Heinrich-Böll-Stiftung Saar – die grüne politische Landesstiftung

Die folgenden Seiten unserer Homepage stellen unsere Arbeit vor, geben Hinweise zu unseren aktuellen Veranstaltungen, enthalten spannende Vorträge.
Außerdem finden Sie hier Fotos unserer Veranstaltungen und interessante Links zu grünennahen und anderen Institutionen.
Gerne können sie uns auch Ihre Anregungen, Kritik, aber auch Lob zusenden.
Eine informative Lektüre wünscht Ihnen Ihre Heinrich-Böll-Stiftung Saar.

Der Überfall auf Griechenland am 6. April 1941

Am 6. April 1941 überfielen Deutschland und seine Verbündeten Bulgarien, Ungarn und Italien Griechenland und Jugoslawien. Italien hatte bereits im Oktober 1940 Griechenland den Krieg erklärt, konnte aber seine Ziele gegen den entschlossenen griechischen Wiederstand bis zum 6. April 1941 nicht durchsetzen. Deutschland  besetzte innerhalb weniger Woche beide Länder. Die Besatzungsmächte errichteten ein gnadenloses Ausbeutungs-und Vernichtungsregime. Hunderttausende Zivilisten wurden systematisch ermordet oder fielen den mörderischen Lebensbedingungen zum Opfer.

Nach der Befreiung 1944/45 siegte in Griechenland ein Bündnis von Royalisten und ehemaligen Kollaborateuren mit Unterstützung Großbritanniens und der USA gegen die antifaschistische Volksbewegung Auch davon profitierte die neugeründete Bundesrepublik. Alle griechischen Regierungen verzichteten in den Nachkriegsjahrzehnten auf einen Großteil der gut dokumentierten Forderungen gegenüber Deutschland. Bis heute wird jede Zahlung an griechische Opfer und ihre Nachkommen von deutscher Seite verweigert. Wir dokumentieren einen Artikel unseres Geschäftsführers Erich Später aus der Mainzer Allgemeinen Zeitung vom 21. März 2020, der einige Schlaglichter auf die Geschichte Griechenlands zwischen 1940 und 1949 wirft.

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Ausschluss von Frauen an der Berliner Hochschule für Bildende Künste durch Anton von Werner

Von Erich Später

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Anton von Werner, dem das historische Museum in Saarbrücken eine aufwendige Ausstellung seiner Saarbrücker „Kriegsbilder“ widmet, war nicht nur 40 Jahre der Hofmaler der Hohenzollerndynastie. Er war auch ein mächtiger Kulturpolitiker des 1871 gegründeten Kaiserreichs, der alles dafür tat in seinem Bereich die zutiefst ungerechte gesellschaftliche Ordnung der Monarchie zu verteidigen.
Besonderen Wert legte er darauf, Frauen von der zentralen Berliner Hochschule für bildende Künste, deren Direktor er über vierzig Jahre war, fernzuhalten. Frauen konnten seiner Ansicht nach nicht kreativ sein. Im Jargon der Zeit wurden sie abfällig als „Malweiber“ tituliert. Der Zugang zu Ausstellungen und die Möglichkeit, mit ihrer Kunst auch Geld zu verdienen, wurden systematisch verhindert.
Wir dokumentieren ein Gesuch von 92 Künstlerinnen aus dem Jahr 1904 – darunter auch Käthe Kollwitz – an den Direktor Anton von Werner welches darum bittet, die Hochschule auch für Frauen zu öffnen. Die Bemühungen blieben erfolglos. Werner und sein Mentor Wilhelm II. titulierten den sozialkritischen Expressionsismus von Käthe Kollwitz als „Rinnsteinkunst“. Auch der wachsende Protest der Frauen in den nächsten Jahren änderte nichts an ihrer Einstufung als minderwertige Menschen. Erst der Sturz der Monarchie im November 1918 durch den revolutionären Aufstand eröffnete den Frauen den Zugang zur Berliner Kunsthochschule. Erste und über lange Zeit einzige Professorin wurde Käthe Kollwitz im Jahr 1919.

Käthe Kollwitz um 1906, Philipp Kester

Frankfurter Rundschau kritisiert scharf die Restaurierung der Werner Bilder

Von Erich Später

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Ende September 1956 bereist Peter Miska, Journalist der angesehenen Frankfurter Rundschau das Saargebiet. Miska ist der antifaschistischen und antimilitaristischen Tradition seiner Zeitung verpflichtet und entsetzt über den triumphierenden deutschen Nationalismus an der Saar. Seine Reportagen erschienen unter dem Titel „So deutsch ist die Saar“ und sind noch heute lesenswert. Wir dokumentieren einen Auszug, der sich mit dem Werner-Zyklus beschäftigt und stellen einige Fragen zur aktuellen Ausstellung. 

„… Auch in der Sitzung des Saarbrücker Stadtrats vom 25. September 1956 gab es noch ein schönes Beispiel dafür, wie deutsch die Saar heute ist, genauer gesagt: wie deutsch sie nach dem Willen demokratischer Saarparteiler noch werden soll. Die Fraktion der „Demokratischen Partei Saar“ hatte den Antrag· eingebracht, sechs ehemals im Spichererberg-Museum untergebrachte Monumentalgemälde des kaiserlichen Hofmalers Anton von Werner restaurieren zu lassen. Die Bilder stellen dar:

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Saarbrücken heißt den preußischen Militärstaat willkommen und lässt den Sieg über Frankreich abermals feiern

Von Erich Später, Geschäftsführer der Heinrich-Böll-Stiftung Saar

Version française / Französische Version
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Das historische Museum des Saarlandes ist stolz auf die teuerste Anschaffung seiner Geschichte. Der wie ein Wunder gefeierte Kauf von sieben Monumentalgemälden, die der Hofmaler der Hohenzollern und Günstling von Kaiser Wilhelm II Anton von Werner (1843-1915) zur Feier des Sieges über Frankreich und der Gründung des Deutschen Kaiserreiches in den Jahren zwischen 1871 und 1880 angefertigt hat, lässt die Leitung des Museums jubilieren. Es sei ein 55 m² großes Denkmal auf der Leinwand, monumentaler regionalhistorischer Schatz, nationales preußisches Denkmal, ein echtes Highlight! Man will die Gemälde aufbereiten, das „Making of“ nachvollziehen, so der Museumsdirektor Simon Matzerath! Dabei sind diese Gemälde nichts weiter als militaristisch-propagandistischer Kitsch, der an Feindseligkeit gegenüber Frankreich kaum zu überbieten ist.

„Sturm auf die Spicherer Höhen“ von Anton von Werner 1870 (Schwarzweiß-Reproduktion)
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Neuerscheinung: Polizei im II. Weltkrieg von Hans Kirsch

Hans Kirsch:
Polizei im zweiten Weltkrieg
Die Massenerschießungen im Osten waren der Auftakt zum Holocaust

60 Seiten, Saarbrücken 2020

Reihe Dialog #29
Stiftung Demokratie Saarland

Die Broschüre beruht auf einem Vortrag, den wir im letzten Jahr in Kooperation mit der Stiftung Demokratie Saarland organisiert haben. Hans Kirsch ist pensionierter Polizeibeamter und hat als Historiker große Verdienste um die Aufarbeitung der durch Polizeieinheiten begangenen Massenmorde an der jüdischen Bevölkerung erworben.

Neben einer allgemeinen Einführung in die Geschichte der Täter konnte Hans Kirsch zum ersten Mal nachweisen, dass saarländische und pfälzische Polizeibeamte ein eigenes Mordkommando („Ernteschutzkommando Metz“) bildeten. Sammelpunkt für das Vernichtungskommando war die Gestapo-Stelle im Saarbrücker Schloss.

Die Broschüre entstand in Zusammenarbeit mit der Stiftung Demokratie Saarland, und erscheint im Rahmen deren Reihe „Dialog“.
Zum Download der PDF

Die Reihe kann bezogen werden von der
Stiftung Demokratie Saarland
Europaallee 18, 66113 Saarbrücken
Tel.: 0681 / 906 26 – 0, Fax: 0681 / 906 26 – 25
info@sdsaar.de

Der Balkon – Wehrmachtsverbrechen in Griechenland

Anlässlich des Jahrestags der Vernichtung des Dorfes Lyngiades am 3. Oktober 1943 zeigten wir den Film „Der Balkon“, ein Dokumentarfilm von Chrysanthos Konstantinidis, Griechenland 2018.

Lyngiades, ein Dorf in Nord-Griechenland, wird wegen seiner wunderbaren Aussicht der „Balkon“ genannt. Doch die Idylle war Schauplatz eines Massakers, das hierzulande noch kaum bekannt ist. Am 3. Oktober 1943 ermordeten die deutschen Besatzer zweiundachtzig Dorfbewohner, überwiegend Kinder und alte Leute, und zerstörten fast alle Häuser.
Der Regisseur des Films stammt aus Lyngiades.

Die Hintergründe des Verbrechens recherchierte vor drei Jahrzehnten der Rechtshistoriker Christoph Schminck-Gustavus. Nach den Filmvorführungen hatten wir Gelegenheit zur Diskussion und zu Interviews mit Prof. Dr. Christoph Schmink-Gustavus, Bremen und Hilde Schramm, vom Verein „Respekt für Griechenland“, Berlin.

Die Veranstaltung fand statt in Kooperation mit der Rosa Luxembourg Stiftung Saarland, Griechenlandsolidarität Saarbrücken und dem Kino 8 1/2.

Mehr Infos zum Film:
http://www.tobalkoni.gr/

Retrospektive: Klaus Gietinger im Kino 8 1/2

Die im März wegen des Corona-Virus abgesagte Retrospektive mit Klaus Gietinger wird jetzt nachgeholt:

Mittwoch, 9. September 2020 / 20 Uhr / Kino 8 1/2
Land der Räuber und Gendarmen
Kleines Fernsehspiel über den langen Arm des Faschismus, BRD 1982, 92 Minuten
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Montag, 21. und Dienstag, 22. September 2020 / 20 Uhr / Kino 8 1/2
Daheim sterben die Leut‘
Kultfilm über einen Allgäuer Rebell, BRD 1985, 95 Minuten
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Dienstag, 6. Oktober 2020 / 20 Uhr / Kino 8 1/2
Schön war die Zeit
Spielfilm über den Wiederaufstieg eines Naziregisseurs und den Untergang des Provinzkinos, BRD 1988, 101 Minuten
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Mittwoch, 21. Oktober 2020 / 20 Uhr / Kino 8 1/2
Heinrich der Säger
Komödie über einen Bahnattentäter, BRD 2001, 95 Minuten
Zum Film

Eintritt: 5 Euro.
Eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung Saar mit dem Kino 8 1/2.

Plakat zum Download PDF

Die Lesereihe „Böll & Hofstätter“ startet wieder

Christian Baron liest aus „Ein Mann seiner Klasse“
Sonntag, 6. September 2020 / 20:00 Uhr
Filmhaus Saarbrücken / Mainzer Str. 8 / 66111 Saarbrücken
Zur Veranstaltung

Marion Poschmann liest aus „Nimbus“
Donnerstag, 22. Oktober 2020 / 20:00 Uhr
Filmhaus Saarbrücken / Mainzer Str. 8 / 66111 Saarbrücken
Zur Veranstaltung

Lukas Bärfuss liest aus „Malinois“ und „Die Krone der Schöpfung“.
Die im Frühjar wegen des Corona-Virus abgesagte Veranstaltung mit Lukas Bärfuss wird jetzt nachgeholt:
Donnerstag, 19. November 2020 / 20:00 Uhr
Filmhaus Saarbrücken / Mainzer Str. 8 / 66111 Saarbrücken
Zur Veranstaltung

Saša Stanišić liest aus „Herkunft“
Mittwoch, 20. Januar 2021 / 18.00 Uhr
Stiftung Demokratie Saarland / Europaallee 18 / 66113 Saarbrücken
Zur Veranstaltung

Die Veranstaltungsreihe wird unter Berücksichtigung der aktuellen Schutzmaßnahmen gegen das Corona-Virus durchgeführt.

„Ich find’s ja wichtig – aber wie soll’s gehen?“

Foto: Mourad Saadi / Unsplash

Online-Veranstaltungsreihe der Heinrich Böll Stiftung
im Stiftungsverbund zu Strategien und Lösungen für nachhaltige Mobilität

#1 Klimaschutz: Was funktioniert wirklich um die Emissionen zu senken?
Mittwoch, 20. Mai 2020, 15.00 bis 16.15 Uhr (dieser Termin hat bereits stattgefunden)

#2 Öffentlicher Verkehr: Wie geht es dem Rückgrat der Verkehrswende? Mittwoch, 27. Mai 2020, 15.00 bis 16.15 Uhr, auf Zoom

#3 Autoindustrie: Wie gelingt der Umbau der Schlüsselindustrie?
Mittwoch, 3. Juni 2020, 15 Uhr bis 16.15 Uhr, auf Zoom

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#4 Ländliche Räume: Welcher Verkehr bringt Teilhabe und Klimaschutz?
Mittwoch, 10. Juni 2020, 15 Uhr bis 16.15 Uhr, auf Zoom.

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Kolumne aus Paris

Frankreich ist von der Corona-Pandemie bislang deutlich stärker betroffen als Deutschland. Nun werden wir daher Einschätzungen und Kommentare des Saarbrücker Journalisten Julian Bernstein über die Epidemie in Frankreich hier und auf unserer Facebook-Seite veröffentlichen. Bernstein lebt derzeit in Paris. Davor war er drei Jahre in Montréal als freier Korrespondent für eine Vielzahl renommierter Medien in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätig. Für seine Recherchen in den „Saarbrücker Heften“ über die NS-Vergangenheit des früheren saarländischen Ministerpräsidenten Franz Josef Röder erhielt er 2018 den Alternativen Medienpreis.
Wir freuen uns, dass Julian Bernstein nun regelmäßig für die HBS Saar aus Frankreich berichtet. Es ist uns ein großes Anliegen, unsere Solidarität und Verbundenheit mit unserem Nachbarn auszudrücken und hoffen, dass die hier publizierte Beiträge einen Beitrag dazu leisten werden. (Erich Später, Geschäftsführer)

Bisher erschienen:


Von Normalität weit entfernt
Von Julian Bernstein, 18. Mai 2020


55 Tage sind genug!
Von Julian Bernstein, 10. Mai 2020


Deutschland als Projektionsfläche
Von Julian Bernstein, 06. Mai 2020


Der Wunderheiler
Von Julian Bernstein, 30. April 2020


Ausländische Ärzte als Kanonenfutter
Von Julian Bernstein, 22. April 2020


Vom Kriegsherr zum Kümmerer
Von Julian Bernstein, 16. April 2020


Frankreichs oberster Leichenbestatter
Von Julian Bernstein, 11. April 2020


Die langweiligsten Spaziergänge der Welt

Von Julian Bernstein, 7. April 2020


Mit Tierärzten gegen Corona

Von Julian Bernstein, 4. April 2020

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