit ein blühendes jüdisches Gemeindeleben gab, haben viele erfolgreiche jüdische Kaufmannsfamilien wie z.B. die Inhaber des 1865 gegründeten Kaufhauses E. Weil Söhne, zum Glanz der neu entstandenen Bahnhofstraße beigetragen.

Zahlreiche Juden waren als renommierte Ärzte und Ärztinnen sowie als Rechtsanwälte in unserer Stadt tätig. Auch das damalige Stadttheater zählte einige jüdische Mitarbeiter als leitende Angestellte, Musiker oder Schauspieler. Und nicht zuletzt führte der unermüdliche Einsatz von Rabbiner Dr. Rülf und seinen Mitstreitern zum „Römischen Abkommen“, das es nach der Angliederung des Saargebiets an das nationalsozialistisch regierte Reich Juden und nichtjüdischen Regimegegnern ermöglichte, nach der Saarabstimmung ein Jahr lang das Land unter Mitnahme ihres Eigentums unbehelligt zu verlassen.

Während des Rundgangs lernen wir die Geschichte der Saarbrücker jüdischen Vorkriegsgemeinde und ihrer Synagoge in ihrer Blütezeit kennen, aber auch die Phasen ihres durch die NS-Verfolgungen bedingten Niedergangs bis zu ihrer Auflösung.

Die Treffpunkte werden nach Anmeldung bekannt gegeben, eine Anmeldung ist erforderlich unter:

boell.stiftung@t-online.de
Tel.: 0681 / 58 35 60

Stadtrundgang „Saarbrücken schwul-lesbisch 1960 – 2021“

Samstag, den 9.10.2021 / 14:00 Uhr
Samstag, den 23.10.2021 / 14:00 Uhr

Ein Stadtrundgang auf den Spuren der gleichgeschlechtlichen Subkulturen in der Saarbrücker City
mit Marcel Wainstock

Nachdem der § 175 des Strafgesetzbuches, der zuvor sexuelle Handlungen zwischen zwei Personen männlichen Geschlechts kriminalisierte, mit Wirkung zum 1. September 1969 teilweise reformiert worden war, bildete sich ab 1970 Deutschlandweit – auch im Saarland – eine sozial und politisch motivierte Schwulenbewegung, der sich zeitweise auch emanzipatorisch engagierte Lesben anschlossen.

Die ersatzlose Aufhebung des Paragrafen, die dann (erst!) 1994 erfolgte und zahlreiche weitere seitdem errungene Entwicklungen in Richtung einer Verbesserung der rechtlichen und gesellschaftlichen Situation gleichgeschlechtlich liebender Menschen wie z.B. die „Ehe für Alle“ sind letztlich ein Ergebnis des langjährigen beharrlichen Engagements dieser Aktionsgruppen und ihrer Initiativen. Was selbst vielen Lesben und Schwulen heute als selbstverständlich erscheinen mag, hat in Wirklichkeit eine lange und mühsame Vorgeschichte.

Während unseres Rundgangs zu aktuellen Standorten und ehemaligen Treffpunkten der lesbischen und der homosexuellen Szene in Saarbrücken erhalten Sie einen Überblick über die vielfältigen Themen und unterschiedlichen Ereignisse, die die hiesige LSBTIQ+ Community in den letzten Jahrzehnten beschäftigt, beeinflusst und geprägt haben. Außer einigen einschlägigen ehemaligen Kneipen, Bars und Diskotheken sowie heutigen Lokalen werden unter anderem der LSVD-Checkpoint, die Frauen-Gender-Bibliothek, sowie die Aidshilfe Saar vorgestellt.

Spezifische Themen und Begriffe wie z. B. „Subkultur“, „CSD“ oder „Transgender“ und viele weitere werden im Verlauf des Spaziergangs angesprochen und erklärt.

Die Treffpunkte werden nach Anmeldung bekannt gegeben, eine Anmeldung ist erforderlich unter:

boell.stiftung@t-online.de
Tel.: 0681 / 58 35 60