Filmreihe „Neue polnische Filme“

Die Heinrich Böll-Stiftung-Saar unterstützt 2019 wieder die Reihe „Neue polnische Filme“ im Kino 8 1/2.

Sonntag, 10. November, 20 Uhr, „Fuga“
Samstag, 16. November, 20  Uhr, „Die Tochter des Trainers“
Freitag, 6. Dezember, 20 Uhr, „Begnadigung“
Donnerstag, 12. Dezember, 20 Uhr, „Die  Tarnfarben“

Zum Programm schreibt die Saarbrücker Zeitung am 6.10.2019:
„In der polnischen Filmproduktion entstehen Werke, die sich insbesondere durch den kritischen Bezug auf die aktuelle Situation im Land auszeichnen, hierzulande aber wenig bekannt sind. Seit Jahren ist es dem Kino Achteinhalb wichtig, sowohl zeitgenössische filmische Stellungnahmen zu präsentieren, als auch Einblicke in die polnische Geschichte zu gewähren. Das Programm umfasst sechs Produktionen aus den Jahren 2018 und 2019. Regisseurinnen, Regisseure und Schauspieler aus Polen stellen persönlich ihre Filme vor, nach den Vorführungen gibt es Diskussionen.  Als Abschluss der Reihe zeigt das Kino  zu Krzysztof Zanussis 80. Geburtstag den Klassiker „Tarnfarben“.“

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Jüdische Film- & Kulturtage Saarbrücken

Die Heinrich Böll-Stiftung-Saar unterstützt die jüdischen Film- und Kulturtage:
3.-17. November 2019

Die „Jüdischen Filmtage Saarbrücken“ haben sich seit ihrer ersten Ausgabe im Jahr 2009 zu einem beliebten Event der saarländischen und insbesondere der Saarbrücker Herbst-Kulturszene entwickelt.

Im Jubiläumsjahr 2018 haben über 600 Menschen die verschiedenen Veranstaltungen und Filmvorführungen während der Jüdischen Film- & Kulturtage besucht. An diesen Erfolg möchten wir anknüpfen und auch weiterhin die Jüdischen Filmtage Saarbrücken mit einem Rahmenprogramm bereichern.

Die folgenden drei Spielfilme legen den Schwerpunkt auf das Konfliktpotential zwischen orthodoxem Judentum und einer freieren Lebensweise. Es wird sich die Frage gestellt, ob Rock’n‘Roll zu tiefer Gläubigkeit (REDEMPTION) passt, eine orthodox erzogene Jüdin sich in einen Christen verlieben darf (LEONA) und wie ein Paar lebt, das seine „wilden Jahre“ gegen neugefundene Frömmigkeit tauscht (THE OTHER STORY). Auch die israelische Fernsehserie SHTISEL beschäftigt sich mit dem gleichen Thema und gibt einen Einblick in das Verhältnis von Ultra-Orthodoxen zum säkularen Lebensumfeld.

Wenig bekannt ist der spektakuläre Fluchtversuch einer Gruppe jüdischer DissidentInnen, den der Dokumentarfilm OPERATION WEDDING aufgreift. Ein blinder Fleck ist auch die Vertreibung der Juden aus der arabischen Welt in den Jahren zwischen 1946 und 1974, die der Dokumentarfilm SILENT EXODUS zeigt. In CHICHINETTE erzählt die 99-jährige Marthe Hoffnung Cohn, Jüdin aus Metz, wie es dazu kam, dass sie in der Nazizeit zur Spionin wurde.

SCHABBAT BEI FREUNDEN heißt es auch in diesem Jahr wieder. Unter diesem Motto ist es möglich, einen Gottesdienst mit anschließender Schabbat-Feier in der Synagogengemeinde zu besuchen. In der Veranstaltung DAS JÜDISCHE GEBET gibt Kantor Benjamin Chait eine Einführung anhand von Beispielen aus dem Gebetbuch. Dr. Alexander Friedman beleuchtet in seinem Vortrag die Entwicklung von Antizionismus und Antisemitismus im Nachkriegsdeutschland. Marcel Wainstock lädt ein, sich mit jüdischen Persönlichkeiten an der Saar näher zu befassen. Alle Fragen zum Judentum und spezielle zur Saarbrücker Gemeinde beantwortet die Veranstaltung: Wieso? Weshalb? Warum? Außerdem bringt Schauspieler Georg Stephan die Komödie „DIE ERSTE JÜDISCHE REPUBLIK“ des jiddischen Schriftstellers Scholem Alejchem auf die Bühne.

Die Mischung aus Filmen mit jüdischer bzw. israelischer Thematik, Vorträgen, Einführungen, einem Theaterstück und einer Schabbat-Feier wird den interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen tieferen Einblick in das jüdische Leben im Saarland und weltweit geben können. Insbesondere im Umfeld des wachsenden Antisemitismus in Deutschland und Europa sehen die Veranstalter die Jüdischen Film- & Kulturtage als einen Beitrag zur Verständigung und Abbau von Vorurteilen.

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Susanne Willems: Hans Neikes und die Entrechtung der jüdischen Bevölkerung Berlins

Freitag, 15. November 2019 / 19.00 Uhr
Filmhaus Saarbrücken / Mainzerstr. 8

Bis heute ehrt die Stadt Saarbrücken den ehemaligen Oberbürgermeister der Stadt Hans Neikes (1921 -1935) mit einer Straße und einer Turnhalle, die nach ihm benannt sind. Neikes hat sich um die Etablierung der nationalsozialistischen Diktatur und der Verfolgung der jüdischen Minderheit und des demokratischen Saarbrückens in den Jahren von 1933 bis 1935 verdient gemacht. In seiner Amtszeit wurde Adolf Hitler 1934 zum Ehrenbürger von Saarbrücken ernannt und die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung der Stadt Saarbrücken eingeleitet. Diese Tatsachen sind seit etwa 20 Jahren bekannt und haben nicht dazu geführt, dass die Stadt Saarbrücken die Ehrung des Hitler Anhängers widerrufen hätte. Durch einen Aufsatz in den „Saarbrücker Heften 119“ sind nun weitere Tatsachen über die Beteiligung von Neikes an der Verfolgung und Deportation zehntausender jüdischer Männer, Frauen und Kinder als enger Mitarbeiter von Hitlers Rüstungsminister Albert Speer in Berlin bekannt geworden. Darüber wird die Berliner Historikerin Susanne Willems am 15. November 2019 in einer Veranstaltung berichten.

Die von der Behörde Speers für den hauptstädtischen Ausbau Berlins seit Anfang 1941 veranlassten Wohnungsräumungen gegen Berliner Juden stürzten zehntausende Menschen in die Wohnungslosigkeit, die Quartier bei Freunden und Bekannten oder als Untermieter bei anderen Juden finden mussten.
Seit September 1938 wollte die Behörde Speers in Wohnungen Berliner Juden die in innerstädtischen Abbruchvierteln räumungspflichtigen Mieter unterbringen. Ab 1942 vermittelte sie Wohnungen von Juden auch im Rahmen der Wohnungsfürsorge von Reichsbehörden und an Speers sonstige wohnungssuchende Klientel aus Politik und Wirtschaft. Einen Teil der Wohnungsräumungen vollzog ab Mitte Oktober 1941 die Gestapo mit den Massendeportationen, die den Vorgaben der Speerschen Behörde folgten und das von ihr gegen Berliner Juden erzeugte Wohnungselend in die Ghettos und Vernichtungslager verschob.

Diese rassistische Wohnungsmarktpolitik entwarfen die Bürokraten der Speerschen  Neugestaltungsbehörde unter der Leitung von abgedankten oder glänzende Karrieren anstrebenden Kommunalbeamten. Sie dienten Speer auch nach seinem Aufstieg zum Rüstungsminister, als der er sich im September 1942 entscheidend am Ausbau von Auschwitz zum größten Konzentrations- und Vernichtungslager beteiligte.

 

Dr. Susanne Willems ist Historikerin und Dozentin an der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht. Ihre Publikationen Der entsiedelte Jude. Albert Speers Wohnungsmarktpolitik für den Berliner Hauptstadtbau und Auschwitz. Die Geschichte des Vernichtungslagers sind jüngst in der Eulenspiegel Verlagsgruppe Berlin in zweiter Auflage erschienen.

Eintritt frei.
Eine Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Saar

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Karen Köhler: Miroloi

Donnerstag, 28. November 2019 / 20.00 Uhr
Filmhaus Saarbrücken / Mainzerstr. 8 / 66111 Saarbrücken

Karen Köhler liest aus ihrem neuen Roman „Miroloi“

„So eine wie ich ist hier eigentlich nicht vorgesehen.“

Nach dem gefeierten Erzählungsband „Wir haben Raketen geangelt“ endlich der erste Roman von Karen Köhler! Ein Dorf, eine Insel, eine ganze Welt: Karen Köhlers erster Roman erzählt von einer jungen Frau, die als Findelkind in einer abgeschirmten Gesellschaft aufwächst. Hier haben Männer das Sagen, dürfen Frauen nicht lesen, lasten Tradition und heilige Gesetze auf allem. Was passiert, wenn man sich in einem solchen Dorf als Außenseiterin gegen alle Regeln stellt, heimlich lesen lernt, sich verliebt? Voller Hingabe, Neugier und Wut auf die Verhältnisse erzählt „Miroloi“ von einer jungen Frau, die sich auflehnt: Gegen die Strukturen ihrer Welt und für die Freiheit. Eine Geschichte, die an jedem Ort und zu jeder Zeit spielen könnte; ein Roman, in dem jedes Detail leuchtet und brennt.

Karen Köhler hat Schauspiel studiert und zwölf Jahre am Theater in ihrem Beruf gearbeitet. Heute lebt sie auf St. Pauli, schreibt Theaterstücke, Drehbücher und Prosa. Ihre Theaterstücke stehen bei zahlreichen Bühnen auf dem Spielplan. 2014 erschien ihr viel beachteter Erzählungsband „Wir haben Raketen geangelt“ im Hanser Verlag. 2017 erhielt sie für ihren Roman „Miroloi“ (erschienen am 19. August 2019) ein Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung, 2018 das Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds. Karen Köhler: Miroloi, Roman, 464 Seiten, Hanser 2019, ISBN 978-3-446-26171-6

Eintritt: 7 € / 5 €
Karten erhalten Sie über die Buchhandlung St. Johann,
Kronenstr. 6, 66111 Saarbrücken
Tel.0681-95805464 oder buechergaertner@t-online.de

Eine Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Saar in Zusammenarbeit mit Ludwig Hofstätter.

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Jón Kalman Stefánsson: Ástas Geschichte

Mittwoch, 27. November 2019 / 19.00 Uhr
Kino 8 1/2 / Nauwieserstr. 19 / Saarbrücken

Jón Kalman Stefánsson liest „Ástas Geschichte“

Moderation: Sally Charell Delin

Ásta, darin steckt das isländische Wort für Liebe. Doch kaum ist das Mädchen geboren, verlässt ihre Mutter die Familie, und Ásta wächst bei einer Ziehmutter auf. Als sie einem Mitschüler die Nase bricht, weil der sie bedrängt, werden die Risse in ihrer Welt unübersehbar. Ásta muss für einen Sommer in die Westfjorde. Und trifft dort, wo das Licht so eigentümlich mit der Dunkelheit verwandt ist, auf Jósef, der Gedichte liest und ebenfalls als Querulant gilt. Zwischen den beiden wächst eine erste, zarte Liebe, durch die Ásta die Kraft findet, sich in ihr Leben zu kämpfen. Ihre Eltern mögen das Versprechen, das sie ihr mit ihrem Namen gaben, nicht gehalten haben. Ástas Geschichte aber ist so voller Liebe, Leidenschaft, Scheitern und Glück, wie man es selten erlebt. Ein fulminantes Stück Weltliteratur!
„Ástas Geschichte‹ ist ein groß angelegter, ein gigantischer Roman, mit all seinen Verwicklungen und Einsichten. … Bei der Lektüre fragt man sich, wie man ohne das Meer als Horizont weiterleben soll. Die Antwort ist einfach: indem man Jón Kalman Stefánsson liest.“ (Le Figaro littéraire).

Jón Kalman Stefánsson, geboren 1963 in Reykjavík, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern Islands. Er arbeitete in der Fischindustrie, als Maurer und Polizist, bevor er sich in Mosfellsbær bei Reykjavík niederließ. Sein Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und in ganz Europa ausgezeichnet, u.a. mit dem isländischen Literaturpreis. Der internationale Durchbruch gelang ihm mit „Himmel und Hölle“, zuletzt erschienen „Fische haben keine Beine“ und „Etwas von der Größe des Universums“. 2018 war Jón Kalman Stefánsson für den alternativen Literaturnobelpreis nominiert. Jón Kalman Stefánsson:
Ástas Geschichte, Roman, 464 Seiten, Piper 2019, ISBN: 978-3-492-05937-4

Eintritt: 7 € / 5 €
Karten erhalten Sie über die Buchhandlung St. Johann
Kronenstr. 6, 66111 Saarbrücken
Tel.0681-95805464 oder buechergaertner@t-online.de

Eine Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Saar in Zusammenarbeit mit SR2 Kulturradio und Ludwig Hofstätter.

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Dr. Stephan Grigat: Der Exodus der Juden aus der arabischen Welt und dem Iran – Diskriminierung, Flucht und Vertreibung

Donnerstag, 21.11.2019 / 20.00 Uhr
Festsaal des Rathauses / Rathausplatz 1 / 66111 Saarbrücken

Abschlussvortrag von Dr. Stephan Grigat

Würde es mit rechten Dingen zugehen, wäre bei jeder Diskussion über den Konflikt Israels mit seinen arabischen Nachbarn stets auch von der Flucht und Vertreibung nahezu aller Juden aus der arabischen Welt und aus dem Iran die Rede, die außerhalb Israels kaum im Bewusstsein sind. Die gerade auf Deutsch erschienene Studie des französischen Historikers Georges Bensoussan über Die Juden der arabischen Welt ruft die Flucht von etwa 900.000 Juden aus den arabischen Ländern in Erinnerung und zeigt, dass die Radikalisierung der arabisch-islamischen Judenfeindschaft vor der israelischen Staatsgründung einsetzte und in vielen Aspekten eine Reaktion auf die partielle Autoemanzipation der Juden in den arabischen Gesellschaften war.
Der Vortrag wird die Situation der Juden in den arabischen Gesellschaften und dem Iran skizzieren, die Bedeutung der arabisch-jüdischen Flüchtlinge für Israel thematisieren und der Frage nachgehen, warum das Schicksal der jüdischen Flüchtlinge aus den arabischen Ländern und dem Iran bisher kaum thematisiert wurde.

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an der Uni Wien, Dozent für Politikwissenschaft an der Uni Passau, Permanent Fellow am Moses Mendelssohn Zentrum der Uni Potsdam und Research Fellow am Herzl Institute for the Study of Zionism and History der Uni Haifa. Er ist Autor von Die Einsamkeit Israels und Herausgeber von AfD & FPÖ sowie Iran – Israel – Deutschland. Zuletzt hat er die Einleitung zu Georges Bensoussans Buch Die Juden der arabischen Welt geschrieben, das bei Hentrich & Hentrich erschienen ist.

Eine Kooperationsveranstaltung der Heinrich-Böll Stiftung Saar mit Crithink e.V.  – Gesellschaft zur Förderung des kritischen Denken und Handelns, Antifa Saar / Projekt AK und ConnAct Saar.

Alex Feuerherdt: Vereinte Nationen gegen Israel: Wie die UNO den jüdischen Staat delegitimiert

Mittwoch, 30.10.2019 / 20.00 Uhr
Festsaal des Rathauses / Rathausplatz 1 / 66111 Saarbrücken

Vortrag von Alex Feuerherdt

Kein anderes Land steht bei den Vereinten Nationen derart am Pranger wie Israel. Die Unesco und der UN-Menschenrechtsrat beispielsweise haben den jüdischen Staat in ihren Resolutionen häufiger verurteilt als alle anderen Länder dieser Welt zusammen. Auch die Generalversammlung der Uno beschäftigt sich in ihren Diskussionen weitaus öfter mit der einzigen Demokratie im Nahen Osten als etwa mit Syrien, Nordkorea oder dem Iran. Die UN-Frauenrechtskommission hat Israel unlängst als einziges Land für die Verletzung von Frauenrechten kritisiert, für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schädigt weltweit niemand die Gesundheit von Menschen und die Umwelt so stark wie der jüdische Staat. Und das sind nur einige wenige Beispiele von vielen. Ein Beschluss wie der UN-Teilungsplan von 1947, der die Grundlage für die Proklamation des Staates Israel bildete, wäre heute schlicht undenkbar.

Wie kommt es, dass sich der jüdische Staat derart im Visier der Vereinten Nationen und ihrer Untereinrichtungen befindet? Liegt das tatsächlich an Israel selbst – oder gibt es dafür womöglich ganz andere Gründe? Wie ist die Uno heute überhaupt aufgestellt und worin unterscheidet sie sich von früheren Jahren? Welches Verständnis von den Menschenrechten herrscht bei ihr und ihren Mitgliedern vor?

Alex Feuerherdt ist freier Publizist und lebt in Köln. Er schreibt für verschiedene Print- und Online-Medien zu den Themen Israel, Nahost, Antisemitismus und Fußball, unter anderem für die Jüdische Allgemeine, n-tv.de, die Jungle World und die Medienbeobachtungsstelle Naher Osten in Wien. Außerdem ist er Betreiber des Blogs Lizas Welt. Gemeinsam mit Florian Markl hat Feuerherdt ein Buch zum Thema der Veranstaltung geschrieben, das im Mai 2018 im Verlag Hentrich & Hentrich erschienen ist: Vereinte Nationen gegen Israel – Wie die Uno den jüdischen Staat delegitimiert.

Eine Kooperationsveranstaltung der Heinrich-Böll Stiftung Saar mit Crithink e.V.  – Gesellschaft zur Förderung des kritischen Denken und Handelns, Antifa Saar / Projekt AK und ConnAct Saar.

Ausstellung: „1948.“ Zur Gründung des Staates Israel

28.10. 2019 – 21.11.2019
Rathaus Saarbrücken / Hauberrisser Saal

Vorgeschichte und Gründung des modernen Israel gehören zu den zentralen Epochen der neueren Geschichte. Die Ausstellung 1948 leistet die lange überfällige Aufarbeitung. Überfällig, weil keine andere Epoche in den vergangenen Jahrzehnten mehr historischen Verzerrungen ausgesetzt war. Historiker, Politologen und Nahostexperten sichteten in über 5.000 Arbeitsstunden Quellen, Dokumente, Bildmaterial, authentische Korrespondenzen, anerkannte Fachliteratur und Zeitzeugen. Auf 32 Schautafeln gelingt es 1948, einen beachtlichen historischen Kontext zu vermitteln. Innerhalb eines Jahres stand die Ausstellung schon an rund 25 Standorten bundesweit, darunter Berlin, Hamburg, Karlsruhe, Mosbach im Odenwald und Aue.
Träger der Ausstellung 1948 ist der Münchner Verein für Demokratie und Information (DEIN e.V.), unterstützt von einer wissenschaftlichen Jury und einem namhaft besetzten Beirat.

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Montag bis Freitag, 9.00 bis 18.00 Uhr.

Montag 28.10.2019 Vernissage:

Begrüßung durch Oberbürgermeister Uwe Conradt
Begrüßung durch Eric Barth für die DIG AG Saar
Einführungsvortrag Dr. Oren Osterer
Anschließend Rundgang durch die Ausstellung im Hauberrisser Saal und Umtrunk

Veranstalter: Landeshauptstadt Saarbrücken in Kooperation mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft e.V. Arbeitsgemeinschaft Saar.
Träger der Ausstellung ist der Münchner Verein für Demokratie und Information (DEIN e.V.).  Kurator der Ausstellung ist der Historiker Dr. Oren Osterer.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.
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Netzwerktagung: Haltung zeigen – Antifeminismus solidarisch begegnen

Donnerstag, 21. November / 10.00 – 18.00 Uhr
Freitag, 22. November / 10.00 – 17.00 Uhr

Factory Campus / Erkrather Str. 401 / 40231 Düsseldorf

Wissen updaten – Erfahrungen austauschen – Strategien weiterentwickeln

Das gesellschaftspolitische Klima ist rauer geworden. Antifeministische und rechtspopulistische Zumutungen begegnen uns überall: im beruflichen Umfeld, bei (gesellschafts)politischem Engagement, im privaten Alltag oder im Internet. Egal wo – ob in der Sozialen Arbeit oder in pädagogischen Handlungsfeldern wie Kita, Schule, Erwachsenenbildung, ob in Wissenschaft und Forschung oder kommunaler Gleichstellungsarbeit, ob bei ehrenamtlicher Arbeit mit Geflüchteten, in der Kirchengemeinde oder bei gewerkschaftlicher Arbeit in und außerhalb des Betriebs: wenn wir Haltung zeigen wollen gegen antifeministische Abwertungen und Angriffe, wenn wir eintreten wollen für eine offene, feministische und liberale Gesellschaft, dann brauchen wir nicht nur Mut, sondern auch handlungsrelevantes Wissen, praktikable Strategien und Fähigkeiten diese umzusetzen – am besten solidarisch mit Gleichgesinnten.

Die Netzwerktagung „Haltung zeigen“ bietet gleichstellungspolitischen und feministischen Akteur*innen und Multiplikator*innen die Möglichkeit, einen Einblick in den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung zu Antifeminismus zu bekommen. Sie gibt Raum, Erfahrungen im Umgang mit antifeministischen Angriffen in der eigenen beruflichen, ehrenamtlichen, politischen oder NGO-Praxis mit Menschen aus verschiedenen Kontexten zu reflektieren und sich darüber auszutauschen. Es werden gemeinsam Strategien im Umgang mit Antifeminismus ausgewertet und weiterentwickelt. Die Beiträge und Impulse beziehen nach Möglichkeit intersektionale Perspektiven und Ansätze ein, insbesondere die Verquickung von Sexismus und (antimuslimischem) Rassismus.

 

 

Link zum Tagungsprogramm und Anmeldung

 

Marpingen und der Nationalsozialismus

Donnerstag, 29. August 2019 / 19.00 Uhr
Kulturzentrum Alte Mühle / Zur Schafbrücke 7 / 66646 Marpingen

11. Marpinger Mühlen-Gespräche: Vorstellung des Flyers „Marpingen und der Nationalsozialismus“

Mit den „Marpinger Mühlen-Gesprächen“ haben die Gemeinde Marpingen und der Verein „Wider das Vergessen und gegen Rassismus“ e.V. Marpingen im Jahre 2006 im Kulturzentrum „Alte Mühle“ eine besondere Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen. Die seither in unregelmäßigen Abständen ein- bis zweimal im Jahr unter diesem Namen angebotenen Veranstaltungen beinhalten Vorträge , Lesungen, Ausstellungen und Präsentationen zu brisanten und hochaktuellen Themen, die nicht nur einen sehr starken Bezug zur Arbeit des Vereins haben, sondern auch der Gemeinde ein wichtiges Anliegen sind.

Der Vorstand des Vereins hat einen Flyer erstellt, der die Gemeinde Marpingen in der NS-Zeit und auch darüber hinaus beleuchtet. Die 80. Wiederkehr des Überfalls der reichsdeutschen Wehrmacht auf Polen und damit des Beginns des Zweiten Weltkrieges nehmen wir zum Anlass, den Flyer vorzustellen. Der Flyer steht unter dem Motto „Wer die Vergangenheit vergisst, ist verurteilt, sie zu wiederholen“. Das NS-System erfreute sich in weiten Teilen der Bevölkerung, so auch in Marpingen, großer Beliebtheit, und auch heute ist ein beängstigender Rechtsruck im Denken großer Bevölkerungsteile zu beobachten. ln dem Flyer wird in der gebotenen Kürze dargestellt, was sich in Marpingen hinsichtlich der NS-Opfer, der NS-Täter und des Widerstands gegen das NS-Regime  abspielte.

Eintritt frei.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Gemeinde Marpingen und dem Verein
„Wider das Vergessen und gegen Rassismus“ e.V. Marpingen